Fotostudio Plange – Teil 19 – Wässerchen

Wässerchen

Als Igor und ich endlich im Bett lagen, ich es mir eigentlich auf seiner Brust bequem machen und in Morpheus Reich eintauchen wollte, setzte er sich plötzlich auf. Mein Kopf wanderte zwangsläufig abwärts. Wenn man auf eine bestimmte Tätigkeit aus gewesen wäre, wäre die Position mehr als ideal gewesen. Aber mir war in dem Moment eher nach Romantik, Kuscheln und – vor allem – Einschlafen.

Mein Schatz räusperte sich. „Schatz!“

Ich sondierte die Lage, in der ich mich befand, und blickte nach oben. „Ja?“

„Kennst du eigentlich den Typen, der die ganze Zeit hinter uns stand?“ Seine Hand streichelte mein Haar.

Ich verließ meine angenehme Lage oberhalb seines Schrittes und blickte ihm in die Augen. „Wen meinst du?“

„Den dunkelhaarigen Brillenträger, der an der Säule stand!“

„Ach! Du meinst David, auch genannt die Ente, Schnabel!“

Der angehende Lehrer räusperte sich. „Genau den! Er scheint dich zu kennen.“

Ich grinste. „Stimmt, er kennt mich schon seit der Schulzeit. Er war eine Stufe über mir, damals ein richtiger Draufgänger vor dem Herrn. Keine Feier ohne ihn! Du kennst Juwelen Schumacher?“

„Den Schmuckladen in der Bahnhofstraße? Ja, den kenne ich. Wieso fragst du?“

„Tja, David ist der Inhaber. Ente ist eigentlich ein ganz lieber Mensch, …“

„Aber?” Er streichelte mich erneut.

„Kein Aber! Sein Freund hat sich ein halbes Jahr, nachdem ich hier wieder aufschlug, umgebracht. Stand ganz groß in der Presse damals. Man munkelt so einiges, aber nichts Genaues weiß man nicht. Seitdem hat er sich in der Szene kaum mehr blicken lassen! Hat mich echt gewundert, dass er heute da war. Er ist zum Eremiten geworden.“ Ich blickte meinem Liebsten in die Augen.

Ein Räuspern war seinen Nüstern zu vernehmen. „Mist! Ich habe ihn zum Steinigen eingeladen. Wir haben uns kurz am Tresen unterhalten, da hab ich ihn gefragt, ob er auch kommen will. Schlimm?“

Ich schüttelte den Kopf. „Wie sagt der Spanier so schön? Mi casa es tu casa y es nuestra casa! Ich glaube zwar nicht, dass er kommen wird, aber wenn doch, … egal!“ Ich zuckte mit den Schultern. „Und jetzt lass uns bitte schlafen, mein Engel. Der alte Mann ist müde!“

„Du bist nicht alt und außerdem …“

Mein Blick wurde ernst. „Außerdem ist es jetzt schon vier Uhr durch und wir haben nachher das volle Programm! Vorbereitungen, Kaffeetrinken mit deinen Eltern, abends kommt Manuel mit seinem neuen Stecher!“

„Das meinte ich nicht!“ Mein Russe funkelte mich an.

„Sondern?“ Ich wurde neugierig.

„Ich wollte eigentlich sagen, bevor du dich so künstlich aufgeregt hast, dass ich nach der Menge Bier, die ich intus habe, eh keinen mehr hoch kriege, mein Engel!“ Er schmollte!

Ich versuchte, so ernst auszusehen wie möglich. „Das wollen wir erst noch mal sehen!“

Es dauerte zwar etwas länger, bis Igors Schwert einsatzbereit war, aber was Mutters Sohn sich einmal vorgenommen hat, das setzt er auch in die Tat um! Basta!
Ein Schwert ist ja zum Kämpfen da und fand in meiner Zunge einen würdigen Gegner. Es machte mir Spaß, an ihm zu nuckeln, zu saugen, zu lecken, und das bis zur süßen Neige! Mein Russe zuckte, stöhnte, wandte sich wie ein Aal, schwitzte, biss mich in den Finger, der zu seinem Gesicht wanderte, kratzte mir durchs Haar und gab mir Tiernamen.
Am Ende des Wettstreits ergab er sich jedoch, streckte die Waffen und als Friedenssignal schossen weiße Fontänen aus ihm heraus in Richtung seines Bauchnabels. Ermattet fiel er in die Kissen und ich robbte mich hoch zu ihm.

Er blickte mich an. „Schatz!“

„Ja?“

„Jetzt lass uns schlafen! Die Jugend ist fertig!“

„Gerne!“ Ich drehte mich auf die Seite und langte an die Nachttischlampe. Als ich mich an seien Bauch schmiegte und den warmen Kleber an meinem Rücken spürte, vernahm ich nur noch regelmäßige, tiefe Atemzüge meines Liebsten.

Der erste Feiertag begann mit einer Überraschung: Marvin löste seine Wettschulden vom Vortag ein und machte tatsächlich Frühstück! Naja, zwei Tassen Kaffee und eine Schale mit Weihnachtsgebäck auf einem Tablett war zwar keine morgendliche Mahlzeit im eigentlichen Sinne, aber allein der Gedanke war es, der zählte.
Ein Blick auf den Radiowecker, es war mittlerweile elf durch, ließ sowieso keine ausgiebige Nahrungsaufnahme zu. Es musste noch einiges für das morgige Steinigen vorbereitet werden, der Weißkohl für den Krautsalat hobelt sich leider nicht von alleine und der Obstsalat bestand bis jetzt nur aus ganzen Früchten. Daneben wartete auch eine Lage Eier auf ihre Hinrichtung, eine Flasche des selbstgemachten Likörs wollte ich Igors Mutter mitbringen.

Die Aufnahmen, die ich im Studio gemacht hatte, waren zwar schon bearbeitet, aber noch nicht zu Papier gebracht worden. Außerdem musste mein Russe noch den passenden Rahmen aussuchen. Ich kannte ja die Einrichtung seiner Eltern noch nicht und Schwiegermütter können eitel sein, gerade wenn es um dekorative Kleinigkeiten geht.
Schwiegermutter! Wie das klingt! Ich kannte Igors Mutter persönlich zwar erst seit ein paar Tagen, aber das Gefühl dabei konnte man durchaus als positiv bezeichnen. Gut, Mama Mine, wie ich sie im Stillen nannte, wie die gesamte Sippschaft namens Reichenbach, mussten sich ja erst noch an die veränderten Gegebenheiten im Leben ihres jüngsten Sohnes gewöhnen. Aber ich war guter Dinge: Mit viel Buttermilch und noch mehr Spucke würde das auch klappen!

Als ich gegen halb eins mit dem gerahmten Bildern und ihren eingetüteten Pendants in die Wohnung zurückkehrte, war lautes Fluchen aus der Küche zu hören. Igor haderte mit der Reibe, er schien wohl den Weißkohl zu bearbeiten. Ich betrat frohgelaunt die Küche. „Na Jungs! Alles klar?“
Wenn Blicke töten könnten, ich hätte mir keine Vorsätze zum neuen Jahr mehr machen müssen: Sylvester hätte ich nicht mehr erlebt. Abgesehen von der Tatsache, dass die Küche aussah wie ein Schlachtfeld, blickte ich auf zwei Großbaustellen, auf denen die Arbeit nicht so lief, wie sie laufen sollte. Mehr als die Zweidrittel der Eier waren noch in ihre schützende Kalkschale gewandet, beim Kohl sah es nicht viel besser aus, nur ein Viertel lag in gehobelter Form in der Schüssel.

Marvin blickte mich fast erschöpft an. „Ich hätte nie gedacht, das Eier trennen so schwer ist!“

Ich musste grinsen, als ich in die beiden Schüsseln blickte, die vor ihm standen. „Wenn man das von Hand macht, dauert das!“

Verwirrung lag in seinem Blick. „Wie denn sonst?“

Ich grinste ihn an. „Wozu hat das Haus einen Eiertrenner?“

„Einen Eiertrenner? So etwas gibt es?“ Er schüttelte mit dem Kopf.

„Ja, kann man käuflich erwerben. Warte mal!“ Ich holte das Edelstahlteil, ein Relikt von Manuel, aus der Schublade. Eigentlich ganz praktisch, dieses nach unten gezogene, löffelähnliche Teil aus Draht. Ich schlug ein Ei auf und ließ es vorsichtig in die Schüssel mit dem Eiweiß laufen. „Du musst beim Aufschlagen eigentlich nur aufpassen, dass der Dottersack nicht platzt, dann ist alles OK! Dann fischst du das Eigelb aus der Schüssel und dann ab damit.“

Marvin nickte mir zu und so überließ ich dem Schwimmer wieder das Feld.

„Gibt es eigentlich auch einen Weg, schneller zu hobeln?“

Ich zuckte mit den Schultern. „Normalerweise hobel ich nur den Paprika, für den Weißkohl und die Zwiebeln nehm ich die Küchenmaschine, die reicht vollkommen.“

„Hättest du das nicht gleich sagen können?“ Lag da eine gewisse Gereiztheit in seiner Stimme?

„Man hätte ja auch fragen können, aber wenn du lieber die Muskeln spielen lässt …“ Ich drehte mich zu ihm um, gab ihm einen Kuss auf die Nasenspitze und machte mich dann am Küchenschrank zu schaffen. Der Aufbau des Küchenhelfers war schnell erledigt, Igor konnte nun elektrisch hobeln.

Der Rest der Vorbereitungen verlief nun in geordneter Form, auch konnte man die Küche langsam wieder als Küche erkennen. Als wir um viertel nach drei im Wagen saßen und zu den Reichenbachs fuhren, fluchten meine beiden Männer immer noch wie die Rohrspatzen. Das man von Rühren und Obst- und Gemüseschneiden Muskelkater kriegen kann, war beiden bis dato unbekannt.

Igors Eltern wohnten im Norden, an einer der Hauptausfallstraßen unseres Städtchens. An ihrem Haus bin ich schon hunderte Male vorbeigefahren, kein Wunder, lag es doch auf dem Weg zu meiner Steuerberaterin. Der guten Martina Rossmann würde ich in den nächsten Tagen auch noch einen Besuch abstatten müssen, neben der Steuer musste die Bilanz erstellt werden.

Ich war leicht verwundert, das Hinweisschild zur Kleingartenanlage „Zum Kohlelager“ sah ich, als Igor nach der ersten Bahnunterführung den Blinker setzte und rechts abbog. „Wohnen deine Eltern in einem Schrebergarten?“

Er schüttelte den Kopf. „Nein! Wir teilen uns nur die Zufahrt.“

Als er den Wagen in der Einfahrt abstellte, lichtete sich meine Irritation. Ich dachte bisher, dass das rote Backsteinhaus, das man von der Straße aus sehen konnte, das Vereinsheim der Gartenfreunde wäre, aber es war Igors Elternhaus: Man lernt ja nie aus.
Wir wurden augenscheinlich schon erwartet, der kleine Paul kam uns lärmend entgegen gelaufen. Allerdings galt sein Schreien nicht uns, er war vielmehr auf der Flucht vor seiner Schwester. Die kleine Christina stürmte hinter ihm her, als sie uns sah, hielt sie inne und wandte sich in einer Mischung aus Wut und Tränen an meinen Russen. „Onkel Igor hilf mir! Paul hat mir meine Puppe geklaut!“

Der Trainer nahm die kleine auf den Arm, streichelte ihr über den Kopf. „Keine Angst! Wir werden den Dieb schon fangen!“ Sie machten sich auf, den Flüchtenden zu suchen.

Marvin blickte mich an und grinste. „Paul spielt mit Puppen? Ob der auch schwul wird? Soll ja angeblich vererbbar sein, hab ich letztens noch in der Zeitung gelesen!“

Ich schüttelte mit dem Kopf. „Woher weißt du, dass Paul mit Puppen spielt? Davon hat sie kein Wort gesagt!“

„Aber …“ Er zuckte mit den Schultern.

„Nichts aber! Wir wissen nicht, wieso er mit der Barbie oder was das war, weggerannt ist. Vielleicht hat sie ihn vorher damit gehauen oder sie permanent auf seine Eisenbahn gesetzt und der Zug ist entgleist! Man soll nicht immer zu schnell ein Urteil fällen, mein Großer! Außerdem …“

Er blickte mich fragend an. „Außerdem was?“

„Seit wann liest du wissenschaftliche Magazine? Oder beschäftigt sich neuerdings dieses komische Wasserball-Magazin mit dem Thema?“ Die Ironie in meiner Stimme ließ ihn die Augen verdrehen.

„Splash ist kein komisches Magazin! Das stand vor zwei Wochen in der Bild-Zeitung.“

Ich musste grinsen. „Aus diesem hoch wissenschaftlichen Magazin ziehst du also deine Erkenntnisse! Sehr interessant, mein Lieber! Sehr interessant! Aber glaube mir mal, nicht alles, was in der Zeitung steht, muss zwangsläufig auch der Wahrheit entsprechen; Gerade bei diesem Blatt habe ich da so meine gewisse Zweifel.“

Er wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, aber Igors Rückkehr, seine Nichte auf dem Arm, seinen Neffen an der Hand, verhinderte eine Diskussion um den wissenschaftlichen Tiefgang dieses Erzeugnisses aus dem Hause Springer. „Wieso steht ihr noch draußen? Lasst uns reingehen, drinnen ist es wärmer als hier!“

Eine wohlige Wärme, gepaart mit den typischen Weihnachtsgerüchen, schlug uns entgegen, als wir das Haus durch den Windfang betraten. Den Flur konnte ich durch meine beschlagene Brille erst nur schemenhaft wahrnehmen, aber auch der zweite Blick, diesmal ohne Augengläser, bestätigte den ersten Eindruck: Es wirkte alles überladen, fast wie in einer zu voll gestellten Puppenstube.
Irgendwie schaffte es Igor, nachdem er sich der Kinder entledigt hatte, für unsere Mäntel einen Platz an der überquellenden Garderobe zu organisieren. Er deutete auf eine Tür, die, wie sich kurz später herausstellte, in die Küche führte. Dort befanden sich die beiden weiblichen Mitglieder der Familie Reichenbach, Wilhelmine und ihre Schwiegertochter Ilonka. Besagte Damen waren mit den letzten Vorbereitungen für das gemeinsame weihnachtliche Kaffeetrinken beschäftigt und nahmen uns gar nicht wahr.

Mein Russe räusperte sich. „Mamutschka, wir sind da!“

Die Frauen drehten sich um und kamen mit einem Lächeln auf den Lippen auf uns zu. Der einfachere Teil der Begrüßung fand also in der Küche stand. Meine Schwägerin begrüßte mich mit Wangenkuss, Mutter Wilhelmine erdrückte mich fast, als sie mich umarmte. Ihrem Sohn erging es nicht viel besser, aber er kannte, im Gegensatz zu mir, ja die Gewohnheiten seiner Mutter und konnte entsprechend die notwendigen Muskeln anspannen. Marvin, in der Küchentür stehend, grinste. Allerdings währte sein Lachen nur so lange, bis ihm die gleiche körperliche Nähe von Igors Mutter zuteil wurde. In dieser Familie galt wohl gleiches Recht für alle.

Der Empfang durch die männlichen Mitglieder der Familie Reichenbach fiel dagegen, sagen wir, etwas gehemmter aus. Zwar tätschelte mir Igors Vater bei der Begrüßung den Oberarm, eine durchaus freundschaftliche Geste; Alexander, sein Sohn, jedoch ließ meine Rechte schon nach der Hälfte eines Wimpernschlages wieder los, als ob meine Extremität mit Pestilenz, Krätze oder sonstigem Aussatz behaftet wäre.
Ilonka hatte die Szene augenscheinlich beobachtet. Als sie mit der Kaffeekanne in der Hand ins Zimmer kam, warf sie ihm erst einige böse Blicke zu, auf dem Rückweg tuschelte sie ihm etwas ins Ohr, aber außer einigen Zischlauten verstand Mutters Sohn nur Bahnhof.

Die Gespräche an der Kaffeetafel waren eher trivialer Natur, es blieb, wie in den meisten Familien zu solchen Anlässen üblich, beim Austausch von weihnachtlichen Belanglosigkeiten; Scheinbar gibt es zum Fest der Liebe nichts Wichtigeres als Fragen nach Essen, Geschenken und Gottesdiensten. Jeder tat interessiert, aber richtig zuhören wollte keiner, es plätscherte halt so vor sich hin.

Dementsprechend gelangweilt nahm ich auch die Frage von Igors Vater wahr, als er sich bei Alexander nach dem Verlauf des Weihnachtsgeschäftes erkundigte. Wie jeder normale Kaufmann dieser Welt stöhnte er, aber Gegensatz zu vielen seiner Kollegen nannte auch einen Grund: fehlender Parkraum vor seinem Geschäft und unzureichende Lagerkapazitäten. Mit dem ersten Problem hatte ich zwar auch zu kämpfen, aber der Anteil an Laufkundschaft war bei mir jedoch erheblich kleiner als der in seinem Supermarkt.

„Ich würde ja gerne erweitern, aber das klappt leider nicht!“ Er klang ziemlich resigniert.

„Und woran scheitert es?“ Mein Interesse an seinem Problem war zwar nicht allzu groß, aber diese Materie gefiel mir erheblich besser als die Kleidungsmissgeschicke einiger Damen im gestrigen Gottesdienst, an dem wir sowieso nicht teilgenommen hatten und die gerade Gesprächsthema bei Tisch waren.

Er zuckte mit den Schultern. „Nun, Stefan, ich brauche, um meine Pläne zu verwirklichen, noch das Nachbargrundstück, aber der Besitzer weigert sich, sein Haus zu verkaufen.“

Ich grinste. „Der Besitzer kann auch nicht verkaufen, das kann nur der Eigentümer. Also! Wem gehört das Stück Land, das du brauchst?“

„Das Eckhaus, um das es geht, gehört der evangelischen Kirche.“ Wieder dieses Schulterzucken.

„Tja, mein Lieber, da hast du Pech, die Kirche darf ohne triftigen Grund kein Land verkaufen. Aber …“

„Das ist es ja!“ Eine gewisse Gereiztheit in seiner Stimme war zu vernehmen. „Aber was?“

„Aber die Kirche darf tauschen.“

Er blickte mich an wie der ungläubige Thomas. „Tauschen?“

Ein Lächeln umspielte meine Lippen. „Ja! Tauschen! Biete ihnen einfach ein gleich- oder noch besser – ein höherwertiges Haus an und erklär ihnen die Sachlage. Am günstigsten kriegst du Häuser in einer Zwangsversteigerung, die gehen oftmals für weniger als die Hälfte des Wertes über den Tisch. Mit wem von der Kirche hast du denn gesprochen?“

„Mit dem Verwalter von denen, einen gewissen Herrn Schwach, der schickte mich zu seinem Boss, Hillebrandt oder so ähnlich. Der sagte, man verkaufe nicht in 100 Jahren.“

Ich blickte ihn ernst an. „Das ist klar. Die Kirche hat ihre Wohnungsverwaltung bei uns im Städtchen seit zwei Jahren nämlich ausgelagert, die macht jetzt ein ganz normaler Immobilienmensch, der damit sein tägliches Brot verdient. Dass der an einem Verkauf nicht interessiert ist, ist klar wie das Amen in der Kirche. Wenn du willst, dann ruf mal nach den Feiertagen Walter Kreienbaum an. Das ist der Leiter der Liegenschaftsabteilung des Kirchenkreises und …“

„Auch einer von euch … ?“ Klang das leicht abfällig?

„Er gehört zwar zur Familie, aber ich kann dich beruhigen: Walter ist – bzw. war – ein Cousin meiner Mutter. Soll ich ihn mal für dich anrufen und die Sache anleiern?“ Man mag es kaum glauben: Ich kenne auch heterosexuelle Männer, mit einigen dieser Spezies bin ich sogar verwandt.

„Das würdet du machen?“

Ich nickte. „Warum nicht? Ich kann dir ja nur die Tür aufmachen, eintreten musst du schon selber! Kleiner Tipp noch: Wenn du bei ihm gute Karten haben willst, lade ihn zum Eisbeinessen ein, seine Frau bevorzugt seit Jahren nämlich die leichte, kalorienarme Küche, sehr zu seinem Leidwesen.“

„Danke dir für den Hinweis …. Schwager!“

Sollte das Eis tatsächlich gebrochen sein? Ich schaute ihn verdutzt an. Igor schien es ebenso zu ergehen, denn die Kuchengabel, die er gerade noch in der Hand gehabt hatte, fiel unsanft auf den Teller. „Brüderchen! Hab ich das gerade richtig gehört? Du sagst ‚Schwager‘ zu Stefan?“

„Ja, was denn sonst? Er gehört doch zu dir, oder? Und er scheint ein ganz vernünftiger Typ zu sein! Also, ich … ähm … ich … ich hab nichts gegen ihn!“ Sein Blick wanderte suchend zu seiner Gattin, die zufriedenstellend grinste und wohlwollend nickte.

„Aber Bruderherz! Du bringst mich gerade auf eine Idee.“ Er wandte sich von Alexander ab, drehte sich zu mir und ergriff meine Hand. „Stefan, Schatz, könntest du dir eventuell vorstellen, tatsächlich, als ich meine wirklich, Alexanders Schwager zu werden?“

Mir fiel nicht nur der Löffel, sondern gleich die ganze Tasse aus der Hand. Ich blickte ihn fragend an. „Engelchen? War das gerade so etwas wie ein Antrag?“

Igor setzte seinen unnachahmlichen Dackelblick, dem man sowieso nicht widerstehen konnte, auf und hauchte nur: „Wenn du so willst: Ja!“

Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf. Ich und heiraten? Eine feste Bindung ist Okay! Aber gleich eine Hochzeit? Daran hatte ich noch keinen Gedanken verschwendet. Wie lange kannten wir uns jetzt? Drei oder vier Monate! Kann man so etwas nach so kurzer Zeit entscheiden? Anscheinend konnte man es, denn ich war selbst über mich erstaunt, als ich ein „Ja!“ aus meinem Mund hörte.

Zunächst herrschte noch Stille, aber als Igor mich dann küsste, brach ein regelrechter Tumult aus, jeder – besonders die Damen – sprach durcheinander. Man verzeihe mir, aber den genauen Wortlaut der anschließenden Kommunikation kann ich leider nicht mehr exakt wiedergeben, dafür war das babylonische Stimmengewirr einfach zu groß, ich nahm nur noch Wortfetzen wie Blumenkinder, Trauzeugen, Hochzeitskutsche, Torte und Flitterwochen wahr. Es war Peter, Igors Vater, der das Ganze mit einem Ausruf, der nach PAX (also Frieden) klang, beendete.

Der alte Herr erhob sich, grinste über beide Backen und schaute mich an. „Stefan, mein Lieber! Normalerweise macht ja der Mann den Heiratsantrag, aber dir scheint es nicht besser zu gehen als mir damals, als mich meine Wilhelmine auf dem Tanzfest in unserem Dorf mehr oder minder überrumpelte. Was sollen wir machen? Wir können uns einfach nur in das Schicksal fügen, es wird schon gut für uns sorgen! Auch wenn du selber nicht gefragt hast, so gebe ich dir meinen Sohn gerne, denn ich weiß, du wirst ihm immer gut sein! Und jetzt, Alexander, hohl den Wodka, aber den Guten! Wir haben eine Verlobung zu feiern!“

Es wurde ein sehr, sehr lustiger Nachmittag. Ich glaube, Peter Reichenbach war mehr als enttäuscht, als seine Frau ihm die dritte Flasche des Wässerchens energisch aus der Hand nahm und ihn an dem morgigen Gottesdienst erinnerte. Ich hingegen war Mama Mine mehr als dankbar, denn ein weiteres Glas hätte mich sicherlich an den Rand eines Deliriums gebracht. Gut, ich spucke zwar auch nicht ins hinein – schon gar nicht in guter Gesellschaft – aber normalerweise nehme ich Schnaps auch nicht ex und dann auch aus Wassergläsern zu mir.
Die Kaffeetafel, die man mittlerweile getrost wohl eher als Wodkarunde hätte bezeichnen können, wurde gegen kurz nach sechs aufgehoben. Wir sollten zwar noch zum Abendessen bleiben, aber Igors Mutter nahm es uns – Gott sei Dank – nicht übel, dass wir andere Pläne hatten. Das familiäre Beisammensein war ja nicht von langer Hand geplant, es kam ja eher zufällig zustande.
Marvin kriegte Besuch: Er und Benny – wieder einmal sein Logiergast – wollten die neue Playstation einweihen und am nächsten Morgen als Kellner fungieren. Auch wir, Igor und ich, hatten Gäste: Manuel hatte sich mit seinem neuen Freund, einem Franzosen namens Cedric de Boussières, quasi selbst eingeladen. Angeblich hätte er einen Auftritt in einer Weihnachtsmatinee, deshalb sagte er am Telefon für den zweiten Feiertag ab. Aber ich vermute mal, der wahre Grund war ein anderer, für ihn waren die Leute, die kommen würden, einfach zu bodenständig und zu provinziell.

Auf der Rückfahrt zur Ludwigstraße tuschelten meine Lieben irgendetwas, genaues verstand ich, der ich hinten saß, leider er nicht. Die Fahrt nahm ich eh nicht so richtig wahr, Schilder und Laternen, Ampeln und Häuser zogen an meinen Augen vorbei, wurden aber nicht im Detail registriert. Aussetzen hätte man mich nicht dürfen! Es war wohl doch ein winziger Zentiliter des Destillats zu viel gewesen, den ich mit Schwiegerpapa geleert hatte.

Daheim verzog sich jeder erst einmal in seine Räumlichkeiten, Igor in sein Arbeitszimmer, Marvin in seine Chill-Out-Zone. In Ermangelung einer eigenen Rückzugsmöglichkeit in der Wohnetage trabte ich in die Küche und machte mir erst einmal einen doppelten Espresso, irgendwie musste ich ja wieder nüchterner werden.
Während der schwarze Trank vor mir seinen Geruch verbreitete und ich ihm beim Abkühlen beobachtete, nahm ich das geschäftige Treiben im Rest der Wohnung nur mit halbem Ohr wahr. Irgendwie war ich wie weggetreten. Ob das nun an Igors Antrag oder den folgenden, hoch geistigen, Getränken oder einer Mischung aus Beidem lag, lasse ich einmal dahingestellt. Ich schreckte auf jeden Fall aus meiner versunkenen Gedankenwelt hoch, als Marvin plötzlich in der Tür. „Du bist ja noch gar nicht angefangen!“

Ich blickte meinen Neffen an. „Soviel ist ja auch nicht vorzubereiten! Außerdem habe ich ja zwei Küchenhelfer, die mich ja wohl tatkräftig unterstützen werden.“

Der Kleine schüttelte den Kopf. „Nur einen! Igor ist gerade eben noch mal gefahren. Er meinte, er müsse noch was besorgen!“

Ich zuckte mit den Schultern. Für das Essen hatten wir alles da, also was sollte er noch organisieren? Es war Feiertag und die Läden hatten geschlossen. Männer! „Wenn das so ist, wir schaffen das auch alleine! Gehst du bitte mal an den Kühlschrank im Keller und holst das Fleisch hoch, der Braten ist in der Plastiktüte im oberen Fach. Und wenn du eh schon unten bist, kannst du gleich ein paar Flaschen von dem Barolo mitbringen.“

„Alles klar, Steff! Brauchst du sonst noch etwas?“

Ich überlegte kurz und schüttelte dann mit dem Kopf. „Alles andere dürfte da sein, und wenn nicht, ich habe ja meinen Packesel!“ Ich grinste ihn an. „Aber bring zur Vorsicht noch mal zwei Flaschen Olivenöl mit.“

Marvin drückte mir einen Kuss auf die Wange und trottete von dannen. Ich erhob mich widerwillig von meinem Platz und begab mich an die Arbeitsplatte, um mit den Vorbereitungen zu beginnen. Die Utensilien waren schnell parat gelegt und der Römertopf gewässert. Als ich im Badezimmer nach den Einweghandschuhen suchte, war Marvin schon wieder in der Küche.

„Sag mal, wie viel Leute erwartest du? Dass Fleisch reicht für eine ganze Armee! Aber wozu brauchst du die Knochen?“

Ich grinste ihn an. „Für den Geschmack, mein Lieber! Heute Abend sind wir zu sechst: Manuel mit Freund, du und Benny, Igor und ich. Der Rest ist schon für Morgen, wird als Aufschnitt gereicht, soll ja nicht nur Rühreier und Brot geben!“

„Aha! Der kluge Mann baut vor! Aber was willst du mit den Gummihandschuhen?“

„Die brauch dich gleich für den Knoblauch. Ich will ja nicht, dass meine Finger mehr als nötig stinken. Kannst du schon mal die Kartoffeln schälen?“ Ohne seine Antwort abzuwarten, reichte ich ihm den Eimer mit den Früchten des Nachtschattengewächses.
Während er die Kartoffeln von ihrer Hülle befreite, widmete ich meine ganze Aufmerksamkeit dem Fleisch. Der ausgelöste Kotteletstrang musste mit Knoblauch und Rosmarin gespickt werden. Die Marinade aus groben Meersalz, Pimentkörner, Salbei und dem Rest der Knolle des Allium sativum harrte ebenfalls noch ihrer Herstellung, um dann kräftig einmassiert werden. Der Schwimmer summte und schnitt vor sich hin, ich blieb still und mörserte.

Plötzlich herrschte eine angespannte Stille, er hatte aufgehört zu summen. „Und du willst wirklich?“

Aus Schreck ließ ich den Stößel in den Mörser fallen und drehte mich um. „Was?“

„Igor heiraten!“ Ich blickte in schelmisch dreinschauende Augen.

Worauf wollte er hinaus? Gut, mein Ja zu Igors Antrag war zwar etwas überstürzt, aber ich war mir sicher, die richtige Antwort gegeben zu haben. Irgendwie hatte ich bei meinem Russen ein sehr, sehr gutes Gefühl. Ein Gefühl, das ich bei Manuel in den sechs Jahren unserer Beziehung nicht annähernd gehabt hatte.
Der Tanzlehrer und ich hatten – im Nachhinein betrachtet – eigentlich nie eine normale Beziehung geführt; es war gerade diese viel beschworene Normalität, die unserer Partnerschaft ein jähes Ende setzte. Als wir uns damals in München bei Werbeaufnahmen für einen Autokonzern kennen- und lieben lernten, kam er gerade aus seiner ersten Entziehungskur. Er fing gerade wieder an, Fuß zu fassen, da starb meine Mutter und das Theater mit meinem Vater begann. Als ich dann einigermaßen wieder klar denken konnte, drohte ihm das Aus seiner Tanzkarriere: Motorradunfall mit Trümmerbruch des rechten Oberschenkels; Kur, Reha, Physiotherapie. Er wurde ziemlich depressiv, nahm wieder diesen kleinen, weißen Pillen, die zwar Hilfe versprechen, aber keine wirkliche Unterstützung leisten! Gerade aus dem Sanatorium entlassen nahmen wir an der Beerdigung meines Vaters teil und zogen kurze Zeit später in die von ihm so gehasste Provinz, ich übernahm ja auf Drängen meines Bruders das elterliche das Geschäft.
Als endlich – zum ersten Mal in all den Jahren – alles in geordneten Bahnen zu laufen schien, die Wohnung umgebaut und der Laden wieder ans Laufen kam, tja, da verließ er mich. Er packte eines stillen Tages, ohne es großartig vorher anzukündigen, einfach seine Koffer und ging durch die Tür ohne Adieu zu sagen! Naja, einen Abschiedsbrief hinterließ er mir dann doch schon, aber viel zu lesen gab es darin allerdings nicht: Die Provinz würde ihm den Atem rauben und er bräuchte die Freiheit und das Licht der Großstadt. Das waren sechs Jahre meines Lebens!

„Erde an Stefan!“ Seine Stimme katapultierte mich wieder in die Realität zurück.

Ich zuckte mit den Schultern. „Sorry, ich war gerade ganz woanders!“

„Das habe ich gemerkt, Onkelchen! War die Frage so schlimm?“

„Welche Frage?“

Er grinste. „Die nach der Hochzeit!“

Ah, da waren wir! Ich schüttelte mit dem Kopf. „Nein! Ich liebe Igor und ja, ich kann mir sehr gut eine Zukunft mit ihm vorstellen. Ich hätte nur nicht gedacht, dass die Frage so schnell kommt, wie sie jetzt kam, und unter uns gesagt, ich wäre es gerne gewesen, der sie ihm gestellt hätte.“

Er blickte mich fragend an. „Ist das nicht egal?“

Ich zuckte mit den Schultern. „Eigentlich schon, aber …“

„Aber was? Stört es dich etwa, dass er dir den Antrag gemacht hat?“ Er blickte mich fast wütend an. „Das kann doch jetzt wohl nicht wahr sein! Stefan Rüdiger Plange, ich hätte nicht gedacht, dass du so was von antiquiert bist!“

Ich hatte Fragezeichen in den Augen. „Ich bin antiquiert?“

„Anders kann ich das nicht nennen! Die klassische Variante, also Mann fragt Frau, scheidet bei euch Zwei ja wohl aus!“ Er räusperte sich. „Du fickst Igor und Igor fickt dich! Und sag jetzt nichts Falsches, ich kann eure Stimmen schon noch unterschieden. Ihr stöhnt ja laut genug, wenn ihr einmal angefangen habt, Golf zu spielen, oder wie nennt man das Einlochen?“

Ich kam mir vor wie der ertappte Sünder. „Ähhh …“

„Und der Ältere fragt den Jüngeren? Stefan! Wie oft soll ich dir noch sagen, du bist nicht alt? Die Einstellung ist Schnee von gestern! Und da der Jüngere diesmal den Älteren gefragt hat, wird der Jüngere ja wohl kaum dem Älteren so schnell wieder von der Fahne gehen, oder?“

Woher hat die Jugend diese Logik? Ich war mehr als verwundert, stotterte fast. „Du hast also nichts dagegen, wenn Igor und ich …?“

Er grinste mich breit an. „Nö, nicht im geringsten! Allerdings habe ich eine kleine Bedingung!“

„Welche?“

Marvin lachte mich an. „Ich werde kein Blumenkind! Den Part musste ich damals bei Mama und Papa übernehmen und das hat mir schon gereicht!“

„Keine Angst, dass brauchst du auch nicht. Paul und Christine sind in der Rolle wohl erheblich besser geeignet.“ Ich grinste ihn an. „Aber trotzdem wirst du eine Sonderrolle einnehmen!“

Marvin blickte mich fragend an. „Eine Sonderrolle?“

„Yepp, als mein Trauzeuge wirst du neben mir stehen!“

Er ließ die Kartoffel, die er gerade in der Hand hielt, fallen, stand auf und kam auf mich zu. Er umarmte mich und leckte mich fast ab, so jedenfalls kam mir sein Kuss vor. „Stefan! Onkelchen! Du kriegst von mir die beste Junggesellenabschiedsparty, die die Welt je gesehen hat!“

Er hatte wohl zu viele amerikanische Filme gesehen. Der Junggesellenabschied ist ja eine Tradition aus England, dort bekannt als Stag Night. Wenn mich nicht alles täuschte, wurde er früher beim Vater des Bräutigams abgehalten, um auf das Genaueste zu prüfen, ob der angehende Gemahl sich auch mit seinen ehelichen Pflichten auch auskennt. Einen Vater hatte ich ja nicht mehr und die ehelichen Pflichten? Naja, es war der Gedanke, der zählte, und dafür war ich ihm dankbar.
Während wir da so eng umschlungen standen, rumpelte es an der Haustür, die dringend mal wieder einer Ölung bedurfte. Das konnte ja nur mein künftiger Gemahl sein, denn alle anderen engeren Familienmitglieder, zumindest die, die auf dem europäischen Kontinent weilten, waren ja schon anwesend.

„Jemand zu Hause?“

Marvin blökte mir ins Ohr, ich kriegte fast einen Hörsturz. „Wir sind in der Küche!“

Im Flur waren Schritte zu hören, aber irgendetwas stimmte nicht, es waren mehr als zwei Füße. Mein Russen streckte den Kopf durch die Tür. „Ihr seid schon mit den Vorbereitungen angefangen? Schatz, sei mir bitte nicht böse, dass ich nochmal weg war, aber ich musste noch was Wichtiges erledigen. Kann ich euch was helfen?“

Ich blickte ihn an. „Ja, du kannst schon mal den Tisch für sechs Personen decken!“

„Ah! Engelchen …“ Er druckste herum.

Ich blickte ihn an. „Ja?“

„Reicht das Essen auch für zwei Personen mehr?“

Marvin übernahm die Antwort für mich. „Du kennst doch deinen Mann! Wer kommt denn noch?“

„Mein Trauzeuge und ein Überraschungsgast.“ Er tat ziemlich geheimnisvoll.

„Und wer sind die beiden?“ Mein Neffe konnte seine Neugier mal wieder nicht zügeln, aber neugierig war ich auch.

Ein schelmisches Grinsen war auf seinem Gesicht zu sehen. „Ich habe Murat gefragt und er übernimmt den Job, hab ihn gleich mitgebracht.“ Hinter meinem Russen tauchte unser türkischer Freund auf.

„Hallo Murat, schön dich zu sehen!“ Ich ging auf ihn zu und umarmte und herzte ihn. „Du bringst mich aber jetzt in Schwulitäten! Das Essen ist eher haram statt halal!“

Seine tiefbraunen Augen lächelten mich an. „Stefan! Ich komme sowieso nicht ins Paradies. Ich werde Trauzeuge auf einer schwulen Hochzeit! Das ist schon schlimm genug, da kommt es auf den einen Verstoß gegen die vorsintflutlichen Ess-Rituale nun wirklich nicht mehr an!“

„Stimmt auch wieder! Nimm Platz!“ Ich deutete auf einen Stuhl. „Dann können die Trauzeugen beim Kartoffeln schälen ausdiskutieren, wer von ihnen der Groomsman und wer die Maid of Honor ist!“

Zwei Augenpaare blickten mich fragend an, nur Marvin lachte über beide Backen. Anscheinend hatte er im Englischunterricht aufgepasst. „Der Groomsman bin ich ja wohl! Das hat Papa Peter, dein Schwiegervater in Spe, lieber Steff, ja mehr als deutlich gemacht!“

Ich grinste und widmete mich dem Speckmantel, damit der Braten in der Röhre nicht so friert, der Ofen war ja nur auf 160° vorgeheizt. Nach anderthalb Flaschen des Olivenextraktes schwamm er quasi in Öl. Ich war zufrieden mit mir und meinem Werk, als ich den Römertopf in die Röhre schob. Ich drückte Murat, der bis dahin beschäftigungslos dasaß, ein Messer in die Hand. „Die Kartoffeln bitte einmal auf die Hälfte schneiden und dann mit den Knochen auf die Fettpfanne, das gibt dann die Beilage. Danke dir, mein Lieber!“

„Quer oder längs?“

„Egal, die Stücke sollten so knapp Daumendick sein. Wie du das anstellst, ist mir relativ Banane.“ Ich strich ihm durchs Haar, er legte den Kopf in den Nacken und schnurrte wie eine Katze. „Dann mal viel Spaß, ich bin mal kurz bei Igor.“

Meinen Gatten fand ich im Wohnzimmer vor, wo er versuchte, den Tisch zu decken. Er blickte mich fragend an. „Soll ich den Tisch ganz aus ziehen oder reicht eine Hälfte?“

Ich zog ihn an mich und umarmte ihn. „Schatz! Es kommen nur ein paar Freunde zum Essen und wir geben kein Staatsbankett! Eine Hälfte reicht vollkommen, denn bei vier gegen vier müssten wir uns auch noch Gedanken um die ich Tischordnung machen, dann doch lieber eng und ‚bunte Reihe‘, oder?“

Seine Lippen suchten die meinen. „Du bist ein Engel! Ich weiß wohl, wie man zwei Mannschaften im Sportunterricht fast gleich stark zusammenstellt, aber eine Tischordnung? Da muss ich echt passen! Wenn ich da an unsere Hochzeit denke, wir mir ganz … anders!“

Ich blickte ihm tief in die Augen. „Wieso?“

„Na, der gesamte Formalkram: Kleidung, Gästeliste, Tischordnung, Speisefolge, …“

„Schatz! Wir müssen uns nur über das Wie klar werden!“ Ich lachte ihn an.

Er schaute mich irritiert an. „Wie meinst du das denn jetzt?“

„Ganz einfach! Das Wann steht ja wohl fest, nämlich nach deinen ganzen Prüfungen. Ich würde sagen irgendwann im Mai, da ist das Wetter auch besser! Man kann ja mal den 17.5. ins Auge fassen, so als Reminiszenz an die Schwulenbewegung – von wegen § 175. Wo wir uns verpartnern, ist ja auch wohl klar! Nämlich hier! Du bist hier in unserem Städtchen groß geworden, ich bin hier geboren und aufgewachsen, also ein anderer Ort? Wohl eher nicht! Die einzige Frage, die es jetzt zu beantworten gilt, ist also nach dem Wie! Ob groß oder klein.“

„Große Runde oder kleiner Kreis? Alles eine Frage des Geldes!“ Er schien ziemlich resigniert.

„Engel! Darum mach dir mal keine Sorgen. Meine Großmutter hat für meinen Bruder und mich kurz nach unserer Geburt ein Sparbuch für genau diesen Zweck mit 10.000 Mark festgelegt. Da müssten jetzt eigentlich über 20.000 Euros drauf sein, hab es bis jetzt ja nicht gebraucht! Und wenn das nicht reichen sollte, dann verkaufen wir halt das Ereignis an irgendeinen Privatsender. Es gibt ja genügend Hochzeitsshows in der Flimmerkiste!“ Ich grinste ihn an.

Endlich ein Lächeln auf seinen Lippen! „Du meinst also: Was Gülcan oder diese bekloppte Sängerin kann, können wir auch?“

„Yepp, das meine ich! Für das ganze Drum und Dran engagieren wir Henrik, der hat ja Hochzeiten zu seinem Beruf gemacht, außerdem schuldet der mir mehr als einen Gefallen!“ Unser Kuss wurde durch ein Klingeln unterbrochen.

Ich machte mich auf den Weg zur Tür und blickte auf die Uhr, das konnte eigentlich nur Benny sein. Tatsächlich stand der Torschwimmer kurze Zeit später mit zwei vollen Sporttaschen bewaffnet vor mir. Nach einer Umarmung im Flur schüttelte ich mein Haupt. „Benny, willst du hier einziehen?“

„Nö, aber wenn ich schon zwei Tage bleibe, … hab sogar meinen eigenen Bademantel mit, falls wir in die Sauna gehen! Aber erst einmal: Herzlichen Glückwunsch zur Verlobung!“ Er küsste mich auf die Wange; Der Buschfunk funktionierte mal wieder bestens!

„Danke dir. Aber nun leg erst mal ab und bring deine Sachen in Marvs Zimmer. Igor ist im Esszimmer und Marvin in der Küche.“

Er bückte sich, nestelte an einer der Taschen und beförderte einen alten, teuer aussehenden Sherry zu Tage. „Hier! Ist zwar nicht viel, aber mit den besten Grüßen von Mama und Papa!“

„Äh! Danke!“ Diesmal küsste ich ihn.

„Ähem, was muss ich denn da sehen? Kaum drehe ich dir den Rücken zu und schon küsst du fremde Knaben! Frohes Fest, Benny!“ Igor war zu uns gestoßen.

„Dir auch, Trainer! Und meinen herzlichsten Glühstrumpf!“ Beide schüttelten die Hände, umarmten sich und auch der obligatorische Kuss erfolgte. So innig hatte ich die beiden noch nie gesehen.

Marvin hatte anscheinend seinen Freund gehört, denn auch er tauchte im Flur auf, um Benny, der immer noch im Wollmantel steckte, zu begrüßen. Das Zeremoniell fiel ähnlich aus wie bei uns, allerdings erfolgte der Kuss direkt auf die Lippen. Ob aus den beiden doch noch ein Paar wird?
„Kinder, wir haben noch genug zu tun! Igor, ist der Tisch schon fertig? Marv, wie sieht es in der Küche aus? Alle Kartoffeln geschält? Benny, du verstaust erst mal deine Klamotten! Und nun alle ab an die Arbeit!“ Kann ich resolut sein!

Ich staunte nicht schlecht, die Kartoffeln lagen in Reih und Glied wohlgeordnet um die Knochen gruppiert in der Fettpfanne. Gut, der Rosmarin war zwar etwas ungleichmäßig verteilt, aber man konnte ja nicht alles haben. Ich verteilte den Rest der zwei übrig gebliebenen Zweige und gönnte den Erdprodukten noch eine kurze, aber kräftige, Dusche aus Olivenöl. Marvin war derweil auf der Suche nach zwei Karaffen; der Wein, den Murat inzwischen entkorkt hatte, sollte noch etwas atmen. Ich schaute auf die Uhr, es war Zeit, dem Braten noch einen Aufguss zu gönnen.

Als es klingelte, zuckte ich regelrecht zusammen. Mehr zu mir selbst sagte ich: „Auf in den Kampf!“

Murat grinste mich nur an, sagte aber nichts, als ich an ihm vorbei in Richtung Flur ging, sollte Manuel einmal pünktlich sein? Mein Gatte war allerdings schneller als ich und wartete schon an der Tür. Allerdings stand nicht mein Ex vor selbiger, sondern David. Die beiden begrüßten sich und tuschelten miteinander. Was hatte das zu bedeuten?
„Hallo Ente! Du bist also der Überraschungsgast, den mein Gatte angekündigt hat. Komm rein und fühl dich wie zu Hause.“

Er räusperte sich. „Nee, lass mal. Ich wollte Igor nur kurz was vorbeibringen. Ich will euch und eure Feier ja nicht stören!“

Igor klopfte ihm auf die Schulter. „David, du störst nicht! Außerdem ist es keine Feier, jedenfalls keine offizielle. Hat sich ja heute Nachmittag erst ergeben. Gib mir deinen Mantel und ab ins Wohnzimmer.“

Während er ihm das Kleidungsstück abnahm, ging ich auf meinen alten Schulkameraden zu und breitete die Arme aus. „Nun komm schon, Ente! Stell dich nicht so an wie ein kleines Mädchen, früher konntest du nie genug kriegen!“ Wir umarmten uns kurz.

„Früher waren ja auch andere Zeiten!“ Er klang irgendwie resigniert.

„Ente! Wie sagte Dackel so schön: ‚Tempora mutantur, nos et mutantur in illis‘. So oder so ähnlich!“

„Es heißt: mutamur in illis, du Elch! Wie hast du dein Latinum nur geschafft?“ Ein Lächeln lag auf seinen Lippen!

„Äh, … Ente, Dackel, Elch? Scheint ja eine echt tierisches Penne gewesen zu sein, auf der ihr ward!“ Igor konnte sich kaum vor Lachen halten.

„Wie sprichst du über das altehrwürdige Ratsgymnasium? Stefan, du musst deinem Gatten wohl noch Respekt vor humanistischer Bildung beibringen! Igor, gib es zu: du warst an einer dieser neusprachlichen Schulen!“

Er grinste immer noch. „Stimmt auffallend!“

„Schatz, ich würde sagen, du schenkst erst mal den Sekt ein und lässt dich dann über die tierischen Namen aufklären. Ich hol erst mal den Rest der Mannschaft aus der Küche!“ Ich gab ihm einen Kuss und den Weg zum Wohnzimmer frei.

In der Küche angekommen, atmete ich erst einmal kräftig durch. Murat schaute mich fragend an. „Du lässt deinen Lover mit deinem Ex allein?“

Ich schüttelte den Kopf. „Nein! David ist gerade gekommen, den kenn ich noch aus meiner Schulzeit. War Igors Überraschungsgast …“

Der Türke zuckte mit den Schultern. „Trotzdem! Irgendwie bist du heute anders!“

Ich schaute auf die Uhr. „Findest du?“

„Ja, dir fehlt die Ausgeglichenheit, mein Lieber!“ Er schüttete den Inhalt der Flasche in die Karaffe.

„Aber man kriegt ja nicht jeden Tag einen Heiratsantrag!“ War das gerade ein Versuch, meine steigende Nervosität zu entschuldigen?

„Das ist es nicht! So wie Igor es mir erzählt hat, wusstest du genau, was du tatest! Wenn du mich fragst, mein Lieber, bist du mehr als nervös, denn gleich wird der neue Mann in deinem Leben auf seinen Vorgänger treffen. Das ist schon unter normalen Umständen nicht einfach, aber bei dir?“

Ich blickte ihn irritiert an. Was wollte er sagen? „Ja? Was ist bei mir anders?“

„Dein Aktueller hat dir nach drei Monaten einen Antrag gemacht, den du auch angenommen hast. Du gehst jetzt eine feste Bindung ein! Mit deinem Ex waren es sechs Jahre und wenn man euer Ende betrachtet, war der Zusammenhalt nicht gerade fest. Wenn das nicht zu einem Gewissenskonflikt führt, weiß ich es auch nicht!“

Himmel! Erst Marvin und jetzt Murat! Er hatte ja Recht, aber was sollte ich denn machen? Ich war ratlos! „Und was rät mir der Weise aus dem Morgenland?“

„Wer die Schlüssel zum Serail wegwirft, darf sich nicht wundern, wenn der Pascha eines Tages die Schlösser auswechselt!“

„Der Spruch ist gut! Mehr als gut!“

Er schüttelte den Kopf. „Danke, der ist auch von mir! Aber mach dir mal keinen Kopf um das, was der Typ, der dich verlassen hat, denkt oder vielleicht denken könnte! Manuel ist Schnee von gestern! Du bist jetzt mit Igor zusammen und das ist gut so. Der Russe hat seine Chance genutzt und was kann der Spanier jetzt außer einer theatralischen Szene schon groß machen? Nichts!“

„Stimmt, er kommt ja mit seinem neuen Freund!“

„Und dann machst du dir Sorgen? Stefan! Du bist einfach nur blöd, dass du dir solche Gedanken machst!“ Er umarmte mich und ich fühlte mich geborgen.

„So langsam kriege ich Hunger!“

Ich löste mich aus der Umklammerung und schaute auf die Uhr, was mir wieder einen bösen Blick einbrachte, den ich aber gefliesten ich übersah. „Stimmt, es wird Zeit an das Essen zu denken, wir haben ja Gäste. Gibst du mir bitte mal das Olivenöl!“ Ich suchte nach einer Schöpfkelle.

Der Türke schaute mich erstaunt an. „Noch mehr Öl?“

Ich nickte. „Das Öl aus dem Römertopf kommt jetzt über die Kartoffeln, das gibt den besonderen Geschmack. Damit das Fleisch aber nicht trocken wird, muss da oben was nachgefüllt werden!“

„Wenn du das sagst!“ Er lachte mich an.

Als wir im Wohnzimmer waren, war auch die Jugend schon, mit Gläsern bewaffnet, anwesend. „Leute! In einer halben Stunde können wir essen.“

Mein Gatte schaute mich an. „Sollen wir nicht noch auf Manuel warten? Er ist doch nicht da!“

Ich zuckte nur mit den Schultern. „Schau mal auf den Tacho! Die beiden sollten eigentlich schon da sein. Da wir unsere anderen Gäste nicht verhungern lassen können …“

„Aber wenn was passiert ist?“

„Also, Schatz, das Haus verfügt über Telefon und mobil kann man mich auch erreichen; Man hätte uns schon benachrichtigt, wenn wirklich …. Außerdem will ich mir den Zeitplan des ersten Abends als angehender Ehemann nicht von meinem Verflossenen diktieren lassen!“

Murat griente. „Darauf würde ich gerne anstoßen, wenn ich ein Glas hätte!“

Mein Gatte schaute erst mich und dann seinen Trauzeugen an und fing an zu lachen. „Ich muss mich wohl erst nach an die neue Rolle gewöhnen. Hier!“ Er reichte uns zwei Gläser und wir stießen auf einen gemütlichen Abend an.

Nachdem Gläserklang blickte er mich an und räusperte sich. „Ich darf mal kurz um Ruhe bitten … Danke … Stefan, es war ja etwas überraschend mit dem Antrag, aber …“

Marvin grinste. „Wem sagst du das? Willst du jetzt einen Rückzieher machen?“

Er schüttelte heftig mit dem Kopf. „Nein, um Gottes Willen, dass will ich nicht! Ich wollte nur etwas … nachholen …, was heute Nachmittag … nicht da war!“ Er griff in seine Hosentasche, beförderte ein Etui hervor und öffnete es. Meine Augen erblickten zwei Ringe! Das war also der Grund, David zu kontaktieren. „Stefan, mein Engel! Nimmst du diesen Ring als Zeichen meiner Liebe und Verbundenheit?“

„Was denkst du denn? Natürlich!“ Wir küssten uns und vergaßen unsere Umwelt.

Er griff meine Hand und wollte mir das Liebeszeichen schon anstecken, aber ich entzog ihm meine Rechte. „Igor, Verlobung links, Ehering rechts!“

„Äh, … ich glaube … ich muss noch viel lernen.“ Er wechselte die Hand und streifte mit das äußere Zeichen unserer inneren Verbundenheit diesmal über den richtigen Ringfinger. Der neuerliche Kuss ging im Applaus der Anwesenden unter.

Unpassender hätte es sich seien können, in diesem Moment klingelte das Telefon. Marvin meinte nur: „Macht ruhig weiter, Leute! Ich geh schon.“

Ich war vollkommen eins mit meinem Russen, vergaß die Umwelt um mich herum, tauchte ein in Meer von Glückseligkeit. Kurze Zeit später stand mein Neffe wieder im Raum, sein Räuspern holte mich in die Realität zurück. „Na, wer war denn am Apparat?“

„Manuel war am Rohr. Er und sein …“ Er zuckte mit seinen Schultern.

„Cedric.“

„Genau der! Manuel wollte Cedric vom Flughafen abholen, der war übers Fest bei seinen Eltern in Paris. Seine Maschine hatte Verspätung und Manu musste warten.“

Igor grinste. „Kann passieren. Weiter.“

„Also: Als er dann endlich gelandet war, war Manuels Wagen abgeschleppt worden. Er hatte in einer Feuerwehrzufahrt geparkt.“

Murat lachte. „Ist mir auch schon passiert! Nicht gerade die billigste Art zu parken!“

„Man hätte sich ja trotzdem melden können!“ David, der Gentleman der alten Schule, hatte gesprochen.

„Das ging angeblich nicht, sein Handy wäre im Wagen gewesen und er hätte deine Nummer nicht im Kopf gehabt.“

Benny Münster meldete sich zu Wort. „Wozu gibt es eine Auskunft? Telefone gibt es doch auch am Flughafen, oder?“

„Wie dem auch sei, es hätte bis jetzt gedauert. Aber, wenn ihr mich fragt, ich glaube nicht, dass die noch kommen!“

„Wieso?“ Igor war neugierig geworden.

„Na, als ich sagte, wir fangen dann schon mal mit dem Essen und der Feier an, da wollte dein Ex wissen, was für eine Feier wir feiern.“

Ich wurde ungeduldig. „Marv, nun lass dir nicht alles aus der Nase ziehen!“

„Ich hab nur gesagt, dass ein paar Freunde da sind, um eure Verlobung zu feiern. Da hat er aufgelegt!“

„Vielleicht Funkloch?“

„Nein, eher nicht. Er hat ja extra noch nachgefragt und ich habe es zweimal wiederholt. Und, du Versicherungsheini, seit wann gibt es auf dem Ruhrschnellweg Funklöcher?“

Tja, lieber Leser, das war die Geschichte, wie Igor mir den Antrag machte. Da ich aber nicht glaube, dass es von weltbewegendem Interesse ist, ob Manuel und sein Cedric noch auftauchten oder ob David uns etwas über die genauen Gründe seines Eremitendaseins erzählte, werde ich hier enden und mich zu meinem Mann begeben, der schon lange im Bett liegt. Angehende Studienräte müssen halt früh raus. *fg
Falls ihr doch wissen wollt, wie es weiter geht, es gibt ja die Antwortmöglichkeit

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