Fotostudio Plange – Teil 20 – Wasserschaden

Wasserschaden

Tja, lieber Leser, unsere Verlobung! Ohne groß ins Detail gehen zu wollen, kann ich euch verraten, sie war lang und ziemlich feucht. Lustig war sie auch, auch wenn es ernste Momente gab. Mit der ganzen Unschuld (oder sollte ich besser Naivität sagen?) seiner Jugend fragte Marvin meinen Freund aus Schulzeiten, warum er denn unbemannt sei. Ich warf meinem Neffen zwar noch einen Blick der Marke ‚Falsches Thema‘ zu, aber David blieb – erstaunlicherweise – ziemlich ruhig. „Stefan, lass ihn. Besser, er erfährt es von mir, als das er auf eines der Gerüchte, die immer noch über Patricks Tod kursieren, hereinfällt.“

Ich nickte, bekam ich doch so die gesamte Geschichte aus erster Hand geliefert. Selbst gefragt hätte ich ihn nicht, dazu war das Thema zu persönlich, wie ich fand.

Der Juwelier räusperte sich. „Tja, eigentlich fing alles mit einer ganz normalen Routineuntersuchung an. Kurz nachdem seine Mutter an Krebs gestorben worden war, fing er an, sich Sorgen zu machen, mein kleiner Altenpfleger. Er hatte richtige Angst! Angst, selber zu erkranken, seinen Vater hat er nie kennengelernt, der hat sich ja noch vor seiner Geburt aus dem Staube gemacht. Jedenfalls er ab zum Arzt und lässt sich untersuchen. Der stellt eine Bronchitis fest und schickt ihn zum Röntgen. Man entdeckt einen sogenannten Lungenrundherd. Könnte Krebs sein, könnte aber auch was anderes sein, also ab in die Röhre.“
Er trank einen Schluck, ehe er fortfuhr. „Bei der PET Untersuchung kommt raus, er hat zwar keinen Krebs, aber …“ Er schluckte. „Diagnostiziert wurde schlussendlich Chorea Huntington, wohl vererbt von seinem Vater. Tja, und das war es dann! Er wusste, wie die Krankheit verläuft, erstens ziemlich qualvoll und zweitens immer tödlich. Und er wollte alles, aber weder sich selber quälen oder anderen zur Qual werden, dazu hat er das Leben viel zu sehr geliebt. Dann ist er allein nach Stuttgart, mir hat er gesagt, er wolle ins Musical, aber …“

Wir schwiegen alle, das Ende war ja hinreichend bekannt. Also war an den Gerüchten wieder einmal – wieso oft – nichts dran. Was wurde nicht alles spekuliert? Angefangen von der Krankheit mit den drei bzw. vier Buchstaben, über Spielschulden oder Päderast kurz vor der Enttarnung bis hin zu der Variante, wonach er in seinem Altersheim ein Todesengel gewesen sein soll und ob seiner Taten nun Gewissensbisse bekommen hatte.
David musste nicht nur den Verlust seines Geliebten verkraften, sondern sah sich auch einer Front aus den wildesten Spekulationen ausgesetzt. Das er da keine Lust mehr auf die oberflächliche Szene hatte, war mehr als verständlich. Aber was hätte er auch machen sollen? Den Gerüchten tapfer entgegentreten und sie entkräften? Hätte wohl nicht viel gebracht, denn wie heißt es doch so schön: Wer sich verteidigt, klagt sich an.
Aber was macht Marvin? Er wiederholt die Frage. Alle Augenpaare blickten ihn fragend an, aber er schüttelte nur seinen Kopf. „Na, das war keine Antwort auf meine Frage.“ Er blickte David an. „Wenn er sich und dich nicht quälen wollte, warum peinigst du dich dann selber?“

Gut, die Frage war zwar nicht gerade pietätvoll, entbehrte aber auch nicht einer gewissen Logik. Der Angesprochene zuckte mit den Schultern, anscheinend hatte er selber keine Antwort parat. „Wer will mich denn noch? Mit der Vorgeschichte? Dreieinhalb Jahre sind zwar eine lange Zeit, aber …“

„Ich hätte da noch einen Studienrat im Angebot!“

Ich blickte Marvin mehr oder minder entgeistert an, wollte er etwa seinen Stufenleiter mit David verkuppeln? Gut, beide waren zwar solo, auch altersmäßig würde es auch passen, aber zu einem Paar gehören immer Zwei. Ich hielt das ganze eher für … naja, nennen wir es jugendlichen Übereifer, Unsinn wollte ich nicht sagen.
Aber manchmal scheint auch eine verrückte Idee von Erfolg gekrönt zu sein. Lars und David standen tatsächlich am nächsten Morgen mehr als einmal dicht beieinander und unterhielten sich mehr als angeregt.

Das Stephanus-Steinigen am zweiten Feiertag bescherte uns, neben vielen Mitbringseln, ein mehr als volles Haus. Auf das Frühstück konnte getrost verzichtet werden, es wurde beim Aufbau des Buffets so an passant eingenommen.
Als um elf die ersten Gäste eintrudelten, waren 40 Brötchen und 20 Croissants bereits aufgebacken. Igor hatte fünf große Beutel Apfelsinen zu frischem Orangensaft verarbeitet, Benny zwei Lagen Eier geköpft und mit Salz, Pfeffer, Chili, Petersilie, französischen Kräutern und einer Flasche Sekt die Rühreigrundmasse hergestellt. Marvin hatte sich des ¼ Rades Gouda angenommen, es aufgeschnitten und mit Weintrauben gespickt. Ich konnte ihn gerade noch davon abhalten, die Häppchen zu einem Käseigel zu formen.
Nachdem ich erst die Buttermischungen (Kräuter, Curry und Knoblauch) hergestellt hatte, schnitt ich einen Beutel Tomaten, drei Paprikaschoten und knapp 20 Zwiebeln in mundgerechte Stücke bzw. letztere in Scheiben. Das Mett musste – Metzger Krutzke sei Dank – nicht mehr gewürzt werden, ich hatte es, noch bevor wir zu Igors Eltern gefahren waren, zum Auftauen aus der Tiefkühltruhe in den normalen Kühlschrank gestellt.
Lars Kaltenbach, Marvin Stufenleiter, der als erster Gast an diesem Morgen klingelte, wurde zum Auseinanderschneiden der drei Dutzend luftgetrockneten Mettwürstchen verdonnert. Wer zu früh kommt, den bestraft auch mal das Leben. Er hantierte dann auch gleichzeitig mit drei Pfannen, um dem ersten Ansturm auf das Rührei Herr zu werden, denn er war der festen Meinung, wir, also Igor und ich, sollten erst einmal gemeinsam die Glückwünsche entgegen nehmen. Um die profaneren Dinge würde er sich kümmern.

Ich kam mir wie in dem Kinderlied: ‚Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh!‘ Nur in unserem Fall waren es unsere Hände und unsere Ringe; und wir hatten insgesamt eine Menge Hände zu schütteln. Alle, die zugesagt hatten, waren tatsächlich gekommen ist, bei verzauberten Männern mehr als ein mittelgroßes Wunder. Auch einige, hinter deren Namen ich ein Fragezeichen auf der Gästeliste gemacht hatte, beehrten uns mit ihrer Anwesenheit, alles in allem bevölkerten so knappe 30 Leute unsere Wohnung, die bei dieser Gästeanzahl an ihre Kapazitätsgrenzen stieß.

Ich staunte nicht schlecht, als ich Sebastian Mahlberg, meinen Webmaster, unter der Gästeschar erblickte. Der wollte doch eigentlich mit seinem Freund Urlaub in der Türkei machen und hatte dementsprechend abgesagt, wenn ich mich recht entsann.
Kennengelernt hatten wir uns vor über einem halben Jahr bei Aufnahmen zu einer Familiengalerie. Daraus entwickelte sich eine lockere, eher geschäftsmäßige Beziehung: er bastelte mir meinen Webauftritt zusammen, dafür machte ich Aufnahmen für eine türkische Coming-Out-Seite, wohl ein Projekt, in das er und sein Freund involviert waren. Ab und an schustert er mir Aufträge zu und ich revanchiere mich entsprechend.
Gelaufen ist bei uns noch nie was, obwohl ich ihn und seinen Freund schon nackt und auch in Aktion geschossen hatte. Das war allerdings während der Aufnahmen zu dieser Selbsthilfeseite für schwule Jungtürken, die Stimmung war damals mehr als erotisch gewesen. Aber das gehört hier jetzt nicht her.
„Sebastian! Was machst du denn hier? Wolltest du nicht mit deinem Servet ist in der Sonne liegen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen?“ Wir umarmten uns.

Er nickte. „Eigentlich schon, aber um gemeinsam am Strand spazieren gehen so können, braucht man zwei Leute. Alleine macht das nicht viel Sinn.“

Ich nickte zustimmend. „Stimmt, aber ihr hattet doch schon alles gebucht? Was ist denn schief gelaufen?“

„Mit der Buchung? Überhaupt nichts! Allerdings ist mein Göttergatte direkt bei der Ankunft in Antalya verhaftet worden. Er hätte sich in der Türkei dem Wehrdienst entzogen und das ist dort strafbar.“

Ich war baff erstaunt. „Äh, am Telefon … sagtest du nicht, er wäre kein Türke mehr?“

Er nickte. „Stimmt, nachdem ihn sein Vater nach seinem Outing rausgeschmissen hat, hat er auf den türkischen Pass verzichtet. Da er aber noch nicht offiziell entlassen worden ist, …“

„Hört sich nach erheblichen Problemen an!“

„Du sagst es! Da ich dort keinen deutschsprechenden Anwalt auftreiben konnte, bin ich gleich wieder zurück und werde am Montag hier juristischen Rat einholen. Meine Schwägerin ist ja im Skiurlaub.“ Er wirkte niedergeschlagen.

„Warte mal! Markus! Olaf! Kommt ihr mal kurz!“ Ich winkte die Zwei, die gerade gemeinsam Igors Hand tätschelten, heran.

„Äh, was … wer?“ Erstaunte Augen blickten mich an.

„Wozu warten? Juristen sind auch hier anwesend! Und was du heute kannst besorgen, …“

„Ja, Mama!“ Endlich ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht. Ich machte die drei Anwesenden miteinander bekannt und verzog mich dann still und leise, denn ich musste ja den Pflichten eines Gastgebers wieder nachgehen, Igor hatte mich gerade zu sich gewunken.

„Schatz, darf ich dir Marcel vorstellen, einen Kommilitone von mir. Zwar nur Biologe, aber dennoch ein netter Mensch.“

„Gerne!“ Ich blickte auf einen blonden Wuschelkopf auf einem athletischen Körper, knapp zwei Meter groß und so vermutlich Mitte 20, graugrüne Augen, niedliche Stupsnase und einen, wie ich fand, unpassenden Goatie. Ich reichte ihm meine Hand zum Gruße. „Hallo! Ich bin der Stefan.“

Als er mich anlächelte, trat ein Grübchen auf seiner rechten Wange zu Tage, was ihn noch sympathischer machte. „Und ich der Marcel, gute Freunde dürfen mich auch Marcy nennen!“

Ich grinste innerlich, er gehörte offensichtlich auch zur Familie. „Und wie soll ich dich dann nennen?“

Er schaute Igor an. „Darf ich?“

Mein Gatte nickte. Was hatte das zu bedeuten „Nur zu. Tu dir keinen Zwang an!“

Er hatte ja noch meine Hand in seiner, also zog er diese nur zu sich und drückte mir einen Kuss auf den Mund auf. „Du nennst mich Marcy, das versteht sich ja wohl von selbst. Schließlich und endlich hast du diesen Knaben …“ Er deutete auf meinen Gatten. „… vor dem größten Fehler seines Lebens bewahrt!“

Ich war sprachlos, was bei mir – zugegeben – eher selten vorkommt. Mein Gegenüber sah wohl die Fragezeichen in meinen Augen. „Dir und einer gewissen Vorliebe – die ich übrigens teile – es ist doch wohl zu verdanken, dass er endlich seinen ach so geliebten Patrick quitt geworden ist. Ich konnte nie verstehen, was dein Spatz an dem Kerl überhaupt gefunden hat, der war einfach nur zum …“
Er steckte sich den Finger in den Hals, anscheinend war das Verhältnis zwischen den beiden nicht gerade das herzlichste und innigste gewesen. Ich kannte besagtes Wesen ja nur aus Erzählungen meines Liebsten, persönlich begegnet war ich ihm nie und – ehrlich gesagt – begierig darauf, dieses zu ändern, war ich eigentlich auch nicht.

Ich griff mir von Bennys Tablett, der gerade an uns vorüber ging, zwei Eierlikör und hielt ein Glas meinem Gegenüber hin. „Also Marcy! Dann lass uns mal Brüderschaft trinken. Schatz, ich darf doch?“ Ich blickte auf meinen Liebsten, der lächelnd nickte.
Nach dem ersten Teil des Rituals erfolgte dessen zweiter Part: der Kuss. Allerdings fiel der anders aus, als erwartet: Seine Zunge forderte begierig Einlass, den ich ihr erst nicht gewähren wollte, aber ein kurzer, neckisch gemeinter, Kniff in meine Seite ließ mich meinen Mund öffnen und somit erreichte er das, was er wohl wollte.

„Stefan Rüdiger Plange! Das ist meine und deine Verlobungsfeier, da kannst du nicht einfach mit x-beliebigen Männern fremdknutschen und das auch noch in aller Öffentlichkeit! Was sollen die Leute denn denken!“ Eifersüchtig war er nicht, dazu lag zu viel Ironie in seiner Stimme.

Ich schaffte es dann doch, mich irgendwie von Marcel zu lösen, und grinste meinen Igor frech an. „Engelchen, ich bin wie Pontius Pilatus: Ich wasche meine Hände in Unschuld. Was kann ich denn dafür, das ich vor deinen Augen von einem deiner Freunde quasi vergenusswurzelt werde und du mir nicht zu Hilfe kommst?“ Die Betonung lag auf den Personalpronomen der zweiten Person Singular.

Mein Russe atmete tief durch und ein Grinsen lag in seiner Stimme. „Ich vergebe dir ja, denn ich weiß, wenn man Marcy mal den kleinen Finger reicht, will sie gleich die ganze Hand haben; war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben. Man sollte sie eigentlich in ein finsteres Verlies stecken und anketten.“

Der Wuschelkopf verdrehte vielsagend den Kopf. „Wenn dieser Kerker in deinem Keller ist, dann gerne, mein Gebieter!“ Er streckte seine Hände, Handgelenk an Handgelenk, in Igors Richtung. „Fessel mich, mein Meister!“

„Später Marcy! Später!“ Der Trainer konnte sich kaum noch halten.

Ich grinste ihn an. „Jetzt sind noch zu viel Leute da, und außerdem …“

„Außerdem was?“

Meine Stimme wurde zu einem Flüstern. „Unsere Sklaven haben kein Recht auf Haare unterhalb der Augenbrauen.“

Marcy griente nur. „Ja, Master Stefan!“

Ein kurzer Blick auf die Uhr erinnerte mich an meine Gastgeberpflichten. Ich wollte Lars in der Küche ablösen, der Gute stand schließlich seit knapp zwei Stunden am Herd. Aber was macht mein Freund aus Studientagen? Er schmeißt mich aus meiner eigenen Küche! Einfach so!
Gut, er und David standen plaudernd am Herd, sie sahen recht vergnügt aus, aber ist das ein Grund, mich mit einer Portion Rührei mehr oder minder vor die Tür zu setzen? Nur mit Müh und Not konnte ich noch ein Brötchen und ein Mettwürstchen greifen, ansonsten wäre ich den Hungertod gestorben.

Wenigstens vertrieb mich niemand während der Nahrungsaufnahme aus dem Esszimmer, mein Gatte leistete mir sogar nach kurzer Zeit Gesellschaft. Aber seinen Gesichtsausdruck nach zu urteilen, war ihm das Gleiche passiert wie mir. „Na, mein Engel, auch der Küche verwiesen worden?“

Er nickte nur und wir lachten. „Marvins Plan scheint ja zu funktionieren, Lars duldet keinen anderen Mann neben sich in der Küche, jedenfalls nicht so lange, wie David neben ihm steht.“

Ich konnte nur zustimmend nicken. „Ob die beiden sich wohl …“

„Wer weiß?“ Igor lachte und führte sich lasziv einem Käsespieß in den Mund und zog in Zeitlupe den Zahnstocher heraus. Ich konnte nicht anders und biss die Hälfte, die herausragte, einfach ab und unsere Lippen vereinigten sich. Aber ungestört konnten wir diesen intimen Moment nicht genießen, plötzlich brandete Applaus auf und Kommentare wie „Na endlich!“ oder „Geht doch!“ waren zu vernehmen.
Wir ließen kurz voneinander ab, schauten erst auf die johlende Menge und dann uns wieder an, zuckten mit den Schultern und küssten uns erneut. Man wird ja nicht immer dazu so höflich und dann auch noch von so vielen Personen zu intimen Berührungen in der Öffentlichkeit aufgefordert.

Marcel prostete uns zwinkernd zu. „Ich finde es toll, wenn meine Herren sich küssen!“

Igor grinste bedächtig. „Dann hole der Sklave mal zwei Sekt für seine Herrschaft! Ab!“

Der 2-Meter Mann dackelte in die Küche und mein Schatz und ich schüttelten nur mit dem Kopf.

Mittlerweile waren die ersten Gäste, wohl auch zwecks Erhaltung der Fahrerlaubnis zu Kaffee und anderen, weniger geistigen Getränken, übergegangen. Allerdings sah das das Auge des Gesetzes wohl anders. Der Leiter der Wache Mitte blieb beim Gerstensaft, sein Marius würde wohl wieder mal fahren müssen; Der Arme tat mir irgendwie leid, aber er musste ja morgen um sechs in der Frühe wieder in seinem Laden stehen, um den hungrigen Mäulern, die zwei lange Tage nichts zu essen bekommen hatten, die notwendige Speise zukommen zu lassen.
Lars ließ mich dann doch noch einmal kurz in die Küche. Meine jugoslawische Perle hatte für den Kleinen, wie sie Marv nannte, gebacken, irgendeine Spezialität aus ihrer Heimat. Allerdings war dieses Gebäck nicht so unbedingt nach seinem Geschmack, es war noch fast unberührt. Die Dose mit besagten Weihnachtsplätzchen durfte ich zwar noch hervorholen, aber die Teigprodukte dann auch auf Teller verteilen? Die Aufgabe wurde von David übernommen, ich musste wieder das Feld verlassen, schöne Freunde hatte ich.

Gegen fünf Uhr standen mein Russe und ich zusammen im Flur, die erste, allgemeine Aufbruchwelle startete. Es hieß wieder Händeschütteln, Umarmungen und Abschiedsküsse. Einige der Leute würden wir in knapp einer Woche wiedersehen, Klaas Günther hatte zur großen Silvesterparty geladen. Der Lokalredakteur verfügte von uns über den größten Raum, was kein Wunder war, denn seine gesamte Wohnung bestand eigentlich nur aus einem Zimmer, sah man einmal von der Schlafgelegenheit nebst dem dazugehörigem Bad im Obergeschoß ab. Der Wohn-, Koch-, Ess-, Arbeits- und Billardbereich nahm die Grundfläche einer ehemaligen Hufschmiede samt dazugehörigen Pferdeställen ein; Alles in allem knapp 120 Quadratmeter und einen riesigen offenen Kamin, wohl die alte Esse.
Mich wunderte es etwas, aber er stand fast zehn Minuten in Mantel vor der geschlossenen Badezimmertür. Ich tippte ihn auf die Schulter. „Klaas, wir haben auch noch eine andere.“ Ich deutete auf das Gäste-WC.

Klaas schüttelte mit dem Kopf und verzog das Gesicht. „Nene, da hat sich jemand das Rührei durch den Kopf gehen lassen und wohl zu wenig Zielwasser getrunken.“

Igor und ich schauten uns an und dachten wohl das gleiche. In diesem Moment öffnete sich das Bad und Marcel kam aus der Tür. „Sorry, Leute, hat etwas länger gedauert!“

„Das wurde ja auch langsam Zeit, junger Mann!“ Dem Lokalredakteur konnte es anscheinend nicht schnell genug gehen, die Wasserspiele aufzusuchen. Er gab dem Studenten noch einen Stoß in die Seite. Ich konnte ihn gerade noch auffangen und blickte in die graugrünen Augen, aber … irgendwie war etwas anders.

„Na, Stefan. Gefalle ich dir jetzt besser?“Marcel grinste mich hämisch an, mir fiel es wie Schuppen von den Augen: der Bart war ab! Was sollte das noch geben?

Groß nachdenken konnte ich nicht, denn es klopfte an der Tür. Igor, der etwas näher stand, öffnete und gewährte Thomas und Carsten, die sich eigentlich schon verabschiedet hatten, erneut Einlass. Mein Versicherungsmakler fragte nach einem Schirm, draußen hätte Schneeregen eingesetzt und man wolle nicht nass werden.
Während ich an den Schirmständer, eine sandgestrahlte Milchkanne, ging, um ein Parapluie zu Leihzwecken für die Beiden zu finden, teilte Thomas wohl den anderen Anwesenden die geänderten Wetterbedingungen mit. Anders konnte ich es mir jedenfalls nicht erklären, warum die verbliebenen Gäste innerhalb der nächsten halben Stunde allesamt das Weite suchten.

Wir waren allein! Allein? Eigentlich nicht, denn Lars und David räumten die Küche auf und spülten Pfannen und ähnliche Gerätschaften, die nicht in die Spülmaschine gingen, Benny und Marvin sammelten Gläser und sonstige Utensilien ein, um damit diese mehr als nützliche Haushaltshilfe zu füllen. Mein angehender Gatte bewaffnete, nachdem er Marcy mit Eimer und Schrubber ausgestattet hatte, sich selbst mit dem Staubsauger und ich fügte mich in mein Schicksal und brachte den Abfall runter.
Als ich die Mülltonnen sah, wurde mir etwas anders, sie quollen fast über. Gut, an den Feiertagen war das Aufkommen an Unrat zwar etwas höher als zu normalen Zeiten, aber war das eigentlich ein Grund, Kartons gleich in Gänze und nicht in ihre Einzelteile zerteilt im Altpapier zu entsorgen? Was sollten die ganzen Glasflaschen in der schwarzen Tonne? Der nächste Container stand schräg gegenüber, keine Minute Fußweg vom Haus entfernt. Ich würde wohl mal einen diesbezüglichen Aushang schreiben müssen, zweifelte aber gleichzeitig auch an einem Erfolg dieses Unterfangens. Still grummelte ich vor mich hin, während ich mich in der Einfahrt als Müllwerker betätigte.
Das Schlagen einer Haustür riss mich aus meinen Gedanken, ich blickte auf und sah eine Person aus dem Nachbarhaus treten. Eigentlich merkwürdig, stand es doch seit über zwei Jahren leer, Konrad Peckenberg, der Eigentümer, gleicher Jahrgang wie mein Vater, lebte seitdem in einem Pflegeheim. Erst als sie in den Schein der Laterne trat, konnte ich sie in ihrem schwarzen Wollmantel erkennen: Gudrun, mit Mitte 50 die jüngste der Töchter des Hauses.

„N’Abend Gudrun. Lange nicht mehr gesehen. Wie ist die Lage? Und übrigens: Frohes Fest fast gehabt zu haben!“

Sie zuckte merklich zusammen, drehte sich in meine Richtung. „Ach, du bist es! Wünsche ich dir auch, Stefan, wünsche ich dir auch!“

Wir gingen die paar Schritte auf uns zu und schüttelten uns die Hände. Gudrun war sechzehn Jahre älter als meinereiner, auf ihrer Hochzeit damals war ich Blumenkind. Sie war immer schon das Nesthäkchen der Familie gewesen. Während ihre beiden Schwestern ziemlich schnell das Weite suchten, blieb sie zuhause, pflegte erst ihre Mutter und jetzt ihrem Vater. Augenscheinlich hätte sie geweint, denn einige schwarze Spuren waren auf ihren Wangen trotz des Laternenlichts, in dem wir standen, zu erkennen. „Was hast du?“

Sie schluchzte. „Nichts!“

Ich glaubte ihr vieles, aber das nicht. „Nun sag schon!“

„Ach Stefan, mit Papa geht es allmählich zu Ende. Er will unbedingt in seinem Hochzeitsanzug beerdigt werden, wenn es denn mal soweit ist. Tja, den habe ich heute gesucht, aber leider nicht gefunden.“ Sie wirkte mehr als niedergeschlagen.

Ich nahm sie in den Arm. „Gudrun, es ist der Gedanke, der zählt. Ich glaube auch nicht, dass der Anzug überhaupt noch da ist. Wenn deine Mutter für seine Garderobe verantwortlich war, dürfte er noch nicht mal die Hölzerne Hochzeit erlebt haben.“ Maria Peckenberg war zu ihren Lebzeiten das wandelnde Modegewissen der Ludwigstraße, jede neue Saison eine neue Garderobe und das bis zu ihrem Lebensende vor drei Jahren.

Sie schluchzte, wirkte aber dennoch irgendwie erfreut. „Tja, da magst du recht haben. Mama! Die war schon was, … was ganz besonderes! Aber trotzdem …“

Ich blickte sie verwirrt an. „Trotzdem was?“

„Stefan, meine beiden Schwestern sehen nur das Geld, mehr wollen sie nicht. Nach Mamas Tod haben sie ja noch stillgehalten, aber jetzt? Ich habe einfach keine Lust, auf einen Streit um das Erbe.“ Sie klang wirklich resigniert.

Ich zuckte mit den Schultern. „Gudrun, darauf kann keiner …“

Ihr Blick war fast liebevoll. „Stefan, wem sagst du das? Das Neuste an diesem Haus sind die Fenster und die sind mittlerweile über 30 Jahre alt, die Wasserleitungen müssten komplett saniert werden, die Elektrik ist teilweise noch vor dem Krieg eingebaut worden, also … mehr als dem Landwert wird das Ganze hier eh nicht bringen. Wenn es dann auch noch in die Zwangsversteigerung geht, und darauf wird es bei der Gier meiner Schwestern zwangsläufig hinauslaufen, kann man froh sein, noch 20 Euro den Quadratmeter zu kriegen. Es wäre einfacher, wenn Papa das Ganze noch vorher noch verkaufen würde.“

Anscheinend hatte sie die Sache schon durchgerechnet. Sie tat mir irgendwie leid, aber wie konnte ich ihr helfen? Gut, ich hätte zwar gerne einen eigenen Garten und Peckenbergs hatten ein riesiges Areal hinter ihrem Haus. Unseren Hof konnte man beim besten Willen, auch wenn er im Sommer als schattiges Rückzugsrefugium diente, nicht gerade als Garten bezeichnen. Aber woher sollte ich das Geld nehmen? Allein der Landwert hätte mich bei Ihrer Rechnung knappe 20.000 Euro gekostet, vom Umbau ganz zu schweigen. Der Traum vom eigenen Garten blieb bei der bevorstehenden Hochzeit einfach nur ein Wunschtraum, leider nicht zu erfüllen.
Wir umarmten uns noch einmal in dem nun fester werdenden Schneeregen und wünschten uns einen guten Rutsch.

Als ich wieder nach oben kam, war die Wohnung fast wieder in einem wohnlichen Zustand. Ich staunte nicht schlecht, alle hatten gute Arbeit geleistet. Marv kam, nach dem ich einen Blick in das Wohnzimmer geworfen hatte, auf mich zu, er druckste etwas, also wollte er was. „Du, Steff?“

„Ja?“

„Äh, Flori hat gerade angerufen.“

„Und?“

„Tja, da ist heute Abend eine Christmas-is-over-Party im Mahlbergs. Die halbe Stufe ist da …“

„Da würdest du gerne hin?“ Die Frage war rein rhetorisch gemeint, ich konnte mir die Antwort denken.

Er nickte. „Ja, wenn ich darf?“

„Was ist mit Benny? Er ist dein Gast?“

„Der kennt doch eh fast alle von meinen Leuten.“ Er war ziemlich kleinlaut.

Ich zuckte mit den Schultern. „Von mir aus!“ Ich griff an meine Gesäßtasche und holte aus meinem Portemonnaie einen Fünfziger.

Seine Augen leuchten. „Wofür ist der denn?“

„Taxi hin und zurück, Eintritt, ein paar Getränke, falls wir irgendwann noch Hunger habt … habt ihr euch jedenfalls verdient. Aber … junger Mann, nicht das wir uns falsch verstehen, spätestens um eins liegt ihr beiden im Bett. Und zwar nicht in irgendwelchen fremden Federn, sondern in deinem Zimmer! Ich komme kontrollieren!“

Mein Neffe küsste mich auf die Wange und hauchte: „Danke!“

Ich gab ihm einen Klaps auf den Hintern und er marschierte, den Schein vor sich hin wedelnd, in seine Gemächer. Diese Jugend!

Das Taxi hin zum Mahlbergs konnten sie sich sparen, David, der ja in der Nähe wohnte, nahm sie mit. Aber eigentlich fuhr nicht der Goldschmied, der zu Fuß gekommen war, sondern der Stufenleiter; die beiden wollten wohl noch irgendwelche anthroposophischen Werke intensiv besprechen.

Wir, also Igor, Marcel und meine Wenigkeit, saßen um kurz nach sieben in der Küche bei einen Kaffee versammelt. Ich blickte in die Runde. „Tja, und was machen wir drei Hübschen jetzt? Wir könnten Skat spielen, zum Doppelkopf fehlt uns der vierte Mann!“

Marcy winkte ab. „Weder noch! Ich kann nur Mau-Mau oder 31 oder …“

„Oder was? Sag jetzt nicht Strip-Poker!“ Igor verdrehte leicht genervt die Augen.

Marcel änderte leicht die Gesichtsfarbe. „Äh, doch …“

„Lass mich mal weiter raten? Der Gewinner fickt den Verlierer.“ Mein Schatz war eindeutig kurz vorm Fassungsverlust.

„Äh, ja …“ Die Stupsnase war niedlich anzuschauen.

Ich konnte nur grinsen. „Marcel, mein Lieber; Ich frage mich, was das soll? Tstststs …“

Der angehende Biologe blickte mich nur fragend an. „Was?“

„Na, das Ganze hier! Der Spielverlauf steht doch jetzt schon eindeutig fest: du wirst wohl absichtlich als Erster von uns bar jeder Kleidung sein und somit das Spiel verlieren. Das kannst du auch einfacher haben!“ Ich sprach ohne jedwede Regung in meiner Stimme.

Die Fragezeichen wurden größer. „Wie kommst du darauf?“

„Ist doch ganz klar! Erst willst du dich von Igor fesseln lassen. Gut, das kann noch Spaß gewesen sein. Auch das ganze Getue von wegen Master und Herren und so. Dann aber rasierst du dir auf meinen Einwand mit der Bartlosigkeit meiner Sklaven deinen Goatie ab! Also … wenn ich dann eins und eins zusammenzählen, dann …“ Ich nahm mir die Krawatte ab und warf sie ihm zu.

„Was soll ich damit?“

„Die nutzt du als Augenbinde! In fünf Minuten kniest du nackt mit dem Gesicht zur Wand in der Eckbadewanne, die Hände liegen oberhalb des Kopfes auf den Fliesen! Deine Herren haben noch was vorzubereiten. Ich hoffe, du hast verstanden!“ Ich zog Igor, der mich fast erstarrt anstarrte, mit in Richtung Tür. Als wir sie erreicht hatten, drang nur ein leises „Ja“ an unsere Ohren.

Im Schlafzimmer angekommen zeigte mir mein Schatz erst einmal den Vogel. „Sag mal, spinnst du?“

„Nicht das ich wüsste, mein Engel!“ Ich grinste ihn an.

„Was soll dann der Scheiß? Du willst doch wohl nicht wirklich mit Marcy ficken, oder?“ Der Trainer wirkte unsicher.

„Igor, wenn, dann nur mit dir zusammen! Du erinnerst dich doch an unsere Abmachung?“

Er nickte, schließlich war es ja sein Vorschlag gewesen. „Also willst du …?“

„Schatz! Vertraust du mir?“

„Natürlich, voll und ganz, mein Großer! Aber lenk jetzt nicht vom Thema ab! Du willst Sex mit Marcel, oder?“

Ich setzte ein diabolisches Grinsen auf. „Nö, eigentlich nicht, aber wenn es dazu kommen sollte, dann kommt es halt dazu. In erste Linie will ich ihm nur eine Lektion erteilen!“

„Eine Lektion?“ Mein Gatte war verunsichert.

„Genau, eine Lektion! Er scheint ein ziemlich großes Mundwerk zu haben, …“

Er nickte nur. „Da hast du vollkommen Recht, mein Schatz!“

„Also! Sein ganzes Gehabe deutet auf einen Typen hin, der unheimlich lieb, …“ Mein Engel nickte bestätigend. „…eher etwas devot und ziemlich vorlaut ist. Er könnte damit in bestimmten Teilen der Szene ziemlich anecken. Wenn er Master und Slave haben will, dann soll er es kriegen. Besser von zwei Leuten, die ihn mögen, als von wirklichen Sado-Mastern, oder?“

Mein Russe seufzte. „Stimmt auch wieder, Steff. Was sollen wir nun machen?“

„Erst mal raus aus den Klamotten, wir brauchen einige Sachen aus der Spielkiste: die Handschellen, den großen Plug und ein Paar Bänder. Gibst du mir bitte meinen Cockring, mein Engel?“

Ich schlüpfte aus meinen Klamotten und legte das Lederband an. Den Gürtel zog ich aus meiner Hose und warf ihn über meine Schulter. Igor, mittlerweile auch nackt, leckte sich über die Lippen. „Du siehst zum Anbeißen aus!“

„ Du aber auch! Also, dann mal auf, wir haben einen Sklaven zu züchtigen!“ Wir küssten uns noch einmal und gingen grinsend in Richtung Bad.

Ich stieß die Tür zum Badezimmer auf und staunte nicht schlecht. Marcel kniete tatsächlich nackt in der Wanne. Er zitterte leicht und atmete stoßweise. Sein Oberkörper drehte sich in unsere Richtung. „Was habe ich gesagt? Die Hände bleiben an der Wand. Igor! Fessel ihn!“

Mein Schatz stieg in die Wanne und legte seinem Kommilitonen die Handschellen an, dabei streifte der sich mittlerweile versteifende kleine Igor den Hals des Knieenden. Marcel leckte sich über die Lippen, stöhnte gleichzeitig, anscheinend gefiel es ihm. Er konnte mehr haben. „Stell dich mal hin!“

Etwas unbeholfen stand er auf, tastete sich dabei an der Wand nach oben, so, als wolle er sich daran hochziehen. Sein Hintern sah wirklich zum anbeißen aus, ein fester, runder Knackarsch. „Zeig mal dein Loch, du Sau! Igor, spreiz mal bitte seine Backen.“

Mein Gatte drückte mit seinem rechten Knie gegen den Körper des Studenten, sodass das Hinterteil etwas näher zu mir kam. Marcels Hände aber blieben wie befohlen an der Wand, sein Oberkörper streckte sich durch. Igors rechte Hand fuhr um den Bauch des Biologen herum zu dessen linker Arschbacke, seine Linke packte die rechte Seite. Vor mir öffnete sich eine blank rasierte Spalte, die Öffnung in selbiger war deutlich zu erkennen, die Ränder waren leicht nach außen gewölbt.
Die Rechte meines Gatten war plötzlich verschwunden. „Iih, die Sau sabbert!“

„Was?“

„Die saftet bis zum geht nicht mehr!“ Er streckte mir seinen Unterarm entgegen, tatsächlich, feuchte Stellen waren zu sehen.

„Na, dann bind ihr halt die Eier ab. Hier!“ Ich reichte ihm Igor eine der Kordeln und er verschnürte weihnachtsmännisch den Sack seines Freundes. Die vorher eher eng anliegenden Eier hingen jetzt mindestens vier Zenitmeter tiefer.

„Sir Stefan, dass bringt nicht viel. Der Prügel wird immer härter!“

„Dreh ihn mal!“ Igor drückte zuerst den Oberkörper in die Senkrechte und drehte dann den Körper in meine Richtung. Ich staunte nicht schlecht, mindestens achtzehn Zentimeter festen Schwanzfleisches reckten sich mir entgegen, die blanke Kuppe strahlte feuchtglänzend. Zwei kurze Schläge mit dem Ledergürtel, einen auf den unbestrittenen Schwanz, den anderen auf die abgebunden Eier, brachten das gewünschte Ergebnis: die Steifheit wich binnen Sekunden. Marcel stöhnte, allerdings wage ich zu bezweifeln, dass es Schmerzenslaute waren, die hören sich normalerweise anders an.

„Dann auf ein neues!“ Igor stellte seinen Studienkollegen wieder in Präsentierstellung. Ich schmierte mir meinen Finger mit Melkfett ein und fuhr durch die nun wieder offene Ritze. Nach einem erneuten Griff in die Dose und Salbung der Heiligen Pforte drang ich in einem Zug mit dem Zeigefinger der rechten Hand in die Höhle ein. Großen Widerstand spürte ich keinen, es war eher so, als würde man mit einem warmen Messer ein Stück Butter abschneiden.
Nach ein, zwei Drehungen, begleitet von einem wohligen Gestöhne zog ich ihn wieder heraus und roch daran. „Die Sau ist nicht sauber! Verpass ihm einen Spülung, die sich gewaschen hat.“

Mein Schatz schaute mich zwar erst fragend an, stieg dann aber aus der Wanne. Ich reichte ihm den Duschaufsatz und er tat dann, wie ihm geheißen und er machte sich ans Werk. Während er an und in dem Hintern voller Inbrunst hantierte, beobachtete ich ihn still und heimlich. Seine Augen glänzten vor Geilheit. Es würde wohl nicht nur bei der Lektion bleiben, aber, sei es wie es sei, wir waren ja zusammen, somit war unser Handeln ja durch unser Arrangement gedeckt.
Als nur noch klares Wasser aus Marceel heraus sprudelte, grinste mein Spatz mich an. „Fertig!“

„Na, dann wollen wir uns das doch noch mal ansehen!“ Ich tat einen erneuten Griff in die Dose, so fies bin ich ja auch nicht, schmierte den Ausgang etwas ein und rammte zwei Finger auf einmal in den nun ganz geöffneten Ausgang, der wohl bald zum Eingang werden würde. Scharf zog Marcel durch die Zähne die Luft ein, um diese dann in einem wohligen Gestöhne wieder heraus zu lassen.
Die Geruchsprobe verlief diesmal positiv, ich griff mir den kleinen grünen Plug, zehn Zentimeter lang und zweieinhalb im Durchmesser. Während ich einen Schritt nach hinten tat, um mir mein Werk anzusehen, flutschte der Verschluss wieder heraus und fiel auf den Wannenboden. „Tja, da werden wir wohl größere Geschütze auffahren müssen!“
Ich griff mir das schwarze Gummiteil, anderthalb mal so lang und an der dicksten Stelle doppelt so breit wie der Grüne. Die Lufteinsaugphase war diesmal erheblich länger, der Auslass klang dafür umso wohliger. Der hielt.

Igor lugte um ihn herum und schüttelte mit dem Kopf. „Schatz, der ist ja schon wieder geil. Das Teil ist hart wie Kruppstahl. Haben wir der Sau einen Steifen erlaubt?“

„Nicht das ich wüsste! Was schlägst du vor?“

Mein Schatz blickte einem hämischen Gesichtsausdruck auf. „Fangen wir mal mit zehn Schlägen an. Fünf auf jede Backe.“

„Gute Idee das! Hier, mein Engel.“ Ich reichte ihm den Gürtel, mein Russe nahm ihn auf die Hälfte und holte aus. Marcel atmete tief ein und hielt die Luft an Dem lauten Knall folgte ein Stöhnen. Der zweite Hieb erfolgte, diesmal wohl etwas fester.

„Warum erzählst du nicht mit?“ Geilheit lag in der Stimme meines Liebsten.

„Äh, ‘tschuldigung Meister! Zwei!“

„Nichts da! Wir fangen noch mal von vorne an.“

Diesmal traf das Gürtelende das untere Drittel der linken Backe. Nach dem Ausatmen drang eine laute „Eins!“ durch den Raum. Der nächste Schlag traf etwas höher, mit fester Stimme kam von Marcel: „Zwei!“

Ich grinste. „Du bist mir ja ist ein schöner Sklave! Wo bleibt das Dankeschön?“

Der Wuschelkopf schüttelte sich, drehte seinen Kopf in meine Richtung und bedankte sich brav.

„Nix da, fangen wir zum Drittenmal an!“ Ich schüttelte den Kopf, ich entdeckte immer wieder neue Seiten an meinem Igor.

Also alles wieder auf Anfang, mein Russe ließ seinen Studienkollegen durch die Wanne tänzeln. Ich beobachtete das Spiel von der Seite, mit jedem Schlag wurde der steife Schwanz noch steifer, der Vorsaftfaden war mittlerweile ziemlich lang und es kam immer mehr aus der Nille. Seine Füße tippelten in Richtung des grünen Gummiverschlusses, der immer noch auf dem Boden lag.
Ich wollte nicht, dass er stürzte. Obwohl ich auf der falschen Seite stand, stieg ich in die Emaille, beugte mich vor, stützte mich mit der einen Hand am Wannenrand ab und griff an seinen Füßen vorbei mit der Anderen nach dem Plug. In diesem Augenblick erfolgte der nächste Hieb, ein Stöhnen und ein: „Neun, danke Herr!“ war zu vernehme.
Ich hatte das Teil gerade gegriffen, wollte mich schon zurückziehen, also der letzte Schlag erfolgte. Aber anstatt einer zehn war nur ein lautes Stöhnen zu vernehmen, er bäumte sich auf. „Ahhh!“ Meine Schulter wurde nass, er hatte, ohne sich zu berühren, abgesaftet. Ich erhob mich leicht verdattert.

Igor sah das Malheur. „Was ist das denn!“ Er riss ihm die Augenbinde ab, griff in seine Haare und deutete auf die weiße, zähflüssige Masse, die langsam meinen Rücken herunter rann. „Auflecken! Aber sofort!“ Ich spürte seine Zunge auf meinem Schulterblatt, wie er seine eigene Sahne schlürfte, sein Zittern war deutlich zu spüren. „Was ist das für ein Sklave, der vor seinem Herren spritzt? Dass schreit ja gerade nach Bestrafung!“

Die Zunge war plötzlich weg. Marcel ging auf die Knie, wobei er sich an meinem Körper abstürzte. Er drehte seinen Oberkörper zu Igor, der hämisch grinste, und winselte nur noch. „Gnade!“

Ich drehte mich etwas, meine Füße standen jetzt Marcels Knien. „Bist du überhaupt würdig, Gnade zu empfangen?“

„Ich hoffe, ich werde mich würdig erweisen, Meister.“ Mit diesen Worten verleibte er sich den kleinen Stefan ein und fing an, wie ein Verdurstender daran zu saugen. Schnell hatte er den richtigen Rhythmus gefunden, ich muss sagen, die Technik hat er wirklich drauf. Seine gefesselten Hände massierten dabei gekonnt meinen Sack, was meiner Stimulierung nicht gerade abträglich war.

Mein Bein begann langsam zu zittern, Igor kannte mich ja, ein untrügliches Zeichen. „Was soll das denn? Befriedigt die Sau den Unbeteiligten, anstatt seinem Freudenspender die notwendige Ehrfurcht zu erweisen!“ Er stieg zu uns in die Wanne, drängte mich etwas zu Seite und schob seinen eigenen Schwanz mit ins Maul. Der Wuschelkopf würgte ob der doppelten Masse in seiner Mundhöhle, aber nur kurz.
Es war ein geiles Gefühl, Igors Eichel neben der Meinen in einer warmen Grotte zu spüren. Als Igor mich küsste, konnte ich nicht anders, ich entzog mich dem Bläser und entlud mich in seinen Augenbrauen.

Wir küssten uns weiter und meine Hand fuhr langsam den Rücken runter und blieb zwischen seinen Halbkugeln liegen. Meine Finger spielten mit seinem Loch, Eindringen konnte ich allerdings nicht, dazu war es zu trocken. Aber diese zusätzliche Berührung war wohl zu viel, mein Schatz verdrehte die Augen. „Ich komme gleich!“

Anstatt den russischen Freudenspender aus seinem feuchten Gefängnis zu entlassen, zog Marcel die Eier meines Liebsten noch näher zu sich und schluckte alles, was mein Russe ihm gab. Ich musste ihn festhalten, sonst wäre er zusammengesackt.

Marcel ging mit dem Kopf etwas nach hinten und blickte uns freudestrahlend an, er fuhr mit der Zunge über seine Lippen und versuchte, seine eigene Nasenspitze zu erreichen, meine Sahne war inzwischen da angekommen. Was machte mein Russe? Gab ihm eine Ohrfeige, deutete auf meine verschmierte Eichel, zwinkerte mir schelmisch zu und meinte nur: „Sauberlecken!“

Er stülpte seine Lippen um meine Kuppe, seine Zunge spielte mit meiner Eichel. Die erneute Wärme war zu viel für mich, ich öffnete die Schleusen und ließ es einfach laufen. Marcel, der damit ja nicht rechnen konnte, würgte erst und spuckte, der Natursekt lief über sein Kinn an seiner Brust herunter. Erst als Igor den Kopf seines Studienfreundes an meinen Schritt drückte, begann er zu schlucken, wie es sich für einen anständigen Sklaven gehört.

„Jetzt hat die Sau auch noch die Wanne dreckig gemacht! Na warte, Freundchen! Dir werde ich es zeigen. Ich hole jetzt die neunschwänzige Katze!“ Fast wütend stapfte er aus der Wanne und verließ das Badezimmer.

Der Wuschelkopf fiel sofort auf den Boden und begann, mit seiner Zunge den Boden zu säubern. Ich trat ihn in die Seite und er blickte mich angsterfüllt an, ich griff in seine Haare und zog ihn zu mir hoch. Diesmal forderte meine Zunge Einlass, ich schmeckte eine Mischung aus verschiedenen körperlichen Flüssigkeiten. Eine Minute später hörte ich ein Räuspern von der Tür.

„Was soll das denn? Ich suche die ganze Zeit den Ochsenziemer und du küsst die Sau?“ Ich blickte Marcel in die Augen, eine Mischung aus Angst, Furcht, aber vor allem Geilheit, war zu sehen.

„Äh …“ Er achtete mehr auf Igor, der mit dem Rücken zu uns in der Tür stand.

„Aber ich hab die Reitgerten nicht gefunden, dafür das …“ Er drehte sich um und stellte grinsend ein Tablett mit einer Flache Sekt, drei Gläsern, Zigaretten, Feuerzeug und einem Aschenbecher auf die Ablage neben der Wanne. „Warum ist das Wasser noch nicht eingelassen?“

Ich fing an zu lachen und nach einigen Augenblicken fiel auch der Biologe mit ein. „Oups, ich hatte schon echt Angst!“

„Wovor?“ Ich war neugierig.

„Vor der Gerte!“

Ich grinste in an. „Die ist nur etwas schmaler als der Gürtel! Und den scheinst du ja zu mögen, mein Süßer!“

„So was hab ich noch nicht erlebt!“ Er wirkte etwas kleinlaut.

Während Igor einschenkte, kümmerte ich mich um das Wasser. Schon nach kurzer Zeit saßen wir Sekttrinkenderweise in der wärmenden Wanne, die Blubberfunktion tat wohl dem Biologen am besten. Wir ließen das Geschehen Revue passieren. Als ich ihm die Motivation erklärte, nickte er nur. „Ich glaube, du hast recht, ich sollte wirklich besser auf mein Mundwerk achten!“

Wir unterhielten uns eine ganze Zeitlang, lachten, scherzten, tauchten unter, ein Bein streichelte das andere, Berührungen wurden ausgetauscht. Während des Gespräches, ich saß in der äußeren Ecke der Wanne, Igor in der anderen Ecke, neben der Ablage, Marcel hatte sich im rechten Winkel platziert, wurde der Biologe immer mutiger, seine Hand massierte meinen Stamm. Wenn ich das Ganze durch den Schaum richtig beobachtet hatte, spielte er auch an Igor herum.

Irgendwann räusperte ich mich. „Ich glaube, ich brauch noch eine Zigarette.“

Der Wuschelkopf grinste mich an. „Warte, ich steck‘ dir eine an.“ Er erhob sich, drehte sich in Richtung der Ablage und beugte sich vor, um die Glimmstängel zu erreichen. Ein herrlicher Ausblick auf seinen Prachtarsch bot sich mir. „Äh, Marcel, du hast ja noch immer noch den Plug drinnen!“

Er tastete mit der Hand nach hinten. „Oups, stimmt ja! Aber ihr habt ja auch nicht gesagt, dass ich ihn rausnehmen darf oder soll!“

Wir mussten lachen. „Warte mal, ich hol‘ ihn dir raus.“

Er stütze sich mit beiden Händen auf Igors Schulter auf und streckte mir seine Kiste entgegen. Ich brauchte etwas länger, um den Gummiverschluss heraus zu ziehen, aber am Ende gelang es mir unter einigem Stöhnen des Studenten. Das Loch blieb speerangelweit offen, Teile der Innenwände waren zu erkennen, ein herrlicher Anblick, fast so, als ob er vier- fünfmal durchgenudelt worden wäre. „So, das hätten wir. Du setzt dich jetzt besser!“

Ich wunderte mich zwar, dass er direkt in die Hocke ging, dachte mir aber nichts Besonderes dabei, denn meiner Ansicht nach hätte er froh über die wiedergewonnene Freiheit gewesen sein müssen. Eine Hand bemächtigte sich meines Stammes und dirigierte ihn in Richtung Loch, während er sich setzte. Aber welche Hand? Mit seinen Extremitäten stütze er sich an den Wannenrändern ab. Also Igor! Was hatte er vor? Ich blickte an seinem Körper vorbei und sah in die schelmisch grinsenden Augen meines Gatten.

„Ah, dein Schwanz doch dreimal besser als das dämliche Gummiteil.“ Er drehte seinen Kopf in meine Richtung und versuchte mich zu küssen. Dieser Versuch war aber nicht von großem Erfolg gekrönt, ich rutschte, ob der Drehung, etwas nach vorn, was meinen Schaft noch tiefer in seine Grotte fahren ließ. Wasser spritzte aus der Wanne auf den Boden, die Fliesen wurden nass. Mir war es im Moment mehr als egal.
Marcy beugte sich etwas vor und begann selbstständig mit Beckenbewegungen, die Sprudelfunktion brauchten wir nicht mehr, er bewegte eigenständig das Wasser, allerdings hielt es sich nicht an die Begrenzung des Wannenrandes. Igor ließ vorsichtshalber etwas Wasser ab.

Mein Russe grinste. „Na? Macht es Spaß?“

„Und wie!“ Ich wurde erst gar nicht gefragt.

„Na, wenn das so ist!“ Mein Gatte fing an, unsere Säcke zu massieren, ein wirklich geiles Gefühl. Ich ließ mich fallen, gab mich den Gefühlen hin, die da auf mich einschlugen. Mein Gatte massierte mir meinen Beutel und meine Lanze fickte einen – für meinen Geschmack zu jungen Typen – die engen Eingeweide durch. Ich ließ mich lediglich nur auf dem Meer der Geilheit treiben, es war einfach nur göttlich.

Marcy ritt mich mehr als das ich sie penetrierte, aber egal. Ein Schmerz erfasste mich, mein Russe zog mich an meinem Sack zu sich. Was sollte das? Ich lag fast in der Wanne, mein Schwanz in dem Biologen. Igors Finger spielten nicht länger nur mit meinem Beutel, ich spürte seinen Finger an meinem Schaft entlang gleiten in Richtung Marcels Grotte. Ein wohliger Schauer durchzog mich. „Schatz? Liegst du bequem?“

Ich nickte, an sprechen war im Moment nicht zu denken. „Dann ist gut. Halt ihn mal gut fest!“

Igor drückte unsere Beine auseinander und rutschte auf den Knien zu uns heran. Ich spürte seinen Schwanz an meinem Sack, er wollte doch nicht etwas zu uns stoßen?
Doch, er wollte! Langsam drang er in seinen Studienfreund ein. Marcel Herz pochte wie wild, ich hielt ihn fest umschlungen. Eigentlich hatte ich mit einer Art Abwehrbewegung gerechnet, aber der Student öffnete stattdessen seine Beine, soweit er konnte. Zum zweiten Mal an diesem Abend spürte ich Igors Eichel an meiner, diesmal allerdings in Marcels anderer Öffnung.
Mein Schatz verharrte erst regungslos, begann aber dann mit leichten Stößen und steigerte langsam das Tempo. Ich brauchte nichts mehr zu machen, ich konnte einfach nur liegen und genießen, durch Igors Stöße wurde gleichzeitig auch mein Schwanz stimuliert.

Meine Linke umklammerte den Wannenrand, meine rechte Hand spielte an Marcys Nippeln, drehte und zwirbelte sie, er stöhnte vor Geilheit, ich war kurz vor der Explosion. „Langsamer oder ich …“

Marcels Hände krallten sich in meinen Unterarm. „Du bleibst drinnen, egal was passiert. Stoß zu, Igi, gIb’s mir!“

Und er gab es ihm: Er fickte und wichste ihn gleichzeitig. Ich glaube, wir drei kamen sogar gleichzeitig, jedenfalls kurz hintereinander. Erschöpft sank mein Russe zusammen und blieb auf dem Oberkörper des Biologen liegen.

Irgendwann wurden die beiden mir zu schwer. Ich stupste Igor in die Seite und mein Gatte erhob sich, wenn auch langsam, aus seiner Position. Auch der Wuschelkopf stand auf. Welche Wohltat!

Wir reinigten noch kurz unsere Verkehrsgeräte und beseitigten dann die Spuren im Badezimmer. Igor verschwand für einen Augenblick im Schlafzimmer, um Marcel einen Jogginganzug herauszusuchen. Seine Sachen waren triefnass. Was legt er auch seine Klamotten vor der Badewanne ab und planscht dann darin wie ein Kleinkind? Selber schuld!

Wir saßen in lockerer Freizeitkleidung beim zweiten oder dritten Biere im Wohnzimmer, als es um kurz vor eins an der Tür rumorte. Die beiden waren also pünktlich! „Wir sind hier hinten, hier braucht nicht leise zu sein.“

Marvin steckte den Kopf durch die Tür. „Sind wieder da, war ganz lustig, … Ach, wir haben ja noch Besuch.“ Die beiden begrüßten sich und auch Benny, mittlerweile bei uns angelangt, reichte ihm brav die Pfote.

Igor grinste. „Yepp, wir hatten einen kleinen … äh Wasserschaden … und Marcy hat uns geholfen, ihn zu beseitigen.“

„So nennt man das jetzt also? Wasserschaden? Man lernt doch nie aus!“ Benny schmunzelte und der Wuschelkopf wurde rot.

Ich versuchte die Lage zu entschärfen. „Jetzt setzt euch doch erst mal. Wollt ihr was trinken?“

„Gerne! Nach den ganzen Cocktails wäre ein Bier nicht schlecht! Was meinst du, Marv? Und einen Eierlikör hätte ich gerne, wenn‘s geht.“ Mein Neffe nickte zustimmend und ich machte mich auf den Weg in die Küche, um die gewünschten Sachen zu holen.

Als ich wieder ins Wohnzimmer trat, waren die anderen gerade dabei, die Schlafsituation zu klären. „Igor, du willst also, dass wir zusammen in einem Bett schlafen? Das nennt man Kuppelei und die ist strafbar!“ Benny hatte wohl den Schalk im Nacken.

Ich schüttelte mit dem Kopf. „Benjamin Münster! Red‘ keinen geistigen Dünnschiss. Der Paragraph ist schon 1969 abgeschafft worden, da warst du noch nicht mal Quark im Sack deines Vaters!“

Der Angesprochene sah mich verwundert an. „War doch nur Spaß! Natürlich kann Marcy in der Chill-Out-Lounge nächtigen. Gästezimmer habt ihr ja nicht mehr!“

Wir quatschten noch eine Runde und nachdem alle ihre Gläser geleert hatten, machten wir uns auf den Weg, in die Horizontale zu kommen, der Tag war anstrengend genug gewesen. Während die anderen sich schon nacht- und bettfertig machten, räumten mein Gatte und ich noch etwas auf und deckten schon den Frühstückstisch.

Als wir endlich im Bett lagen, kuschelte mein Schatz sich an mich. „War ein schöner Tag, oder?“

„Stimmt! Aber das muss ich nicht jeden Tag haben!“ Ich stöhnte leicht.

„Was? Den dritten Mann beim Sex?“ Wollte er mich necken?

„Das meine ich nicht! Das Sandwich mit Marcel war echt geil, aber für 30 Personen ist die Wohnung einfach zu klein und die möchte ich auch nicht jeden Tag abfüttern müssen.“

„Stimmt auch wieder, mein Engel. Wir müssen uns was einfallen lassen, wenn du im nächsten Jahr nullst.“

„Erinner mich nicht daran! Ich werde alt!“

Er grinste wohl. „Ach Schatz! Ich liebe jedes graue Haar an dir!“

„Ich hab‘ graue Haare?“ Sollte ich mich theatralisch aufsetzen?

„Nein, aber wenn du welche hättest, würde ich die auch liebe. Nun komm und sei artig und schlaf jetzt!“ Er streichelte mich sanft und schmiegte sich noch näher.

Nach einem etwas ausgedehnten Frühstück, an dem auch Uwe Berg, mein Faktotum, teilnahm und bei dem ziemlich viel gelacht wurde, ging jeder seiner Aufgabe nach: Igor verzog sich in sein Zimmer und lernte, Benny machte sich auf den Weg nach Hause, Marvin machte die Inventur für mich und Uwe übernahm den Laden. Ich hatte einen Kundentermin, ein Großküchengerätehersteller wollte einen neuen Katalog und ich sollte die Bilder liefern.
Da mich mein Weg sowieso über den Bahnhof führte, nahm ich Marcel, der wieder zurück nach Münster wollte, einfach mit, um ihn dort abzusetzen. Er sah, als er den Wagen bestieg, etwas übernächtigt aus, aber das waren wir ja alle.

„Ich hoffe, du konntest auf dem Sofa einigermaßen schlafen. Seitdem Marvin bei mir wohnt, habe ich leider kein Gästezimmer mehr.“

„Ach, das ging schon! Meinen Gute-Nacht-Fick hab ich ja auch bekommen. Danach konnte ich gut schlafen.“ Er grinste.

„Deinen was?“ Ich war etwas erstaunt, unsere Episode war ja Stunden vor dem zu Bett gehen.

„Ich hab mich erst im Bett herum gewälzt, konnte einfach nicht pennen, mein Arsch brannte ganz schön.“ Er girente.

Ich lachte. „Kann ich mir lebhaft vorstellen. Aber wie war das jetzt?“

„Naja, ich bin dann noch mal aufs Klo, wollte mir eigentlich die Rosette einschmieren, um das Ganze etwas zu lindern, Tja, und da …“

„Da was?“ Ich wurde neugierig.

„Was soll ich sagen? Marvin stand plötzlich im Bad, während ich da an mir hantierte.“

„Und?“

„Er fickt unheimlich gefühlvoll.“

Die Ampel an der Zufahrt zum Bahnhof sprang auf Rot, ich stieg scharf in die Bremse. „Du hast dich von Marv ficken lassen?“

„Hat sich halt so ergeben. Hoffe mal, es ist nicht schlimm, dass ich …“

Ich war in und her gerissen und schüttelte schlussendlich den Kopf. Er hat ja nur die Chance ergriffen, die sich ihm geboten hatte; also, wer sollte ihm das verdenken? Aber ich würde trotzdem ein ernsthaftes Wörtchen mit ihm reden müssen, denn einen Besucher seines Erziehungsberechtigten zu … Nein! Das war etwas daneben, wenn auch nur etwas!

Ich hielt am Bahnhof und stieg mit aus. Marcel schaute mich etwas irritiert an. „Wolltest du nicht gleich weiter?“

„Doch, aber ich brauch erst noch Zigaretten.“

Wir verabschiedeten uns in der Halle. Er ging zu den Bahnsteigen und mein Weg führte mit in die Bahnhofsbuchhandlung. Dort erstand ich eine Packung Sargnägel und spielte, zum ersten Mal seit Monaten, wieder einmal Lotto. Die Dame am Schalter reagierte etwas merkwürdig, als ich ihr den Schein reichte, ich hatte nur ein Feld ausgefüllt mit den Geburtstagen meiner Lieben.

„Da fehlt aber eine Zahl.“

„Hab ich eine vergessen? Dann nehmen wir die …42.“ Ich zahlte, steckte die Zigaretten und meinen Spielbeleg ein und machte mich auf den Weg.

Tja, lieber Leser, das war das Stephanus-Steinigen und die Ereignisse, die sich Drumherum ergeben hatten. Eigentlich eine banale Geschichte, deren Fortgang wohl niemand interessieren dürfte. Falls die Kommentare jedoch einen andren Schluss zulassen, werde ich mich wieder an den Schreibtisch begeben. Aber ich bin mir sicher, dass nicht tun zu müssen.

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