Welcome to Australia – Teil 25

Die Spritze, die mir der Doc gegeben hatte, begann zu wirken. Der Schmerz im Arm ließ langsam nach. Ich lag mit offenen Augen auf meinem Bett und starrte auf die Decke. Berry lag neben mir. Ich wusste nicht ob er schlief, oder wie ich, wach war.

Die Sache mit Timothy Mutter ließ mich nicht los. Hätte sie sterben müssen? Hätte man das nicht alles verhindern können? Gut es gab sicher viele, die sagen werden, dass sie es nicht anders verdient hat.

Aber ich wollte nicht so denken. Bei meinem Vater hätte ich das auch sagen können. Aber verdient es überhaupt jemand zu sterben?

„Tom?“

Ich drehte mein Kopf zur Seite und blickte in Berrys Gesicht.

„Hm?

„Alles klar mit dir?“, fragte er und strich mir eine Träne von der Wange.

„Was soll ich sagen? Ich fühl mich beschissen, weil jemand umgekommen ist? Ich bin froh, dass alles vorbei ist? Ich kann es dir nicht sagen. Mein Kopf ist voll, die Bilder frisch… ach ich weiß auch nicht.“

„Werden wenigstens die Schmerzen besser?“

„Ja…, die Spritze wirkt endlich.“

„Was wird jetzt werden?“

„Woher soll ich das wissen?“, meinte ich und gab Berry einen Kuss auf die Nase.

Er lächelte.

„Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns überraschen zu lassen. Ob das alles Publik gemacht wird, oder still und heimlich von statten geht…?“

Ich sah ihn fragend an.

„Dass können die doch nicht machen…“

Vorsichtig drehte ich mich nun ganz zu Berry. Ich verlagerte meinen Arm etwas.

„Warum nicht? Wäre sicher nicht das erste Mal, dass jemand etwas unter den Tisch fallen lässt. Timothys Mutter ist tot…, warum soll man da noch einmal alte Wunden aufreißen und noch mal alles aufrollen.“

Berry rollte sich auf die Seite und schaute nach oben.

„Ich weiß es nicht, Tom. Ich kann gerade nicht so klar denken. Ich weiß nicht, ob es meiner Mutter etwas bringt, dass bekannt wird, dass mein Vater umgebracht worden ist, mein Unfall inszeniert war.“

„Bist du sauer auf Priscilla?“

Berry drehte den Kopf zu mir und schaute mich an. Dann schüttelte er den Kopf.

„Nein, was bringt das jetzt noch. Mein Vater ist tot…, davon wird er nicht mehr lebendig.“

Er hob beide Hände an und rieb sich durch das Gesicht.

„Es ist einfach zu viel auf einmal…“

Da konnte ich ihm nur zu stimmen. Seit die Schule begonnen hatte, war einfach zu viel geschehen. Ich nickte.

„Sollten wir nicht langsam schlafen?“, fragte Berry.

„Wenn ich es könnte…“

„Komm, kuschel dich in meinen Arm, vielleicht können wir dann beide einschlafen.“

Ich hob meinen Oberkörper leicht an und Berry schob seinen Arm unten durch. Er zog die Decke zu Recht und löschte danach die Lampe.

„Wir hatten die letzten Tag nicht viel Zeit für uns“, merkte ich an.

Ich spürte Berry Lippen auf meiner Wange. Lächelnd drehte ich meinen Kopf in seine Richtung. Unsere Nasen berührten sich.

„Ich weiß“, sagte Berry leise und wenige Sekunden später spürte ich diese weichen Lippen auf meinem Mund.

Seine Hand lag auf meinem Bauch und streichelte sanft über diesen. Seine Lippen lagen fordernd auf meinen und ich öffnete leicht den Mund. Unsere Zungen trafen sich und spielten leicht miteinander.

Ich zog den Kopf etwas zurück und keuchte leicht.

„Was?“

„Schön…“, flüsterte ich und küsste ihn weiter.

Berrys Hand wanderte tiefer und strich langsam über meine Shorts. Ein leichtes Zittern durchfuhr meinen Körper. Wieder setzte ich ab.

„Findest du das gut?“

„Ähm… was?“

Ich konnte zwar Berrys Gesicht nicht sehen, aber gut vorstellen, wie es jetzt gerade aussah. Ein leises Lachen entwich meinem Mund.

„Ich will dich auch streicheln und… na ja, aber mit meinem Arm kann ich das wohl vergessen!“

Jetzt konnte ich Berry leise kichern hören.

„Du… du kannst dich doch auch einmal verwöhnen lassen, oder?“

Ich seufzte und Berry ging wieder zum küssen über.

*-*-*

Sanft wurde ich wach gerüttelt.

„Tom?“

Ich war total müde und wollte die Augen noch nicht öffnen.

„Tom…, wir müssen aufstehen.“

Mir blieb nichts anders übrig, öffnete ein Auge und sah Berrys Gesicht über meinem.

„Wieso? Ich dachte wir sind von der Schule befreit…!“

„Die Polizei ist da, will mit uns reden.“

„So früh?“

„Früh ist gut, es ist fast elf.“

Mein Kopf schnellte zur Seite und ich sah auf meinem Wecker die Uhrzeit.

„Mir kommt es gar nicht so vor, dass wir lange geschlafen haben.“

Berry grinste breit.

„…, haben wir auch nicht.“

Nun fiel mir auch ein, was gestern das Resultat unsere Küsse war und ich musste grinsen.

„Aber es hilft nichts, wir sollten aufstehen.“

Ich seufzte und wollte mich aufsetzten, als mich heftige Schmerzen an meinen Arm erinnerten.

„Au!“

„Tom?“

„Mein Arm…, ich glaub die Spritze wirkt nicht mehr.“

„Arg schlimm?“

„Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, es tut nicht arg weh.“

Langsam richtete ich mich auf. Berry nahm die Binde vom Nachtisch und legte sie mit um den Hals. Vorsichtig steckte ich den Arm durch.

„Sollen wir zusammen ins Bad?“, fragte Berry.

„Können wir machen. Schaust du mal, ob die Luft rein ist und der Flur leer ist. Ich will nicht in Shorts irgendwelchen Herrschaften mit Viechern begegnen.“

„Och…, du brauchst dich nicht verstecken…“

Berry lachte und ich streckte ihm die Zunge heraus.

„Heute Abend wieder!“, meinte er nur und verließ das Bett.

Wenig später und mit etwas Schwierigkeiten beim Anziehen, liefen wir zwei in die Küche. Bob saß mit zwei Constables am Tisch und unterhielt sich leise mit ihnen.

„Guten Morgen“, sagte ich.

Die Herren schauten und standen auf.

„Morgen Tom, alles klar mit dir?“

„Ja, der Arm tut zwar weh, aber ich werde es überleben.“

„Morgen Berry…“

„Morgen Bob.“

„So, die zwei Herren möchten sich noch einmal kurz mit euch unterhalten, wenn etwas ist, ich bin drüben bei Abby.“

Wir nickten. Bob verließ die Küche und wir setzten uns an den Tisch. Erst als wir saßen, setzten sich die zwei Uniformierten auch wieder.

„Hallo mein Name ist Thomas Kerr und dies ist mein Kollege Jakob Bliss.“

Der Mann nickte uns zu.

„Wir haben da nur ein paar Fragen an sie.“

Ich sah kurz zu Berry und nickte dann.

„Hat… Mrs. Stefferson, irgendetwas bei sich, als sie auf euch traf.“

„Was meinen sie?“, fragte Berry.

„Eine Tasche… oder etwas Ähnliches.“

Wieder schaute ich zu Berry. Er schüttelte den Kopf.

„Ich kann mich nicht erinnern…“, begann ich, „… ich habe nur die Waffe gesehen, die sie auf uns gerichtet hat.“

Berry nickte zustimmend. Der Constable schaute zu Berry.

„Ihr Onkel erzählte uns, dass er sie an dem Wagen…“

„Das ist nicht mein Onkel… er ist Toms Onkel“, unterbrach Berry den Uniformierten und zeigte auf mich.

Dieser nickte kurz

„… er erzählte sie am Wagen gefunden zu haben, den wahrscheinlich Mrs. Stefferson zur Flucht benutzt hat. Haben sie dort etwas gesehen?“

„Es tut mir Leid…, dafür hatte ich keinen Kopf… Ich wollte die anderen da heraus holen und versuchte das mit dem Wagen…, aber leider waren keine Schlüssel da und dann kam auch schon Toms Onkel mit Mr. Stefferson.“

„Sonst ist ihnen nichts aufgefallen?“

„Nein“, antwortete Berry und schüttelte wieder den Kopf, „ich versuchte dann so schnell wie möglich in den Wagen der anderen zu kommen, weil laufend Blitze einschlugen.“

„Okay, dass war es schon. Danke dass sie Zeit für uns hatten.“

Die zwei erhoben sich.

„Wenn ihnen noch etwas einfällt hier meine Karte, wo sie uns erreichen können“, meinte dieser Mr. Bliss.

Berry nickte und nahm die Karte entgegen.

„Ich wünsche ihnen noch gute Besserung“, sagte nun Mr. Kerr und verabschiedete sich von uns.

Berry und ich standen an der Tür und sahen wie deren Wagen den Hof verließ.

„Was suchen die?“

„Ich weiß es nicht“, antwortete ich.

„Ich hab nirgends eine Tasche gesehen.“

Ich drückte mich etwas an Berry.

„Ganz ehrlich, bei dem was da abgelaufen ist, hatte ich nicht den Nerv dazu, um mich auch noch umzuschauen.“

„Gebe ich dir Recht, dass ging mir im Wagen genauso.“

„Aber irgendetwas muss es mit der Tasche auf sich haben, sonst würden die nicht extra danach fragen, oder?“, fragte ich nachdenklich.

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