Ableitungen und ähnliche Unfälle – Teil 14

Florian

Was war hier in den letzten Minuten passiert, diese eine Frage beschäftigte mich. Josh ließ plötzlich alle Distanz zwischen uns schrumpfen. Hielt mich im Arm als er von meinen Eltern erfuhr. Mochte das ich ihm übers Haar strich, und dann sprang er fast fluchtartig auf, um Getränke zu besorgen. Er war so zärtlich und liebevoll, und dann war plötzlich die Mauer zwischen uns wieder da. Wortlos saß er auf dem Sessel und ich auf der Couch. In meinem Herzen fühlte ich einen fürchterlichen Stich. Es war ja klar, dass ich meine Hoffnungen von vornherein begraben musste, aber durch sein Verhalten war es verdammt schwer.

„Josh, was ist los? Du bist so ruhig.“

„Ich denke nach, über Peter und seine Eltern. Ich verstehe sie nicht. Wie würden wohl meine Eltern auf so was reagieren?“

„Frag sie doch einfach.“

„Bist Du verrückt? Und was ist mit Dir? Was sollen sie denn denken wie ich darauf komme?“

Irgendwie fand ich das jetzt unlogisch. Aber er wirkte auch nicht besonders konzentriert.

„Wieso ich? Ich dachte eher Du sprichst sie wegen Peter an.“

„Klar, hast Recht.“

Da stimmte doch etwas nicht mit ihm, und ich weigerte mich zu glauben, dass es hier nur um Peter ging.

„Josh? Das ist doch nicht alles?“

„Nein.“

Mir kam sein Zusammenbruch wieder in den Sinn. Würde es sich wiederholen? Eine gewisse Unruhe machte sich in mir breit. Jens Worte gingen mir durch den Kopf. Ich soll für ihn da sein, aber ihn nicht emotional unter Druck setzen. Das war bei der Geschichte über meine Eltern gründlich in die Hose gegangen.

„Hast Du mal mit einer Frau geschlafen, Flo?“

„Ja, mit ungefähr 17.“

„Wie war das für Dich?“

„Seltsam. Sie war eigentlich hübsch aber irgendwas war seltsam.“

„Es war mechanisch und Du hast nicht viel gefühlt? Der Orgasmus war nicht so schön wie es Dir vorher alle erzählt haben?“

Er beschrieb ganz genau meine Empfindungen von damals. Ein Teil von mir freute sich über die Richtung, die dieses Gespräch nahm.

„Ja, genau so war es. Ich mochte sie schon, aber es war nichts. Danach war für mich alles so wie vorher.“

Er seufzte auf. „Und Dein erstes Mal mit nem Typen?“

„Es war völlig anders. Es war aufregend. Er ging total auf mich ein und es war wie im Himmel. Alleine schon in seinem Arm zu liegen war wundervoll.“

„Ein Gefühl der Wärme und Geborgenheit?“ Seine Hand fuhr abwesend durch sein Haar, genau wie meine zuvor.

„So war es. Ich wollte nicht mehr loslassen, nicht losgelassen werden. Dieses Gefühl wollte ich mein Leben lang spüren.“

Josh stand auf und setzte sich wieder neben mich.

„Ist das dann auch normal?“

Bevor ich nach dem ‚was’ fragen konnte, nahm er meine Hand und legte sie auf seine Brust. Das heftige und schnelle Hämmern seines Herzens war überdeutlich spürbar.

„Josh, also ich weiß nicht was Du hören willst. Natürlich kann das ein Zeichen sein.“

Die Luft zwischen uns knisterte nicht, sie fing allmählich Feuer. Seine Augen lagen starr auf meinen. Unsicher und forschend. Wie gerne hätte ich ihn jetzt geküsst, aber seine Nähe lähmte mich.

„Es erregt Dich“ stellte er, nach einem kurzen Blick in meinen Schritt, nüchtern fest.

„Josh, verdammt. Ja. Du bist klug, sexy und ein liebenswerter Traumtyp. Meine Hand liegt auf deiner Brust, was sollte es sonst?“

„Mich erregt es auch.“

Eindeutig, ja, er war ebenfalls heftig erregt.

„Josh, hör bitte auf, ich halte das nicht aus.“

Sein Gesicht näherte sich langsam meinem. Sein warmer Atem strich sanft über meine Wangen. Resignierend schloss ich die Augen und wartete auf seine weichen Lippen.

„Ich kann das nicht. Flo, ich kann nicht. Sei mir nicht böse, bitte. Ich weiß, ich weiß es quält Dich, aber ich kann nicht. Vielleicht noch nicht.“

Mein Herz explodierte fast, doch diese Worte ließen meine Lust schlagartig verschwinden. Zurück blieb der Stich im Herzen. In seinem Blick sah ich, dass es ihm wirklich Leid tat.

„Ich habe es Dir schon einmal gesagt: ich kann Dir nicht böse sein. Mir ist klar dass Du meine Gefühle nicht erwidern kannst. Es wäre schön wenn es anders wäre, aber ich muss damit klarkommen. Du kannst immer zu mir kommen, egal weswegen. Sei einfach glücklich, und ich werde auch irgendwann wieder jemanden finden.“

„Flo… ich glaube ich möchte nicht allein hier im Wohnzimmer schlafen. Ich fühle mich bei Dir in der Nähe wohl, weiß aber nicht wie ich meine Gefühle einordnen soll. Ich empfinde viel für Dich. Aber ist es wie für einen Bruder, oder mehr? Macht es Dir etwas aus, wenn ich mit drüben schlafe?“

Ich konnte nicht nein sagen, nicht mit einem guten Gewissen. Er brauchte mich und meine Gefühle waren erstmal unwichtig. Seine Situation erinnerte stark an mein Coming Out. Ich fühlte mich am Anfang sehr ähnlich.

„Wenn es Dir hilft, dann geht das klar.“ Nach einer kurzen Pause „Was ist jetzt eigentlich mit Deinen Eltern?“

Joshua

Meine Gefühlswelt war gerade völlig durcheinander. Florian reizte mich sehr. Fast hätte ich ihn geküsst. Wie es sich wohl anfühlen würde? So erregt war ich bei Jenny noch nie. Immer hat sie mit der Hand nachhelfen müssen. Doch dieses Gefühl durch seine Hand auf mir, es war unbeschreiblich. Aber war es das, was er sich von mir so sehr wünschte, oder war ich einfach nur ausgehungert nach Liebe? Dann wäre es nicht fair, ihm gegenüber. Und überhaupt, er hatte Recht, ich sollte meine Eltern anrufen. Waren sie auch so extrem wie Bussecks? Ich konnte es mir ja eigentlich nicht vorstellen. Und was würde es für mich bedeuten, schwul zu sein? Ewig ein Sonderling, von vielen gemieden? Es gab nicht nur Leute wie Alex da draußen, Leute die den Menschen sahen und nicht aufgrund von Sexualität beurteilten. Es wurde Zeit den Kopf etwas freizukriegen.

„Flo, macht es Dir was aus wenn ich mal für ne Weile vor die Tür gehe?“

„Nein. Etwas frische Luft wird Dir gut tun. Und melde Dich bitte, wenn es länger dauert, sonst mach ich mir am Ende noch Sorgen.“

„Versprochen.“

Und wieder bekam er zum Abschied einen Kuss von mir, diesmal auf die Wange. Meine Lippen kribbelten so seltsam, aber nicht unangenehm.

Bewaffnet mit Jacken, Handy und Wohnungsschlüssel verließ ich seine Wohnung. Meine Lust auf eine Zigarette siegte über die Vernunft. Aus dem Auto holte ich noch meine Wollmütze, zog sie tief über meine Ohren und schloss die Jacke bis oben. Langsam schlenderte ich in Richtung Schule. Der inhalierte Rauch meiner Kippe brannte in der Lunge und ich ließ sie einfach fallen. Es war eh ne bescheuerte Idee. Also griff ich wieder zum Handy.

„Dellmer?“

Ich sollte echt an die Nummernübermittlung denken.

„Hi Mama.“

„Nanu, hast Du etwas vergessen?“

„Nein, ich möchte mal über etwas mit Dir reden.“

Und dann erzählte ich ihr alles über Peter. Schweigend lauschte sie, ab und an hörte ich sie zischeln.

„Oh Gott, was für eine schlimme Sache.“ Beendete sie meine Ausführungen.

„Mama, ich möchte mal was von Dir wissen. Würdet ihr bei mir auch so reagieren, so als ob es unsere Zeit davor nie gegeben hätte und mich verstoßen?“

„Darüber haben wir uns keine Gedanken gemacht. Aber nein, warum denn? Papa hat einen schwulen Arbeitskollegen, bei mir arbeitet eine Lesbe. Wir kommen eigentlich gut mit ihnen klar.“

„Ich hätte mich auch schwer in Euch getäuscht, wenn Du etwas anderes gesagt hättest.“

„Und Peter hat sich tatsächlich in Dich verliebt?“

„Er hat es zu Linda gesagt. Mir ist es nicht aufgefallen, es ist niemandem aufgefallen.“

„Und im Krankenhaus hat er ein Gespräch zwischen Dietz und Dir mitbekommen, wegen Eurer Absprache?“

„Genau. Und Mama?“

„Ja?“

„Ach, nichts. Zumindest nicht am Telefon. Ich komm noch vorbei. Okay?“

„Gut mein Großer. Wenn Du um 17 Uhr da bist, dann kannst Du auch mitessen. Es ist auch genug da, damit Du noch etwas für Herrn Dietz mitnehmen kannst.“

„Super, bis gleich!“

Und dann rief ich Flo an.

„Dietz.“ Oh die Nummernanzeige…

„Josh. Du, ich fahr noch zu meinen Eltern und bleib zum Abendessen. Ich bring Dir auch was mit, oder hast Du sehr großen Hunger?“

„Nein, ich hab grad keinen Appetit.“

„Gut. Es ist bisher super gelaufen, wegen Peter. Meine Eltern haben kein Problem. Aber ich will ihnen von Dir erzählen. Wäre das okay für Dich?“

„Ich weiß nicht… das ist keine gute Idee, oder?“

„Wenn Du nicht magst, dann ist es okay. Ich dachte nur…“

„Was Josh? Was denkst Du?“

„Ich muss etwas abklären, für mich. Ich hab es Dir vorhin nicht gesagt, aber ich denke ernsthaft über vorhin nach. Dieser Beinahe-Kuss. Ich weiß nicht wo ich den hinstecken soll. Sehne ich mich einfach nur nach Zärtlichkeiten, oder liegt es an Dir.“

„Dann rede mit ihnen. Sag was Du möchtest. Hauptsache Dir geht es gut dabei.“

„FLO! Es ist ja schön das Du Dir ständig Gedanken machst und Dich hinten an stellst. Aber geb mir doch nicht wegen allem gleich nach, nur weil es vielleicht gut ist. Wenn Du Zweifel hast, dann sag es. Ich will Dir nicht wehtun, kapierst Du das?“

„Wow, Du bist echt süß. Okay, es geht für mich in Ordnung. Ich vertraue Deinen Eltern und Dir.“

„Danke. Bis nachher.“

„Ciao Kleiner.“

Als erstes schaltete ich endlich die Rufnummernübermittlung ein. Automatisch hielt ich wieder die halbvolle Kippenschachtel in der Hand. Es war an der Zeit aufzuhören. Am nächsten Mülleimer flog ein zerknülltes Päckchen in selbigen.

Eine halbe Stunde später parkte ich wieder vor dem Haus meiner Eltern. Es blieb noch eine halbe Stunde bis zum Abendessen.

Meine Mutter arbeitete fleißig am Herd, während mein Vater Gemüse klein schnitt.

„Hi Ihr.“

„Na mein Sohn, Sehnsucht nach Deinen alten Herren?“

„Natürlich Paps.“

„Ich glaub Dir kein Wort.“

Meine Mutter grinste nur.

„Hach ja, Vater und Sohn.“

„Hört mal, ich muss Euch was erzählen. Bitte hört mir erst zu.“

„Okay, schieß los.“

„Also… bitte denkt dran, keine Unterbrechungen. Florian hat das gleiche ‚Problem’ wie Peter. Auch er ist in mich verliebt. Vorhin hätte ich ihn fast geküsst, aber ich weiss absolut nicht was mit mir ist. Also, um es nochmals klarzustellen: ICH hätte ihn fast geküsst. Es ging von mir aus. Er hat nichts getan.“

„Und Du denkst Du bist auch schwul?“ mein Vater schnibbelte seelenruhig an seinem Gemüse weiter und Mama sah mich kurz an und rührte weiter in ihrer Soße.

„Ich weiß es nicht. Fehlt mir einfach nur körperliche Nähe, oder ist da mehr. Ich muss es herausfinden.“

„Ich verstehe. Du denkst es wäre unfair wenn es nur das Erste wäre, weil Du dann seine Gefühle ausnutzt.“

Mein Vater überraschte mich heute auch sehr.

„Ihr seid irgendwie überhaupt nicht überrascht…“

„Denkst Du denn ich bin blind, Sohnemann? Ein Blick in seine Augen hat ihn verraten. Man sieht, dass er verliebt ist, und es ist nicht schwer zu sehen in wen. Ich hab mit Deiner Mutter schon darüber gesprochen.“

Ich musste mich setzen, zum Glück war die Eckbank nicht weit von mir.

„Ihr habt mich ganz schön auflaufen lassen.“

„Japp, haben wir. Es wär nur halb so witzig gewesen, wenn Du Dir hier nicht grad so einen abgebrochen hättest.“

„Oh… und?“

„Patenter junger Mann. Also, wenn da was wäre, rein hypothetisch, dann wäre es okay. Aber Du solltest tatsächlich über Deine Gefühle ins Reine kommen. Alles Andere wäre Unrecht.“

Jetzt war ich richtig baff. Meine Eltern hatten Florian gerade so was wie ihren Segen gegeben.

„Ihr verarscht mich doch, oder? Ich sitze in der Twilight Zone und weiss es nicht.“

Meine Mutter ließ mal kurz die Soße, Soße sein und drehte sich zu mir um.

„Mein Sohn, über so ein Thema machen wir keine Scherze. Wir wollen nicht dass Du unglücklich bist, oder Dich in eine Verzweifelungstat wie Peter stürzt. Ob es nun Florian ist, oder ein anderes Mädel: uns ist es egal. Hauptsache diese Tussi kommt mir nicht mehr ins Haus. Jenny konnte ich nie besonders gut leiden.“

Das war ein Stichwort. Mit Jenny wollte ich am nächsten Tag reden. Schnell tippte ich eine SMS: Lass uns morgen um 15 Uhr in unserem Café treffen, wir müssen dringend reden. Gruß Joshua.

Schon war die SMS auf dem Weg. Es machte einfach keinen Sinn mehr mit ihr. Keine zwei Minuten später kam ihre Antwort: Super, ich freu mich. hdl Jenny.

„Schatz, wir sind gleich fertig. Hol doch bitte noch den Rotwein aus dem Keller und decke mal schnell den Esstisch, ja?“

„Okay.“ Und schon war ich auf dem Weg.

Florian

Ich musste wohl eingenickt sein, denn als die Türklingel ertönte, waren die Zeiger der Uhr um gut eine Stunde vorgerückt. Hatte Josh doch den Schlüssel vergessen? Ich rappelte mich hoch und ging zur Tür. Durch den Spion erkannte ich freundliche braune Augen und ein sehr bekanntes Gesicht. Jens.

„Das ist ja mal ne Überraschung.“

„Hey, wie geht es Dir?“

„Etwas durcheinander. Aber komm doch erstmal rein.“

„Gerne. Ich hab Dir auch was mitgebracht.“

Plötzlich trat jemand von der Seite vor meine Tür.

„Peer?“

„Hallo Florian. Du siehst gut aus.“

„Äh, danke, Du auch.“

Verdattert trat ich zur Seite und sie kamen rein. Jens und Peer setzten sich auf das Sofa und ich auf den Sessel.

„Soll ich Euch einen Kaffee machen?“

Peer schüttelte den Kopf. „Keine gute Idee mit dem Arm. Wenn Du erlaubst, ich kenn mich in der Küche selber noch ganz gut aus.“

„Wenn es Dir nichts ausmacht?“

„Hätte ich es dann angeboten?“

Peer schien doch sauer auf mich zu sein. Wahrscheinlich hat Jens ihn kräftig überreden müssen, damit er mitkam. Jens legte ihm beruhigend die Hand aufs Knie und nickte ihm leicht zu. Dann ging er in die Küche.

„Nehme es ihm nicht übel, er wollte sich eigentlich auf keinen Fall hier in der Wohnung mit Dir treffen. Also, was ist los, warum durcheinander?“

Ich erzählte ihm alles von Anfang an, auch das mit meinen Eltern, wie Josh mich trösten wollte. Die Sache mit Peter, einfach alles. Ich bemerkte auch nicht, dass Peer irgendwann mit dem Tablett hinter mir stand, und von dem Fast-Kuss erfuhr.

„Du nimmst auch nie den einfachen Weg, nicht wahr, Florian? Das war früher schon genauso.“

„Peer, ich muss mich bei Dir entschuldigen. Es war unfair Dir gegenüber, aber ich… Du warst für mich ein Freund, aber ich hab es nicht übers Herz gebracht es Dir auch zu sagen.“

„Keine Angst, ich habe es gemerkt. Es tat weh, als Du mich hast ziehen lassen. Ich hab Dich geliebt. Aber Du hast nicht gekämpft. Heute bin ich froh darüber.“

„Ja, Jens ist ein toller Kerl. Ihr passt echt gut zusammen.“

In dem Moment sah ich zum ersten Mal, dass auch ein gewisser Jens rot werden konnte.

„Was macht Deine Arbeit?“

„Smalltalk also? Gut, solange es Leute mit Konten gibt, solange habe ich einen Job. Zufrieden?“

„Es tut mir Leid. Ich war nicht darauf vorbereitet Dich zu sehen. Mir fällt nichts ein.“

„Nun, dann frag ich Dich halt was. Was ist mit diesem Schüler, Joshua? Ist er nicht etwas zu jung für Dich?“

„Was soll das, wollen wir uns jetzt nur Vorwürfe und Vorhaltungen machen und alles durch den Dreck ziehen? Das ist unfair.“

„Unfair… soso. Dann wären wir ja quitt.“

Jens hob die Hände „Jungs, Schluss mit dem Hahnenkampf. Zum Köpfe einhauen war der Treff hier nicht gedacht.“

Peer sah etwas verärgert zu Jens, doch dessen Lächeln hatte eine unglaubliche Wirkung auf meinen Ex.

„Sorry, da sind wohl die Pferde mit mir durchgegangen. Ich denke immer noch an unser letztes Treffen, und die Wut und die ganze Enttäuschung über Dein Verhalten bringt mich dann zum kochen.“

„Du hast ja Recht. Ich sagte ja: Es tut mir Leid. Ich hätte schon lange vorher mit Dir reden müssen. Ich hab mich soweit von Dir entfernt. Es war ja klar, dass ich Dich damit von mir wegtreiben musste.“

„Späte Einsicht. Aber besser als überhaupt keine. Und wegen dem Jungen, es tut mir auch Leid. Ich weiß ja selber wie schwer das mit den Gefühlen ist. Er ist immerhin alt genug. Kommt er noch her? Ich würde ihn auch gerne mal kennen lernen.

Mittlerweile war es fast 18 Uhr.

„Keine Ahnung, er wollte bei seinen Eltern Abendessen. Ich weiß nicht wann die anfangen.“

Wie aufs Stichwort klapperte plötzlich ein Schlüssel im Schloss.

„Hey ich bin es, sorry das es gedauert hat, ich musste um die Ecke parken, da hat sich so ein dicker BMW über 2 Parkplätze vor der Tür verteilt. Idioten gibt’s.“

Peer wurde plötzlich knallrot im Gesicht und Jens fing herzhaft an zu Lachen.

„Haha, ich habe es Dir gleich gesagt, aber Du hattest ja keine Lust mehr.“

Josh erschien in der Tür und blieb mit seinem Blick überrascht an Peer und Jens hängen.

„Hallo Jens, schön Dich zu sehen.“

Er lief auf Peer zu, stellte eine Plastiktüte auf den Tisch und reichte ihm die Hand.

„Hi, ich bin Joshua.“

„Hallo. Ich bin der Idiot mit dem BMW, aber ich würde es begrüßen, wenn Du Peer zu mir sagst.“

Peer musterte Josh recht auffällig und schenkte mir ein aufmunterndes Nicken. Josh ging mit der Tüte in Richtung Küche.

„Dein Essen. Ich mache es später in der Mikro warm.“

Dann war er kurz weg.

„Geschmack hast Du ja. Echt niedlich, der Kleine.“

„Ja, das ist er. Aber auch sonst, absolut perfekt.“

„So genau wollte ich es gar nicht wissen.“ Peer verzog das Gesicht ein wenig.

„Sorry, aber es wär schön wenn wir trotzdem in Kontakt bleiben könnten. Ich würde gerne die Vergangenheit begraben.“

„An mir soll es nicht liegen.“ Peer wirkte wieder deutlich lockerer. Jens griff nach seiner Hand und zwinkerte mir zu.

„Schatz, wir sollten die Beiden mal alleine lassen, außerdem muss Dein Auto da mal weg, bevor noch jemand meckert.“

Peer nickte zustimmend. Jens umarmte mich zum Abschied und Peer reichte mir die Hand.

„Danke das ihr da wart.“

„Gerne wieder.“

Josh kam aus der Küche. „Ihr wollt schon gehen?“

„Jawohl. Machs gut Josh, und hab ein Auge auf unseren Patienten.“ Jens wuschelte ihm durch die Haare.

„Ich hab lieber mal beide Augen auf ihn. Ciao Jens.“

Von Peer bekam er auch die Hand. Kurz darauf waren wir wieder allein.

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