Engelchen und Teufelchen – Tür 23

tuer-23Als ich zurück kam, sah ich im Schein des Badezimmers, dass Rafael Shirt auf dem Boden lag. Mein Blick wanderte zum Bett, wo Rafael auf dem Bauch quer über beide Seiten lag. Draußen schien es aufgehört zu schneien, denn ungewöhnlich viel Licht viel herein.

Ich trat ans Fenster und sah den großen abnehmenden Mond, der am Himmel zwischen zichtausend Sternen leuchtete. Es war so klar, dass man sogar die Schattierungen des Mondes genau erkennen konnte.

Er kam mit an dieser Nacht besonders groß vor. Auf alle Fälle hüllte sein Licht Rafaels Körper in ein geheimnisvolles Licht. Leise schlich ich ins Bett zurück und ließ mich neben Rafael nieder.

Sein nackter Rücken, der im Mondlicht zu leuchten schien, zog mich magisch an. Vorsichtig streckte ich die Hand und fuhr wenige Millimeter über der Haut die Konturen nach. Rafael schien zu träumen, denn irgendwie war er unruhig.

Plötzlich drehte er sich wieder und ich zog meine Beine an, bis er endlich neben mir zur Ruhe kam. Nun lag er wieder normal im Bett, direkt neben mir, mit dem Gesicht zu mir gewandt. In diesem Licht des Mondes, mit seinem blonden Lockenkopf sah er wirklich wie ein Engel aus.

Langsam müde werdend machte ich mich lang und legte mich direkt neben ihn, so dass ich ihm direkt ins Gesicht schauen konnte. Rafael schien etwas zu frieren, denn deutlich konnte ich plötzlich hervortretende Gänsehaut sehen, so zog ich die Decke über uns und schlief selbst irgendwann ein.

*-*-*

Rafael

Als ich aufwachte, hörte ich ein gleichmäßiges Hämmern an meinem Ohr. Verwundert öffnete ich ein Auge und sah, dass ich auf Peters Brust lag und es sich somit nur um seine Herztöne handeln konnte.

Gleichmäßig und ruhig hob sich auch sein Brustkorb, so schien er noch zu schlafen. Die Wärme seiner Haut an meiner Wange war angenehm. Ich musste während des Films eingeschlafen sein, denn ich konnte mich nicht mehr groß an die Handlung des Filmes erinnern, auf alle Fälle wie er ausgegangen war.

Auch wusste ich nicht, warum Peter und ich nur Shorts anhatten…, er hatte doch seine Shorts an? Vorsichtig hob ich die Decke an und sah Peter mit einer ähnlichen Shorts am Körper wie ich sie anhahtte.

Trotzdem erklärte es nicht, wo mein Shirt geblieben war. Sanft hob ich den Kopf und konnte das Teil auf dem Boden entdecken. Als meine Wange wieder auf Peters Brust zurück wanderte, brummte Peter irgendetwas und schien wach zu werden.

„Guten Morgen“, sagte ich leise.

Er hob seinen Kopf und schaute überrascht nach unten.

„Guten Morgen“, hauchte er und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.

„Tut mir Leid, wenn ich gestern Abend so zeitig eingeschlafen bin…“

„Du musst dich nicht entschuldigen, bin doch auch eingeschlafen.“

Seine Hand wanderte über meinen Rücken und obwohl eine Decke seine Hand von meiner Haut trennte, spürte ich seine Fingerspitzen ganz genau. Ein Schaudern durchlief mein Körper.

„Ist dir kalt?“

„Nein…“, lächelte ich.

„Es ist schön neben dir aufzuwachen“, sprach er leise weiter.

Ich nickte leicht.

„Sind wir… wir jetzt so richtig fest zusammen?“

*-*-*

Peter

Nachdem ich ihn das gefragt hatte, setzte er sich auf. Die Decke verrutschte und gab seinen nackten Oberkörper frei. Er winkelte sein Knie an und lehnte erst seinen Arm und dann sein Kinn darauf.

„Ich weiß es nicht…“

Etwas enttäuscht über die Antwort, sah ich ihn erstaunt an.

„Warum weißt du das nicht?“

„Das alte Thema“, meinte er und ließ sein Blick durch das Zimmer schweifen, „der Unterschied zwischen uns… all das hier.“

„Ist das wirklich so wichtig für dich, wie viel Geld man besitzt?“

„Nein, das nicht, aber was es aus Leuten wie deine Klassenkameraden macht, für die bin ich und werde es wohl immer sein… zweite Klasse.“

„Quatsch, dass bist du nicht, du hast viel mehr auf dem Kasten und im Hirn als die alle zusammen!“

„Und doch gehöre ich nicht dazu.“

„Willst du dazu gehören?“

Er überlegte.

„Wie soll ich das ausdrücken…, ich will einfach akzeptiert werden, für das was ich bin…, wie ich bin, nicht mehr oder weniger.“

Ich streckte die Hand aus und streichelte ihm zärtlich über das Gesicht.

„Für mich bist du ein Engel, der mein Leben gerettet hat…, nicht mehr und nicht weniger.“

Er grinste.

„Ich bin kein Engel, sondern ganz normal.“

„Wer sagt denn, dass Engel nicht normal sind?“

Er zuckte mit den Schultern.

„Hunger?“

„Weiß nicht, im Augenblick genieß ich einfach den Augenblick hier bei dir zu sitzen und mit dir zu reden.“

Ich setzte mich auf und lehnte mich an die Rückwand.

„Du bist etwas dünn“, meinte Rafael und strich über meine Brust.

„Naja…, ich habe eigentlich nie richtig Sport getrieben und der großartige Esser bin ich auch nicht.“

„Gehen wir morgen wieder auf den Weihnachtsmarkt?“

„Als Engelchen und Teufelchen?“

Rafael nickte.

„Können wir machen, aber denkst du wir sind noch glaubwürdig, nach meiner Showeinlage?“

„Auch das weiß ich nicht, aber wenn wir es nicht probieren, wissen wir es nie und morgen ist eigentlich die letzten Gelegenheit…, dann ist Heilig Abend.“

„OH Gott, ich habe kein Geschenk für dich.“

„Du bist mein größtes Geschenk…, ich brauch nicht mehr.“

„Geht mir eigentlich genauso…“

„Was läuft bei euch über Weihnachten?“

„Normalerweise Essen mit der Familie, aber ich denke, dieses Jahr wird alles etwas anders. Da ist Ulf, den ich unbedingt besuchen möchte…“

„Zusammen?“

„Gerne… und wie die Feiertage laufen, weiß nicht was meine Mutter geplant hat.“

„Bei mir genauso, ich lass mich einfach überraschen.“

„Dafür ist Weihnachten da…“

Mein Körper wanderte bei diesen Worten automatisch nach vorne.

„Weihnachten… das Fest der Liebe…“, sagte Rafael lächelnd.

Ich weiß nicht wie lange es dauerte, aber ich verlor mich in Rafaels Augen und irgendwann spürte ich seine weichen Lippen auf meinen. Irgendwie verblasste alles um mich herum und nur noch Rafael war wichtig.

Auch hörte ich weder klopfen oder das öffnen meiner Zimmertür. Nur die Hustgeräusche oder was ich als solche definierte, passte jetzt irgendwie gar nicht. Ich schaute auf und sah in das grinsende Gesicht meines Vaters.

„ Habt ihr Glück, dass ich euch zum Frühstück hole…, Rafael deine Mutter ist auch da, meine Frau hat sie kurzer Hand eingeladen.“

„Meine Mutter?“, kam es erstaunt von Rafael, dem plötzlich seine Blöße in den Gedanken kam und die Bettdecke hochzog.

Mein Vater nickte und lachte.

„Da gibt es nichts zu sehen, was ich nicht selber habe. Aber Peter, du musst zugeben, Rafael sieht mehr durchtrainiert aus, als du.“

Verlegen grinste ich, während mein Vater wieder verschwand. Hastig sprang Rafael aus dem Bett und suchte seine Klamotten.

„Warum plötzlich die Eile?“, fragte ich.

„Keine Sorge, dass kann ich mir nicht vorstellen und jetzt komm bitte her und lass und da weiter machen, wo mein Vater uns unterbrochen hat.“

Rafael ließ sein Shirt wieder auf den Boden gleiten und kam zu mir ins Bett.

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