Traumschiff – Teil 109

Den Neuen an Bord ein herzliches Willkommen und viel Spaß beim Lesen. Mein Dank an meine Beta und an alle Kommischreiber, weiter geht es…

Auto… Besuch… Berlin, Berlin… Erinnerungen… Roland?… Radebeul… Adieu… Märchenprinz… des einen Leid, des Andern Freud… Kohle, WOW…Noah, Samstag, 06.11.2010, 16:20 Uhr auf der Rückfahrt von Harsum nach Bremen.

Ich sitze in meinem neuen, gebrauchten Auto, neben mir sitzt Papa, hinter uns fährt mein Schatz mit dem Audi von Papa, zusammen mit der Oma an Bord, die all ihre Sachen, auf beide Autos verteilt, mit in ihr neues Heim nach Bremen nimmt. Ein Schlussstrich ziehend unter das Dasein eines alternden Mauerblümchens, das sich entschlossen hat, noch einmal auf zu blühen und den Rest des Lebens zu genießen. Alles ohne die Spaßbremsen der mitunter sehr streng religiösen Familienangehörigen, allen voran meinem verstorbenen Opa, der mich und meinen Schatz bereits tief in der Hölle sah.
Ob er jetzt wohl selber dort ist? …Quatsch, an solchen Blödsinn will ich gar nicht erst denken. Ich habe ein Auto und das ist sooo geil, was wollen wir mehr und es war ja sehr günstig. Der Wagen ist noch gut in Schuss, hat erst 84.000 Kilometer runter, ist topp gepflegt und hat auch ein paar Extras. 140 PS sind auch vollkommen ausreichend und er hat sogar eine Anhängerkupplung und eine stabile Dachreling. Ich bin mehr als zufrieden, mal sehen, vielleicht können Rico und ich den Wagen optisch noch ein bisschen aufmotzen.
Das Papa jetzt mit mir hier drin sitzt, damit ich mein Auto auch selber fahren darf, ist schon ein schöner Zug von ihm und das er Rico und Oma allein in dem Audi fahren lässt, ist ein großer Vertrauensbeweis an meinen Schatz und das hat den auch wahnsinnig gefreut. Papa vermittelt Rico immer die totale Familienzugehörigkeit und Rico liebt Papa dafür, das weiß ich.
All zu weit haben wir nicht mehr bis nach Bremen, höchstens noch 30 Kilometer, dann sind wir zu Hause. Omas Sachen bringen wir dann Morgen in ihre neue Wohnung hier in einem Vorort, nicht allzu weit weg von uns. Wir finden es gut, dass sie jetzt in unserer Nähe wohnt.
Philipp scheint es langsam besser zu gehen, hat Oma erzählt. Er ist zwar immer noch total abgeschottet, Besuche nur hinter der Scheibe, Kommunikation nur über eine Sprechanlage, aber er ist weitgehend klar und ansprechbar. Ein leichtes Fieber hat er, das ist aber wohl eine normale Reaktion des geplagten Körpers und von gut ist er noch weit entfernt. Seine Chancen sind aber enorm gestiegen und jetzt ist er wohl soweit wieder dabei, dass er selber kämpfen und überleben will. Morgen wird er 14 Jahre alt, hat Oma gesagt. Er muss schon einiges mit machen und ich denke echt oft an ihn, drück im Geiste alle Daumen, das er wieder ganz gesund wird.
Mama wird schon auf uns warten, denk ich, macht bestimmt was zu Essen oder backt Kuchen, den wir dann später essen werden. Mama ist froh, dass jetzt alles vorbei ist. Sie hat unter der homophoben Haltung ihrer Geschwister noch mehr gelitten, als Rico und ich. Mama kann so einen Familienzwist nicht gut ab, auch bei uns zu Hause gibt es so etwas nicht oft, das über etwas gestritten wird. Einer der wenigen Streitigkeiten war mein blödes Verhalten Enrico gegenüber wegen des übernommenen Wochenendarbeitens. So etwas wird mir nicht mehr passieren, da bin ich mir ganz sicher und seit der Versöhnung danach ist es auch echt immer sehr harmonisch bei uns. Die Abfahrt Bremen kommt, ich mach den Blinker an, ordne mich rechts ein. Im Spiegel sehe ich Rico uns folgen und 10 Minuten später fahren wir vor unserem Haus vor.

Philipp, Sonntag, 07.11.2010, um 08:30 Uhr in der Klinik Hildesheim, allein in einem sterilen Raum auf der Isolierstation, bei Infusion und Sondenfrühstück.

Heute, an meinem 14. Geburtstag liege ich immer noch ganz allein in einem sterilen Zimmer auf der Isolierstation. Eine Infusion läuft über meine Armvene links und über eine Magensonde bekomme ich mein Spezialfrühstück direkt in mich hinein, ganz ohne kauen, einfach per Schlauch durch die Nase. Das ist nicht lustig, beschissen trifft es eher, geht aber zurzeit nicht anders, weil alles steril sein muss. Essen aus der Küche wäre das wohl nicht und mit Desinfektionsmittel würde es wohl kaum genießbar sein.
Auf einer Seite, rechts von meinem Bett, ist eine große Fensterfront ins Freie hinaus und auf der gegenüber liegenden Seite ist eine Glaswand zum Flur, von dem aus meine Angehörigen, aber auch meine Schulfreunde mich und ich sie sehen kann. Über eine Gegensprechanlage können wir miteinander reden, was aber bis vor 4 Tagen auf Grund meines Zustandes kaum möglich war. Leute wie der Pfleger oder der Arzt müssen immer durch eine Schleuse in mein Zimmer. In der Schleuse müssen sie sich keimfrei machen, bevor sie meinen Raum betreten.
Die von mir mit einer Art Fernbedienung zu betätigenden, blickdichten Rollos an allen Fenstern und Scheiben nehmen mir das Gefühl, wie auf einem Präsentierteller zu liegen. Waschen mit Publikum,……nein danke, kein Bock. Es reicht schon, wenn Rüdiger mich nackt sieht beim Waschen und mich auch anfasst, überall. Nicht, das sich dabei was regen würde, nein, da ist schon länger alles wie tot. Doktor Brand sagte mir, dass alle Körperfunktionen sehr stark eingeschränkt sind, dass aber alles im Laufe der Zeit wieder normal wird. Ob er das jetzt speziell im Hinblick auf meinen Unterleib gemeint hat, weiß ich nicht, ich denke aber, er hat wohl alles gemeint und da gehört er da unten ja auch dazu.
Jetzt, heute, geht es mir schon besser und mein Pfleger Rüdiger, der einzige außer Doktor Brand, der zu mir rein darf, hat gesagt, das die neuen Stammzellen angenommen werden und das sich jetzt neues, gesundes Blut bildet. Dass ich das alles überlebt habe, ist wohl ein kleines Wunder, hat Doktor Brand gemeint, es hätte alles früher behandelt werden müssen. Opa und auch Mama stehen solchen Eingriffen durch Ärzte nicht gerade positiv gegenüber. Opa meinte immer, es läge zuerst mal in Gottes Hand, zu helfen, bevor Menschen sich an Gottes Schöpfung vergreifen. Dass mich das fast umgebracht hätte, hat mir Doktor Brand bestätigt. Mama wird sich einiges fragen lassen müssen, wenn ich wieder ein bisschen fitter bin.
Das ich in diesem speziellen Fall nicht als Gottes Schöpfung auf der Strecke geblieben bin, verdanke ich meinem Vater, der eigentlich gar nicht mein Vater ist, sondern der Mann meiner Mutter und mein Stiefvater. Gernot Winkler, so heißt er, hat meine Mutter nach dem Unfalltod seines besten Freundes, der mein biologischer Vater ist, geheiratet. Das hat er nicht nur getan, weil sie schwanger war mit mir, sondern weil er sie liebte, damals schon und immer noch. Er hat jetzt auch, nach einem regelrechten Donnerwetter dafür gesorgt, dass ich hier in die Klinik kam.
Es gab einen Streit mit Opa und Mama wegen mir und er hat Opa raus geschmissen und Mama dann dazu gebracht, in eine sofortige Behandlung einzuwilligen. Mit was er sie dazu gebracht hat, weiß ich nicht, aber es war wohl sehr massiv. So bin ich dann hier her gekommen und dann wurde ein Spender gesucht. Die Ärzte hier waren über meinen schlechten Zustand entsetzt und haben meiner Mutter und auch Gernot Vorwürfe diesbezüglich gemacht.
Dann ging es aber ziemlich schnell, ein Spender wurde ermittelt und der war auch bereit, mir zu helfen. In der Zeit, in der die Stammzellen des Spenders vermehrt wurden, ist mein komplettes Blut durch eine Chemotherapie zerstört worden einschließlich der Krebszellen in ihm und dann wurden die gespendeten Stammzellen in meinen Kreislauf hinein verbracht. Der Doktor Brand hat es mir so erklärt, das die Stammzellen jetzt praktisch von meinem Körper angenommen werden müssen und wenn das dann geschehen ist, beginnen sie damit, neues Blut zu produzieren. Das hat jetzt wohl begonnen und isoliert bin ich, weil ich zurzeit kein Immunsystem habe.
Auch das muss sich neu bilden und bis das einigermaßen stabil ist, muss ich hier isoliert bleiben. Einem genauen Zeitrahmen dafür gibt es nicht. Ich hoffe aber doch, an Weihnachten wieder zu Hause zu sein. Ob ich jemals erfahre, wer der Spender ist, weiß ich nicht. Interessieren würde es mich schon, logischer Weise, aber der Dr. Brand hat gesagt, dass ich das nur erfahren kann, wenn der Spender damit einverstanden ist. Er geht aber davon aus, das der Spender irgendwo im Umfeld der Familie zu suchen ist, weil alles doch sehr schnell ging mit der Spende. Bei einer internationalen Suche dauert es in der Regel wesentlich länger, bis ein Spender gefunden ist.
Na ja, jetzt muss ich erst mal wieder gesund werden, bevor ich mir weitere Gedanken über den Spender mache. Ab Morgen soll ich dann ein Tablett oder meinen ziemlich neuen Laptop bekommen, damit ich nicht so viel von der Schule versäume. Da bekomme ich von Lucas, das ist mein bester Freund und Banknachbar in der Schule, die Aufgaben per W-LAN oder E-Mail aufs Tablett und auch Arbeitsblätter und Stoff aus den einzelnen Fächern. Dann habe ich Beschäftigung, denn obwohl hinter der Scheibe ein Fernseher ist, den ich von hier drinnen steuern kann, ist mir doch oft langweilig und lernen, das macht mir eigentlich immer Spaß. Meine Noten sind durchweg gut bis sehr gut und es fällt mir leicht, zu lernen. Die Fenster zum Gang hin und auch die ins Freie kann ich über Schalter mit Jalousien zu machen, so dass das Zimmer nachts dunkel ist oder das niemand vom Gang aus reinschauen kann. Ein eigenes Bad habe ich und aufstehen und zur Toilette gehen, das geht auch wieder seit Donnerstag. Rüdiger besteht aber darauf, dass ich ihn rufe und dass er mich dann begleitet die erste Zeit. Anfangs war es mir peinlich, wenn er mich gewaschen hat oder ich kacken musste.
Jetzt macht es mir nichts mehr aus, wenn er mich nackt sieht, ich habe mich an ihn gewöhnt und er ist nett und auch sehr rücksichtsvoll. Er ist 26, athletisch gebaut und er sieht auch gut aus für einen Mann, finde ich. Wir verstehen uns gut, ich darf Du zu ihm sagen und er erklärt mir alles, was ich wissen will. Er ist fast schon so was, wie ein Freund für mich.
Lucas, das ist mein bester Freund, der kommt jeden Tag her, erzählt aus der Schule und von den anderen. Wir sind auch zusammen im Sportverein, spielen Volleyball und sind da auch ganz gut dabei. Rüdiger macht mit mir jetzt auch täglich Krankengymnastik, um meine Muskeln langsam wieder auf zu bauen. Danach bin ich immer sehr müde, bekomme Sauerstoff und schlafe eine Stunde. Jeden Tag, heute ist der 16 Tag nach der Spende, geht es ein bisschen besser, aber es geht jetzt erst höchstens 20 Minuten mit der KG und es sind nur ganz einfache Übungen, meist noch im Liegen. Mein Körper ist schon ziemlich KO nach allem, aber ich will und werde es schaffen. An meinem nächsten Geburtstag gibt es dann eine Megapartie, das hat mir Gernot fest versprochen.
Für mich ist er mein Vater und ich sage auch Papa zu ihm, weil er für mich auch ein echter Papa war und ist. Er hat mich lieb, so als wäre ich sein Sohn. Er hat für mich gegen Opa und Mama gekämpft, darum, dass ich endlich in ärztliche Behandlung kam, hat Opa bei uns rausgeschmissen und Mama ein Ultimatum gestellt. Kurz darauf ist der Opa dann plötzlich tot im Bett gelegen und der Hausarzt hat mich ja am Tag nach der Beisetzung mit einem Krankenwagen nach Hildesheim hier in die Klinik bringen lassen, mit Blaulicht, es war höchste Zeit, sonst wäre ich Opa wohl gleich gefolgt.
Gernot ist nicht so fanatisch fromm wie Mama und ihr Bruder. Die andere Schwester, Tante Irene aus Bremen, ist es wohl auch nicht. Opa hat gesagt, weil sie duldet, dass ihr Sohn Noah schwul ist, kommt sie in die Hölle. Gernot hat dann zu Opa gesagt, dass er ein Rad ab hat, weil man sich das ja gar nicht aussuchen kann, ob man schwul ist oder nicht. „Wo ist denn dein Gott allmächtig“, hat er Opa gefragt, „wenn er zulässt, dass es schwule Jungs und Männer gibt oder lesbische Mädels und Frauen, dann kann es ja wohl auch keine Sünde sein. Wenn doch, ist er wohl nicht so allmächtig und alles muss doch sehr, sehr fragwürdig mit diesem Gott sein, oder?“ „Du bist ein verdammter Ketzer“, hat Opa geschrien und dann hat Gernot ihn kurzer Hand raus geworfen.
Mama hat geweint und meine Schwester und ich waren etwas verstört und ratlos. Gernot bedeutet uns mehr als Opa und er hat uns bis heute immer alles ehrlich und genau erklärt, mir sogar, was es mit dem Schwul sein so auf sich hat. Ich kann da jetzt auch nicht so was Schlimmes daran erkennen, wenn sich 2 Jungs oder 2 Mädchen lieben. Ich mag den Lucas auch sehr, als Freund und als Mensch und wir mögen uns. Ob das jetzt was Schwules hat, weiß ich nicht, aber das ist mir jetzt auch nicht gerade so wichtig. Ich will jetzt gesund werden und dann sehen wir mal weiter, wie das so abläuft mit meinem neuen, zweiten Leben.
Ich habe jetzt schon zweimal nachts im Halbschlaf gedacht, dass ja auch der Noah, Tante Irenes schwuler Sohn der Spender sein könnte. Was würde dann Mama dazu sagen und was wäre denn dann, wenn ich auch homosexuell wäre? Ist dann der Noah schuld daran in Mamas Augen? Ich bin etwas verunsichert, will das auch gar nicht zu Ende denken heute an meinem vierzehnten Geburtstag. Vielleicht frag ich mal Rüdiger oder Doktor Brand, ob so was überhaupt möglich ist?
Gleich, um 14 Uhr werden sie kommen, Gernot, Mama und Esther, aber bestimmt auch Lucas, um mir zu gratulieren. Mal sehen, was ich kriege, gewünscht habe ich mir schon länger ein Smartphone, das sind die neuen Handys, mit denen man ins Internet gehen kann. „Teufelszeug“ hat Opa gesagt und auf Mama eingeredet, mir nur so etwas nicht zu kaufen. Ich vermisse ihn nicht, meinen Opa und im Gegensatz zu Mama fand ich es cool, dass Oma die Biege gemacht hat. Jetzt geht es ihr bestimmt besser und der Noah hat sie jetzt immer in seiner Nähe. Dass sie den Opa verlassen hat, hat schon für Turbulenzen gesorgt in unserer Familie.
Die Frau meines Onkels und Mama sollten dauernd bei Opa alles saubermachen, Essen kam er abwechselnd eine Woche zu uns und dann eine Woche bei Onkel Aaron und Tante Mareike. Wäsche musste Mama waschen, Tante Mareike hat gebügelt, die Stimmung war bei allen ziemlich im Keller. Es fiel wohl allen erst jetzt so richtig auf, was für ein Macho Opa war und was die Oma aus zu halten hatte mit ihm. Ständig hatte er was zu meckern, auch mit uns Kindern, nichts konnte man ihm recht machen und sein ständiges meckern ging allen auf den Zeiger. Sein Tod war genau genommen eine Erlösung für Mama und Tante Mareike und für mich wohl auch die Rettung, wer weiß, ob ich sonst noch zeitig genug ins Krankenhaus gekommen wäre.
Rüdiger kommt, entfernt die Infusion und verschließt den Zugang, auch den leeren Beutel mit der Sondennahrung macht er ab. Jetzt darf ich aufstehen und er begleitet mich ins Bad zu meiner Morgentoilette. Als ich vorm Bett stehe, nimmt er mich vorsichtig in den Arm und sagt: „Alles Gute zu deinem Geburtstag, Philipp. Du schaffst das hier und im nächsten Jahr wird alles besser.“ Rüdiger knuddelt ein bisschen über meinen Rücken, unter dem lockeren Shirt, das ich trage. Er riecht gut, nach Lemon, und das Knuddeln fühlt sich gerade sehr, sehr gut an. Und dann ist es wieder vorbei und der Gedanke, dass ich es gern noch länger gespürt hätte, wundert mich doch sehr. Im Badspiegel sehe ich, dass ich einen Hauch Farbe im Gesicht habe, das gab es so auch schon lange nicht mehr.
Ich wasche mich, selber dieses Mal und Rüdiger lässt mich auch. Nur den Rücken und den Po wäscht er und macht auch alles trocken. Eine frische Unterhose und ein Shorty ziehe ich an, alles steril gemacht hier in der Klinik, dann geht es zurück aufs Bett. In einer Stunde kommt Dr. Brand und draußen vor der Scheibe steht dann der Rest der Visite mit dem Professor Nölke an der Spitze und wir reden über meinen Zustand. Das waschen hat mich angestrengt und ich schließe die Augen. Rüdiger bereitet eine neue Infusionsflasche vor und schließt diese dann an den Zugang an. Ich döse der Visite entgegen. Warum hat mir dieses Knuddeln mit Rüdiger so gut gefallen, frag ich mich, bevor ich einschlafe.

Alwin, Montag, 08.11.2010, abends um 18:20 Uhr, mit allen anderen in der WG nach dem Training.

Wir stehen um den großen Esstisch herum, auf dem die ersten beiden Baupläne der neuen Halle liegen und der Herr Knauer erklärt uns allen gerade die Einzelheiten. Auf dem Papier sieht es schon ganz gut aus und während Herr Knauer die Details herausstellt, erscheint vor meinen Augen eine fantastische Sportstätte, ein Traum quasi und die Wahrscheinlichkeit, dass er Realität wird, ist gerade so riesig, das es mich überläuft. Gerry, der an mich gelehnt hinter mir steht, fragt grinsend in mein Ohr: „Schon wieder geil, mein Schatz?“ Nun muss auch ich grinsen.
Als heute Morgen mein Handy weckte, schlich ich schnell, darauf bedacht, Gerry nicht zu wecken, im Adamskostüm, in die Küche und machte die Kaffeemaschine an. Mit dem Gesicht zum Fenster über der Arbeitsplatte stehend, nackt, wir schlafen ohne alles, überlief es mich gerade so wie eben, als mein ebenfalls nackter Schatz seine fette Morgenlatte in meine Poritze drückte. Dabei umarmte er mich und fummelte an meinem Schwanz und auch an meinen Eiern rum. Es dauerte nur höchstens 30 Sekunden, dann war alles auf Spaßgröße angeschwollen und er schob die Vorhaut hin und her.
Da ich meinen Gerry gut kenne, was seine Sexwünsche angeht, drehte ich mich rum, schnappte ihn unter den Armen und trug ihn ins Bad unter die Dusche. Hingebungsvoll wusch ich zuerst ihn, seine kleinen rosa roten Nippelchen, die fest waren, seine ebenfalls rosa rote Rosette und dann seine leicht nach unten gebogenen Penis und besonders die freigelegte Spitze. Dann, nach dem er schnell achtern klar Schiff gemacht hatte, nahm ich ihn gut ran, versenkte meine Harten in seinem geilen Po und trieb ihn in lustvolle Höhen, bis er, von mir gleichzeitig gerieben, seinen Samen an die Wand spritzte. Nach kurzer Verschnaufpause trocknete ich uns beide ab und danach waren wir wieder steif.
Ich trug ihn aufs Bett und ließ ihn zunächst mal eine Runde reiten, bevor ich ihn dann auf dem Laken festnagelte. Er hat es gern ein bisschen rauer, geht dann voll ab und stöhnt echt seine Lust und Geilheit raus. Es ist so geil, mit ihm zu ficken, Lust pur und ganz viel Liebe. Das war ihm wohl immer noch nicht genug, denn als er wieder normal atmen konnte, streifte er mir das Kondom ab und begann mich direkt wieder steif zu lutschen.
Nach etwa 10 Minuten, ich war wieder voll steif, rollte er ein neues Gummi über meinen Dicken und saß dann wieder auf. Er reitet gern so auf mir, reibt seinen Schwanz dabei und es dauerte jetzt logischer Weise auch länger, bis er wieder an den Rand des nächsten Orgasmus kam. Stöhnend und krampfend sank er nach vorn auf mein Sperma nassen Bauchs und blieb dort entspannt liegen. Dann realisierte er, dass mein Schwanz noch steif war und in liebevoller Handarbeit verhalf er mir zum 3. Schuss am heutigen Morgen. Wenn ein Tag so anfängt…….
Noah guckte erstaunt, die anderen auch, als ich erst in der großen Pause auf dem Schulhof erschien, auch Lars kam gleich und wollte wissen, ob irgendwas passiert sei. „Gerry war es nicht gut heute Morgen“, sag ich, grinsend, „er musste ein wenig aufgemuntert werden.“ Lars rafft das nicht, wohl aber Noah und auch Dirk. Torsten gackert und langsam geht meinem kleinen Bruder ein Licht auf. Gut, das die Mädels noch am Kiosk sind und nichts von dem Gespräch mit bekommen haben.
Wenn den ein Tag, und dann noch ein Montag so anfängt, dann ist doch alles Bestens. Nach der Schule bin ich dann zu meinem Schatz in die Wohnung zurück. Gerry hatte was gekocht, einen leckeren Nudelauflauf mit Hackfleisch und Erbsen, Salat dazu und wir haben es uns schmecken lassen. Beim Essen haben wir von unserem Tag erzählt, ich von der Schule und er, das er nach unserer erfolgreichen Nahkampfübung heute Morgen bis fast um 12 Uhr geschlafen hat. Dann hat er mit der Vorbereitung des Essens begonnen. Nachher sind wir dann zum Training gefahren und nun in der ersten Planbesprechung.
Alles, was der Herr Knauer da vorgetragen hat, hat Hand und Fuß und die einzelnen Bereiche sind gut und zweckmäßig eingeteilt. Alle sonderbaulichen Bestimmungen sind berücksichtigt und eigentlich ist jetzt auf die Schnelle nichts zu beanstanden oder veränderungswürdig. Jerome will aber 2 Tage Zeit, um mit uns allen noch einmal ins Detail zu gehen, bevor wir den Plan dann absegnen. Das ist dem Architekten recht und so verabschiedet er sich dann auch.
Es gibt auch einen Schriftsatz mit Detailbeschreibungen und auch eine detaillierte Kostenschätzung. Der vorläufig angenommene Finanzbedarf in Bezug auf die Sanierung liegt bei etwa 1,4 Millionen Euro, für den Ausbau zur Sportstätte ist etwa die gleiche Summe veranschlagt. Nach dem Jerome das vorgelesen hat, herrscht nachdenkliche Stille, Sergej guckt ein bisschen gequält, finde ich und nur langsam flackert die Unterhaltung wieder auf.
Wie wir ja alle mittlerweile wissen, ist bei Remmers die Kohle zu Hause, trotzdem ist die Summe für fast alle von uns kaum vorstellbar. Jerome erklärt uns dann auch mit kurzen Worten, das diese Summen weder für seine Oma noch für die Tante die Portokasse kaum sprengen wird. Die Oma verfügt wohl über ein sehr großes Vermögen und Tante Frieda und ihr verstorbener Mann hatten eine Firma in Berlin, welche elektrische Haushaltsmaschinen hergestellt hat und als die Tante sie an den Siemens Konzern verkauft hat, waren dort fast 900 Leute beschäftigt und der Verkaufspreis war neunstellig vor dem Komma, sagt Jerome.
„Das die beiden das für uns finanzieren“, sagt er weiter, „bedeutet auch, das sie euch alle sehr mögen, die Idee des Vereins mit vielen schwulen Jungs, das wir alle so gut befreundet sind, das sind wohl die Hauptgründe dafür, dass die Beiden das machen. Das Sparen von Steuern dabei ist nur ein angenehmer Nebeneffekt für sie.“ Damit ist das zunächst mal erklärt und wir sind ja alle sehr froh über diese Investition für uns und unseren zukünftigen Verein.
Es klingelt an der Eingangstüre und Kevin geht nach vorn, um zu schauen, wer da ist. Martin kommt und er und Kevin haben einige Kartons mit Familien Pizza dabei, deren Duft sich gleich im Raum verbreitet. Martin geht noch einmal zurück, kommt mit einem Korb wieder, in dem sich 4 Flaschen Rotwein befinden. Sergej hat die großen Pläne vom Esstisch auf die große Couch gelegt und Kevin hat die Pizzakartons geöffnet und auf dem Tisch verteilt. Wolfi bringt Teller und da die Pizzen bereits geschnitten sind, wird mit den Fingern gegessen. Gläser und Servietten finden auch den Weg auf den Tisch. Kurz drauf mampfen alle diverse Pizzastücke und die, die nicht mehr fahren müssen, trinken Rotwein dazu. Alle anderen trinken was alkoholfreies, das von Ralf und Lex geholt worden ist in der Küche.
Nach dem alles verputzt ist, Reste gibt es bei Pizza nicht bei uns, wird es dann auch langsam Zeit, für alle die noch nach Hause fahren müssen, auf zu brechen. Schule und Uni warten morgen früh auf uns und ich will morgen nicht schon wieder zu spät kommen und den Lars muss ich ja auch noch zu Hause abliefern. Matze und Chris fahren mit Robin ebenfalls heim jetzt und Rico fährt mit Noah und Rolf nach Hause, in Noahs neuem Wagen, der Morgen von Enrico umgemeldet wird. Ralf, Lex und Natascha und Paolo sind mit dem SUV gekommen und fahren auch jetzt nach Bremerhaven zurück.
Mike und Dirk bringen Torsten und Sigrid nach Hause und schlafen dann bei Dirk. Tom und Micha sind mit dem Bus mobil, nehmen Armin und Denise mit, die auch mit ihnen hergekommen sind. Die WG Bewohner werden noch aufräumen, den restlichen Wein trinken und dann auch schlafen gehen.
In Gerrys Schlafzimmer liegt der dicke Karlo schon auf dem Bett und wartet schmollend auf uns. Ein schnell gefüllter Futternapf versöhnt ihn aber und wir sehen zu, dass wir ins Bett kommen. Ein langer und anstrengender Montag liegt hinter uns und Schatzi muss ja dann auch morgen wieder ran, Haare stylen und so. Ein langer Gute Nacht Kuss und ein: „Ich liebe Dich“ beschließen diesen guten Tag für uns beide. Karlo springt aufs Bett und legt sich zwischen unsere Füße, dort wo er abends, wenn wir einschlafen, immer liegt. Später in der Nacht stromert er dann durch die Wohnung, spielt, frisst und kackt und erst gegen Morgen kommt er wieder aufs Bett.

Sergej, Montagabend 8.11. um 21:30 Uhr mit Jerome im Bad beim Duschen.

Sanft gleiten meine Hände über den tollen Körper meines Geliebten, mit feinem, gut riechenden Schaum reibe ich über Rücken und Schultern des vor mir auf dem Duschstuhl sitzenden Jerome. Über die Brust und den Bauch nach unten reibend, nähere ich mich gezielt seinem schönen, seit vorgestern wieder vollkommen haarlosen Vergnügungszentrum und die zarte Wäsche lässt in der Lustbörse da unten die Aktien rasant steigen. Ein wohliges Schnurren sagt mir, dass meine Bemühungen auf sehr fruchtbaren Boden fallen.
10 Minuten später liegen wir, frisch und sauber überall, in 69er auf dem Bett und obwohl wir ja vorhin erst gut und viel Pizza gegessen haben, sind die Münder, liebeshungrig, prall gefüllt und es wird gesaugt und gestöhnt. Liebevolles Verwöhnprogramm, Lust und Liebe schenken, das ist unser beider Ziel und macht unseren geilen Sex so erfüllend. Ich bin überzeugt, dass dieses intensive Fühlen nur und ausschließlich mit Jerome funktioniert, wir gehen praktisch im jeweils anderen auf, verlieren uns in einander beim Liebesspiel.
Er dreht sich auf den Rücken, will mehr, will mich spüren. Es bedarf selten großer Worte, wenn wir es miteinander machen. Er will jetzt, das ich ihn poppe und so tue ich das auch, nach dem mein Schwanz in einem Kondom steckt. Sein Blick verlangt eine etwas härtere Gangart, kann ich und nun geht es richtig ab. Er wird etwas lauter, krallt sich ins Laken und beginnt sich, zu wichsen. Stöhnend entleert er sich auf den frisch geduschten Bauch, spritzt richtig viel ab und schließt dabei die Augen. „WOW, so geil“, sagt er, als ich nach Entfernen des Gummis meine Sahne laut stöhnend mitten zwischen seine Sahne spritze. Das war echt geil und hat uns beiden sehr gut getan.
Neben ihm liegend, male ich mit dem Finger feine Sahnekringel auf seinen Bauch und als ich ihm den schleimigen Finger hin halte, lutscht er ihn brav ab. Mit einem eigens zu diesem Zweck unter meinem Kissen liegenden, kleinen Handtuch, wische ich unsere Ergüsse ab und ziehe dann die Zudecke über uns. Er löscht das Licht und nach einem letzten Kuss für heute wird geschlafen.
Die Bausumme von wohl insgesamt 2,5 Millionen Euro begleiten mich dabei ins Land der Träume. Gefühle wie damals nach dem ersten großen Shopping in Dresden kommen nicht mehr auf bei mir, scheinbar habe ich mich an dieses Verhältnis zu dem Geld, über das man hier ja normal nicht redet, gewöhnt, es zieht mich jedenfalls nicht mehr runter und das diese Halle etwas ganz Tolles wird, davon bin ich überzeugt. Ich finde, es ist eine feine Sache, das die 2 alten Damen einen kleinen Teil ihrer Kohle in ein solches Projekt stecken, freiwillig und gerne, wohl gemerkt.
Am nächsten freien Wochenende wollen wir zu meiner Familie nach Dresden fahren und auch Oma, Opa und Boris besuchen. Da wir am 25. und 26.11. 2 vorlesungsfreie Tage haben in BWL könnten wir schon Mittwoch nach der Uni losfahren, mit dem Kombi, weil der mit seinen glatten 170 PS sehr schnell ist. Außerdem können wir den ja dann auch bei Opa in die 2. Inspektion geben, wo wir schon mal dort sind. Schlafen werden wir dann wohl noch mal im Hilton, das bietet sich einfach so an. Papa guckt, dass er dann ein paar Tage frei machen kann, wenn wir kommen und Vanessa freut sich auf den beim letzten Besuch versprochenen Zootag, den wir ja dann mit der ganzen Familie machen können.

Boris, Dienstag, 09.11.2017, abends um 22:30 Uhr, im Bett, allein.

Nach einem schweren, aber sehr erfolgreichen Punktspiel auswärts bei Regen und gerade mal 8 Grad begann meine Woche gleich mit keiner guten Nachricht. Anke, gestern wie immer mit auf dem Fußballplatz, liegt mit Fieber und einem grippalen Infekt zu Hause im Bett. Gestern war sie noch fit und Opa hat sie um 10 am Abend heim gefahren, Roller war nicht bei dem Mistwetter. Die Gedanken an mein krankes Schätzchen lenken mich ein bisschen von der Arbeit ab und dem Gesellen fällt das natürlich auf.
„Boris, wo bist du denn mit deinen Gedanken“, will er wissen, „hast du Probleme mit der Freundin oder ist was mit dem Fußball?“ „Anke ist krank“, sag ich, „hat sich wohl gestern erkältet auf dem Fußballplatz.“ „Das wird wieder, passe lieber auf, was du da machst“, sagt er, „bei Arbeiten an den Bremsen muss man voll dabei sein. Fehler können da Schlimmes nach sich ziehen.“ Da hat er wohl recht und ich kontrolliere vorsichtshalber noch mal nach, was ich gemacht habe. Es ist alles OK und mit deutlich mehr Konzentration mache ich weiter.
In der Mittagspause rufe ich Ankes Mama an und höre, dass sie schläft. Der Hausarzt war da und sie hat jetzt ein Antibiotikum bekommen. Der Arzt hat gemeint, in der nächsten Woche kann sie wieder zur Schule gehen. Dass es jetzt nicht so schlimm ist, beruhigt mich und ich bin jetzt wieder mit allen Gedanken an den Bremsen eines in der Landwirtschaft genutzten, zwei achsigen Anhängers. Der Hänger hat eine sogenannte Auflaufbremse und diese ist in allen Teilen und Funktionen mechanisch, also keine Bremsflüssigkeit, keine Schläuche und auch keine Zylinder. Gestänge, Federn und Exzenter sorgen für eine Betätigung der Bremsbacken, immer dann, wenn das Zugfahrzeug bremst.
Da die meisten Bauern immer mit der Reparatur warten, bis es echt nicht mehr anders geht, sind hier nicht nur die Beläge abgenutzt, auch die Trommeln sind beschädigt, müssen innen abgedreht werden. Das macht ein Geselle, nach dem ich die Trommeln ausgebaut habe. Das ist, weil alles ungepflegt, teils gerostet ist, ziemliche Knochenarbeit, bei der man ans Schwitzen kommt. Einige Schrauben müssen mit dem Schweißbrenner erwärmt werden, damit sie sich überhaupt lösen lassen. Die abgedrehten, nun innen wieder glatten Trommeln montiere ich wieder und dann wird das jeweilige Innenleben der mechanisch wirkenden Bremsen wieder eingebaut. Neue Bremsbeläge habe ich auf die gereinigten Bremsbacken aufgenietet.
Zum Schluss, es ist schon bald Feierabend, werden die Räder montiert und die Bremsen eingestellt. Einer der Gesellen kontrolliert meine Arbeit und sagte dann: „Alles OK, Boris, gute Arbeit“, was mich natürlich sehr gefreut hat. Jetzt war bald Feierabend und nach dem ich mit Opa nach Hause gefahren bin, stand Duschen und dann warm und Roller tauglich anziehen auf dem Programm. Nach einem kurzen Imbiss mit Kaffee dazu bin ich los, zu meinem kranken Schätzchen.
Einen Blumenstrauß und eine Tüte Gummibärchen habe ich unterwegs erstanden und dann war ich auch schon bei Anke. Der Begrüßungskuss fiel leider aus, wegen akuter Ansteckungsgefahr, aber das ist ja wohl nur vorüber gehend und dauert 2 oder 3 Tage. Anke ist heiser, kann nicht gut sprechen und so sitze ich einfach nur Händchen haltend an ihrem Bett und erzähle von meinem Tag. Um 20 Uhr bekommt sie von Ihrer Mutter Medikamente und als sie daraufhin schnell sehr müde wird, verabschiede ich mich und fahre zurück. Unterwegs schau ich noch in einer Kneipe vorbei, in dem einige meiner Fußballkameraden des Öfteren abhängen, flippern oder Billard spielen.
Dort treffe ich den Jens Kramer aus meiner Mannschaft und auch Ulli, den schwulen Nachbarsohn von Anke. Der kommt wohl gerade von der Toilette. Beide sitzen an der Theke auf Hockern und es ist auch noch einer für mich frei. Auf Ullis Frage, wo ich jetzt her komme, erzähle ich von Anke, dass sie krank ist und jetzt wohl schläft. Wir reden über Fußball, logisch aber auch über meine Fahrschule und aktuelle Muke, worüber Jungs halt so reden, wenn sie in der Kneipe sitzen. Ulli, zu dem sich eine lockere Freundschaft entwickelt hat, schlägt vor, eine Runde Bier am Flipper auszuspielen. Das tun wir dann auch. Jens verliert, ich bin zweiter und Ulli gewinnt souverän mit hohen Vorsprung.
Nach dem wir die Getränke bekommen haben, wir trinken alle 3 Weizen ohne Alkohol, weil jeder ein Fahrzeug dabei hat, verlangt Jens eine Revanche. Beide Jungs haben schon ein Auto, Jens einen Polo und Ulli einen Duster von Daccia. Da beide so alt wie Sergej sind, Jens glaube ich, noch ein Jahr älter, haben sie auch schon länger einen Führerschein. Jens als Verlierer der ersten Runde fängt an und legt echt gut vor. Am Ende verliert wer? Na ich und ich bestelle die nächste Runde. Es ist heute nicht sehr viel Betrieb hier in der Kneipe. Das ist an den Wochenenden deutlich mehr und im Nebenraum gucken sie am Samstag immer die Bundesliga auf SKY. Der dort hängende Fernseher ist riesig und hat ein Full HD Bild. Das lockt viele, vor allem jüngere Zuschauer an, wenn Fußball läuft.
Am Sonntag spielen wir zu Hause gegen den Tabellenfünften, das wird ein heißes Spiel, denn die gegnerische Mannschaft ist sehr auswärtsstark und schwer zu spielen. Jens und ich werden wohl von Anfang an spielen, der Ulli ist auch im Kader der Ersten Mannschaft dieses Mal, weil wir 4 verletzte Spieler haben im Moment. Das wird kein Spaziergang werden und ein Sieg wäre schon wichtig für uns.
Ich erzählte dem Ulli, das Sergej und Jerome am 25. 11. für 4 Tage zu Besuch kommen wollen und das wir uns ja dann mal mit ihm treffen können. Das gefiel ihm und er bat mich um Sergejs Handynummer. Ich überlegte kurz, ob das Sergej recht sein könnte, wenn ich seine Nummer weitergebe ,aber da Sergej den Ulli bestimmt noch auf dem Schirm hat und ich mir denken kann, warum Ulli die Nummer möchte, gab ich sie ihm dann auch. Dann bin ich nach Bezahlen meines Deckels los, heim und dann ins Bett, wo ich jetzt in Gedanken bei meinem Schatz, versuche, ein zu schlafen.

Robin, Mittwoch, 10.11.2010, 17:50 Uhr in der WG, beim Duschen in einem der freien Bäder.

Nach den Hausaufgaben heute bin ich mit Lex schon früh hier her ins Training gefahren. Alwin hat mich heute in der Schule angesprochen, dass er und Matze mich gezielt einzeln trainieren wollen und ich dann bald den ersten und kurz darauf den zweiten Dan machen soll. Wenn die Halle fertig ist, in einem halben Jahr etwa, dann sollte ich bei Bedarf das Anfängertraining übernehmen, mit Kevin vielleicht, der auch Sondertraining bekommen soll. Alwin meint, wir hätten das Zeug dazu, wären von allen hier bisher die Besten.
Das gefällt mir, macht mich auch ein bisschen stolz und ich habe es auch direkt Alex Brunner am Handy erzählt. Der hat sich für mich gefreut aber auch gesagt, dass ich es nicht übertreiben soll. Der Körper hat immer noch einiges nach zu holen und ich soll mit Vernunft an alles ran gehen, hat er gesagt. Am letzten Samstag war ich ja mit Chris und Matze bei Alex in der Klinik. Er hatte Wochenenddienst und er hat mich gründlich untersucht und er war sehr zufrieden mit meinem Gesundheitszustand.
Die Entwicklung geht gut voran, das doch ganz schön häufige Training tut meinen Muskeln gut, allerdings soll ich meinem Körper auch Ruhephasen gönnen, hat Alex gemeint. Die Medikamente soll ich, in etwas anderer Dosierung noch weiter nehmen. Über ein Absetzen will er dann bei der nächsten Untersuchung, in 6 Wochen etwa, entscheiden. Dann wird auch ein großes Blutbild gemacht, hat Alex gesagt.
Im Anschluss waren wir bei Matze zu Hause, haben dort zu Mittag gegessen und sind dann runter in den Keller, wo auch eine Sauna und ein kleiner Fitnessraum ist. Dort haben wir geschwitzt und auch ein bisschen trainiert, ich hauptsächlich auf dem Ergometer. Später sind wir dann noch im Kino gewesen, in der 20 Uhr Vorstellung. Der Film hieß „Sieben Leben“, ein Drama mit Will Smith, der durch einen von ihm verschuldeten Unfall 7 Menschenleben auslöscht. Das will er irgendwie wieder gut machen. Mir hat der Film gut gefallen und meinen verliebten Brüdern auch, denn sie haben nur viermal geknutscht, ein Zeichen, dass der Film gut war.
Als wir dann zu uns nach Hause kamen, war Mama auch da und die wollte natürlich genau wissen, was Alex heute Morgen gesagt hat. Matze und Chris haben noch ein Weizenbier getrunken, mit Alkohol und ich durfte bei jedem einen großen Schluck ab trinken. Ich bin dann vor den beiden ins Bett. Sauna und Training, aber auch das Bier, haben mich doch ausreichend müde gemacht. Ich habe dann noch einen kurzen Gruß an Kapitän Sundermann geschickt, mit dem ich regelmäßig schreibe. Er will mir ein paar Bücher über die seemännische Ausbildung zum Kapitän schicken, hat er zurück geschrieben.
Seit der Elbefahrt ist es mein fester Wunsch, irgendwann in der Zukunft selber ein Kommando als Kapitän zu übernehmen und dieses Ziel werde ich nicht mehr aus den Augen verlieren. Ich weiß, dass ich das schaffen kann und werde alles dafür tun. Ich weiß genau, dass ich von Jerome, seiner Familie und von Kapitän Sundermann bestmögliche Unterstützung bekomme und das werde ich nutzen. Mit diesen Gedanken schlafe ich ein.

Lis, Donnerstag, 11.11.2010, 9:30 Uhr beim Frühstück im Hotel, mit Oma, Frieda, Kai und Frau Jensen.

Zum vorletzten Frühstück, Morgen fahren wir wieder nach Hause, sitzen wir unten im Restaurant und genießen all die feinen Sachen, die uns das große Buffet bietet. Es gab auch Tage, da haben wir im Zimmer gefrühstückt, aber meiner Schwiegermutter und auch Frieda gefällt das hier unten besser. Da kann man noch Leute beobachten, sagt Oma, etwas, das sie und Frieda gern tun und sie amüsieren sich gut dabei. Es waren schöne Tage hier, weitab vom Alltag in Bremerhaven, das Wetter war durchwachsen. Am ersten Tag nach unserer Ankunft hat es geregnet und so sind wir alle ins KaDeWe zum shoppen. Zum Schluss hatte jeder, auch Kai, zwei volle Tüten, überwiegend Kleider und wir waren fast sechs Stunden da drin. Ich habe im Hinblick auf meine figürliche Veränderung echt tolle Umstandsmode gekauft, Sachen, die auch der kommenden kalten Jahreszeit gerecht werden, deswegen war ich auch die mit den drei Tüten.
Kai hat einige schicke Sachen für Kevin und Wolfi mitgenommen und wir waren dann zwei Tage später noch mal hin und haben für unsere Kinder, Lex und die zukünftigen Schwiegerkindern mit eingeschlossen, ein paar tolle textile Souvenirs mit genommen, über die sie sich bestimmt sehr freuen werden. Für Robin, der ja noch ständig wächst, habe ich auch zwei tolle Hosen und zwei Pullis mitgenommen und auch wenn die Sachen jetzt noch etwas zu groß sein sollten, werden sie bald passen und es wird ihn sehr freuen, denk ich. Ich mag den Robin sehr und sein ehrliches Kämpferherz. Er hat nie den Mut verloren, immer gekämpft und nun auch endlich gewonnen.
Das alles so gut gegangen ist mit ihm, das ist schon fantastisch und wir sind alle froh darüber, ganz besonders meine Kinder, die das alles auf den Weg gebracht haben. Stolz bin ich auf meinen großen Jungen, der Dank Sergej sein Leben wieder in die Hand genommen hat, nach diesem entsetzlichen Unfall, aber jetzt ist alles gut, auch ohne seine Füße steht er mit beiden Beinen im Leben und entwickelt sich prächtig. Ein echter Remmers, sagt Oma, was immer das auch heißen soll und er hat wohl viel von seinem Vater, aber auch einiges Gute von mir. Was sich da in den letzten Monaten um ihn und Sergej herum gebildet hat, ist einfach toll. Ole vor allem, aber auch alle anderen sind zu einer Gemeinschaft von Freunden zusammengewachsen, wie es so wohl kaum ein zweiten Mal der Fall ist.
Am zweiten Tag hat uns Kai zum Friedhof gefahren, dorthin, wo Friedas Mann begraben ist. Das Grab wird von einer Gärtnerei gepflegt und alles war topp in Schuss, was Frieda sehr gefreut hat. Frieda und Oma haben dann um 14 Uhr eine Freundin von Friedas Berliner Zeiten besucht und waren mit der dann in einem teuren Cafe. In der Zeit war ich mit Kai und Frau Jensen am Grab meiner Eltern. Das war lange nicht so gut in Schuss, wie das von Friedas Mann. In der Gärtnerei habe ich einen schönen Strauß und eine Vase erworben und beides auf die Grabplatte gestellt. Ich kann ihnen im Tod nicht mehr böse sein und trotz allem, was früher war, ist mein Leben ja heute einfach gut, perfekt, trifft es noch besser.
Kai hat dann Frau Jensen und mich ebenfalls in ein bekanntes Cafe gebracht und dann später, nach einem Kaffee und einem Stück Kuchen ist er zum Tanken und dann Oma und Frieda abholen. Ich habe gesagt, er soll, so sie denn wollen, beide mit her bringen oder sie, wenn sie nicht wollen, ins Hotel zurückbringen. Mich und Frau Jensen sollte er dann um 18 Uhr abholen. Von dem Cafe aus habe ich dann meine jüngere Schwester angerufen und gesagt, in welchem Cafe ich bin.“Wenn du Lust und Zeit hast, mich zu treffen, ich bin bis 18 Uhr im Rausch Schokoladenhaus in der Charlottenstraße“, das gar nicht so weit von meinem früheren Elternhaus entfernt ist, in dem sie ja dann auch wohnen, nach dem Tod der Eltern.
Um ihr keine Gelegenheit zu Ausreden zu geben, habe ich dann gleich aufgelegt. Sie hat zwei Töchter, ähnlich alt wie Jerome und Natascha. Sie, Hildegard, ist jetzt sechsundvierzig und ihr Mann ist natürlich auch von Adel, ein Freiherr von und zu Wittgenstein, wenn ich das bei der Beerdigung meiner Eltern richtig mit bekommen habe. Ob sie kommen wird, konnte ich nicht abschätzen, aber dann um viertel nach 16 Uhr tauchte sie auf, sah sich um und kam dann zu uns an den Tisch. Ihr Blick war reserviert, es war wohl eher die Neugier anstatt Familiensinn, der sie her getrieben hatte. Bei der herbeieilenden Bedienung bestellte sie dann Tee und Gebäck, was dann auch schnell kam.
„Guten Tag, Hildegard“, sagte ich, „schön, das du kommen konntest. Setz dich doch bitte. Darf ich vorstellen, Frau Jensen, eine Freundin“, zu Frau Jensen sagte ich: „Meine Schwester Hildegard von und zu Wittgenstein.“ Sie nickte Frau Jensen zu und reichte mir kurz die Hand und nahm dann Platz. „Wir sind mit meiner Schwiegermutter und deren Schwester für ein paar Tage in Berlin“, erkläre ich unseren Besuch, „ich habe mich erst am Sonntag kurzfristig entschlossen, mit zu fahren.“ Sie schaute mich aufmerksam an, sagte dann schnippisch: „Du hast zugenommen seit der Beerdigung von Mama und Papa.“
„Ich bin schwanger, bekomme Anfang Mai Zwillinge, wenn alles gut geht“, sagte ich so cool wie ich konnte. Ihre Kinnlade fällt leicht nach unten. „Oh Gott, in dem Alter, ist das gewollt?“, fragte sie und wirkte tatsächlich leicht geschockt. „Es hat sich so ergeben“, sagte ich, „und da ich gesund bin und die anderen Kinder rasant flügge geworden sind, haben mein Mann und ich beschlossen, dass wir erneut Eltern werden wollen. Platz ist da, Geld auch genug und ich freue mich sehr darauf, noch mal zwei neue Erdenbürger ins Leben begleiten zu können.“ „Nun denn, das ist allein Eure Sache“, sagt sie, „trotzdem alles Gute.“ Ich habe mich dann bedankt, das „trotzdem“ war wohl dem Neid geschuldet.
„Was hört man denn von Grafens“, wollte ich nun wissen. Das zaubert eine Unmutsfalte auf ihre Stirn, trotzdem antwortet sie. „Der Herr Graf sitzt seit zwei Wochen in Untersuchungshaft“, sagt sie, „er soll dem Engelbert Heinrich beim Verkauf des Unfallautos geholfen haben und jetzt ermitteln sie wegen dem Verdacht auf Vertuschung einer Straftat. Warum musste dieser Spinner auch diesen Jungen überfahren, der Alexander war doch da schon in England. Da war doch eh nichts mehr zwischen denen. Sie haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, die Familie von und zu Reventlows.“
„Alexander hat den Namen und den Titel abgelegt“, sag ich, „er heißt jetzt Remmers und wohnt bei uns. Er hat einen tollen Freund, ist gut in der Schule und zieht nach dem Abitur im nächsten Jahr in eine WG nach Bremen und studiert Maschinenbau. Ich denke, es geht ihm jetzt um ein vielfaches besser als vorher.“ „Er und ihr, ihr ward nicht auf der Beerdigung von Engelbert“, sagt sie spitz, „im Tod ist alles vergeben.“ „Alex kann dem Mörder seines ersten Freundes nicht vergeben“, sag ich, „und wir sind mit dem Jungen solidarisch. Wir können niemals einem gemeinen Mörder die letzte Ehre erweisen. Er besaß keine Ehre, er war ein Verbrecher und wenn sein Vater ihm geholfen hat, wird auch er zur Rechenschaft gezogen, dafür werden wir schon sorgen.“
Sie trinkt den Tee aus, will bezahlen. „Lass mal, ich hab dich her gebeten, also bist du eingeladen“, sag ich. Sie steht auf, nickt Frau Jensen zu und sagt dann zu mir: „Ich denke, das wir uns so schnell nicht wiedersehen werden. Du hast damals bewusst und freiwillig die Familie verlassen, uns Kummer bereitet und unsere Familienehre mit Füßen getreten. Nicht genug damit, hast du Henriettes Sohn praktisch entführt und so dazu beigetragen, dass er jetzt im Schwulenmillieu rum hängt. Es ist gut, das er jetzt anders heißt und die Familienehre nicht noch mehr leiden muss.“
„Du spinnst doch, oder?“, rutscht es mir raus, „Wo ist denn da noch Ehre bei Grafens? Wo? Mörder haben keine Ehre, Henriette soll sich scheiden lassen und ihren Mädchennamen wieder annehmen. Mit solchen Verbrechen kann man doch nicht leben, sie soll sich befreien von diesem Kerl und wenn sie dabei Hilfe braucht, soll sie sich melden. Wie helfen ihr dann da raus.“
„Das kannst du ihr ja selber sagen“, sagt sie und dann „Tschüss“ und vorbei ist der Spuk. Frau Jensen guckt mich an, grinst eher ungläubig über das abgelaufene Schauspiel, sagt dann: „Jetzt verstehe ich den Spruch mit dem Adelsklimbim, den Ole mal erzählt hat.“ Jetzt muss auch ich grinsen. „Wir essen jetzt noch ein fettes Stück Torte“, sag ich und winke der Bedienung.
Um sieben waren wir alle wieder im Hotel, saßen beim Abendessen und Oma, Frieda und Kai lauschten meiner Erzählung vom Zusammentreffen von Adel und Moderne. Für heute steht ein bisschen Kultur auf dem Programm unter Friedas und Kais Führung. 2 Museen besuchen wir und fahren noch ein bisschen durch die Stadt, bevor es dann morgen nach Hause geht.

Matze, Freitag, 12.11.2010 abends um 21 Uhr bei Chris zu Hause in Robins Zimmer, mit Robin und Chris vorm Rechner.

Nach dem wir, Chris und ich, heute Morgen in einer weiteren Bremerhavener Grundschule Bilder aufgehängt haben, sind wir dann später um 15 Uhr zu Remmers gefahren und haben Robin abgeholt. Frau Remmers und die beiden älteren Damen waren gerade erst aus Berlin zurück gekommen und der Bentley stand vorm Haus. Kai und Martin luden gerade diverse KaDeWe Tüten aus, da ist wohl fleißig geshoppt worden in der Hauptstadt. Robin bekam von Jeromes Mutter eine Tüte mit Kleidern, sie mag ihn sehr, den Kleinen, verwöhnt ihn, wann immer sie kann.
Bei Wegmanns zu Hause haben wir dann, nach dem die Hosen und Pullis von Hugo Boss eingehend bewundert und anprobiert wurden, unsere Fahrräder klar gemacht und sind dann in den Bürgerpark und 5 mal rund um den Park gefahren. Die Sachen für Robin sind echt toll, teuer und etwas zu groß, aber da wird er schnell rein wachsen in Größe 176.
Alles zusammen waren es etwa 12 Kilometer, die wir zurück gelegt haben und da wir flott gefahren sind, waren wir gut verschwitzt. Bei Wegmanns haben wir dann geduscht, Chris und ich zusammen und danach frische Klamotten angezogen. Zusammen Duschen dauert immer etwas länger, die dabei ins Auge springenden Versuchungen werden immer schnell größer und schreien nach Behandlung. Als wir runter kamen, Robin war vor uns duschen, hat er süffisant gelächelt, aber gesagt hat er nichts über unser ausgedehntes Duschvergnügen. Dann haben wir zusammen Abendbrot gemacht und sind dann zu Robin ins Zimmer an den Rechner.
Er will jetzt mit Winston chatten, fragen, ob es was Neues über das Computerspiel gibt, das ja jetzt schon ein acht Tage auf dem Markt ist. Es dauert ein bisschen, bis Winston an seinem Rechner sitzt und die Verbindung steht. Winston ist aufgeregt, erzählt uns, dass auf einigen Fernsehsendern schon mehrere Male Werbung für das Spiel gemacht wurde und dass der Verkauf jetzt angelaufen ist. Er selber hat zwei Exemplare geschickt bekommen, eins davon für Robin und das hat er gestern los geschickt. Er zeigt die Hülle mit dem Spiel drin und das Cover auf der Hülle ist toll und gefällt uns gut. Als erste Auflage sind 100.000 DVDs gefertigt worden, wenn es sich gut verkauft, werden sofort neue Spiele gefertigt. Das hört sich alles gut an und macht Hoffnung auf ein gutes Gelingen.
Eine Firma für Robin ist mit Hilfe von Herrn Remmers Firma gegründet worden, mit Chris als Geschäftsführer, weil Robin halt noch minderjährig ist. In Steuerfragen helfen die Leute im Konzern, so wie sie es auch schon bei Wolfi tun. Chris und ich wollen gerade nach oben in sein Zimmer gehen, als Winston aufgeregt von einer neu eingegangenen E-Mail berichtet. 2 Minuten später ist die Mail dann bei Robin. Sie ist von der Firma, die das Spiel vermarktet und sagt übersetzt aus, dass die zweite Auflage mit dieses Mal 200.000 Stück in der Produktion ist, weil das Spiel nach der seit Tagen laufenden Fernsehwerbung einen recht guten Absatz hat. Das freut Robin und uns natürlich auch. Jetzt kommt zum gesundheitlichen Erfolg auch noch ein bisschen Kohle, wobei das ja jetzt schon deutlich mehr als nur ein bisschen Kohle ist.
Nach den 15.000 Dollar zu Beginn sind es ja jetzt schon wieder für die ersten verkauften Spiele bis 50.000 für jeden der Jungs 25.000 und ab dann pro verkauftes Spiel 1 Dollar für jeden. Später dann, wenn mehr als 250.000 Tausend verkauft sein sollten, gibt es 2 Dollar je Exemplar für jeden. Zu diesem Zeitpunkt hätten beide dann schon insgesamt 240.000 Dollar verdient, Wahnsinn und das ist für die Wegmanns schon wie ein Wunder. Robin ist jetzt total aufgeregt auf Grund dieser doch echt tollen Neuigkeiten und als seine Mutter kommt, redet er wie ein Wasserfall auf sie ein.
Frau Wegmann wird dann von Chris über die erfreulichen Neuigkeiten informiert und kann das alles so schnell gar nicht fassen. Nach dem ihr aber klar ist, das es so schnell keine finanziellen Sorgen mehr geben wird durch den Erfolg ihres Jüngsten und seinem Freund Winston, erinnert sie sich an die gute Flasche Cremant, die im Keller des Hauses kühl auf einen angemessenen Anlass wartet. Sie schickt Chris runter, die Flasche holen, während sie selbst 4 Gläser aus dem Schrank im Wohnzimmer holt. „Plopp“ macht der Korken, als Chris die Flasche öffnet und dann gibt es ein volles Glas für jeden, auch für Robin. Wir stoßen gemeinsam auf all das Gute der letzten Zeit an und trinken. Robin hat das ungewohnte Getränk ziemlich schnell getrunken und will noch. „Zur Feier des Tages“, sagt seine Mutter, „und weil Morgen keine Schule ist“, und schenkt ihm noch mal ein.
Er wird nach her einen Schwips bekommen, dessen bin ich mir sicher, wieder eine neue Erfahrung für ihn. Da er bisher noch kaum mit Alkohol, mit Ausnahme von Desinfektionsspray, in Berührung gekommen ist, wird er diese 2 Gläser mit Sicherheit gleich merken. Chris und ich bekommen von Frau Wegmann den Rest der Flasche eingeschenkt und trinken noch einmal auf Robins Erfolg. Er hat Winston jetzt live auf dem Schirm und der ihn, mit dem Sektglas, was Winston sehr gefällt. Der ruft was in den Raum und dann erscheint das Gesicht seines Vaters und eine Hand mit einem gefüllten Whiskyglas. Man feiert also auch drüben den tollen Erfolg der Jungs.
Nach ein wenig Small Talk mit Winstons Vater über das Spiel, dessen weitere Vermarktung und den kommenden Geldtransfer wird unser Robin sichtlich müde und dann will er auch nicht mehr weiter Chatten. Wir verabschieden uns und Robin fährt den Rechner runter. Beim Aufstehen ist er etwas instabil und Chris schnappt ihn und legt in aufs Bett. Er beginnt ihn aus zu ziehen und als er nackt ist, deckt er ihn zu. Er scheint jetzt immer nackt zu schlafen und kaum zugedeckt, sind die Augen auch schon zu. Sein genuscheltes „Gute Nacht“ ist kaum verständlich und wir lassen ihn dann auch allein. Chris macht das Licht aus und schließt leise die Türe hinter uns. In der Küche sitzt Frau Wegmann am Tisch, immer noch einen Rest im Glas, den sie jetzt aber aus trinkt.
„Es scheint so“, sagt sie, „dass wir vom Schicksal jetzt für all die Scheiße der letzten Jahre entschädigt werden. Dass es ausgerechnet durch Robins Hobby geschieht, nach dem er Dank Remmers wieder gesund ist, ist schon ein kleines Wunder für uns und versöhnt mich mit vielen Dingen aus der Vergangenheit. Jetzt können wir das Dach sanieren und auch über ein neues Auto nachdenken und dein Studium können wir auch unterstützen.“
„Apropos Studium“, sage ich, „wir können bei Gelegenheit nach Hamburg fahren und die Wohnung besichtigen, die meine Pflegeeltern gekauft haben. Ob und welche Möbel da drin stehen, weiß ich nicht genau, aber der Vorbesitzer ist nach Australien ausgewandert und Papa meint, es wären wohl noch Möbel drin. Der Mann ist Ingenieur und hat wohl auch gut verdient, ist rüber nach Down Under, weil seine Firma dort eine Zweigstelle aufgemacht hat. Ich denke, wenn die Möbel noch drin sind, das die auch recht ordentlich und keine Billigprodukte sein werden. Am besten nehmen wir uns in der nächsten Woche mal 2 oder 3 Tage Zeit und fahren hin und schauen uns alles an.“
„Donnerstag wäre doch gut“, sagt Chris, „wir haben noch 2 Schulen, Mittwoch ist Training und dann können wir Donnerstag in der Frühe los, was meinst du?“ „OK, das machen wir so“, sag ich, „die Wohnungsschlüssel hat mein Vater schon zu Hause. Das regeln wir morgen mit den Beiden, wenn wir hinfahren. Wir haben ja morgen noch die Gründungsversammlung beim Griechen in Bremen, dann fahren wir vorher bei uns zu Hause vorbei.“
„Ich fahre mit zu der Versammlung“, sagt Frau Wegmann, „da werden wohl noch mehr Eltern erscheinen und als passive Mitglieder dem Verein beitreten wollen.“ „OK“, sagt Chris, „wir gehen dann auch mal ins Bett. Gute Nacht, Mama, schlafe gut.“ „Das werde ich“, sagt sie, „sorgenfrei und froh, dass alles so ist, wie es ist. Gute Nacht, ihr beiden.“ Wir gehen hoch und ich bin noch gar nicht müde. Chris auch nicht, merke ich, als er sich oben an der Treppe von hinten an mich drückt. Da sind 2 geil, der Spaß unter der Dusche hat wohl Lust auf mehr gemacht und 10 Minuten später bin ich drin, nicht im Bett, da waren wir noch schneller, nein, im Schatz, genauer in seinem geilen Po und er stöhnt verhalten, als ich ihn langsam zu stoßen beginne. Eine lustvolle Stunde später, ausgepowert und sehr glücklich, schläft er in meinem Arm ein. Mein Herz ist so voll, wie mein Sack leer ist und auch ich bin glücklich. Wenn ich damals nicht auf die Party bei Remmers gegangen wäre…….nicht auszudenken, wenn ich ihn nicht kennengelernt hätte. Er ist mein Glück. Mit dem Gedanken drifte ich weg, ins Land der Träume, obwohl die Realität auch gerade wie ein fantastischer Traum ist.

Robin, Samstag , 13.11., 08:30 Uhr morgens im Bett

Als ich vor einer halben Stunde aufgewacht bin, hatte ich keinen guten Geschmack im Mund, ein leichtes Brummen im Kopf und eine mordsmäßige Latte, die schon fast weh tat, so hart war die. Ob das vom Alkohol kommt, überlege ich gerade. Da habe ich dann die Sache in die Hand genommen und richtig schnell gewichst. Trotzdem hat es wesentlich länger gedauert, bis ich heftig gekommen bin und es war wohl auch recht viel, was da auf meinem Bauch gelandet ist. Es war halt anders als es sonst ist und da kann es ja eigentlich nur am Alkohol liegen.
Von Dirk weiß ich ja auch mittlerweile vom Hörensagen, das er von Alkohol, speziell wohl von Bier immer extra geil wird. Also muss Alkohol schon die Lust auf Sex beeinflussen. Zuviel Alkohol soll laut Torsten eher kontraproduktiv sein, aber ein wenig vorher enthemmt wohl und das Stehvermögen scheint sich auch zu verbessern. Solche Gedanken am frühen Morgen lassen mich grinsen, ich weiß eigentlich immer noch viel zu wenig über Sex und über meinen Körper. Das muss ich alles Mal googeln, was es da so gibt und was in der Pubertät alles so passiert in meinem Körper.
Jetzt erst mal schnell ins Bad, bevor noch jemand hier rein schneit und meinen versauten Bauch sieht. Das heiße Wasser macht schnell wieder einen sauberen Robin aus mir und als ich angezogen bin, gehe ich rüber in die Küche, wo Mama wie fast immer Samstag Morgens, den Frühstückstisch gedeckt hat, für vier Leute heute, versteht sich. „Geh bitte mal hoch und ruf die zwei Großen, sonst sind die Eier nach her kalt, wenn sie später kommen“, sagt Mama. Mit Musik auf den Ohren, vom Smartphone, gehe ich ins Zimmer und …O HA, da geht gerade die Post ab. Matze saugt an Chris und umgekehrt. Sie fahren natürlich sofort auseinander und Chris reißt die Decke über sie beide.
„Kannst du nicht klopfen?“, fragt er. Ich muss grinsen. „Mama sagt, ihr sollt runter kommen, die Eier werden sonst kalt“, sag ich, „aber das sah mir eher nach heißen Eiern aus gerade eben und abschließen wäre eine Option, wenn man zufällig gerade ficken will.“ Ein Kopfkissen trifft mich und ich flüchte lachend nach unten, mit hoch erhobenen Stinkefinger. Ich glaube nicht, dass sie jetzt weiter machen und fünf Minuten später sitzen sie mit roten Nasen bei uns unten am Tisch. Die Eier sind noch warm und wohl nicht nur die auf dem Tisch….grins. Eine Erkenntnis hatte die Sache für mich was die Entwicklung meines Körpers angeht. Ich bin, was die Größe meines steifen Penis angeht, nicht mehr allzu weit von den Beiden weg, es ist also OK, so wie es ist.
Heute Nachmittag ist ja dann um 17 Uhr die Gründungsversammlung in einem Griechischen Restaurant in Bremen. Pauls Bruder ist wohl mit der Tochter des Hauses verlobt und da die einen großen Nebenraum haben, ist es dort und dieses Mal nicht in der Alten Luneschleuse. Im Anschluss, hat Jerome gesagt, gibt es dort auch Essen für alle. Griechisch, das hatte ich noch nicht, wenn man von Feta Käse mal absieht, also wieder etwas Neues für mich. Ich freue mich drauf, auch, dass ich dann in einem Verein bin, das gab es auch für den kranken Robin nicht. Es macht Spaß und da ich ja auch noch gut bin in diesem Sport, Matze und Alwin sagen das, freue ich mich echt auf das alles. Der Hammer ist dann natürlich die Halle. Wenn die mal fertig ist, dann ist es perfekt mit unserem Sport und dem Verein. Ich freue mich drauf.
Matze und Chris wollen laufen gehen, um den Unisee in Bremen und dann bei Matze zu Hause Mittagessen. Ich entschließe mich, bei Mama zu bleiben, mit ihr einkaufen zu gehen und ihr ein bisschen zu helfen.“Mama“, sag ich, nach dem Chris und Matze weg sind „wir können doch auch mal ganz unverbindlich nach einem Auto schauen, Du und ich. Kohle ist doch eigentlich schon da und wenn wir was finden, bei Micha im Autohaus, dann kann Herr Remmers bestimmt noch Prozente rausholen für uns. Komm, sei kein Frosch, wir machen das jetzt einfach.“
„Wenn du es willst, mein Schatz, dann machen wir das.“ Eine gute halbe Stunde später sind wir unterwegs. Zum Einkaufen gehen wir hinter her, wenn wir Autos gucken waren. Ein ganz Neues will Mama nicht, sondern einen guten Gebrauchten, einen Kombi wieder, vielleicht eine Nummer größer. Mal sehen, was sie denn da haben. Am Autohaus angekommen, parken wir im Hof und beim Aussteigen sehe ich Micha, der an seinem Bus schafft.
Ich rufe seinen Namen und winke und er kommt zu uns rüber. „Hallo Frau Wegmann, Hallo Robin, was verschlägt euch denn hier her zu uns?“, fragt er gleich. „Mama und ich wollen ein anderes Auto kaufen, unser Altes ist nicht mehr OK und bevor all die teuren Reparaturen los gehen, du weißt schon“, sag ich. „Ich bring euch zu unserem Fischerchen, der kann euch alles zeigen“, sagt er und läuft vor uns her zum Verkaufsraum. Wir folgen nach und Micha stellt uns Herr Fischer vor, nicht ohne ihm zu sagen, dass Mama eine Freundin von Frau Remmers vom Lloyd ist. Dann geht Micha zu seinem Bus zurück.
Herr Fischer fragt nun Mama, was sie sich denn so vorgestellt habe, was an Auto es denn sein sollte. „Bis jetzt hatten wir einen Astra Kombi und ein Kombi soll es auch wieder sein“, sagt Mama.
„Dann folgen sie mir mal bitte“, sagt er und läuft vor uns her auf einem weißen A4 zu, „dort drüben stehen unsere Kombi. Ich hätte da eine schönen A4, der ist knapp zwei Jahre alt, weiß, Benziner, mit 160 PS, ein Sondermodell, Ambiente heißt der, Scheckheft gepflegt. Der gehörte einer Dame, hat 67.000 Kilometer gelaufen, ist Unfall frei und topp gepflegt. Der würde um die 19.000 Euro kosten, mal sehen, was Herr Koch da noch machen kann.“ Der Wagen sieht toll aus und egal, was Mama sagt, den werden wir wohl nehmen.
Ich nehme mein Handy, während uns mit dem Herr Fischer zu seinem Chef laufen und wähle die Nummer von Frau Remmers. Als sie dran geht und „Hallo, Robin, ist was passiert?“ fragt, erzähle ich, wo ich gerade mit Mama bin und was wir hier wollen. Jetzt betreten wir Herrn Kochs Büro während Lis nun Carl August ans Handy geholt hat. Fischerchen trägt vor und Carl August sagt: „Gib mir mal den Koch.“ Der guckt erstaunt, als ich ihm mein Handy hin halte, nimmt es aber dann ans Ohr und sagt: „Koch“ und dann: „Ah, guten Morgen Carl August.“ Jetzt hört er zu, nimmt einen Stift und schreibt auf: „Ja, habe ich verstanden, selbes Modell, selbe Farbe“, und dann: „ sechs Wochen“, und dann wieder: „OK, mache ich, danke Carl August, bis bald, Tschüss und Gruß an die Frau.“ er drückt auf aus, hält mir das Handy hin und sagt dann: „Frau Wegmann, ich gebe ihnen das Auto für 14.000, wenn das für sie OK ist, dann gehört der Wagen ihnen.“
Fischerchen schläft das Gesicht ein, als er den Preis hört. Ich gucke Mama an, nicke dann und sage zu Herrn Koch: „OK, den nehmen wir.“ „Fischer“, sagt Herr Koch, „2 A6 Kombi, Diesel, selbes Modell wie sonst für den Lloyd, alles wie immer, freue dich. Mach den beiden hier den Vertrag, denk an die Vollmacht zum Zulassen und sprecht euch ab, wann sie ihn abholen können. Den alten Wagen nehmen wir in Zahlung für 500,00 Euro und fünf Winterreifen auf Felge, den können sie hier lassen, wenn sie den Anderen abholen. Es war mir ein Vergnügen, gnädige Frau“, sagt er und gibt uns zum Abschied die Hand.
Fischerchen bringt uns hinaus, nach dem alle Formalitäten erledigt sind. Am Mittwoch können wir das Auto am frühen Nachmittag abholen. Ich gehe noch mal zu dem Wagen, mache Bilder von allen Seiten mit dem Handy. Und dann gehen wir zu unserem gelben, alten Astra zurück. Micha fragt, wie es gelaufen ist und er freut sich mit uns über diesen geilen Kauf. Mit Mama auf dem Weg zum Einkauf schicke ich Bilder vom Auto an Chris und Matze, aber auch an Lis Remmers mit einem Danke schön für die tolle Unterstützung

So, das war einhundert neun, ich hoffe, es hat euch gefallen. Die ein oder andere Rückmeldung wäre schön.
Bis bald, Niff

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Ein Gedanke zu „Traumschiff – Teil 109

  1. Hi Hermann,

    Also es macht immer wieder Spaß, zu lesen, ist nie langweilig. Bin gespannt auf die Fortsetzungen.

    Viele liebe Grüße

    Andi

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