Jul 24

Traumschiff – Teil 112

Radebeul… Robin in Love… Erbe 1… Kampf um 2… Baubeginn… neues Blut

Sergej, Sonntag, 21.11.2010, Abend, mit Jerome in der Wanne, etwa 21:30 Uhr, wieder mit Champagner

Es war ein toller Sonntag, das heißt, er wird gerade noch toller. Mein Schatz kniet, vorn über gebeugt vor mir in der Wanne und meine Zunge leckt gerade seine mit Schampus beträufelte kleine braune Rosette, die sich bestimmt auf den zu erwarteten Besuch freut.

Der Besuch ist hart, sehr hart und hat schon einen Regenmantel an, der soll ihn vor feuchten Einflüssen beim Besuch der vor ihm liegenden Höhle schützen und auch, um zu verhindern, dass er in die sauber gespülte und geleckte Höhle kotzt.

Der Tag fing mit einem opulenten Frühstücksbuffet an, bevor wir dann zu Opa und Oma gefahren sind. Nach einem Spaziergang mit Boris, Anke und Flipp, etwa sechs Kilometer bis hoch in die Weinberge, haben wir dann bei Oma gegessen, die Dresdener waren auch alle da.

Um 13:30 Uhr ging es dann mit alle Mann, sogar Oma kam mit, auf den hiesigen Fußballplatz, wo nach der erstem. Mannschaft Boris dann mit der ersten Mannschaft auf lief. Zu Gast war ein Verein aus Pirna, der einen mittleren Tabellenplatz inne hatte, während die Heimmannschaft auf dem vierten Rang stand, nachdem sie in der Saison zuvor ja gerade erst aufgestiegen waren.

Wer normalerweise aus der Vip Lounch Bundesliga guckt, für den sind Spiele in so kleinen Klassen oft nicht interessant, aber hier und heute ging es gut rund und es fielen auch einige Tore. Zunächst aber hielten sich beide Mannschaften abwartend zurück, bis die Gäste nach einem geradezu krassen Abwehrfehler der Heimmannschaft zum überraschenden 1:0 Führungstreffer kamen.

Jetzt waren auf einmal alle wach und das Spiel gewann an Klasse. Radebeul erspielte sich drei gute Chancen zum Ausgleich, aber der gegnerische Torhüter hatte einen Supertag heute. Es blieb bis zur Pause beim 1:0 für die Gastmannschaft.

Kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit gesellte sich ein Junge zu uns, zu Anke und ihrem Vater, den ich von früher kannte. Ulli Kern, Sohn eines Weinbauern, bei dem ich im Urlaub mal geholfen habe, um mir den 1. Rechner zu kaufen.

Ich ziehe Jerome mit in Ullis Richtung und lege diesem von hinten eine Hand auf die Schulter. Er drehte sich zu uns um, erkannte mich, lachte mich an und sagte; „Hi, Sergej!“, guckte aber dann sehr aufmerksam zu Jerome und musterte ihn, bevor er sich wieder mir zu wandte und meine Hand ergriff.

„Schön, dich mal wieder zu sehen. Boris hat mir erzählt, das du in Bremerhaven wohnst und ich vermute wohl richtig, dass das hier dein Freund ist, oder?“ Er hat absichtlich nicht laut gesprochen und ich nehme Opa jetzt den Flipp ab und sage zu Ulli und Jerome: „Kommt mit, lasst uns ein bisschen außen um den Platz laufen, da können wir reden und wenn es weitergeht nach der Pause, können wir auch wieder weiter zu gucken.“ Jerome geht zu Mama und holt Vanessa und setzt sie auf seine Schultern und folgt Ulli und mir und dem Hund.

Ulli wirkt ein bisschen nervös und so spreche ich ihn einfach direkt an: „Boris hat dir ja bestimmt erzählt, das ich einen Freund habe, eben Jerome hier, den ich zufällig vor sechs Monaten kennen gelernt habe. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, das ich schwul bin und es war schon sehr aufregend am Anfang. Für uns beide ist es die Erste, aber auch wohl die große Liebe und wir sind sehr glücklich miteinander, mein Schatz und ich.“

Sein Gesicht hat sich verdunkelt, traurig guckt er, als er sagt: „Meine große Liebe wurde von einem Traktor zerquetscht und ich konnte mich noch nicht mal richtig von ihm verabschieden.“ Ich lege meinen Arm um ihn, versuche, ihn zu trösten.

Er tut mir schon leid, der Ulli und ich sag leise zu ihm: „Du musst dich mal zu Hause outen, das ganze Versteck spielen bringt auf Dauer nichts, du wirst immer älter, bist einsam und es hindert dich ja auch massiv dabei, jemanden näher kennen zu lernen.

Es wird bestimmt nicht so schlimm werden, wie du es befürchtest, du bist doch der einzige Sohn. Wer soll denn später das Gut machen, wenn nicht du und dann musst du Kontakte aufbauen, damit du eine Chance hast, einen lieben Freund zu finden.

Was sagen denn deine Eltern, wenn etwas Schwules im Fernsehen ist oder was in der Zeitung steht? Wie sind denn ihre Reaktionen, sind sie sehr fromm oder eher weltoffen? Du musst da doch schon was wissen, wie sie allgemein dazu stehen.

Es gibt im Internet Portale wie dbna oder Lambda, da sind bestimmt auch schwule Jungs aus der Landwirtschaft, vielleicht auch aus dem Weinanbau. Theoretisch könnten sogar hier in diesem Weinanbaugebiet schwule Jungs sein, Ankes Bruder und du ihr seid doch auch Nachbarn gewesen.

Vom zu Hause herum sitzen und Trübsal blasen kommt keiner, der dir gefallen könnte und du ihm. Du siehst echt gut aus, hast einen guten Beruf und auch eine gesicherte Zukunft und einen echt geilen Arsch noch dazu.“, sag ich lachend, „was dir fehlt, ist ein Schatz, aber der kommt eher selten von ganz allein.

Ohne Kontakte zu anderen schwulen Jungs wird das nichts. Das heißt natürlich nicht, das du jetzt leichtsinnig sein sollst, man muss schon aufpassen im Internet, nicht soviel preis geben von sich und Treffen mit entsprechender Vorsicht. Boris würde dich auch bestimmt begleiten bei einem ersten Date.“

Jetzt sind wir auf der gegenüber liegenden Seite des Platzes und die Mannschaften kommen zurück.

Hier an der Barriere stehen Fußballer der gegnerischen zweiten Mannschaft, gegen die Ulli vorhin noch gespielt hat

Man kennt sich natürlich, spielt ja zweimal im Jahr in der Liga und dann noch auf verschiedenen Sportfesten zusammen. Diese Jungs haben den Ulli und uns jetzt gesehen und witzeln über den Rückstand der Heimmannschaft. Wir gehen näher an die Barriere und schauen jetzt von hier aus zu.

Es dauert mal gerade fünf Minuten, bis Boris aus 8 Metern den Ball ins Netz klatscht … Ausgleich.

Die Jungs aus Pirna werden ruhiger und einer, ein hübscher, schwarzhaariger Twink, sagt zu Ulli: „Der Torschütze, der ist doch noch gar nicht so lange hier bei euch, gell.“

„Ein paar Monate erst, er ist noch keine achtzehn und kommt aus Dresden. Er ist hier zu seinem Opa gezogen, macht dort eine Lehre. Wir sind befreundet und der Junge hier“, er zeigt auf mich, „das ist sein Bruder, der aber in Bremerhaven wohnt.“

„Der spielt gut, da gibt es nichts und wenn unsere Koryphäen den weiter so frei agieren lassen, dann……da, Scheiße, zu spät.“ Boris hat wieder getroffen und nun führt die Heimmannschaft. Die Jungs aus Pirna schimpfen auf ihre ersten Mannschaft, das sie sich so dumm anstellen und nach der Führung in Rückstand geraten. „Den muss man ganz eng decken, ganz eng“, sagt der Schwarzhaarige. Jetzt kommen vier Leute vom hiesigen Verein her mit zweiten, zum Teil vollen Getränkekisten und bieten Getränke an. Ein Bier wäre jetzt nicht schlecht und meine Augen wandern fragend zu Jerome. Der nickt kurz zustimmend, Blicke genügen uns eben.

Der kleine Schwarze steht jetzt dicht bei Ulli und so ordere ich vier Bier bei den Jungs und für Vanessa eine Limo.

Nach dem ich bezahlt habe, verteile ich die Getränke und sage Prost. „Na, da bin ich ja nicht ganz umsonst nach Radebeul gekommen. Wenigstens ein Bier hab ich abgestaubt, Danke“, sagt er und lacht dabei. Wir stoßen an und dann trinken wir, als lauter Jubel das 3:1 begleitet.

Dieses Mal hat Boris vorgelegt. „Haste den Pass gesehen“, sagt der Schwarzhaarige, „der Stürmer brauchte nur noch die Nuss hinhalten, Tor, einfach Klasse der Junge.“

„Boris heißt er, Boris Radic“, sagt Ulli. „Ich heiß Erich“, sagt der Kleine und Ulli stellt sich auch vor. „Ich bin Sergej und das ist Jerome“, sag ich, „die Kleine ist meine Schwester Vanessa.“ „Wie kommst du denn nach Bremerhaven und was machst du dort?“, will der Kleine wissen.

Ich schildere kurz die Sache mit der Lehre und den Plan mit dem Job auf dem Schiff, sag aber auch, das ich jetzt BWL studiere in Bremerhaven.

Damit ist seine Neugier an meiner Person erst mal gestillt und er beginnt nun damit, Ulli aus zu fragen. Als Ulli erzählt, das sie Wein anbauen, erzählt er, das seine Eltern einen Weinhandel in Dresden betreiben und das er seit dem letzten Semesterbeginn Betriebswirtschaft in Dresden studiert.

In Pirna Fußball spielt er Fußball, weil er seit fünf Jahren dort bei Opa und Oma wohnt, auch jetzt noch immer. Er hat ein kleines Auto vom Opa bekommen hat zum Studienbeginn. Nach Pirna ist er, weil er in der Pubertät und auch danach zu Hause ernsthafte Probleme mit seinem Vater hatte.

Diese Aussage des Erich lässt mich aufhorchen, sein Ohrschmuck und die Enden eines Tattoos oben am Kragen, seine schicke Kleidung mit einer Hose, die seinen Arsch sehr betont und auch sonst von meinem Gefühl her, könnte er durchaus auch schwul sein.

Ich überlege gerade, wie ich mir Gewissheit verschaffen kann, ob ich richtig liege mit meiner Vermutung, als er mich fragt, warum ich denn jetzt studiere, wo ich doch aufs Schiff wollte.

„Ich habe mich heftig und unverhofft verliebt“, sage ich, „da war das mit dem Schiff und die damit verbundenen, oft Monate langen Trennungen keine Option mehr. Mein Schatz ist mir wichtiger gewesen als der Dampfer.“

„Und wo haste du sie denn, deine Traumfrau, ist sie auch hier?“, fragt er.

„Ich erinnere mich nicht, von einer Traumfrau gesprochen zu haben“, sag ich und schiele auffällig zu Jerome

„Was heißt das denn jetzt genau“, will er wissen.

„Das kannst du dir aussuchen, Erich“, sag ich grinsend, „die Fragestunde ist jetzt beendet. Ich mag es nicht so gern, wenn man mir Löcher in den Bauch fragt.“

„Sorry“, sagt er, „das ist so eine Marotte von mir, immer alle neuen Gesichter aus zu fragen.“

„Ich suche mir ihn aus“, sagt er dann, auf Jerome deutend, „ich denke jetzt mal, er da, der Hübsche mit der Schwester, das ist das besagte Schätzchen.“

Ich bin kurz sprachlos, er sagt sofort hinter her: „Ich verrate nichts davon, ehrlich, das würde ich nicht tun, aber ich denke, ich liege mit meiner Einschätzung richtig, ist ja egal.“

„Eben“, sag ich, „das geht nur uns was an und vielleicht noch unsere Familien, aber da ist echt alles OK.“ „Schön für Euch“, sagt er, „nicht jeder hat so ein Glück dabei, wie ihr es habt.“

Zu Ulli sagt er: „Bist du auf Facebook? Wenn ja, kannst du mich ja adden, wenn du willst?“

Er holt zwei Kärtchen aus dem einen Seitenfach seiner Sporttasche, gibt eine dem Ulli und eine mir mit den Worten: „Eins für euch nach Bremerhaven, wenn du willst? Wäre nett, mal wieder was zu hören von euch, ich kenne nicht viele Jungs, die fest zusammen sind.

Wenn ihr nochmal zu Besuch kommt, können wir ja mal in Dresden was unternehmen, das würde mich freuen. Es gibt da schon einige Lokalitäten, die nett und interessant sind, auch speziell, wenn de weißt, was ich meine.“ Ich denke für mich, das war mehr als deutlich, ich bin mir jetzt fast sicher, das er schwul ist.

„Erich“, ruft einer von seinen Mitspielern, „los komm her, wir hauen ab, das Spiel ist verloren und eh gleich aus. Wir wollen in Pirna noch was trinken, komm.“

„Ich muss los“, sagt er, „war nett, euch kennen zu lernen. Du, Ulli, melde dich einfach mal bei mir und ihr, kommt gut zurück nach Bremerhaven.“ Er schnappt seine Tasche und rennt seinen Kumpels hinterher. Wir gehen weiter um den Platz und kommen mit dem Schlusspfiff wieder bei der Familie an.

Sieg für Radebeul, 3:2 und Boris hat zwei versenkt und eins aufgelegt, toll und jetzt gehen wir natürlich auch alle ins Sportlerheim und trinken was.

Bevor wir später heim fahren zur Oma sag ich dem Ulli, das ich vermute, das der Erich auch auf Jungs steht und das er sich ruhig mal mit ihm treffen kann, nur sie beide und dann reden. Er scheint ja ein netter Kerl zu sein. Vielleicht wird ja was draus.

Ulli schaut mich natürlich total erstaunt an, aber nach dem ich meine Vermutung so gut ich kann, begründet habe und Jerome sich genau so äußert, schaut er ein bisschen hoffnungsvoll. Wir tauschen nun auch unsere Nummern mit ihm und er soll uns auf jeden Fall auf dem Laufenden halten, wenn sich was ergibt. Später bei Oma gibt es Abendbrot und dann, so gegen 20 Uhr, löst sich die Familie wieder auf.

Papa hat morgen den ICE nach Hamburg, hin und zurück, Boris und Opa gehen arbeiten, die Mädchen gehen zur Schule und wir werden, nach einem schönen Abend im Hotel, Morgen, am frühen Nachmittag, wenn wir bei Oma zu Mittag gegessen haben, auf die Autobahn fahren, nach Hause zurück. Ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Wochenende war das und zur Krönung des angefangenen Abends schiebe ich mich jetzt langsam vor und meine Sinne konzentrieren sich auf das Wesentliche und das ist jetzt der göttlichste Po Bremerhavens. Es gefällt ihm sehr, das höre ich. Mit langen, nicht zu schnellen Stößen treibe ich unsere Erregungskurven nach oben, bis wir dann schwitzend und stöhnend beide von der Klippe stürzen in einen Strudel der Lust, nur wir zwei. Es ist immer wieder so geil und so gut, besonders wenn man sich so liebt, wie wir es tun.

 

Philipp, Sonntag, 21.11.2010, 14:00 Uhr in der Klinik, auf dem Bett, mit einem Tablett im Internet.

 

Tag 29 nach der Spende, es wird fast jeden Tag ein bisschen besser, Dr. Brandt ist sehr zufrieden mit der Entwicklung und ab morgen soll ich sogar schon anderes Essen bekommen. Mein Team, allen voran Rüdiger haben mich in den letzten vier Wochen mit viel Einsatz gepflegt und begleitet. Die anfangs sehr strenge Abschottung zur Restklinik und nach draußen lockert sich seit zwei Tagen, was den Zutritt zu meinem Zimmer angeht.

Durften in den ersten Wochen außer Rüdiger und Doktor Brandt nur vier speziell geschulte Kräfte und auch nur, wenn ich jemanden benötigte, in meinen Raum, so sind es mittlerweile ein paar mehr geworden, die nach passieren der Schleuse zu mir rein dürfen.

Trotz Tablet, Smartphone und Fernsehen ist es oft stinke langweilig hier und es wird Zeit, das ich hier rauskomme. Das kann aber im schlimmsten Fall, so Dr. Brandt, noch bis ins nächste Jahr dauern und hängt von der Bildung eines neuen Immunsystems ab, das oh Wunder natürlich auch einige Impfungen nach sich zieht, da der Impfschutz mit dem alten Blut auch praktisch gestorben ist.

Seit einer Woche kommen von Montag bis freitags jetzt auch zwei Physiotherapeuten, einer am Vormittag, einer kommt nachmittags und es wird jetzt richtig trainiert.

Ein Deuser-Band, zwei kleine Hanteln von drei Kilo und eine Bodenmatte habe ich jetzt, steril, wohl gemerkt im Zimmer und die beiden, morgens eine Sie, Anette und am Nachmittag ein er, Detlev, fordern mich ganz schön und ich merke, wie schwach und ungeübt ich geworden bin. Samstag und Sonntag mache ich auch einiges an Übungen, selber für mich, ohne Anleitung, Zeit ist ja genug da.

Mit Oma telefoniere ich nun, da sie weg ist nach Bremen, fast täglich, sie will immer genau wissen, wie und was hier bei mir läuft. Wir reden viel, auch über Opa oder Mama, Gernot und auch öfter mal über Noah, der jetzt einem Karateclub beigetreten ist, den er und noch einige Jungs und Mädels in Bremen gegründet haben. Sein Freund, dieser Enrico, ist auch in dem Verein, sogar seine Eltern und Oma sind da drin. Wenn ich hier raus komme, gesund bin, werde ich Oma besuchen und auch Noah und Familie.

Das mit dem Verein, das finde ich cool, so was würde ich auch gerne machen, Karate mein ich. Oma hat mich, wenn ich die Klinik verlassen darf, zu sich in ihr neues zu Hause eingeladen. Sie hat ein Gästezimmer und ich soll mal für ein paar Tage bleiben und mich bei ihr weiter erholen. Ich werde ja auch bestimmt noch eine Rehamaßnahme bekommen, wenn ich aus der Klinik entlassen werde. Mal sehen, wo es da hingeht.

Ich bin schon sehr froh, dass es jetzt richtig bergauf geht, ich weiter leben darf und kann, nach dieser heimtückischen Krankheit, die so schleichend angefangen hat und die Opa mir wohl weg beten wollte. Das wäre beinahe voll in die Hose gegangen und hätte mir beinahe einen weißen Sarg eingebracht, wenn Gernot nicht auf den Tisch gehauen hätte.

Das ist gerade noch mal gut gegangen und mein kindliches Verhältnis zu Gott und Religion hat tiefe Risse bekommen, Zweifel an Opas Überzeugung vom allmächtigen Vater, der seine Kinder beschützt und so. Tod wäre ich, wenn mein Vater nicht diesem Spuk endlich und wohl auch gerade noch rechtzeitig ein Ende gemacht hätte.

Ich werde ihm ewig dankbar sein, auch wenn es keine absolute Gewissheit gibt, dass der Scheiß nicht irgendwann wieder kommt. Bei jungen Menschen ist die Aussicht auf dauerhafte Heilung sehr gut, hat Doktor Brandt gesagt und auch Rüdiger meint, dass es bei mir von Dauer ist und ich keinen Rückfall in den nächsten 5 Jahren bekomme, danach gilt es als endgültig geheilt. Hoffen wir, das die neuen Stammzellen resistent gegen diese Krankheit sind und ich nun ein Leben ohne so was oder ähnliche Krankheiten vor mir habe.

Das mit der Konfirmation im nächsten Frühjahr werde ich mir noch genau überlegen, mein Glaube hat schwer unter der ganzen Geschichte gelitten. Wir waren immer fromm, anderen manchmal zu fromm und deswegen wurde ich auch schon gehänselt in der Schule. Selbst Lucas war es manchmal zu viel, zum Beispiel wenn es um die Mädchen ging und die Spekulationen über Sex.

Selbstbefriedigung ist eine große Sünde, hat Opa immer gepredigt und wenn Lucas mich zum „Wichsen“, wie er das nannte, überreden wollte, bin ich immer abgehauen, wollte nicht sündigen.

Wenn er davon geschwärmt hat, wie toll das ist, habe ich meine Ohren zu gehalten und wenn mein Penis morgens mal steif war, habe ich kalt geduscht. Nacktheit gab es zu Hause nur, wenn man alleine im Bad war, sonst nicht und als ich sieben war, durfte meine jüngere Schwester auch nicht mehr mit mir zusammen in die Badewanne, weil Opa das wohl mitbekommen und Mama richtig Frechheiten gemacht hat.

Bei Lucas, er hat zwei ältere Schwestern, habe ich mal in einer Zeitschrift, BRAVO hieß die, nackte Jungs und Mädels gesehen, so in verschiedenem Alter, zuerst glatt, dann mit Haaren unten und dann auch welche, die wieder glatt, also rasiert waren, nehme ich an.

Wenn Mama oder Opa davon gewusst hätten, wäre jeder weitere Umgang mit Lucas Geschichte gewesen. Für das darüber hinaus vorhandene Wissen über Liebe und Fortpflanzung waren halt die Kenntnisse aus der Schule vorhanden und über dieses Schwul sein habe ich ja einiges von Gernot erfahren, allerdings keine Details und nach zu fragen, habe ich mich nicht getraut.

Vielleicht kann ja Lucas da auch weiter helfen, wenn nicht, muss ich mal das Internet bemühen, man will ja auch darüber Bescheid wissen, vor allem, wenn man eine Cousin hat, der einen Jungen liebt und dessen Eltern und Oma ja wohl auch, akzeptieren das ohne Probleme.

Ich glaube, ich werde mal das Internet durchsuchen, um mehr zum Thema Sexualität überhaupt zu erfahren, viel mehr als den Zeugungsvorgang, nüchtern und ohne genaue Einzelheiten, bekommt man ja auch in der Schule nicht vermittelt.

Zunächst suche ich mal eher so Aufklärungsseiten wie Bravo oder sowas in der Richtung. Ich werde vielleicht auch Lucas nach Seiten fragen, der weiß da bestimmt etwas.

Was Ficken ist und auch ungefähr, wie das abläuft, hat Lucas mir schon verklickert, allerdings kennt er das auch nur theoretisch, von seinem Wichsen mal abgesehen. Er hat auch schon mal erzählt, dass er mit Henrik und Richard, zwei Schulkameraden von uns, zusammen gewichst hat, Lukas hat da nicht solche Hemmungen, wie ich, aber seine Familie ist auch nicht so fromm. Von seiner ältesten Schwester hat er erzählt, dass sie mit ihrem Freund rum gemacht und echt laut gestöhnt hat dabei. Opa hat immer gepredigt, das das nur zwei miteinander Verheiratete machen dürfen und auch nur, um Nachwuchs zu bekommen.

Ich werde mich jedenfalls mal genauer informieren zu dieser Thematik. Schließlich will man ja nicht dumm sterben und Mama, die brauch ich so was nicht zu fragen, obwohl, meine Schwester und ich sind ja bestimmt nicht beim Halma spielen entstanden.

Jetzt beginnt die Besuchszeit, ich mach das Tablet aus, leg es in den Schrank neben dem Bett, Mama wird gleich kommen, heute ohne meine Schwester und Gernot, die kommen erst später. Meine Schwester spielt in einem Musikverein Klarinette und da ist heute ein Fest im Nachbarort, wo sie spielen müssen.

Gernot ist mit ihr dort hin und wenn sie fertig ist mit Spielen, dann kommen sie hier her. Lucas kommt erst gegen 16 Uhr her, dann sind nicht so viele da und Mama, die gehen dann immer. Dann kann ich wenigstens mit Lucas über alles reden, das geht mit Mama nicht so gut.

Ich kann den Tag meiner Entlassung kaum erwarten, es ist schon fast wie ein Gefängnis, trotzdem bin ich froh, dass man mir hilft. Besser ein wenig Knast als tot, wenn man vom Leben noch gar nicht so viel mit bekommen hat, gerade jetzt, in dem Alter, in dem alles doch deutlich interessanter wird.

 

Robin, Sonntag, 21.11. 2010, 22:00 Uhr, im Bett rundum zufrieden , mit sich und der Welt.

 

Mama hat gerade erst mein Zimmer verlassen. Sie hat über eine halbe Stunde auf meinem Bett gesessen und meine Hand gehalten und wir haben über die letzten Jahre, speziell über die ersten zwei und die letzten zwei meines Lebens geredet.

Es war schön, nur wir beide, voller Freude über all die schon fast wunderbaren Ereignisse und Dinge, die unser Leben so verändert haben. Die lange, von Ängsten und Sorgen bestimmten Jahre haben uns drei, Chris, Mama und mich zu einer Einheit verschweißt, uns untrennbar zusammen wachsen lassen, wie es selbst in anderen Familien eher selten ist.

Deshalb wirft uns auch der unerwartete Geldsegen nicht aus der Bahn, wir drehen nicht am Rad, flippen nicht aus, oh nein, wir genießen es, nach Auflösung der gesundheitlichen Probleme nun auch nicht mehr auf jeden Euro und Cent achten zu müssen. Der Investitionsstau an unserem Haus, Fenster, Dämmung, Dach und zwei moderne Bäder werden jetzt angesichts der Kohle aus Amiland nicht mehr nur ein Traum bleiben, nein, es wird gemacht werden und zwar fachmännisch und gut.

Ein ordentliches Auto hat Mama ja schon bekommen und Chris werden wir im Studium selbstverständlich auch unterstützen.

Die zu erwartende Geldmenge, so hat Winstons Vater es genannt, lässt noch auf etliche Dollar hoffen und mit einem Folgespiel werden wir uns umgehend beschäftigen, dessen Rechte ja auch schon verkauft sind und die Lieferung wird im ersten Halbjahr 2011 von uns erwartet. Das schaffen wir zwei bestimmt, nach den Erfahrungen bei der Programmierung des ersten Spiels dürfte es jetzt doch schneller gehen. All diese tollen Dinge treten aber in den Hintergrund, verblassen förmlich, wenn ich an den Roland denke und das ist sehr, sehr oft der Fall.

Der Junge hat mein Leben im Hand umdrehen gehörig auf den Kopf gestellt, etwas, das ich bei unserem Picknick am See noch nicht für möglich gehalten hätte. Meine Gefühle haben sich verselbstständigt, meinen Verstand einfach ausgetrickst und als wir auf seinem Zimmer anfingen, uns zu küssen, da war alles zu spät.

Gut, dass wir uns nicht an die Hosen gegangen sind, wer weiß, wo das geendet hätte und vielleicht wären die Kondome von Chris doch zum Einsatz gekommen. Es ist so plötzlich passiert mit mir, wie wenn man einen Schalter umlegt.

Wir sind aber dann doch vernünftig geblieben, wollten nichts überstürzen, haben gekuschelt, Bauch und Brust gegenseitig unter dem Pulli gestreichelt und das Knutschen miteinander geübt und genossen.

Es waren vollkommen neue, sehr intensive und geil machende Gefühle und es war uns wohl bewusst, dass der andere einen Mordssteifen hatte, aber wir haben ihn nicht berührt, obwohl die Versuchung sehr groß war.

Nach etwa einer Stunde hat es dann an die Türe geklopft und nach dem wir uns hoch gesetzt haben und Roland „Herein“ gerufen hat, kam Ria, seine Schwester in sein Zimmer.

„Ihr habt ganz verknautsche Lippen und Roland, du hast am Hals einen Knutschfleck, wie süß.“  sagte sie, als sie auf dem Stuhl vor dem Schreibtisch Platz genommen hat. Ich fuhr zart über den von mir an seinem Hals hinterlassenen Fleck und Roland grinste dazu.

„Das ist der Erste in meinem Leben“, sagte er mit Stolz, nahm mir das nicht krumm oder war beleidigt deswegen. „Nach her mache ich dir auch einen, versprochen“, sagte er grinsend und der Gedanke an einen Knutschfleck von ihm störte mich kein bisschen.

„Wie wollt ihr euch denn ab Montag in der Schule verhalten, habt ihr darüber schon nachgedacht?“, fragte uns seine Schwester jetzt. Hatten wir nicht und so sagte ich: „Ich möchte, das Roland morgen zu mir nach Hause kommt.

Dort können wir mit Chris und Mama reden, wie wir uns verhalten wollen“, sagte ich, „euer Vater hat ja schon gesagt, dass wir uns in der Öffentlichkeit vorsichtig verhalten sollen. Meine Freunde in der Schule sind auch nicht provokant schwul, benehmen sich, wie andere auch und das werden wir zunächst wohl auch machen, oder?“, frage ich Roland.

Der nickt und ich Fahre fort:“ Ich hätte es natürlich gern, wenn Roland jetzt in den Pausen zu uns dazu kommt, denn er soll und wird meine Freunde kennen lernen, spätestens dann, wenn er in den Karateverein eintritt.“

„Was für ein Karateverein?“, hat Ria dann gefragt und ich habe Roland gebeten, sein Notebook an zu machen. Es war ein Apple, wie das von Ole und nach dem es hochgefahren ist, haben wir die Web-Seite des Vereins aufgerufen und Ria alles gezeigt.

Ihr Interesse war ehrlich und auf die Frage, ob sie da auch mitmachen könne, sagte ich, dass sie auch einen Antrag ausfüllen, ausdrucken und unterschrieben an die Vereinsadresse schicken muss.

Da es ein Verein mit vielen schwulen Jungs ist, hat der Vorstand das Recht, über die Aufnahme eines jeden neuen Mitgliedes zu entscheiden, um homophobe Mitgliedschaften von vorne herein auszuschließen.

Wenn sie mit der auf der Webseite nachlesbaren Satzung einverstanden ist, soll sie das auf dem Antrag ankreuzen und den unterschrieben wegschicken. Wenn sie es noch macht, bevor ich nach Hause fahre, Roland auch, nehme ich die Anträge mit und gib die am Montag bei Ole ab.

Beide haben das dann gemacht, Rolands Mama hat seinen Antrag auch unterschrieben und ich habe sie wie versprochen später um 21 Uhr mit zu uns nach Hause genommen.

Ria hat uns dann später wieder allein gelassen und wir haben unsere Erfahrungen im Küssen vertieft, auch ich habe jetzt unter dem linken Ohr, ziemlich unten am Kragen, eine Knutschfleck, aber das macht mir nix.

Beim Abendbrot essen hat auch niemand ein Wort über die zwei deutlichen Male unserer gegenseitigen Zuneigung gesagt und auch Mama zu Hause hat dazu diskret geschwiegen. Nicht so Chris und Matze, die haben heute Morgen, als sie von Bremen kamen, schon ein bisschen gestippelt, was mir aber gerade mal am Arsch vorbei ging.

Ich hatte Roland für um 14 Uhr eingeladen und weil es geregnet hat, hat Ria ihn mit ihrem Ford Ka zu uns gebracht und wollte ihn auch um 21 Uhr abends wieder abholen.

Wir waren bis aufs Kaffeetrinken, Mama hat Käsesahnetorte gemacht, und um 19 Uhr beim Abendbrot, in meinem Zimmer, haben viel Zeit am Rechner verbracht, mit Winston und John Ephraim geskypt und zwischendurch immer ein bisschen geknutscht und über den Kleidern gefummelt.

Ich denke, dass wir schon beide mehr wollten, es aber auch nicht überstürzen wollten und auch ohne nackte Tatsachen war es ein toller Nachmittag. Raus konnte man nicht, es regnete den ganzen Tag, aber wir waren voll happy zusammen. Mama findet Roland sehr nett und auch Chris und Matze, die mit uns Kaffee getrunken und auch zu Abend gegessen haben, finden ihn voll OK.

Darüber, dass ich jetzt auch einen Freund habe, zumindest also Bisexuell bin oder sogar schwul, darüber hat hier heute keiner ein Wort verloren. Morgen in der Schule müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht einfach küssen, das wird nicht leicht, muss aber wohl sein.

Küsse und bestimmt auch bald mehr gibt es, wenn wir allein sind, bei ihm oder bei mir und da wir uns ja schon richtig geküsst haben, lass ich ihn, wie vorhin unter der Dusche, nun auch nackt in mein Kopfkino und stelle mir vor, das er das auch tut, WOW, war das spritzig, man, man….

Das Handy geht, er ist dran und will mir eine gute Nacht wünschen. Ich freu mich, sag das auch und sag dann: „Ich mag dich, Roland, ganz doll und ich freu mich sehr auf morgen, wenn du in der Schule bei mir sitzt.“ „Ich mag dich auch ganz doll, Robin, ich bin so froh, dass wir jetzt zusammen sind und ich freu mich auch auf Morgen. Schlaf gut und träum von mir“, sagt er. „Gute Nacht“, sag ich und drück ab. Ich bin so verliebt, man, und das ging alles so wahnsinnig schnell.

Morgen muss ich dem Boris schreiben, ich bin gespannt, was der sagt. Ole habe ich heute Nachmittag schon geschrieben, dass Roland und Ria in unserem Verein Mitglieder werden wollen. Natürlich wollte er wissen, wer die beiden sind und so habe ich das dann auch genau erklärt, was mich mit den Beiden verbindet.

Ole hat mir und Roland alles Gute gewünscht und gesagt, dass das mit der Aufnahme schon in Ordnung geht. Morgen, in der Schule werde ich den anderen meinen Roland, das ist er ja wohl jetzt, vorstellen und er wird bestimmt willkommen sein bei meinen Freunden. Ob wir jetzt immer zusammen Hausaufgaben machen? Ich denke schon, vielleicht abwechselnd bei ihm oder bei mir. Auf die Möglichkeit, bei Remmers Aufgaben zu machen, werde ich wohl nur noch selten zurück greifen. Das wird jeder dort verstehen, denk ich.

 

Kevin, Montag, 22.11.2010, abends um 18:30 Uhr beim Essen nach dem Training in der WG, fast alle Freunde sind anwesend.

 

Ich habe jetzt mal einfach an mein Glas geklopft, so wie es Carl August immer tut, wenn er um Gehör bittet. Ich will jetzt, das habe ich mit meinem Schatz so abgesprochen, etwas über unsere neue Vermögenssituation sagen, nach dem in der vergangenen Woche Einzelheiten geklärt und auch Schritte für die Zukunft eingeleitet wurden.

Am letzten Samstag haben Wolfi und ich auch dann mit Martin, Kai und Carl August in dessen Arbeitszimmer, Lis war auf meinen besonderen Wunsch hin auch dabei, über unsere neue Vermögenssituation gesprochen, deren genaue Aufstellung ja zu diesem Zeitpunkt noch ausstand. Natürlich waren meine Väter und auch Lis und Carl August mehr als erstaunt, dass wir so ein immenses Vermögen geerbt haben.

Carl August bot uns an, sobald alles im einzelnen erfasst sei, mit seinem Steuer- und Anlagenfachmann alles einer genauen Prüfung zu unterziehen und es für uns Laien transparent und übersichtlich zu machen und auch den Verwaltungsaufwand, den so ein Vermögen mit sich bringt, deutlich zu machen.

Wer sich dann um was kümmert, müssten wir, Wolfi und ich entscheiden und wenn wir dem Anwalt Wagner vertrauten, sollten wir den das machen lassen, weil der sich ja schon damit auskennt und auch, weil Frau Wörner es so wollte. So werden wir das dann auch machen, denk ich. Martin wird bis zu meinem Geburtstag im März als mein Treuhänder eingesetzt, aber auch das war ja eigentlich schon klar.

Große Neuanschaffungen wird es zunächst wohl keine geben, Wolfis Auto ist OK und ich bekomme erst eins, wenn ich 18 bin und alleine fahren darf. Was es für ein Wagen sein wird, weiß ich noch nicht, aber auf jeden Fall kein so protziges Fahrzeug, das würde nicht zu mir passen.

Da gibt es ja auch gute kleinere mit einem starken Motor und guter Sicherheit, die nicht gleich so als Bonzenauto ins Auge springen. Mal sehen, auf was für einen Wagen es dann hinaus läuft. Es gibt ja genug Modelle und finanziell gibt es ja keine Einschränkungen mehr für uns.

Darüber hinaus haben wir ja alles, was wir brauchen, mein Schatz und ich. Seinen Eltern wird er wohl was zukommen lassen, bestimmt das Haus abbezahlen und vielleicht noch was, um nachhaltig zu dämmen und zum renovieren.

Ich habe mir überlegt, mein altes Heim in Dresden, in dem ich ja doch über fast fünfzehn Jahre „zu Hause“ war, zu besuchen und dort etwas für alle zu tun, mal sehen, was da gebraucht wird, Kohle ist ja jetzt im Überfluss vorhanden. Die werden Augen machen, wenn ich komme und ihnen ein paar ihrer Wünsche erfülle.

Nach dem wir uns bei Carl August und Lis bedankt haben, haben wir Martin und Kai eingeladen, mit zu Wolfis Eltern zu fahren und mit uns ein wenig zu feiern. Zurück könnten sie ja ein Taxi nehmen, hin fahren sie mit uns. Wir bestellten Essen beim Chinesen, mit ganz viel Ente, kauften noch Rotwein und auch zwei Flaschen Champagner ein unterwegs und Wolfi hat seine Mama angerufen und gesagt, das sie den Tisch im Esszimmer für sechs Personen ein decken soll, Familienessen ist angesagt.

Dort angekommen, haben wir nach einem Glas Champagner getafelt wie die Fürsten, gut und auch reichlich war das Essen und dabei haben wir dann die Beiden sehr vorsichtig über die Erbschaft unterrichtet, was Wolfi geschickt machte.

Auf die Frage seiner Eltern nach dem Grund der Feier hier und jetzt und an einem Montag hat mein Schatz dann angefangen: „Liebe Mama, lieber Papa, es sind Ereignisse eingetreten, die unser aller Leben hier nachhaltig verändern.

Frau Wörner, die Frau, die Kevin im Hotel und wir beide später im Altenheim ein bisschen betreut haben und deren Hund Kevin spontan, als ihr Mann verstarb, in Pflege genommen hat, hat uns in ihrem Testament berücksichtigt.“ Hier machte er ein Pause, von Heides und Felix AH und Oh begleitet.

Nach einer kurzen Trinkpause, mittlerweile waren wir beim Rotwein fuhr er dann fort: „Der Notar hat dann eine Vermögensaufstellung verlesen. Das sie Kevin etwas vermachen würde wegen dem Hund, damit konnten wir ja rechnen und das hätte uns auch nicht überrascht.

Dem Anwalt hat sie dann eine nicht unerhebliche Summe Geld und ein Aktienpaket in Höhe von drei Millionen Euro vererbt.“ Wieder stößt er auf die Verstorbene an und wir nehmen einen Schluck.

„Den Rest ihres Vermögens“, fährt er fort, „ hat sie dann zu zwei Dritteln Kevin und zu einem Drittel mir vererbt, einzige Bedingung ist die Betreuung des Fiffis und nach seinem Tod eine Seebestattung dort, wo auch sie und ihr Werner bestattet wurden.“

„Und?“ fragt Felix jetzt. „Was, und?“, fragt Wolfi. „Papa will bestimmt wissen, wie viel sie euch vererbt hat“, sagt Heide mit vor Aufregung roten Backen.

Jetzt mische ich mich ein, sage: „So ganz genau wissen wir das erst am Ende dieser Woche, wenn unser Anwalt Ottmar Wagner eine genaue und tagesaktuelle Aufstellung gemacht hat. Wir wissen nur ungefähr, was sie uns, aus welchen Gründen auch immer, vermacht hat.“

Wolfi sagte dann: „Theoretisch bräuchten Kevin und ich nie mehr im Leben arbeiten zu gehen, um Geld zu verdienen. Wir haben zusammen Geld, Schmuck, Aktien und Wertpapiere so wie Immobilien in Bremen und Hamburg geerbt mit einem Gesamtwert in Höhe von mindestens…“, er macht kurz Pause, „… 60 Millionen Euro und es wird wohl noch ein paar Tage brauchen, bis wir das selber begriffen haben.“

Beide, Heide und Felix, haben die Sprache verloren, die Münder standen offen, und das Rot ihrer Gesichter sah nicht grade gesund aus. Es dauerte eine Minute, bis wieder Leben bei ihnen erkennbar war, die Schockstarre verschwand langsam und dann kam ein „OOH“ von Felix, ungläubig, Heide war nach wie vor sprachlos.

Wolfi stand auf, ging zu den Beiden und klopfte ihnen zart auf den Rücken und sagte: „Hallo, ganz ruhig atmen, ihr beiden, trinkt mal einen Schluck, dann wird es gleich besser.“ Es dauerte, bis beide seiner Aufforderung nachkamen, aber dann ging es auch bald wieder einigermaßen normal zu bei beiden.

Wolfi berichtete dann noch von unserem Gespräch mit Carl August und Lis, die uns Unterstützung, was die Verwaltung des Vermögens anging, zu gesagt haben und das ja auch der Anwalt zu unserer Unterstützung da war.

Nun wussten unsere Eltern Bescheid, richtig begreifen, das würde, wie bei uns auch, wohl noch einige Zeit dauern, aber das würde wohl jedem so gehen, denk ich. Als der Wein alle war, waren mein Schatz und ich etwas angetüddelt, Kai und Martin ließen sich von Heide ein Taxi rufen.

Wolfi half, während ich zum Pinkeln ins Bad ging, beim Abräumen und dann verabschiedeten wir meine Väter und gingen dann nach oben in Wolfis Zimmer.

Sonntagmorgen um 8:30 Uhr habe ich Wolfi mit einem Blowjob geweckt und er hat nach Champagner und Rotwein geschmeckt. Im Bad dann, nach Duschen und spülen hat er mich liebevoll gepoppt und es war einfach geil. Gestört hat nur der Gips unter der Dusche, aber eine Plastiktüte hat ihn vor Wasserschäden bewahrt. Auf dem Bett ist mein Schatz dann bei mir aufgesessen und hat einen heftigen Ritt gemacht bis hin zum spritzigen Ende.

Später sind wir dann runter zum Frühstück mit Heide und Felix und am Nachmittag waren wir mit dem Fiffi, den wir bei Martin abgeholt haben, im Bürgerpark spazieren. Lex und Ralf, Natascha und Paolo und sogar Carl August und Lis waren mit. Oma und Frieda waren mit Kai zu Hinnerk zum Kaffee gefahren. Es war trocken und ein bisschen kalt, aber wir waren gut angezogen für diese Temperaturen.

Auch Martin hat uns begleitet und dabei Lis und Carl August zum Park und zurück gefahren. Wir sind zweimal um den See und waren dann im Restaurant dort zum Kaffeetrinken, mit Kuchen und so. Es war ein sehr schöner Nachmittag und um 19 Uhr Abends waren wir wieder in der WG.

Wolfi ist dann heute früh mit den anderen zur Uni und ich bin später, gegen 11 Uhr, mit Martin, der mich abgeholt hat, zu Ottmar Wagner gefahren, der uns über das Erbe im Detail informiert hat.

Alles in allem ist es wohl noch mehr, als der Notar gesagt hat. Das liegt daran, dass es ja monatliche Mieteinnahmen gibt ebenso Dividenden auf Aktien und auch Wertpapiere wachsen ja im Laufe der Zeit.

Die Auflistung der Immobilien, vom Anwalt auf einem USB Stick für uns gespeichert, war sehr umfangreich und es würde wohl Tage dauern, alles im Detail zu verinnerlichen. Das müssen wir dann in Ruhe machen, mein Schatz und ich.

Jetzt brauchen wir zunächst nichts zu machen, außer bei den beteiligten Banken mit Herrn Wagner vorzusprechen und unsere Daten und Unterschriften zu hinterlegen. Den gesamten erforderlichen Schriftverkehr und alle Formalitäten erledigt Herr Wagner, auch mit den Finanzbehörden und da, wo wir persönlich erscheinen müssen, fährt er nach Terminabsprachen mit uns hin. Bis zum Jahresende dürfte alles erledigt sein und dann sind wir halt stinkreich, mein Schatz und ich. Die Weihnachtsgeschenke dürften dieses Jahr etwas größer ausfallen, glaub ich mal.

Jetzt, nach dem Klopfen an mein Glas ruhen all Blicke der anwesenden Freunde auf mir. Ich beginne: „Wie sich ja bestimmt schon rum gesprochen hat, haben mein Schatz und ich von der Frau Wörner, das ist die Frau, der der weiße Hund gehört hat, etwas geerbt.

Warum auch immer hat sie uns den größten Teil ihres Vermögens vererbt. Das besteht aus Geld, Schmuck und Wertpapieren und einer Anzahl Immobilien in Bremen und Hamburg. Das ist für uns, aber auch für unsere Familien eine große Überraschung und es braucht wohl auch seine Zeit, bis wir es realisiert haben. Der Gesamtwert der Erbschaft übersteigt 60 Millionen Euro und ist natürlich für uns ein unvorstellbarer Wert. Das heißt nicht nur, dass wir jetzt steinreich sind, das heißt auch, dass wir in der Lage sind, anderen zu helfen und das werden wir auch tun.

Wem und wie, das wird die Zukunft zeigen. Zum Anfang möchten wir den Überbau des Pools übernehmen, wenn Jerome einverstanden ist. Wolfi wird seine Eltern bei der Bank auslösen, das Haus betreffend und ich werde meinem ehemaligen Heim in Dresden einen Überraschungsbesuch abstatten und dort ein paar an sich eher unerschwingliche Wünsche erfüllen. Sollte einer unserer Freunde in Not geraten, werden wir für ihn da sein. So, das war das, was wir euch sagen wollten.“

Applaus und dann kommen die Glückwünsche unserer Freunde und Wolfi holt den von mir heute mitgebrachten Champagner aus der Kühlung und Gläser und dann stoßen wir mit unseren Freunden auf dieses großartige Ereignis an. Alle freuen sich mit uns, gönnen uns diesen unerwarteten Reichtum und ich glaube nicht, dass es Neidgefühle gibt.

Jetzt klopft Robin ans Glas, der heute nicht allein her gekommen ist, sondern in Begleitung eines sehr hübschen Jungen, den er als Roland vorgestellt hat, mit dem er jetzt offensichtlich zusammen ist. Er stellt uns seinen Freund als Roland Körner vor, der am Gymnasium mit ihm in eine Klasse geht und sagt, dass sie es jetzt probieren wollen, ob sie zusammen passen, ob es mehr wird, als eine gute Freundschaft. Der Roland ist ein bisschen rot geworden, sagt aber dann, dass er am Torfplatz wohnt und dass er gerne unserem Verein beitreten möchte, ebenso seine Schwester Ria, die mit Alwin, Dirk und Lex, so wie Armin und Denise in einer Klasse ist. Robin hat Ole zu Trainingsbeginn die zwei Aufnahmeanträge bereits gegeben.

Die ersten brechen auf, nach Hause, Rolf mit Rico und Noah mit Noahs Auto, Matze nimmt neben Chris und Robin auch den Roland mit. In Dirks Klasse ist die 1. Stunde frei, deshalb bleibt er mit Mike hier, Lex und Ralf nehmen Natascha und Paolo mit. Tom und Micha waren nicht hier heute, Toms Vater hat Geburtstag.

Jetzt sind nur noch die WG-Bewohner da und wir sitzen noch ein wenig zusammen. Sergej und Jerome, die erst um 17:30 Uhr von Dresden gekommen sind, berichten von dort, von Boris und das es allen gut geht. Natürlich wird auch noch über das Erbe geredet und über Robins Erfolg mit dem PC Spiel, von dem ja alle seit der Party unten am Baumhaus wussten, aber im Ernst, an einen solchen Erfolg hätte zu diesem Zeitpunkt wohl keiner, nicht mal er selber, geglaubt.

Er hat da schon was los unser frisch verliebter Robin und sein Freund Winston wohl auch. Die zwei frisch verliebten Teenies haben nur Augen für sich, saßen die ganze Zeit eng beieinander und das erinnert uns ja alle an unsere Anfänge mit unseren Liebsten und deshalb finden wir beide süß. Sie passen rein optisch sehr gut zusammen und der Roland scheint auch ein toller Junge zu sein und er ist regelrecht vernarrt in Robin, das konnte man deutlich spüren und sehen. Wir sind hier alle überzeugt, dass beide eine Beziehung aufbauen und es kann gut sein, das diese eine sehr feste und auch dauerhafte werden kann, so wie es bei den meisten von uns ist.

Robin, dem gönnt jeder hier von uns alles Gute und das er jetzt auch auf Jungs steht, das werden die Wegmanns nach der Vorgeschichte locker nehmen, Hauptsache, er ist gesund.

 

Paul, Dienstag, 23.11.2010, abends, 18:30 Uhr im griechischen Restaurant mit Ulli, dessen Verlobte und Rolfs Familie mit Opa und Oma, beim Essen.

 

 

Wir haben uns heute hier in dieser Runde getroffen, um allen, die uns nahe stehen, vom Verlauf des ersten Prozesstages zu berichten, der ja, heute um 10:00 Uhr am Landgericht hier in Bremen begonnen hat und bei dem Ulli und ich als Zeuge, aber auch als Nebenkläger auftreten.

Es hat uns beide sehr belastet, das der ganze Scheiß jetzt noch mal komplett neu aufgekocht werden sollte, auf der anderen Seite wollten wir aber auch Genugtuung und Schmerzensgeld für die schlimmen, zum Teil lebensgefährlichen Verletzungen, die uns durch die brutalen Schläge des Alten, den ich nicht mehr Vater nennen kann, zugefügt worden sind.

Vertreten wurden wir durch einen Anwalt aus dem Konzern, er heißt Klaus Becker und war der gleiche, der auch Ole in seinem Prozess vertreten hat.

 

Die Anklage lautete auf schwere Körperverletzung, in Tateinheit mit Freiheitsberaubung in Ullis Fall und auf versuchten Totschlag in meinem Fall.

Der Alte wurde in Handschellen von zwei Justizbeamten herein geführt, direkt aus der U-Haft, in der er sich immer noch befand. Er sah schlimm aus, hatte auch blaue Flecken im Gesicht. Ich nehme an, dass er sich im Knast geprügelt hat, vielleicht wollte ihm wer an die Wäsche, obwohl ich mir das nicht so recht vorstellen kann.

Nach dem der vorsitzende Richter, es waren drei an der Zahl und zwei Schöffen, die Verhandlung eröffnet hatte, verlas der Staatsanwalt die Anklageschrift. Das Strafmaß hat der Gesetzgeber auf nicht unter fünf Jahren bis zu fünfzehn Jahren festgesetzt, in meinem Fall, § 212 Stab, für schwere Körperverletzung, bzw. versuchten Totschlag.

Klaus Becker hatte aber im Vorfeld gesagt, das es nicht gerade eindeutig ist, ob der Alte meinen oder Ullis Tod billigend in Kauf genommen hat. Der Alte schaute eher gelangweilt zu dem hin, uns hatte er bis dahin ignoriert.

Nun wurden die Zeugen belehrt, außer uns noch die Polizeibeamten, die mit beteiligt waren, der Professor aus der Klinik, Victor und sein Vater, Ole und der Direx von der Schule, ja sogar der Werthmüller, das Schwein, war geladen.

Herr Remmers und Martin waren ebenfalls als Zeugen dabei, Ullis Fall betreffend. Darüber hinaus hatte das Gericht im Vorfeld einen Gutachter bestellt, der den Geisteszustand des Alten beurteilen sollte, ein Dr. Heesekiel aus Bremen, Psychologe war der wohl. Der saß rechts von uns an einem gesonderten Platz.

Die Zeugen mussten dann den Saal verlassen, Ulli und ich nicht, da wir ja als Nebenkläger da waren und mit unserem Anwalt der Anklagebank gegenüber saßen und ihn die ganze Zeit vor Augen hatten.

Die Oma, Tante Frieda, Jeromes Mama und auch Kai saßen im Zuschauerraum des Gerichts, auch Oles Mutter und Leute aus meiner ehemaligen Klasse, Mike und ein paar andere waren da. Ullis Verlobte und mein Schatz, der sich Urlaub geholt hat, waren auch da, was mir schon ein bisschen moralischen Rückhalt gab.

Nun ging die Beweisaufnahme los. Der Anwalt des Alten trug vor, dass dieser nicht aussagen wolle, das Recht hat man als Angeklagter, um sich nicht selber zu belasten. Andererseits wäre ein Eingeständnis der Taten strafmildernd und würde Ulli und vor allem mir eine Aussage mit den entsprechenden Details, dass ich schwul bin und das mit dem Magazin unter der Matratze, erspart geblieben. Aber das war wohl nicht der Fall, damit hatte ich auch gar nicht erst gerechnet.

Ich wurde gleich als Erster aufgerufen und trat in den Zeugenstand. Nach Aufforderung durch den Vorsitzenden Richter gab ich meine Personalien an und schilderte dann, wie die Aktion des Alten unverhofft über mich hereingebrochen war.

Dabei vergaß ich auch nicht, die Rolle, die dieser Werthmüller dabei gespielt hatte, zu erwähnen. Besonders auch, dass es ohne dessen Anruf nie dazu gekommen wäre, das der Alte in meinem Zimmer nach irgendwas gesucht hätte.

Alles erzählte ich, quasi mit Mamas Tod und den darauf folgenden Veränderungen beginnend, über die schleichende Erkenntnis, schwul zu sein, mein homophobes Verhalten, Ole und Mike gegenüber, die Probleme in der Schule, die homophoben Äußerungen zu Hause durch den Alten und meine Brüder und auch über das Coming Out im Lehrerzimmer, wo Werthmüller wohl alles aus dem Kopierraum heraus mit bekommen haben muss.

Das Eingreifen meiner Brüder, als er auf mich einschlug und trat, die Flucht zu Victor, das Wochenende unter großen Schmerzen und Oles Reaktion am Montag, Klinik und auch die Hilfe, die zu meinem Einzug bei Oma Remmers geführt hat, nach dem ich nach mehreren Operationen die Klinik verlassen durfte, alles erzählte ich der Reihe nach, von der ein oder anderen Zwischenfrage unterbrochen.

Als ich fertig war, ich durfte wieder zurück zu Ulli und dem Anwalt, der Professor wurde aufgerufen und gab einen detaillierten Bericht ab über Art und Schwere der Verletzungen und das diese unbehandelt zum Tod geführt hätten. Zwischen durch gab es immer wieder Nachfragen, von den Richtern, dem Staatsanwalt aber auch vom Verteidiger und von unserem Anwalt zu medizinischen Details, Folgeschäden und Art und Anzahl der Operationen. Der Professor beantwortete alles sehr detailliert und für alle verständlich, Reaktionen beim Alten waren nicht zu erkennen.

Jetzt war der Direx an der Reihe, schilderte den Montag aus seiner Sicht, auch meine homophoben Attacken Ole und Mike gegenüber und wie man dem Werthmüller auf die Schliche gekommen ist. Er berichtete auch kurz über dessen Aktion mit Dirks Mutter, die Vorgeschichte aus dem Münsterland und wie die Sache dank Hilfe der Kripo und des Herrn Remmers letztendlich gut ausgegangen ist.

Nun war Ole an der Reihe, schilderte aus seiner Sicht die ganze Sache und rundete das Bild der ganzen Geschichte ab.

Der Anwalt des Alten verlas nun die Stellungnahme zu den Vorwürfen, unter Anderem, das der Alte halt was gegen Schwule hat, besonders in seiner Familie und das er eben ausgerastet sei. Es tut ihm leid, dass die Verletzungen so schwer waren, aber er wäre halt außer sich gewesen und dass er es nicht  akzeptieren könne, einen schwulen Sohn zu haben, das könnte niemand von ihm verlangen. Er ist froh, dass ich weg bin und er hätte mich von der Familienliste für immer getilgt.

Da er auf Fragen nicht antworten würde, wurde nun Ulli aufgerufen, der dann detailliert schilderte, wie er zunächst mein Unheil erlebt hatte und dann, als der Alte wohl mitbekommen haben muss, das er Verbindung zu mir über Ole aufgenommen hat und auch meine Sachen aus dem Haus geholt hat.

Daraufhin hat der Alte ihn ohne Vorwarnung zusammen geschlagen und gefesselt in den Kellerraum gesperrt. Mit dem Trinken hat er ihm ein Schlafmittel eingeflößt und ihn tagelang in diesem Keller festgehalten.

Er berichtete stockend, das er gezwungen war, in die Hose zu pinkeln und immer wieder aufs Neue mit Schlafmitteln ruhig gestellt wurde bis zu seiner Rettung durch Paul und die Polizei, die sich auf dringende Bitte von Herrn Remmers in die bisher erfolglose Suche nach ihm eingeschaltet hatte.

Hier wurde nun, um 14:30 Uhr, die Verhandlung unterbrochen und auf den morgigen Mittwoch vertagt, wieder um 10 Uhr und der Richter schloss die Verhandlung. Jerome hatte mir, wie so oft in letzter Zeit, den Yeti zur Verfügung gestellt und so fuhren Rolf und ich zunächst zu ihm nach Hause und dann später mit der Familie hier zu Ullis Schatz ins Restaurant zum Essen, reden und verarbeiten der Emotionen, die uns durch die Verhandlung aufs Neue erfasst haben und die uns auch ganz schön belasten.

Oma Gesine nahm mich nach der Verhandlung auf dem Gang vor dem Gerichtssaal in den Arm und sagte: „Wir sind bei dir und immer für dich da, mein Junge.“ So was tut gut und Rolfs Mutter hat mich zu Hause dann auch in den Arm genommen und geknuddelt, ohne Worte, aber die brauchte ich auch nicht.

Rolf wich nach Verlassen des Gerichtes nicht von meiner Seite und heute Abend werde ich neben ihm in seinem Bett liegen, seine Wärme spüren und bestimmt noch mehr und denken, das er mir ja erst durch dieses Unglück und seine Folgen über den Weg gelaufen ist, als wir Noah zum Ringen begleitet haben. Und Morgen früh, beim Aufwachen, wenn seine schöne, unbeschnittenen und harte Morgenlatte an meinen Po drückt und sein warmer Atem meinen Nacken kitzelt, mir zeigt, das da meine große Liebe hinter mir im Bett ist und sich auf einen neuen Tag freut mit mir, dann ist mir der Schrecken und die Pein der Vergangenheit scheiß egal.

Meine Zukunft, das sind Rolf und seine Leute, Ulli und seine Verlobte und alle meine neuen Freunde, allen voran Ole Jensen und die Tatsache, dass ich jetzt studieren, leben und lieben kann, alles ist schon toll geworden nach all dem ganzen Scheiß. Jetzt kann immer ich der Paul sein, der ich wirklich bin und das macht mich unsagbar froh.

Der Gedanke an die Verhandlung morgen hat ihren Schrecken verloren, kann mir nichts mehr anhaben und dient nur noch der Vergangenheitsbewältigung und dem hoffentlich ordentlichen Schmerzensgeld. Unser Anwalt beantragt für jeden von uns eine Entschädigung für alles in Höhe von 30.000 Euro. Geld hat der Alte gehortet, genug, um zahlen zu können, das weiß ich. Ich hoffe, dass das Gericht dem Antrag auf jeweils dieser geforderten Summe folgt für Ulli und mich. Das werden wir hoffentlich Morgen erleben.

 

Roland, Mittwoch, 24.11. 21:00 Uhr in seinem Zimmer am Laptop beim Skyp mit Robin.

 

Nach einem relativ entspannten Morgen in der Schule, haben mich Robin und Chris mit Matze und mit dessen Auto um 15i Uhr zu Hause abgeholt und wir sind zum trainieren nach Bremen gefahren. Die Räumlichkeiten sind dort etwas beengt, das soll sich aber in absehbarer Zeit, nach dem Umbau einer Halle, nicht allzu weit von der WG entfernt, ändern und der Verein wird dann eine angemessene und angesagte Sportstätte haben, die wohl Jeromes Oma gehört. Die Eltern und auch die Oma von Jerome haben wohl voll die Kohle, wenn ich das richtig gerafft habe und der Kevin und sein Wolfi haben ja nun auch kürzlich die absolute Knete geerbt.

Robin hat mir heute Morgen in der Pause von seinem PC-Spiel erzählt, das er mit seinem amerikanischen Freund Winston produziert hat und das von Winstons Vater nun offensichtlich sehr erfolgreich vermarktet worden ist. Dadurch hat mein Schwarm, der gefühlt eigentlich schon ein Schatz ist, das werde ich ihm heute noch genau so sagen, nun auch eine bisher sechsstellige Summe an Dollar bekommen und ist kein armer Junge mehr.

Nun, Ria, mein älterer Bruder und ich sind ja auch in guten Verhältnissen aufgewachsen, Opa, Mamas Vater hatte schon voll die Kohle, hat ein großes Geschäftshaus hier in der Innenstadt, zwei Mietshäuser dazu und das große Gebäude, in dem unsere Wohnung ist, gehört je zur Hälfte Mama und Papa. Da Mama ein Einzelkind ist, wird später mal das Vermögen von Opa und Oma ihres werden und auch von Papas Seite, der aus Lübeck stammt, ist Geld kein Thema, da genug vorhanden.

Da gibt es noch einen Onkel und eine Tante, Papas Geschwister, die gemeinsam mit Papas Eltern das Grand Hotel Seeschlösschen in Scharbeutz, am Timmendorfer Strand, betreiben, das Papas Vater gehört. Das Hotel läuft gut und ist in der Hauptsaison ständig ausgebucht und auch sonst gut besucht.

Trotzdem fühlen wir uns als normale Bürger und Papas und auch Mamas Devise ist es, das vor dem Geld haben und ausgeben zu erst mal das Verdienen kommt und das Leistung belohnt wird. Reichtum ist nicht selbstverständlich, vom Erben mal abgesehen, steckt immer Arbeit dahinter und Geschick, gepaart mit ein bisschen Glück.

Mein Konto ist auch schon fünf stellig, seit gut zwei Jahren kommen von Opa und Papa regelmäßig Gelder dorthin, von Opa so und von Papa für geleistete Arbeit rund ums Haus oder auf dem Campingplatz am Spadener See, wo es auch öfter was zu tun gibt.

Dieser Platz dort am See war immer unser Feriendomizil und auch manches Sommerwochenende von Freitag bis Sonntag haben wir dort verbracht mit der Familie und wir haben immer noch sehr viele Freunde und Bekannte dort.

Dort hatte ich mit vierzehn sogar mal eine Freundin in den Sommerferien, Karin hieß die, war recht hübsch und so alt wie ich. Sie wohnte drei Wohnwagen weiter mit Ihrer Familie und wir kannten uns alle ewig.

Nach zwei Wochen hat sie dann Schluss gemacht, sie hatte sich wohl mehr versprochen, aber da bei ihrem Gefummel an mir in meiner Badehose kein Zelt entstand und bei ihren Küssen, die mir nicht sonderlich gefielen, auch nicht, sah sie wohl ein, das eine einfache Freundschaft wie all die Jahre zuvor wohl besser sei mit mir.

Sie hat dann am nächsten Tag mit Andreas gefummelt und der hat sofort eine Latte gehabt und wohl auch an ihrer Pussy gerieben. Später sind sie dann abgehauen und im vorigen Jahr ist sie wohl von Andreas schwanger geworden.

Jedenfalls hat Ingo das erzählt: „Der Andy, der geile Bock, hat die Karin angeblasen, sie ist im vierten Monat und sie kommen dieses Jahr in den Ferien nicht hier her.“ Als ich später Mama gefragt habe, ob das stimmt, hat sie genickt und gesagt: „Pass du nur auf, was du tust, sei nicht so dumm und verbaue dir deine Zukunft.“

Na ja, diese Sorge ist sie ja nun los, Robin wird wohl kaum schwanger werden. Ob sie das froh macht, auch wenn es keine Enkel geben wird, wenigstens nicht auf natürlichem Wege.

Robin zeigt mir gerade über Skype die Hülle des PC-Spiels, die ihm Winston, natürlich mit dem Spiel drin aus den USA geschickt hat, heute ist sie angekommen. Wir haben beide ein Head Set an und können miteinander reden.

„Ich wäre jetzt gern bei Dir“, sag ich. „Und dann?“, fragt er grinsend.

„Dann würde ich dich küssen“, sag ich verliebt.

„Wo denn genau?“, fragt er grinsend.

„Wo immer du willst.“, sage ich und werde rot dabei.

„Echt jetzt? Wo ich will?“, fragt er nach.

Jetzt kann ich ja schlecht zurück rudern.

„Ja, wo du willst.“, sag ich.

„Oh, Oh, sehr mutig!“, sagt er und lacht, „und wenn ich an einer bestimmten Stelle geküsst werden will…?“

„Zeig mir die Stelle mal!“, sag ich frech, meinen ganzen Mut zusammen nehmend.

„Willst du das wirklich sehen jetzt?“ fragt er, nicht mehr gerade so forsch.

„Aber ja, was denkst du denn, ich würde gern alles an dir sehen und küssen.“, sag ich, vielleicht macht er ja mit, hoffe ich. Neugierig ist er bestimmt auch auf mich.

Er steht auf, verlässt den Bereich der Kamera, dann kommt er wider.

„Ich habe abgesperrt“, sagt er, „ich mache das nur unter einer Bedingung.“

„Welche?“, frag ich.

„Es geht abwechselnd, ich fang an“, sagt er, „was ich ausziehe, muss du danach auch ausziehen, immer abwechselnd, Deal?“

„Deal“, sag ich und dann: „Moment, ich sperr noch ab.“

Nachdem ich abgesperrt habe, geh ich zum Schreibtisch zurück und schiebe den Stuhl zur Seite. Nun stehe ich direkt vor der Kamera, so dass er mich in voller Größe sehen kann. Er macht das Gleiche und streift dann sein Sweatshirt über den Kopf. Er trägt ein gelbes Unterhemd und jetzt sagt er: „Hopp, du bist dran.“ Ich ziehe meinen Pulli aus. Auch ich habe ein Unterhemd, weiß, Doppelripp, kauft Mama immer.

Seine Hände ziehen das Unterhemd aus dem Hosenbund und dann über den Kopf. Eine im Vergleich zu mir eher schmale Brust mit einer schönen Muskulatur, braunen, kleinen Warzen mit einer Narbe, die noch rötlich schimmert, kommt zum Vorschein und ein toller Sixpack an seinem schlanken Bauch, Wahnsinn.

Der Anblick macht mich gewaltig an und er merkt das natürlich sofort.

„Scheint dir ja zu gefallen“, sagt er, schelmisch grinsend, „du bist dran, ich warte.“

Das weiße Unterhemd verschwindet, mein nackter Oberkörper zieht seine Blicke an und er sagt: „WOW, geil, du hast einen Superbody, Roland.“

Das gefällt mir natürlich. Jetzt wird es langsam richtig spannend. Er löst den Gürtel und schiebt langsam seine hellblaue Jeans nach unten. Ein gelber, eng anliegender Rhetroshorts mit einem schwarzen Drachen drauf kommt zum Vorschein, vorne hat der Drachen eine Schwellung bekommen, deutlich zeichnet sich der steife Penis unter der geilen Unterhose ab. Ein Stöhner entweicht mir bei dem geilen Anblick.

„WOW, Geil“, entfährt es mir und er strahlt mich, rot im Gesicht, an.

„Du, mach hinne“, kommt es etwas heiser und erwartungsvoll.

Ich überlege gerade, ob ich ihm meine weiße Doppelrippunterhose zumuten soll, nicht blamieren soll mit diesem Liebestöter. Ich streife dieses hässliche Teil zusammen mit der Jeans nach unten und mein Steifer schnellt nach oben in sein Blickfeld.

Ich bin nicht klein dort unten, eher größer als meine Alterskameraden und bestimmt auch größer als Robin, der ja auch noch etwas nach zu holen hat. Er schaut ganz ruhig und gebannt auf meinen voll ausgefahrenen und unbeschnittenen Pimmel, der in einem kleinen, dunkelblonden Wäldchen steht.

„Du bist wunderschön, überall“, sagt er, „und da unten ganz besonders.“

Er schiebt ohne weiteren Kommentar seine Retro in die Kniekehlen und richtet sich wieder auf. Er ist sehr schön, mein Robin, auch sein ebenfalls unbeschnittenen Schwanz, der steil vom Unterleib absteht, auch in einem, allerdings wohl gestutzten Wäldchen dunkler Haare, die von der Haarfarbe auf dem Kopf stark abweichen.

„Du bist auch wunderschön“, sage ich, „und wenn ich jetzt bei dir wäre, würde ich die kleine Kapuze da an deinem süßen Schwanz zurück streifen und deine Eichel küssen. Das ist doch bestimmt die Stelle, die du gemeint hast, mein Süßer.“

Ich bin wohl auch jetzt etwas rot geworden bei dieser Ansage. Jetzt fasst er seine Spitze an und schiebt die Vorhaut zurück. Ich stöhne, fast kommt es mir bei diesem Anblick. Rot-violett schiebt sich die Eichel ans Licht, lacht mir entgegen.

Was würde ich jetzt geben, um dort bei ihm zu sein. „Du“, sagt er jetzt und nun schiebe auch ich die Haut nach hinten, während ein dicker Tropfen Geilheit runter auf den Holzboden platscht. „Boah, wie geil“, sagt er geradezu ehrfürchtig, „so ein Prachtschwanz.

Der ist so toll.“ „Deiner auch“, sag ich, „und ich würde dich jetzt dort gern küssen und blasen auch, bis du kommst.“ „Schade, dass das nicht geht“, sagt er, „aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Mama ist arbeiten, Chris und Matze hängen Bilder auf und wir machen hier bei uns Hausaufgaben, Bio auch, morgen.

Und jetzt, jetzt holen wir uns einen runter und schauen uns dabei zu. Du musst aber aufpassen, dass du nicht auf die Tastatur spritzt, das ist nicht gut.“ Er grinst und fängt an, zu wichsen und ich tue es ihm nach. Von leisem Stöhnen begleitet, dauert es noch keine Minute, bis es bei uns beiden mit einem richtigen Knall zu Ende ist.

So wie jetzt bin ich noch nie gekommen und seinem Stöhnen nach er auch noch nicht……soooo geil und spritzig. Nach einer kurzen Säuberung mit Tempo und dem Hochziehen der Hosen schauen wir uns über Skype an.

„Das war galaktisch“, sagt er, „Soo geil.“

„Find ich auch“, sag ich, „so bin ich noch nie gekommen. Das liegt daran, dass du mich so anmachst, das ich so verliebt bin in dich.“

„Ich bin auch sehr verliebt in dich“, sagt er, „das ging alles sehr schnell, aber es fühlt sich so gut an mit dir, Roland, ich glaube, wir sind jetzt fest zusammen, oder?“

„Nichts lieber als das“, sag ich, „du bist der Mensch, mit dem ich fest zusammen sein will, seit du in unsere Klasse kamst. Ich war gleich hin und weg, gleich verliebt und jetzt bin ich glücklich, das du mich genauso magst, wie ich dich.“

„Jetzt gehen wir schnell duschen und dann ins Bett und freuen uns auf Morgen.“, sagt er, „es ist schon nach zehn und der Wecker geht bei Zeiten.“

„Wenn du möchtest“, sag ich zu ihm, „frag ich Mama, ob du am Samstag bei mir schlafen darfst, willst du?“

„Ja, gern“, sagt er, „ich würde mich freuen. Meine Mutter erlaubt mir das bestimmt.“

„Dann machen wir jetzt die Rechner aus, gute Nacht, mein Schatz“, sagt er.

„Wie hast du gesagt?“, frag ich.

„Du hast mich schon verstanden, aber noch mal langsam, zum mit schreiben“, sagt er lachend, „Gute Nacht, mein Schatz und schlaf gut“

„Ich liebe dich“, rutscht es aus mir raus, dann ist sein Bild verschwunden. Kurz darauf, ich bin noch ganz in Gedanken, da vibriert das Handy und als ich nachschaue, stehen da drei Worte: „Ich dich auch.“

Fünfzehn Minuten später liege ich im Bett, ob ich heute Nacht schlafen kann bei so viel Glück……..mal sehen.

 

So, das war es mit 112, ich hoffe, es hat euch gefallen, bis bald

 

Niffnase

 

 

 

 

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1 Kommentar

    • Siegfried on 29. Juli 2017 at 11:00
    • Antworten

    Hallo Niffnase,
    zunächst herzlichen Dank für Deine interessanten Erzählungen. Ich habe inzwischen alle 112 Folgen von Traumschiff gelesen und finde sie weiterhin hervorragend. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
    Gruß Siegfried

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