Traumschiff – Teil 119

Wie immer geht mein Dank an meine Beta und die treuen Kommi-Schreiber. Es geht weiter, der Jahreswechsel steht bevor und es gibt bestimmt wieder eine tolle Party mit vielen Gästen. Mal sehen, was es dieses Mal zu berichten gibt.

Tom….Neujahr……Stress, Kampf……Erbe…..Geburtstag…..Erwachen…..Bruch

Tom, Freitag, 31.12. 14:00 Uhr, zu Hause mit Micha in seinem Zimmer.

Gestern, nach Michas gelungener Aufheiterungsaktion, hat er Ole eine Nachricht geschickt und das Schreiben eingescannt und hin gemailt. Um 21:00 Uhr kam Oles Antwort, er rief uns an. Er sagte, dass der deutsche Bundestag in einer Sitzung am 15.12., also gerade mal vor 14 Tagen eine Aufhebung der allgemeinen Wehrpflicht beschlossen hat und dass letztmalig zum 2. Januar 2011 Rekruten eingezogen werden. Ich müsste also nicht mehr dahin. Ja, der Ole weiß echt fast immer alles, kriegt alles mit und merkt es sich auch.

Vor lauter Freude sind wir dann gerade noch mal aufs Bett und haben uns richtig gut und gegenseitig gepoppt und es war nur geil. Mama hat heute Morgen gemeint, als ich ihr erzählte, was Ole gesagt hat: „Deswegen habt ihr so laut gemacht. Ich habe schon befürchtet, das Bett geht drauf bei der Aktion.“

Rot sind wir darauf hin geworden, haben aber beide frech gegrinst dabei, Mama nimmt unsere Liebe ganz locker und sagt: „Ich weiß schon, was ihr da treibt. Als ihr euch geoutet habt, habe ich mal gegoogelt, schließlich muss man als Mutter ja wissen, was in seinen Kindern steckt. Wer, das weiß ich ja schon länger.“ Jetzt lacht sie, wohl über unsere Verlegenheit nach ihrem eindeutig zweideutigen Statement.

„Boah, Mama, es reicht!“, hab ich gesagt und jetzt hat sie immer noch frech gegrinst. Wir haben die Küche fast fluchtartig verlassen und sind rüber zu ihm.

Um 19:00 Uhr beginnt ja die große Silvestersause bei Jeromes Eltern, Poolparty mit Tanz und gutem Essen, Getränke satt und tolle Leute, das passt doch zu Oles Nachricht, Freude und Feierlaune und die Zusage von Herrn Koch, das Micha übernommen wird, einfach Klasse.

Ab April beginnt für mich die Ausbildung zum Industrie Meister, das läuft neben der Arbeit und dauert 2,5 Jahre, dann bin ich Meister und verdiene einiges mehr, als es jetzt der Fall ist. Obwohl, ich bin ganz zufrieden mit meinem Verdienst, mit den Schichtzulagen und mit meinen speziellen Schweißkenntnissen habe ich fast 1.600 Euro Netto, das ist doch schon was, oder?

Dann ist Micha ja auch schon 2 Jahre Geselle, verdient auch ordentlich, denk ich und wir werden dann mal nach einer eigenen Wohnung schauen. Jeromes Familie kann da bestimmt helfen.

Mal sehen, ob nicht hier in der Siedlung jemand sein Häuschen verkaufen will, dann sind wir in der Nähe, wenn wir gebraucht werden.

Micha und ich fahren jetzt den Bus noch durch die Waschanlage. Heute ist es trocken kalt, so um null Grad und das Salz und der Dreck vom Schneematsch müssen runter gewaschen werden. Danach dann werden wir uns dann so langsam fertig machen für die Party.

Auf der Arbeit läuft es gut, irgendwie ist durchgesickert, dass ich den obersten Chef wohl kenne, der Meister in meiner Abteilung hat da was erzählt bei meinen Kollegen. Einer hat mich dann gefragt, ob das stimmt und dann habe ich gesagt, dass ich mit dem Sohn von Herrn Remmers befreundet bin und dass wir zusammen Karate trainieren in einem Verein.

Das hat schon ein bisschen Eindruck gemacht bei den Kollegen und bei den Vorgesetzten wohl auch. Trotzdem versuche ich natürlich, durch meine Arbeit zu punkten und das gelingt auch ganz gut.

Darum gehe ich ja dann auch bald in die Meisterausbildung. Ich denke oft an den Tag im Bürgerpark, als Jerome und sein Sergej Händchen haltend spazieren gingen und ich zu Micha gesagt habe, das ich die 2 mal ansprechen möchte. Mein kleines Schisserchen hatte Angst und wollte nicht so recht. Ich bin froh, dass ich nicht auf ihn gehört habe.

Es war ein gewaltiger Schritt nach vorn für Micha und mich, so viele schwule Jungs kennen zu lernen und dann die Party, seit der wir praktisch dazu gehören, cool, wie das alles gelaufen ist. Jetzt dann noch die Sache mit dem Verein. Wenn ich keine Wechselschicht hätte, durch die ich ja nur jede 2. Woche richtig trainieren kann, könnte ich auch schon an der Dan-Prüfung teilnehmen, ich bin nämlich ganz gut, sagt der Alwin. Ich bin dann auch 3 Wochen später mit dabei mit Micha zusammen, das passt ja dann.

Morgen fällt das Training aus, denk ich, aber vielleicht können wir uns ja am Sonntagvormittag treffen, in der WG, Trainieren und Sauna und Schwimmen, das wäre doch ein guter Start ins Jahr 2011, finde ich. Mal sehen, wie mein Vorschlag bei den anderen ankommt.

Lis, Freitag, 31.12. 17:30 Uhr, mit Carl August im Schlafzimmer.

Carl August und ich haben uns um 14:30 Uhr noch ein wenig aufs Bett gelegt, um etwas vor zu schlafen. Den ganzen Tag den Babybauch darum zu schleppen und zu gucken, das alles passt für heute Abend, das strengt schon an. Alle im Haus und auch die Jungs aus der WG, die Zeit hatten, haben mit geholfen.

Martin, Kai und auch die 2 Frauen haben viel geleistet. Heute gibt es ein kaltes Buffet, wir haben einiges bestellt beim Partyservice, dem Caterer, bei dem der Jochen vorher war. Alles ist sehr gut und ein Teil ist schon aufgebaut, der Rest, der noch kühl steht, kommt gleich dazu, das machen Ralf, Sergej und Kevin, Frau Gut und Frau Jensen sind um 14:30 Uhr heim, kommen nach her zum Feiern aber wieder her. Frau Wegmann mit Herr Sundermann kommt auch und mich freut es, dass die beiden wohl Gefallen aneinander gefunden haben. Nach allem, was sie mit gemacht hat, ist ihr ein bisschen Glück auf jeden Fall zu gönnen und der Mann, der ist auch voll OK.

Schroers kommen mit der Oma, Familie Weiden kommt und auch Matzes Eltern. Wolfis Eltern hat Carl August eingeladen, die wollten zu Hause alleine feiern. Mikes Eltern gehen mit Dirks Eltern auf den Ball der IHK ins Hilton, Dirks Eltern habe ich unsere Freikarten gegeben. Franks Eltern feiern mit ihren Verwandten in der Nachbarschaft und auch die anderen Eltern sind auf anderen Feiern präsent.

Oma und Frieda freuen sich auf ein volles Haus, Cremant liegt genug kalt, das neue Jahr kann kommen. Ein sehr ereignisreiches Jahr geht zu Ende und unterm Strich bleibt eine Zufriedenheit darüber, dass alle negativen Dinge sich ins Gegenteil verkehrt haben und dass die Zukunftsaussichten eigentlich gut sind.

Es war teilweise schon sehr heftig, was es zu verarbeiten gab im abgelaufenen Jahr, begonnen mit Jeromes Unfall, seinem trotzigen Comming Out, Sergejs Erscheinen, dann Kevin, den sie traumatisiert aus Dresden mit brachten und dann das Schlüsselerlebnis für diesen Freundeskreis bei Armin im Keller. Dort, an diesem Abend begann es so richtig, Ole kam dazu, Frank, Dirk und Mike, Armin und Denise, die alles angeschupst hatten und dann fanden sich Wolfi und Kevin und danach wurde es dann besser und besser. Immer mehr Jungs und auch Mädels kamen dazu und während der Schiffstour wuchs alles noch mehr zusammen.

Dass es mittlerweile so viele Freunde sind, finden Carl August und ich aber auch Oma und die Tante ganz toll. Auch wenn sie jetzt zum Teil in der WG leben, sind sie doch des Öfteren alle hier bei uns und das gefällt uns gut.

Der Tod meiner Eltern brachte uns durch Kevins und Wolfis Aktivitäten dann unseren Neffen Alexander ins Haus, dessen gestörter Bruder aus Hass den ersten Freund von Alex umbrachte und sich dann später selbst erschoss. Alex brach endgültig mit seiner Familie und legte auch den Titel ab. Er heißt jetzt auch Remmers wie wir und alle mögen ihn sehr.

Unsere beiden Kinder sind jedes in einer Beziehung, sind ganz offensichtlich sehr glücklich und ich, ich bin noch mal schwanger, mit Zwillingen, die wohl dann im April zur Welt kommen werden, wenn alles normal verläuft. Auch sonst gab es mit Paul, den Zwillingen, dem Unfall von Noah und Rolf noch die ein oder andere Aufregung. Robins Genesung und jetzt wohl auch seine erste große Liebe will ich beim Reigen der Ereignisse natürlich nicht vergessen, eben so wenig den Umbau der WG und jetzt der Halle, in dem dann die sportlichen Aktivitäten des gegründeten Vereins stattfinden werden.

Fertig angezogen und gestylt gehen wir jetzt ins Wohnzimmer, wo die letzten Sachen des kalten Buffets gerade in das tolle Gesamtprojekt eingebaut werden. Es sieht fantastisch aus und im Vorbeigehen stibitze ich mir eine Käsepicker und 2 dunkle Oliven. Ich bin halt in Umständen, muss öfter essen. Carl August grinst wissend und jetzt schauen wir mal, wie es unten aussieht. Dort gibt es wieder eine Bar und alles ist etwas anders dekoriert, als es beim letzten Mal war.

Mit Bildern von Wolfi haben sie in der Bar und im ganzen Schwimmbadbereich so eine Art Jahresrückblick gestaltet, bei dem von allen Ereignissen, seit der Wolfi mit dazu gehört, Bilder aufgehängt sind, das wussten wir gar nicht, das die Jungs so was vor hatten. Es ist toll geworden und man kann an Hand der Bilder noch einmal sehen, was im abgelaufenen Jahr gewesen ist. Martins und Kais Hochzeit und ein Bild von Kevins Gesicht, als der Standesbeamte die Adoption bekannt gibt, einfach fantastisch, diese glücklichen Augen des Jungen. Ansonsten ist alles schön bunt, Regenbogenfarben überwiegen und auch buntes Licht gibt es.

Die Liegen aus dem Ruheraum stehen wieder unten am unteren Beckenrand und der Boden des Raumes ist mit dicken Luftmatratzen zum Schlafen vorbereitet. Heute wird es länger gehen wie sonst und es wird bestimmt auch etwas mehr getrunken werden zum Jahreswechsel.

Wir gehen, nachdem wir alles gesehen haben, noch hoch zu Jeromes Bereich, wo alles für das Schauen von Fernsehen oder Filmen vorbereitet ist, als Ausweichmöglichkeit an dem doch relativ langen Abend. Später in der Nacht kann man mit ein paar Handgriffen dann die Couch in 2 Betten umwandeln, so dass auch hier, wie immer noch Jungs schlafen können.

Insgesamt haben wir dann 7Gästezimmer zur Verfügung, 8 Schlafplätze auf den Couchen bei Jerome und Natascha und dann noch Platz für 6 Leute im Ruheraum. Bei Martin und Kai auf der Couch können auch noch 2 Leute schlafen so dass alle, die hier bleiben wollen, wohl auch einen,

Platz finden. Sollte einer trotzdem er was getrunken hat, nach Hause wollen, so werden wir ein Taxi kommen lassen. Das kriegen wir schon hin, dass niemand angetrunken mit dem Auto fährt.

Nun werden bald dir Gäste kommen und wir gehen runter, wo schon Jerome, Sergej und die anderen, die im Haus wohnen, versammelt sind.

Dem Gästereigen eröffnen die Wegmanns mit Matze und Roland. Dann geht es Schlag auf Schlag und um 20:00 Uhr ist das Haus voll, alle sind da und es herrscht schon reges Treiben. Die tolle Dekoration, die Martin mit den Jungs auch in Wohn- und Esszimmer angebracht hat, gefällt und auch das kalte Buffet lässt keine Wünsche offen. Musik läuft und die Stimmung ist gut bis ausgelassen. Getränke hier oben gibt es in Flaschen, Selbstbedienung, und unten, hinter der Bar wechseln sich die jungen Leute ab.

Philipp, Freitag, 31.12. 2010 20:00 Uhr mit Maxi im Krankenzimmer, der Fernseher an der Scheibe zum Nebenraum läuft, Ton über Kopfhörer, Beide haben ihren Laptop auf den Beinen, Facebook ist offen.

Im Fernsehen sind gerade Nachrichten. Die Bundestante Angela, Opas politischer Liebling und Garant für eine christliche Politik, gegen Sodom und Gomorra, lobt die deutsche Bewältigung der Finanzkrise. Ungarn übernimmt die EU Ratspräsidentschaft, obwohl sie gerade drastische Einschränkungen der Pressefreiheit beschlossen haben. In Australien gibt es eine sehr große Hochwasserkatastrophe.

Auf Facebook ist es ruhig, gehen wohl viele feiern heute. Wir werden hier nicht viel zu feiern haben. Gernot war hier heute, Mama schon seit unserem Streit neulich nicht mehr. Sie pratzt mit mir, findet mein Verhalten undankbar, Kinder hätten ihren Eltern zu gehorchen. Ich glaub, ich spinne.

Zu Gernot habe ich gesagt: „Das ich noch lebe, verdanke ich dir und dem Spender der Stammzellen. Das sie Lucas mit Lügen von mir fernhalten wollte, weil dessen Schwestern die BRAVO lesen, ist schon der Hammer und das sie auch verhindern wollte, das Maxi hier ins Zimmer kommt, zeigt mir, das da mit dieser Frömmigkeit und mit der religiösen Einstellung gewaltig was schief läuft. Ich bin ihr Kind und sollte für sie immer mit an erster Stelle stehen.

Sie aber macht wie einst Vadder Abraham, wollte mich dem Wohl und Wehe eines Gottes, an den sie glaubt und der ihr wohl wichtiger als alle Menschen ist, überlassen. Gestorben wäre ich, tot und sie hätte es hingenommen, ohne um mich zu kämpfen. So eine Mutter ist keine Mutter und ich werde wohl auch nicht mehr bei ihr leben wollen, wenn ich das hier überlebt habe und raus komme.

Ich werde im Frühjahr 14, dann kann ich selber bestimmen, ob ich eine Religion haben werde oder nicht. Spätestens dann wird es zum Bruch kommen und ich werde Oma oder Tante Irene bitten, mich bei sich aufzunehmen. Ich werde bereits in der Zeit, in der ich noch hier bin, entsprechende Gespräche mit den Leuten in Bremen führen und wenn dir irgendetwas an mir liegt, tust du bitte nichts, um mich daran zu hindern.“

Ein sehr nachdenklicher Gernot ist dann heim gegangen und dann habe ich Maxi alles erzählt, was mit Opa und mit Mama gelaufen ist, wie sie ticken und so.

Auch, dass ich Lucas versprochen habe, wenn ich hier raus bin, mal mit ihm zu wichsen, was ich bisher immer als Sünde abgelehnt habe. Maxi hat gelacht und dann gefragt: „Du hast echt noch nie? Da haste aber was versäumt. Lucas hat recht, das ist hammergeil.“ Ich wollte dann das Thema nicht weiter vertiefen und er wohl auch nicht. Mal sehen, vielleicht erzählt er ja mal was darüber.

Was ich Gernot gesagt habe, ist mein voller Ernst, ich werde nicht hier bleiben, denn das Mama sich grundlegend ändert, halte ich nicht für möglich und das zeigt ihr Verhalten jetzt ja auch deutlich.

Früher bekam ich von ihr oder Opa auch schon mal ein Paar Ohrfeigen oder sonstige Schläge. Auch das hat Opa aus dem Alten Testament abgeleitet und das kannte wohl Mama auch nicht anders.

Als ich 12 wurde, hat Gernot das nicht mehr zugelassen, dass sie mich haut, Opa tat es trotzdem, wenn er die Gelegenheit hatte. Das Gefühl, geliebt zu werden, hatte ich nicht so oft und je älter ich wurde, umso seltener war das da. Jetzt ist es gänzlich verschwunden.

Oma ist heute mit Noahs Familie auf eine große Silvesterparty eingeladen, da sind fast 40 Leute zusammen und feiern ins neue Jahr hinein. Freudige Ausgelassenheit, etwas, das wir in dieser Form auch nicht kannten.

Die Feste, die wir besuchten, hatten immer einen kirchlichen Hintergrund und fingen immer mit Gottesdiensten an. An der Kirmes durften wir höchstens 3-mal mit irgendwas fahren und allein irgendwo hin durfte ich auch nie. Kindergeburtstage kennen meine Schwester und ich nur von Lucas Erzählungen und bei uns gab es das auch nicht. Es war nicht immer lustig und außer Lucas hatte ich auch keine Freunde mehr, wir waren Freaks, Spaßbremsen, wer wollte schon mit uns befreundet sein. Jetzt und hier, in der Abgeschiedenheit dieses Krankenzimmers wurde mir erst richtig klar, was Mama und Opa mir, uns, mit ihrer Erziehung vorenthalten und auch angetan haben.

Ich hatte ganz offensichtlich kein Recht auf Spaß, Sportverein, Klassenfahrt und sonstiges. Mein Leben war in ihren Augen Gott geweiht und genau so erzogen sie mich und auch meine Schwester.

Die Krankheit, so schlimm sie auch war, so weh und übel mir oft dabei wahr, die mir alle Haare nahm, sie hatte mir die Augen geöffnet, mit Hilfe des Arztes und mit Rüdiger, die mir auf alle Fragen Antwort gaben, habe ich gesehen, was sie mit mir bis zum heutigen Tag gemacht haben. Ich bin und war das Opfer ihres Wahns, anders kann ich das nicht nennen und ich werde Mr. Google bemühen, um nach einem rechtlich möglichen Ausweg zu suchen und diesem Dilemma bald möglichst zu entkommen.

Oma und Noahs Eltern werde ich um Hilfe bitten, werde ihnen mein Leben in einer langen E-Mail schildern und sie bitten, mich bei sich auf zu nehmen, wenn das irgendwie möglich ist. Ich bin bei Leibe nicht undankbar, Mama gegenüber, wenn ich aber darüber nach denke, wie meine Schwester und ich aufwachsen und wenn ich dann Lucas und auch Maxi sehe, wie es bei denen ist, dann läuft es doch bei uns eher wie vor 100 Jahren ab. Fernsehen maximal 2 Stunden am Tag, Internet nur bei den Hausaufgaben, Handy gibt es frühestens ab 14, Cola…nix, Sportverein…nix, Schwimmen gehen mit anderen…nix, ich bin fast 14 und kann nicht mal richtig schwimmen. Wenn ich zu Lucas durfte, 2-mal pro Woche, dann musste ich, wie an allen anderen Tagen um 18:00 Uhr zu Hause sein und Lucas musste, wenn er bei mir war, um 19:00 Uhr nach Hause gehen. Besonders oft kam er nicht zu uns, der Lucas, was ich auch gut verstehen kann.

Immer, wenn etwas in der Kirche war, bei jedem Gottesdienst, mussten wir mit machen, bei jeder Jugendstunde im Pfarrheim, immer dabei.

21:00 Uhr abends ins Bett, vorher, wie auch vor jeder Mahlzeit, beten, 2 Euro Taschengeld pro Woche, Verreisen im Urlaub nur mit der christlichen Jugend, andauernd Opa helfen an der Kirche und am Pfarrhaus, für Gottes Lohn natürlich und in der Schule mussten es immer Einser und Zweier sein. Bei einer 3 in einer Arbeit gab es Nacharbeiten zu Hause, eine 3 im Zeugnis, bei mir in Sport, gab eine Woche Hausarrest. Trotzdem war die Schule ein Ort, an dem ich gerne war, allein schon, weil ich hier unter Gleichaltrigen sein konnte.

Nun, nach dem ich hoffentlich endgültig dem Tod von der Schüppe gesprungen bin, werde ich das so nicht mehr mitmachen und das werde ich meiner Mutter klipp und klar sagen, wenn sie noch mal her kommt.

Maxi fragt: „Was schreibst du denn da so emsig und an wen?“ „Ich schreibe an Noah, meinen Cousin in Bremen, der gibt das seinen Eltern und unserer Oma zu lesen. Ich lese dir das später vor, dann kannst du sagen, was du davon hältst.“, antworte ich.

Jetzt guckt er wieder aufs Fernsehgerät, da fängt gerade „Diner for One“ an, sagt er. „Das kenne ich nicht. Was ist das?“, frag ich. „Guck einfach mit“, sagt er, „schreiben kannst du nachher immer noch weiter. Das ist voll zum Lachen.“ Also schau ich zum ersten mal „Diner for one“ und es ist echt total witzig, ich muss viel lachen über den angetrunkenen Buttler und seine alte Chefin, Sau geil, würde Lucas sagen, der das bestimmt auch kennt. Über dem Stück vergesse ich sogar meinen Frust über meine familiäre Situation und das tut mir echt gut. Als es aus ist, geht es mir besser, trotzdem werde ich jetzt weiter schreiben und das später an Noah schicken.

Im Fernsehen beginnt nun die Übertragung einer Silvesterparty mit viel Musik. Lucas zappt und sucht was anderes, während ich langsam zum Ende komme. Heute ist übrigens Tag 70 nach der Spende und der Doktor hat gemeint, das man jetzt davon ausgehen kann, das es geklappt hat und zurzeit auch keine Gefahr mehr für mein Leben besteht. Das einzige, das uns gefährlich werden kann, wäre eine Infektion und deshalb ist nach wie vor die Quarantäne wichtig und muss auch noch mindestens 2, eher 3 Monate fort gesetzt werden. Also wird es fast Ostern und dann bin ich, ebenso der Max, 14 und vom Gesetz her Jugendlicher und kein Kind mehr, was meinem Vorhaben, nach Bremen ins Asyl zu gehen, deutlich größere Chancen einräumt, cool.

Um Mitternacht wünschen wir uns gegenseitig ein gutes, neues und gesundes Jahr 2011. Diner for one haben wir jetzt insgesamt 4-mal gesehen, immer auf einem anderen Sender, haben auch beim 4. Mal noch herzlich gelacht und wir werden langsam müde.

„Du wolltest mir noch alles vorlesen, was du dem Noah, deinem Cousin schicken willst“, sagt Maxi. „Morgen oder besser heute nach dem Frühstück, ist das OK?“ „Ja klar, ist das OK“ sagt er und dann fragt er plötzlich noch: „Und du hast echt noch nie gewichst, Philipp, echt noch nie?“

„Nee, noch nie, uns wurde jede Art von Sex schlecht geredet“, erkläre ich ihm, „es ist Sünde, man kommt in die Hölle.

Man, mein Opa war Pfarrer und wir wurden streng gläubig erzogen. Krank sollte man auch werden vom onanieren, hat er immer gesagt, wenn ich bei ihm war. Angst und ein schlechtes Gewissen haben mich bis her immer von der Selbstbefriedigung abgehalten und auch Lucas ist es bisher nicht gelungen, mich zum mit wichsen zu überreden.

Lucas hat gesagt, das er es mindestens 3-mal am Tag tut und das er auch nicht krank davon wird und das es halt geil ist, was immer er damit meint.“ „Jo, 3-mal kommt hin“, sagt Maxi jetzt, „hier im Krankenhaus ging ja eine Zeit lang nicht, aber jetzt, seit ein paar Tagen, geht es endlich wieder. Heute habe ich aber nur 2-mal, im Bad.

Hier im Bett so neben Dir, habe ich mich nicht getraut“, sagt er, „meine Freunde und ich wichsen auch ab und zu zusammen und wir haben Spaß dabei.“

Mein Penis ist über diesem Gespräch ganz steif geworden, ob es ihm genau so geht? Ich lege mich auf die Seite, denke an Opas Gespräche über dieses Thema und das hilft. „Gute Nacht, Maxi“, sag ich. „Gute Nacht, Philipp, schlaf gut“, sagt er und wir machen Licht und Fernseher aus. 0:45 Uhr ist es und 2011, mal sehen, was es bringt. Es kann nur besser werden, denk ich.

Boris, Freitag, 31.12.2010, 21:00 Uhr mit Anke im recht vollen Sportlerheim bei einer großen vereinsinternen Silvesterparty. Mit dabei ist auch Ulli und bei ihm ist der Erich aus Pirna, von dem Sergej bei ihrem Besuch hier gemeint hat, dass er auch auf Jungs steht.

Voll ist es, warm und laut und gute Stimmung herrscht hier im Clubheim bei uns Fußballern, Stimmungsmusik macht eine 3 Mann Live Band und das haben sie drauf. Anke schläft heute Nacht bei uns, Opa will uns um 1:00 Uhr abholen und dann wollen wir dort noch einen Sekt mit Opa und Oma trinken, bevor wir ins Bett gehen. Zum Jahreswechsel wird hier immer viel geböllert, deswegen habe ich kein Feuerwerk gekauft. Opa kauft auch keines, wegen Flipp, der hat dann Angst und wohl auch Ohrenweh von dem Lärm. Er liegt dann immer im Keller, da hört man am wenigsten von der Böllerei.

Dass der Erich bei Ulli ist, das finde ich gut, vielleicht wird ja was aus den beiden Jungs. Meiner Meinung passen sie recht gut zusammen und Ulli wird sich dann bestimmt endlich auch outen zu Hause, wenn er mit Erich zusammen kommt. Das ist eigentlich schon überfällig, ich glaube nicht und Anke auch nicht, das er viel Stress dadurch bekommt zu Hause. Opas Firma war zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen, die Leute haben alle noch Urlaub zu gut gehabt und Opa hat dann gefragt, ob sie den holen zwischen den Tagen.

Montag, am 03.01.2011 geht es wieder los mit der Arbeit. Weihnachten waren alle hier bei Oma, am 24. abends, am 25. waren wir bei Mama in Dresden und am 26. bei Anke zu Hause. Immer Essen, Essen und Essen. 2 Kilo habe ich zugenommen, aber man sieht das nicht und in 6 Wochen ist es wieder runter trainiert.

Mit meinem Schatz läuft alles super, wir verstehen uns gut, haben uns sehr lieb und die Aktionen im Bett sind auch einfach nur fantastisch. Ich bin froh, dass Anke auch gerne Sex hat mit mir und auch öfter mal die jenige ist, die den Anfang macht. So schön und geil hatten wir uns das wohl nicht vorgestellt, da wir ja überhaupt keine Erfahrungen mit anderen Partnern hatten. Anfangs war ich alleine, der auch mit Mund und Zunge aktiv war, aber jetzt werde ich auch immer vorher richtig heiß geblasen, das hatte sie schnell drauf und ich habe da auch nicht drauf gedrängt. So was muss von selber kommen, dann wird es auch gern gemacht, finde ich.

Ob der Ulli dem Erich auch schon einen geblasen hat? Vorstellen könnte ich mir das schon. Anke hat gemeint, sie hätte den Erich schon bei Kerns nebenan gesehen vor ein paar Tagen, sie war sich aber nicht sicher.

Ich muss jetzt mal pinkeln, sag das Anke und gehe zur Toilette. Als ich vor dem Urinal stehe und pisse, steht der Ulli plötzlich am Becken neben dran und pinkelt auch. „Kann ich kurz mit dir sprechen, Boris“, fragt er mich. „Klar“, sag ich, „wir können ja kurz rausgehen.“ „Es ist sehr kalt draußen, dann müssen wir die Jacke holen an der Garderobe“, sagt er, „wir können doch auch in den Geräteraum gehen.“ „OK“, sage ich und das tun wir auch. In den Umkleidekabinen sind Bars eingerichtet, auch da ist viel Betrieb.

Im Geräteraum ist es ziemlich voll mit Sachen, zum reden reicht es aber. Er sagt: „Ich möchte dir etwas sagen, gib das auch bitte an Sergej weiter. Ich bin seit Weihnachten out zu Hause, ist mit Erich aus Pirna zusammen und ich habe ihn auch meinen Eltern vorgestellt. Der Entschluss dazu kam plötzlich, weil Erich halt nicht zu seinen Eltern an Weihnachten geht. Da wollte ich, dass er bei uns in der Familie mitfeiern kann und nicht allein ist und da musste ich mich ja outen.

Sie haben es relativ gelassen aufgenommen und Mama hat mich gefragt, ob ich schon damals in den Conrad verliebt war und der in mich. Daraufhin kamen mir ein paar Tränen und sie hat mich in den Arm genommen. Danach war alles wie immer und sie haben sich über Erichs 2 tägige Anwesenheit bei uns sehr gefreut. Auch heute Nacht und Morgen bleibt Erich bei uns.“ Er strahlt jetzt und ich gratuliere ihm. „Wenn es mit anderen Probleme geben sollte“, sag ich, „lass es mich wissen. Ich werde euch immer unterstützen.“ „Danke, Boris, das freut mich“, sagt er, „komm, wir gehen wieder zu unseren Schätzchen.“ Das tun wir dann auch und nachdem ich auch Erich Glück gewünscht habe, erkläre ich Anke, warum es etwas länger gedauert hat. Sie gratuliert den Beiden auch und drückt den Ulli, freut sich für ihn.

Wir tanzen viel und trinken auch Sekt und um Mitternacht schauen wir den vielen Raketen hinter her, die in den Minus kalten Winterhimmel steigen. „Prost Neujahr“ Lauten die SMS. Die wir verschicken, nach Dresden, nach Bremerhaven und auch eine an Robin, der wohl jetzt auch verliebt ist, was mir Anfangs einen leichten Stich versetzt hat. Das ist aber nun vorbei und ich hoffe, dass er glücklich wird mit seinem Roland, dessen Bild er schon geschickt hat. Ein hübscher Kerl und ein tolles Paar, möge es die Zeit überdauern.0:45 Uhr holt Opa uns ab und zu Hause trinken wir zu 4. noch eine Flasche Sekt, bevor wir gegen 2 Uhr hoch in mein Bett gehen. Flipp, mittlerweile aus dem Keller zurück, folgt wie immer und liegt später vor dem Bett auf dem Teppich.

Nun werden wir schlafen und wenn wir wach werden, dann schauen wir mal, was wir mit dem ersten Morgen des neuen Jahres machen werden. Ich glaube, da fällt uns schon was Nettes ein.

Kevin, Samstag, 01.01.2011 um 09:25 Uhr im Bett mit Wolfi.

  1. Januar, ein neues Jahr fängt an, denk ich nach dem Aufwachen, was wird es bringen für uns? Mein Schnuffel schläft noch fest und Fiffi knatscht mit dem Trockenfutter. Das Geräusch hat mich wohl geweckt. Heute Nacht, nach dem tollen Feuerwerk, das Carl August gekauft und das Martin abgebrannt hat, haben wir mit dem Hund noch eine Pinkelrunde gedreht, damit er heute Morgen nicht so früh raus muss. Jetzt werde ich ihn raus lassen, damit er pullern kann. Mit nackten Füßen gehe ich mit dem Hund in den Flur und zur Haustüre, öffne einen Spalt weit und schon ist er raus, der Kleine.

Eiskalte Luft kam durch den Spalt herein, sehr, sehr kalt ist es draußen und ein Bellen zeigt mir, das er schon wieder da ist und rein will. Hund rein, Türe zu, es hat gereicht, das meine Füße jetzt eiskalt sind und schnell bin ich zurück im Zimmer und wieder unter der warmen Decke. Die Füße schiebe ich jetzt rüber an Wolfis warme Waden. „Boah, was ist denn jetzt kaputt, spinnst du, Kevin?“, mault er erwachend und dreht sich zu mir um, dabei seine Beine in Sicherheit bringend. Seine Finger suchen und finden meine empfindlichen Stellen und er beginnt mich übelst zu kitzeln. Quiekend winde ich mich, versuche seine Hände fest zu halten, damit das Kitzeln aufhört. Er wirft sich mit dem Oberkörper auf mich, drückt mich fest aufs Bett, hört auf zu kitzeln. Er beißt leicht in mein Ohrläppchen, sagt dann in mein Ohr: „Zur Strafe wirst du jetzt gefickt, Kleiner.“

„Oh ja, bestrafe mich, bitte bestrafe mich gut, mein Schatz“, sag ich leidenschaftlich und bin direkt hart. „Geh schnell ins Bad“, sagt er, „beeil dich, ich bin Ratten scharf auf dich. Denk dran, Tom und Micha schlafen im Wohnzimmer, sei leise.“

Schnell bin ich im Bad, Toilette und dann spülen und schnell zurück ins Bett. Er hat schon einen Pariser über seinen Schwanz gerollt, wartet und nach dem er mich geweitet und gegelt hat, bekomme ich zum 1. Mal in diesem Jahr seinen super schönen Schwanz in meine Bypass und es tut gar nicht weh, nur gut. Das Jahr könnte nicht besser anfangen, schade, dass er so schnell gespritzt hat, mein geiles Wölfchen.

Erst nach dem ich ihn wieder steif geblasen habe und er mich erneut fickt, komme auch ich und spritze meinen Bauch nass. Er sinkt nach vorn auf mich und über ihn hinweg sehe ich Toms und Michas Gesicht durch den Türspalt und beide machen große Augen.

Es stört mich eigenartiger Weise nicht, das sie auf unsere nackten Ärsche gucken, Wolfis Schwanz in meinem Po sehen können und dann sind die Gesichter auch schon wieder verschwunden. Mein Hase hat überhaupt nichts mit bekommen davon. Die 2 sind doch bestimmt auch geil jetzt, nach dem sie uns beim Ficken zugeschaut haben. Hoffentlich trauen sie sich, auf der Wohnzimmercouch zu poppen und ob sie Kondome dabei haben, wer weiß.

Das war das 1. Mal, das uns jemand beim Ficken zugeschaut hat. Gut, ich habe das ja während der Nummer gar nicht mit bekommen, weiß auch nicht, wie lange sie dort gestanden haben, weiß jetzt auch echt nicht, wie ich reagiert hätte, wenn ich das früher mitbekommen hätte. Jetzt, im Nachhinein, denke ich, dass es mir vielleicht gefallen hätte, wenn ich es gewusst hätte.

Ich erzähle Wolfi leise, was war und er kichert und fragt: „Echt jetzt, die haben uns beim Ficken zu geschaut und voll auf die Ärsche? Die wollten bestimmt gucken, ob wir schon wach sind und das waren wir ja wohl.“

Er steht auf, entsorgt den Gummi und wirft mir einen Morgenmantel hin. „Komm, wir müssen duschen und dann anziehen. Ab 11 Uhr ist Reste essen und da wollen wir ja nicht fehlen, oder?“ Also gehen wir, vom Morgenmantel verhüllt, mit frischer Unterwäsche in der Hand, ins Bad, sperren zu und duschen, schnell, ohne sonst was. Dabei darf ich nicht an ihre Blicke denken, sonst krieg ich wieder eine Latte. Das mich der Gedanke an 2 Spanner, dazu noch unsere Freunde, so an macht, wundert mich und dann müssen wir uns doch noch einen runter reiben gegenseitig, denn auch Wolfi scheint das alles auf zu geilen. Heute Nachmittag in der WG werden wir der Sache mal auf den Grund gehen, ob uns Zuschauer und Zuhörer beim Poppen anmachen.

Das war ja schon in Bad Schwartau geil, als Ole und Frank und auch Jerome und Sergej in den Zimmern neben uns beim poppen deutlich zu hören waren und die unsere Stöhnerei auch mit bekommen haben, wie Jerome ja dann auch durchblicken ließ später.

Martin klopft an die Badtür. „Seid ihr bald fertig, da sind noch mehr Leute, die Duschen wollen“, sagt er. Wir schlüpfen in die Unterwäsche und dann gehen wir raus. „Bad ist frei“, ruf ich im Flur und schließe dann die Türe hinter uns.

Kaum wieder im Zimmer, klopft es und auf mein „Herein“, kommen, mit rotem Köpfen, Tom und Micha, fertig angezogen, rein zu uns. Tom schließt die Tür und sagt dann: „Wir wollten vor hin nicht spannen, auf mein 2-maliges Klopfen hat aber keiner reagiert und dann habe ich langsam aufgemacht.“ „Ihr ward voll am ficken“, sagt Micha jetzt mit rotem Kopf, „Das war besser, wie jeder Porno, Wolfis Dicker in deinem Po, so geil, wir mussten einfach einen Augenblick zu schauen.“ „Als Wolfi kam und sich in deinen Saft gelegt hat, hast du uns gesehen“, sagt Tom, „wir sind ab, beide voll steif und im Wohnzimmer, haben wir uns auf der Couch gegenseitig gut einen geblasen und alles geschluckt. Ich gehe nie wieder ohne Kondome aus dem Haus.“ Ich kichere, zieh mich an, damit sie meine Latte nicht sehen, Wolfi geht es nicht anders.

„Es hat uns im Nachhinein angemacht, dass ihr zugeguckt habt“, sagt Wolfi. „Beim Duschen mussten wir gleich noch mal gut wichsen, so geil waren wir“, sag ich jetzt, fertig angezogen.

„Es hat so scharf ausgesehen, wie der Pimmel rein und raus ist und die Laute dabei. Schluss jetzt damit, man wird ja feucht bei dem Gespräch“, sagt Micha, „los, wir gehen rüber.“ „Den Film krieg ich so schnell nicht aus dem Kopfkino raus“, sagt Tom beim Hinaus gehen. Den Fiffi hohl ich auf den Arm, weil der Boden so kalt ist. Es war bestimmt 10 Grad Minus heute Nacht.

Sergej, Samstag, 01.01. 11:20 Uhr, im Wohn- und Essbereich beim Reste essen.

Jetzt dürften alle, die hiergeblieben sind, munter sein und hier beim, na ja, Brunch sag ich mal, obwohl das einzig Warme Kaffee und Kakao sind. Es ist noch genug davon heute Nacht und alle essen. Jeromes Mama isst Fisch, zum Frühstück quasi, als 1. Mahlzeit. Das führe ich auf ihren Zustand zurück. Ihr Bäuchlein ist schon schön rund und in 2 bis 3 Monaten ist es dann soweit, dass die neuen Erdenbürger auf die Welt kommen sollen.

Es war eine sehr tolle Party, das Feuerwerk, von Profis geliefert, war Gandalf mäßig gut. Wer den 1. Teil von Herr der Ringe kennt, weiß, was ich damit meine, Bilbos Geburtstag. Martin hat es angebrannt, wie wohl all die Jahre vorher auch schon und es war galaktisch gut.

Es war sehr kalt draußen und so waren bald alle wieder im Haus. Einige sind dann in der nächsten Stunde nach Hause gefahren. Rufus Weiden mit Familie, Matzes Eltern, Armin und Denise mit Wolfis Auto. Sie werden das Auto nach her wieder her bringen. Alwin, Gerry und Lars haben im Ruheraum unten gepennt. Schatz und ich in Jeromes Bett und auf der Couchlandschaft haben Robin und Roland und Chris und Matze einen Platz gefunden. Mike und Dirk waren im freien Gästezimmer bei Jerome und Lex und Ralf in Lexs Zimmer, das beide ja schon ein paar Tage gemeinsam bewohnen.

Frau Jensen und Frau Gut sind heim gefahren mit Marie und Marvin und Torsten und Sigrid, die aber vor 10 Minuten alle noch mal her gekommen sind. Robins Mutter und der Kapitän waren unten bei Lis im Gästezimmer, Ole und Frank bei Oma, Rico und Noah sind mit Familie, Irene ist gefahren, auch heim. Jedenfalls waren alle unter, die hier geblieben sind. Von denen, die nach Hause sind, kommen die meisten, sofern noch nicht da, wohl auch noch einmal wieder her.

Mit Mama und der Familie haben Schatz und ich heute schon aus dem Bett heraus geskypt und dort ist alles gut rein gerutscht ins neue Jahr. Boris hat geschrieben, sie waren wohl beim Fußballclub und der Ulli, schreibt er, ist jetzt out und mit dem Jungen aus Pirna zusammen. Hat doch gut geklappt, finde ich.

Da Robin dieses Mal nicht in unserem Bett, sondern mit Roland auf der Couchlandschaft geschlafen hat, konnten wir das neue Jahr mit leichten erotischen Einlagen beginnen, richtig Poppen, dafür waren wir zu faul aber der Tag ist ja noch lang. Robin war dann, so wie Chris und auch ich, mit seinem Schatz zusammen duschen. Der Gedanke an das was sie dort tun könnten, hat uns beide wieder angetörnt und so waren wir beim Duschen dann noch einmal aktiv.

Gut, das Morgen noch der Sonntag ist, da können alle ausruhen und was fürs Familienleben tun. Ole und Frank fahren heute Nachmittag nach Nordenham und auch Kevin und Wolfi fahren zu Wolfi heim.

Morgen, gegen 18:00 wollen sich die WG-ler zum Abendbrot in der WG treffen und da keine Schule ist, kommt Dirk mit Mike und Lex mit Ralf auch und sie bleiben über Nacht. Auch Gerry und Alwin wollen kommen, Gerry hat ja Montag frei. Wir wollen eine „Hobbit“ und „Herr der Ringe“ Filmnacht machen. Kevin hat am Montag Mittagsschicht, Rico auch. Wer kommen will, kann das tun und ich denke, dass die meisten mit machen.

Montagnachmittag wollen wir mal zur Baustelle, schauen, wie es dort aussieht. Mike sagt, es geht alles gut voran, trotz des kalten Wetters.

Am 7. Januar hat Jerome Geburtstag, wird 19 Jahre alt, mein Steinböckchen, irgendwer hat auch noch, so meine ich jedenfalls, am 4., Ole wird das bestimmt wissen.

Um 13:30 Uhr, die Ersten fahren jetzt wieder nach Hause, gehen wir mit allen, die wollen, runter zum Schwimmen und Sauna machen. Ich denke mal, das wir heute Nacht auch noch hier bleiben werden, Jerome und ich und darum mische ich uns jetzt mal 2 „Bloody Mary“ in der Bar und auch Chris und Matze nehmen einen. Robin und Roland mixe ich jedem einen Cocktail ohne Alkohol.

Ole und Frank, Kevin und Wolfi mit dem Hund, aber auch Gerry mit Alwin und Lars sind jetzt auch nach Hause gefahren, machen in Familie, ebenso Tom und Micha und Mike und Dirk. Armin und Denise sind gar nicht her gekommen, schlafen wohl aus und auch Paul ist mit Rolf zu dem nach Hause unterwegs.

Oben sind noch Oma, Frieda, Frau Wegmann und der Kapitän und auch Ulf und Irene Schroer, die sind mit Noah und Rico noch mal hergekommen. Kai und Martin sind da und halt Lis und Carl August.

Hier unten bei uns sind wir jetzt noch 3 Remmers, nämlich Jerome, Natascha und Alex, der Ralf und 2 Scarlottis, Noah, Roland, Matze und die 2 Wegmänner und ich, 12 Leute. Das ist gerade eine Sauna voll und Natascha als einziges Mädel gibt grünes Licht zum textilfreien Baden und saunieren.

Roland ist das zwar nicht gewohnt, hält sich aber ganz gut dabei und nach dem üblichen, gegenseitigen betrachten der Genitalien ist es dann auch schnell normal und Robin ist immer dicht bei ihm. Roland ist ein Hingucker, sieht echt gut aus und beide nebeneinander zu sehen, das hat was fast perfektes, finde ich. Beide könnten als Model gehen, so wie sie da stehen und selbst Ole, der bisher wohl der Schönste war, wird von den 2 Teenies von Platz 1 verdrängt. Wenn die 2-mal in einen Club gehen würden, gut gestylt, würden viele Gäste an ihrem Sabber ertrinken.

Die Dan Prüfung ist jetzt für alle am 17. Januar, ab 16:00 Uhr in Bremen, die erste ist ja leider ausgefallen, weil der Meister, der das abnehmen sollte, plötzlich krank geworden ist, Magen und Darm, Torsten würde „Dünnschiss“ sagen. Torsten ist heute mit Sigrid bei sich zu Hause, seine Mama hat schon gemeckert, dass er immer weg ist.

Der 17. Januar ist ein Montag, nachmittags ist die Prüfung und es werden wohl auch alle, die auserwählt sind, dabei sein. Alwin und Matze haben uns gut vorbereitet und die ersten Prüfungen sind jetzt auch nicht soo schwer, das müssten alle schaffen.

Alwin will dann auch noch klären, ob Jerome mit den Prothesen auch eine Prüfung machen darf. Das Problem dabei ist, wenn Jerome einen Fuß einsetzt zum Tritt, das er ja kein Gefühl in der Prothese verspürt und der Tritt sehr schnell zu fest und unkontrolliert erfolgen kann, was für einen Getretenen nicht ungefährlich ist. Ob es darüber Bestimmungen gibt, darüber weiß Alwin auf Grund mangelnder Erfahrung mit so etwas auch nichts Genaues.

Jetzt trage ich ihn, meinen Schatz, erst mal in die Sauna, wo sich der genossene Cocktail als besonders Schweißtreibend heraus stellt. Alkohol öffnet die Poren. Die Prüfung in Karate ist ein Thema, aber auch das Essen Morgen Abend wir besprochen. Sollen wir was kochen oder was bestellen, darüber wird geredet.

Rico, der Frühschicht hat Morgen, will was kochen. „Ich schreibe nach her einen Einkaufszettel und dann könnt ihr die Sachen besorgen“, sagt er, „wenn ich dann komme, bereiten wir es vor und um 19:00 Uhr essen wir dann, OK?“ Wir nicken das ab und er fragt dann: „Pasta und Fisch und einen Salat, geht das OK?“ Alle sind einverstanden und er sagt: „Lachsfilet mit Krabben in Weinsauce, grüne Bandnudeln dazu und eine gemischten Salat. Wein, einen trockenen Riesling aus dem Elsass oder einen Pinot Grigio aus Italien, 5 Flaschen, eine zum Kochen und den anderen zum Trinken. Der Wein zum Trinken muss in den Kühlschrank. Ich schreibe alles auf nach her.“

Damit ist die Essensfrage geklärt und wir gehen zum Abkühlen raus.

Robin, Samstag, 01.01. 2011, 15:00 Uhr, mit Roland, Chris und Matze im Whirlpool, auch Noah und Enrico sitzen mit drin.

Wir sitzen, nackig und zufrieden, im Whirlpool, es ist warm, nass und es sprudelt heftig. Ich sitze genau mit dem Po auf einer Düse und das kitzelt so an meinem Poloch, das ich hart geworden bin.

Ich flüstere Roland ins Ohr, was gerade abgeht bei mir unter Wasser und er rutscht jetzt hin und her, bis er wohl ebenfalls das Feeling hat wie ich. Gleichzeitig fühlt er, ob ich echt steif bin und dann schiebt er ungesehen von den Anderen, meine Vorhaut ein paar Mal hin und her oder besser rauf und runter.

Wenn wir jetzt allein hier säßen, denk ich gerade, als die anderen sich erheben und wieder in die Sauna wollen. Bevor Roland aufstehen kann, halte ich ihn fest. „Bleib, wir setzen einmal aus jetzt“, und ich greife unter Wasser nach seinem Ding, das auch gleich anfängt, zu wachsen. „Ich setze einmal aus“, sag ich zu Chris, der mich fragend angesehen hat. „OK, dann bis nachher“, sagt der und geht mit Matze und den Anderen zur Sauna. Als sich die dicke Holztüre geschlossen hat, alle sind drin, greife ich etwas fester zu und beginne damit, ihn zu wichsen. Er hält fein still, schnauft ein bisschen und die ungewohnte Umgebung, der Nervenkitzel, jetzt und hier in der Sprudelwanne gemolken zu werden, sorgt für einen schnellen Erfolg.

Die Revanche dauert auch nicht viel länger bei der kribbelnden Stimulanz an der Rosette und seinen schnellen Auf und Ab Bewegungen und zweimal Samen ist jetzt als biologischer Badezusatz im Wasser. Das war geil und schön und zur Belohnung küss ich ihn lange und zärtlich. „Was du dich traust“, sagt er, „macht das dem Wasser nichts aus?“ „Die paar Tropfen nicht“, sag ich grinsend und jetzt öffnet sich die Tür und alle strömen wieder nach draußen zum abkühlen. Er flüstert an mein Ohr: „Das war echt geil, hat mir gut gefallen.“ „Mir auch, mein Schatz, mir auch“, sag ich und küsse ihn erneut. Offensichtlich ist unsere Aktion unbemerkt geblieben, waren ja alle weg und so was wird uns 2 Jungs wohl auch keiner zutrauen hier und jetzt.

Auf der Couch heute Nacht war ja nur kuscheln, wir waren ja nicht allein und auch Chris und Matze haben nichts gemacht, Sex mäßig, mein ich. Geschlafen haben wir ganz gut und auch die Party war Sau cool. Wir waren ein paarmal im Wasser, haben Ball gespielt und waren auch ein paar Mal oben zum essen.

Um 11 Uhr haben wir beide dann zum 1. Mal zusammen getanzt und nach anfänglichen, leichten Schwierigkeiten ging es immer besser und hat echt Spaß gemacht. Bei den Schmusesongs mussten wir aufpassen, dass wir keine Latte bekommen haben. Das haben wir aber dann auch gut hinbekommen. Nach dem Feuerwerk um Mitternacht haben wir später noch weiter getanzt und es war schön. Es läuft gut mit uns, er ist ein so toller Mensch und er ist sehr in mich verliebt, das fühle ich. Ich bin auch sehr verliebt in ihn, alles ist nur schön und es wird auch immer mehr.

Bald kommen seine Eltern zurück, noch 4 Tage. Morgen gehen wir noch mal zum Blumen gießen und dann nehmen wir die Tüte mit, in der die Sachen von Chris sind. Mal sehen, was wir dann zu 2. allein machen.

Nach her fahren wir alle nach Hause zu uns, essen brauchen wir da nichts mehr, duschen auch nicht. Vielleicht zocken wir noch ein bisschen am PC, aber erst nach dem wir Winston und auch John Ephraim in Kanada ein gutes neues Jahr gewünscht haben. Rolands Familie haben wir in der Nacht noch Bilder geschickt, vom Feuerwerk, von der Party, aus der Bar und wir haben allen ein gutes neues Jahr gewünscht, auch dem Opa, der wohl langsam vernünftiger zu werden scheint, hat seine Mama geschrieben.

Chris und Matze bleiben heute auch bei uns, morgen früh um 10 Uhr ist Training. Zu Mittag fahren die 2 dann zu uns nach Hause und gegen Abend wieder in die WG, in der Nacht dann zu Matze. Am Nachmittag können sie uns gerade bei Roland am Torfplatz absetzen und wenn wir dort über Nacht bleiben, dann sind Mama und der Kapitän allein und können, wenn sie es wollen, mal so richtig einen krachen lassen und wir könnten das auch bei ihm, wenn wir wollten.

Ria hat sich wohl in der Silvesternacht mit einem jungen Skilehrer vergnügt, hat sie bei Whatsapp angedeutet, Xaver, so heißt der, hat ihr wohl schwer den Hof gemacht, tanzen waren sie und hinter her hat er dann wohl auch ihr Gärtchen gefegt, hat Roland gesagt, das war für ihn schon deutlich raus zu hören, na ja, warum auch nicht, ist ja ihr Gärtchen.

Winston und ich haben in der letzten Woche insgesamt 17 Stunden mit der Fortsetzung unseres Spiels verbracht und wollen am 3., 4. und 5. Januar noch mal je drei Stunden täglich daran arbeiten. Wir sind ein gutes Stück voran gekommen, bis zur Fertigstellung wird es aber noch ein paar weitere Stunden dauern.

Bis zum 15. März sollen wir liefern, das ist so vereinbart und das schaffen wir locker. Im Februar wird das Erscheinen der Fortsetzung zum 1. April bereits in der Werbung angekündigt und die 1. Auflage wird dieses Mal bei 1 Million Stück liegen. Das ist einfach Wahnsinn und es gibt so viel Kohle, das ist schon heftig.

Wir beide, Roland und ich werden morgen am Abend nicht mit Chris und Matze in die WG zum Filme schauen fahren, wir bleiben für uns, dort in ihrer Wohnung, wollen auch mal allein sein und uns wohl auch noch näher kommen, wenn es klappt.

Chris hat gegrinst, als ich sagte, dass wir bei Roland bleiben. Wir waren ja in den letzten Tagen viel mit allen zusammen, da wird uns keiner böse sein, wenn wir mal nicht dabei sind. Ich habe Jerome das dann auch gesagt, er hat mich in den Arm geholt, gedrückt und gesagt: „Ist schon OK, Robin, wenn ihr auch mal allein sein wollt. Ich freu mich für euch, ihr seid ein tolles Paar und gerade am Anfang einer Liebe ist der Partner und die Nähe zu ihm wichtiger, als alles andere. Alles Gute und tut euch nicht weh.“

Ein Kuss auf meine Stirn besiegeln seine Worte. Er ist so ein toller Mensch, mein Freund und Bruder Jerome. Ihn und seine Familie kennen zu lernen hat die Welt der Wegmanns nachhaltig verändert, zum Guten eher noch zum Besten.

So gut wie jetzt ist es uns allen wohl noch nie gegangen, Mama vielleicht mal vor Jahren, als Papa noch lebte und Chris klein war. Das ist aber schon 20 Jahre her und dazwischen, mit Papas Tod beginnend waren immer nur Angst und Sorgen bei uns zu Hause, zumindest überwiegend. Das ist nun alles total anders, Amor hat bei Wegmanns den Köcher leer geschossen, alle sind total verliebt, Kohle ist auch genügend da jetzt und Chris kann nun doch Medizin studieren, zusammen mit dem Mann, den er liebt. Alles könnte besser nicht sein und auch, dass wir jetzt so viele tolle Freunde haben, ist einfach schön.

Um 17:30 Uhr verabschieden wir uns von denen, die noch da sind und fahren nach Hause, gefolgt von Mama und dem Kapitän. Der muss erst am 16. Januar wieder los mit dem Schiff, es geht nach Nizza, dort ist das Schiff für 4 Wochen Mittelmeer gebucht. Vielleicht nimmt er Mama ja mit, Herr Remmers hat nichts dagegen und sie kann ja dann in der Küche mit helfen, wenn sie will. Sie hat sich aber noch nicht entschieden und wenn sie fährt, werden Roland und ich vielleicht in der Zeit bei ihm wohnen, zumindest zeitweise, wenn seine Mama zu stimmt.

Markus Meinle, Montag, 03.01.2011 morgens um 7:00 Uhr mit Alex Brunner beim Frühstück.

Nach den nun hinter uns liegenden, mitunter sehr anstrengenden Feiertagen geht es nun normal weiter, ich habe Frühschicht, Alex muss heute in Sachen „Herzstation neu“ zu einer Sitzung der Klinikleitung, zu der auch Vertreter der Landesregierung kommen werden. Es geht um Art und Umfang der Station und auch den zu erwarteten Kosten, was Land und Träger bereit sind, zu geben und was dann noch über Sponsoren aufgebracht werden muss.

Wir waren an Weihnachten hier zu Hause, haben mit einem eigenen kleinen Baum ganz ruhig für uns gefeiert, am 25.und 26. 12. waren wir beide arbeiten, von 8:00 bis 16:00 Uhr, danach waren wir zu Hause. Essen habe ich mit gebracht für Abends, am 25. warm, am 26. kalt und es war echt gut und lecker.

Silvester war ich ja bis 22:00 Uhr im Hilton, dann waren Alex und ich noch in Peters Kneipe, haben dort im Bekanntenkreis den Jahreswechsel erlebt mit Hähnchen und fetten Pommes und reichlich Bier, Alex nicht so viel.

Um 2 Uhr waren wir, ich gut an geschickert, im Bett und am 1. morgens haben wir uns den Alkohol und fast die Seele aus dem Leib gevögelt und es war einer der besten Sexaktionen, die wir beide wohl jemals hatten. Um 13:00 Uhr, wir waren eigentlich platt, sind wir nach den Duschen dann gegen 15:00 Uhr raus zum Spazieren, warm angezogen, mit Schal und Mütze und Pieper sind wir los und irgendwie waren wir um 18:30 wieder in Peters Kneipe, wo wir dann wieder ein halbes mit Pommes rot-weiß verdrückt haben. Einen Underberg und 2 Weizen, bei Alex ohne Alkohol, später, sind wir dann heim und haben den Rest des Abends wie ein altes Ehepaar vor der Glotze verbracht. Um 22 Uhr waren wir im Bett, dieses Mal nur zum Schlafen.

Alex macht unsere Tassen noch mal voll, gleich müssen wir los. Er setzt mich am Hilton ab und fährt dann zur Klinik. Er ist ein wenig aufgeregt wegen der Sitzung heute, hoffentlich läuft es so, wie er es sich wünscht.

Die Geschichte mit dem kleinen Robin, seinen OPs drüben und seiner guten Genesung und Entwicklung könnten schon sehr zum Erfolg von Alexs Bemühungen um eine Station für solche OPs beitragen und auch, das er drüben dem OP-Team angehört und mit der Technik, solche Herzfehler zu operieren, vertraut ist.

Am 30.12. hat er ja den Robin noch einmal gründlich untersucht und auch vermessen und gewogen um aufzuzeigen, welche Veränderungen nach den OPs und der Hormonbehandlung eingetreten sind.

Robin hat jetzt fast den Entwicklungsstand erreicht, der seinem tatsächlichen Alter entspricht und die Hormone werden zum Monatsende nach und nach reduziert und bis Ende Februar ganz abgesetzt. Robins Geschichte ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden und Alex hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass der Junge jetzt gesund ist.

Wir nehmen unsere Taschen, den Tisch haben wir abgeräumt, und dann geht es runter in das eiskalte Auto, das aber trotz Minusgraden gleich anspringt. Es dauert ein wenig, bis die Heizung etwas Temperatur hat und als es dann warm wird, muss ich aus steigen am Hilton. Einen Kuss später ist er unterwegs zu seiner wichtigen Sitzung.

Jochen, der neue Koch ist bereits seit 6:30 Uhr im Einsatz, er fügt sich gut ein und er ist eine Verstärkung. Enrico kommt um 10:30 Uhr, und Josch um 14 Uhr, so geht es die ganze Woche. Die Gäste sind zum Teil beim Frühstück, das in Buffetform angeboten wird. Die Leute, die auf den Zimmern frühstücken wollen, werden vom Service bedient, dort laufen auch die Bestellungen auf.

Ich werde mich jetzt mal den Bestellungen für das kommende Wochenende und die nächste Woche bis zum Freitag widmen, für diese Woche ist das ja schon alles bestellt und teilweise geliefert. Wir bemühen uns, nicht zu viele Fertigprodukte zu kaufen, sondern vieles noch selber herzustellen. Heute kann man vom Schnitzel über Kartoffelprodukte, Gemüse und andere Sachen alles fertig kaufen und das dann aufwärmen oder fertig braten, das will ich aber so nicht haben und so sind solche Sachen hier auch die Ausnahme.

Das Zusammenleben mit Alex ist einfach gut, wir sind verliebt und sehr auf den Anderen bedacht, es gibt kaum Reibungspunkte und wenn doch, wird es immer gleich geklärt. Jeder Mensch hat ja so seine Gewohnheiten und die muss der Partner ja dann erst mal kennen und dann auch akzeptieren.

Wir sind eigentlich ziemlich kompatibel und wenn was nicht gleich passt, dann reden wir drüber und finden eine Lösung. Beim Duschzeug und der Seife, bei der Zahnpasta und auch beim Waschmittel haben wir uns sehr schnell auf eine gemeinsame Marke und Duftnote geeinigt und auch bei anderen Dingen haben wir ähnliche Geschmäcker, was natürlich vieles erleichtert.

Es läuft also alles gut und so fühlen wir uns auch, seit wir zusammen wohnen. Wir hätten an Silvester auch zu Remmers gehen können, ich war aber erstens platt nach der langen Schicht und weil ich das geahnt habe, haben wir auch abgesagt. Alex hatte so wie so am 1. Januar ab 8:00 Rufbereitschaft, allerdings musste er dieses Mal nicht fort. Mit unseren unterschiedlichen Dienstzeiten, das kriegen wir auch ganz gut hin, Zeit für Zweisamkeit finden wir immer genug und es fehlt uns an nichts. Es ist gut, wie es ist.

Kai, Montag, 03.01.2010 um 14:30 Uhr mit Oma und Frieda unterwegs nach Lehe, zu Alwins Vater, Zahnarztbesuch.

Wir fahren um 14:40 Uhr an der Praxis Schwertfeger in Lehe, einem Bremerhavener Stadtteil im Norden der Stadt, vor. Die Praxis liegt im Leher Ortsteil Eckernfeld, in dem Familie Jensen vor Jahren wohl auch gewohnt hat, wie Oles Mama sagte, als sie erfuhr, wohin wir fahren.

Ich gehe mit rein und wir nehmen, nach dem sich die Damen angemeldet haben, im Wartezimmer, das sehr geschmackvoll eingerichtet ist, Platz. Außer uns sind noch eine jüngere Frau mit einem etwa 13-jährigen Mädchen mit Zahnspange da und ein Mann mittleren Alters wartet wohl ebenfalls auf eine Behandlung.

Neben Alwins Vater ist auch die Mutter als Zahnärztin in der Praxis tätig. Oma und Frieda haben aber einen Termin bei Herrn Schwertfeger. Der Mann wird jetzt zu der Frau Doktor aufgerufen und verschwindet in einem der Behandlungsräume.

Wir sind etwas zu früh und jetzt wird das Mädchen mit seiner Mutter aufgerufen und in einen Behandlungsraum gebracht.

Ich nehme mir eine Zeitung und will lesen, als mein Handy geht. Eine mir unbekannte Nummer ist auf dem Display zu sehen. Ich gehe raus auf den Flur, nehme das Gespräch an, es ist Jens, mein Neffe und er ruft von unterwegs an, steht bei Köln auf einem Rastplatz, hat gerade Lenkpause, 30 Minuten, sagt er.

Er erzählt von seiner Rückkehr nach Hause, am Mittwoch um die Mittagszeit. Beim Essen, seine Mutter fragte ihn wohl, wo er war, hat er mutig gesagt, dass er mich gesucht und auch gefunden hat.

Das befürchtete Donnerwetter fiel erstaunlich klein aus. Sie beschwerte sich wohl, dass ihr jetzt jeder in der Familie in den Rücken fiele, dabei habe sie bei allem, was die Erbschaft betrifft, nur an sie, die Kinder gedacht. Das nach dem Vater und der Schwester nun auch er wohl diesen Onkel anders sieht, als sie es tut, ist schon merkwürdig, weil er doch eine Schwuchtel ist und seine Eltern damit in den Tod getrieben hat.

„Das stimmt aber nun mal gar nicht“, hat wohl der Vater dann gesagt, „sie haben ihn doch vor über 20 Jahren fortgejagt und er war seit dem nie mehr zu Hause. Deine Eltern haben enorm viel geraucht und waren auch stark übergewichtig und Bier und Schnaps sind auch nicht alt geworden in ihrem Haus. Gesund ist anders und das weißt du auch. Dein Bruder ist nicht schuld an ihrem Tod.“

„Schwuchtel ist ein blödes Schimpfwort, Mama“, hat seine Schwester dann gesagt, „außerdem sucht sich das keiner aus, das Schwul sein.“ Er, Jens, hat dann wohl gesagt, dass ich mit Martin verheiratet bin und dass wir sogar einen Sohn von 17 haben.

Das hat ihr wohl zunächst mal die Sprache verschlagen und es war Schweigen am Tisch.

„Einen Grund, deinen Bruder zu enterben“, sagte dann sein Vater, „gibt es nach heutigem Recht nicht und als deine Mutter starb, waren dein Vater, du und auch dein Bruder eine Erbengemeinschaft in der dein Vater die Hälfte und du und der Kai je ein Viertel geerbt hättet. Zu diesem Zeitpunkt ist ja dann schon was schief gelaufen. Ich hätte mich besser schon damals eingemischt. Unsere Firma läuft gut, wir brauchen kein Geld, das uns nicht gehört und auch kein Haus, das haben wir selber. Einen Prozess wirst du verlieren und das wird teuer. Am besten einigst du dich mit dem Kai und teilst das Vermögen deiner Eltern mit ihm, dann ist Ruhe.“

Das hörte sich ja jetzt gar nicht so übel an und ich hoffe, sie macht das auch. Ich will keinen Zoff und auch keinen Prozess, ich will meine Ruhe.

„Wie geht es jetzt weiter?“, frage ich, „Weißt du das schon?“ „Nein“, sagt er, „ich rede später mit Papa und frage ihn, ob es was neues gibt. Ich habe von hier aus eine Tour nach Bremerhaven und muss dort dann einen Tag warten, bis ich neue Ladung, Tiefkühlfisch, übernehmen kann. Wenn du willst, kannst du mich dann im Hafen abholen, ich ruf an, wenn ich dort und wo ich genau bin. Bis dahin weiß ich dann auch mehr.“ „OK“, sag ich, „machen wir es so.“

Ich gehe wieder ins Wartezimmer, lese noch ein wenig, bis die Damen kommen. Jetzt fahren wir noch ins Café “Weserblick“, dort wird jetzt ausgiebig Kaffee getrunken, Kuchen gegessen und zum Abschluss noch ein Asbach Uralt zur Brust genommen, ich natürlich nicht, aber Kuchen und Kaffee hab ich auch bekommen.

Gut gelaunt und sehr zufrieden mit dem neuen Zahnarzt wollen die Damen um 17:00 Uhr nach Hause. Da beide über die Erbschaftsgeschichten im Bilde sind, erzähle ich von Jens Anruf und das wohl Bewegung in die Sache kommt. Auch, dass ich ihn morgen vom Hafen abhole und er über Nacht bleibt. „Der Martin hat durchblicken lassen, dass dein Neffe vielleicht auch mehr auf Männer steht. Was meinst du denn?“, fragt die Oma ungeniert. „Es kann durchaus sein“, sag ich, „Martin hat lange mit ihm allein geredet und hat halt diesen Eindruck von Jens gehabt.“ „Da wird deine Schwester dumm aus der Wäsche gucken, wenn das wirklich so ist“, meint Frieda, „hoffentlich kommt diese dumme Person zur Besinnung und verstößt nicht ihr Kind in ihrem Wahn.“

Das hoffe ich, wenn es denn so ist mit Jens, auch. Wenn nicht, werden wir dem Jungen helfen, wenn er das will.

Zu Hause gehen beide zunächst zu Lis ins Wohnzimmer. Die liegt, mit einer Wolldecke zugedeckt, in ihrem Fernsehsessel und liest auf einem Kindle. Oma und Frieda berichten nun detailliert von Zahnarztbesuch und das der Doktor Schwertfeger sie gut behandelt hat. Frieda muss nächste Woche noch mal hin. Meine Frage, ob ich noch gebraucht werde, verneint die Oma, Lis hingegen bittet mich, doch noch schnell in die Stadt zu fahren und Sparribbs zu kaufen, da hätte sie jetzt echt Lust drauf. Oma und Frieda sind da auch nicht abgeneigt und so fahre ich los, mit der Protze, Sparribbs kaufen, 3 Kilo.

Noah, Montag, 03.01.2011, 19:30 Uhr beim Abendbrot zu Hause, Rico ist dabei, die Eltern und auch die Oma ist da.

Direkt nach dem Rico eben von der Schicht gekommen ist, essen wir alle zusammen zu Abend. Immer, wenn Rico die 10:30 Uhr Schicht hat, essen wir erst, wenn er da ist. Heute erzähle ich jetzt, was Philipp geschrieben hat. Sehr detailliert hat er geschildert, warum er so spät, fast zu spät ins Krankenhaus gekommen ist. Das er, wenn der Opa nicht gestorben wäre, vielleicht nicht mehr leben würde und das nur sein Stiefvater seine Einweisung ins Krankenhaus durchgesetzt hat, gerade noch rechtzeitig. Die Schilderungen seiner Lebensumstände, die sehr strengen Regeln und Auflagen, der Druck auf seine schulischen Leistungen, all diese Dinge machen uns betroffen, es ist still am Tisch. Oma bricht das Schweigen: „Das es so schlimm war für ihn, habe ich nicht gewusst.“ sagt sie. Sie hat aber schon mitbekommen, das er und seine Schwester es nicht immer leicht hatten bei ihrer jüngsten Tochter und das Opa immer seinen ganzen Einfluss bei der Erziehung der Kinder geltend machte und selber oft handgreiflich wurde und Philipp schlug. Wenn sie sich einmischte, bekam sie ebenfalls Frechheiten gemacht und auch gedroht hat ihr Opa schon. Mama ist entsetzt, sie hat ja nie was davon mit bekommen und spontan wird beschlossen, dem Jungen auf jeden Fall zu helfen. Rico und ich werden Philipp an Ricos nächstem freien Wochenende besuchen, ihm Mut machen und im unsere Hilfe zusagen.

Papa wird sich um Möglichkeiten, wie wir ihn da raus holen können, bemühen und auch Carl August um Unterstützung bitten, was das rechtliche angeht. Dann wird das bestimmt bald klappen und der kleine Cousin kommt zu uns nach Bremen.

So, das war 119, ich hoffe, es gefiel. Meinungen sind willkommen. Beim nächsten Kapitel geht es dann um Robin und Roland, um die Herzstation und auch um Erbschaft und Familien.

Bis bald     Niff

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu „Traumschiff – Teil 119

  1. Hallo Niffnase,
    Ich habe jetzt die ganzen Fortsetzungen abgearbeitet/gelesen. Ich bin fasziniert und finde es toll, wie Du die einzelnen Charakreure zur Geltung bringst. Ich hoffe, dass es bald weiter geht; ich bin schon ganz “heiß” auf daws weitere Geschehen.
    Toll, einfach toll.
    derfla

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  2. Hallo Niff,

    danke für das tolle Kapitel. Es ist immer eine Freude wenn du wieder was online stellst.
    Hoffe du hast noch viele Ideen und lässt uns nicht alzu lange warten.

    liebe grüsse aus Hessen

    der wulf

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