Fotostudio Plange – Teil 13 – Eierpunsch

Eierpunsch

Tja, lieber Leser, wie mache ich am besten weiter? Die nächsten zwei Wochen wurden mörderisch, vieles lief durcheinander und parallel gleichzeitig. Büro war eingebaut, Igors Umzug konnte also starten. Pünktlich zum Fest der Liebe würde mein Schatz bei mir einziehen, ich freute mich schon! Dank der hohen Bewerberanzahl für einen Wohnheimplatz kam er schon zum Jahresende aus dem Mietvertrag für seinen Studentenappartment raus. Sonst hätte wir ja bis Ende März warten müssen.

Unsere beiden neuen Freunde, Gürkan und sein Servet, hatten nach einer Besichtigung von Carstens Eigentumswohnung, trotz der baulichen Katastrophe, die in selbiger herrschte, den Mietvertrag unterschrieben. Die Renovierungsarbeiten dort würden sofort nach Abschluss der Arbeiten bei mir beginnen. Die beiden übernahmen, gegen entsprechendes Honorar versteht sich, sämtliche Malerarbeiten in der Ludwigstraße. So schnell, wie sie allerdings arbeiten wollten, konnten sie leider nicht vorgehen! Die Räume konnten nur nacheinander bearbeitet werden, da der Inhalt der Zimmer ja mit umgeräumt werden musste.

Als sich die beiden der Wandbekleidung des Lagerbüros annahmen, fuhren Igor und ich zum blauen Riesen mit den gelben Buchstaben. Neue Regale mussten her, sowohl für das Büro als auch für Igors Studierzimmer, denn in Münster herrschten, aus Platzgründen, Einbauregale vor. Allerdings wurden wir bei dem Schweden nicht so richtig fündig. Auch in den nächsten beiden Möbelhäusern hatten wir keinen großen Erfolg, wir würden also weiter suchen müssen. Wir waren relativ genervt von dem erfolglosen Einkauf. Igor mehr als ich. „Lass uns nach Hause fahren! Ich habe keine Lust mehr.“

Ich blickte in seine Augen, er hatte seinen Dackelblick aufgelegt, ich konnte ihm nicht widerstehen. „Na dann zurück in die Heimat! Wir können ja noch mal bei Postel schauen.“

„Du meinst den Büroladen neben dem Krankenhaus? Der ist doch viel zu teuer, da kostet ja ein Husten einen Zehner!“ Er schüttelte sich, allerdings eher erheitert.

„Ach Engel! Erstens kostet Schauen nichts und außerdem haben die Räumungsverkauf. Postel gibt zum Jahresende auf, der Alte ist tot und die Erben wollen den Laden nicht weiterführen, die wollen lieber Kohle!“ Auch ich schüttelte mich, allerdings eher angewidert.

Wir bestiegen den Wagen und ich steuerte in Richtung Autobahn. Leichter Regen hatte eingesetzt, kein typisches Dezemberwetter, dazu war es viel zu warm. Auf der Autobahn, mein Schatz hatte seine linke Hand die ganze Zeit auf meinem Schenkel, löste Igor plötzlich seinen Gurt und fing an, mit seiner Rechten an meinem Hosenstall zu spielen. Er wollte doch nicht? Seine Hand wanderte tiefer in Richtung meiner Zuckerstange. Er wollte doch! Nur mit Mühe und Not erreichte ich den nächsten Parkplatz! Dort konnte er – ohne Unfallgefahr für uns beide – genüsslich an meinen Riegel lecken. Es dauerte nicht lange bis zu Eruption des kleinen Stefan.

„Du Schuft! Dir werde ich es heimzahlen!“ Ich küsste ihn und schmeckte meine eigene Sahne.

Allerdings verzichtete ich aus Zeitgründen auch eine sofortige Revanche, wir hatten fast halb acht und Postel hatte nur bis acht auf.

So angenehm verspätet in der Innenstadt angekommen, fanden wir nur mit Glück einen Parkplatz fast vor dem Laden, die Stadt war mehr als voll, es war Weihnachtsmarkt! Kurz vor Toreschluss betraten wir dann das Eckhaus, dass das älteste Bürofachgeschäft der Stadt beherbergte, von der Heftklammer bis zum Vordruck für einen Mahnbescheid bekam man einfach alles. Wir gingen durch einen kleinen Gang in den zweiten Teil des Ladens, in dem Büromöbel aller Art ausgestellt waren. Alles eher teuer und gediegen, für die Ewigkeit gemacht. Igor und ich schlenderten weiter durch die Ausstellung. Bei einer Koje blieben wir stehen und blickten uns an, wir hatten das passende, was uns beiden gefiel, endlich gefunden. Eine Bürokombination aus einem großem und einem etwas kleineren Schreibtisch, Aktenschränken, Rollcontainern und allem, was das Herz begehrte. Aber der Preis! Die Anschaffung des Traums aus Kirsche mit dunkelgrauen Einlegearbeiten würde das selbstgesteckte Budget um mehr das Dreifache übersteigen. Ein älterer Herr kam langsamen Schrittes auf uns zu und fragte uns nach unseren Wünschen. Mein Schatz wollte schon loslegen, aber ich packte ihn am Arm, er sollte sich zurückhalten. Den Alten kannte ich noch aus meinen Zeiten als Gymnasiast hier in unserem Städtchen. Mein Vater und der alte Postel waren Klassenkameraden gewesen und wir hatten vor Urzeiten mal ein Kundenkonto hier. Sämtliche Schulhefte von Klaus und mir stammten aus diesem Laden.

„Entschuldigen Sie die späte Störung. Ich hoffe, wir halten sie nicht von ihrem wohlverdienten Feierabend ab, aber als Selbständiger kann man ja nicht immer so, wie man will.“

Der Alte lächelte mitleidig, zeigte aber ansonsten keine Regung.

„Ich habe das Geschäft meines Vaters übernommen und einiges umgebaut und modernisiert. Nun brauche eine neue Büroeinrichtung, Schreibtisch, Regale …“

Ein Lächeln umspielte seine Lippen. „Wenn das der Junior hier auch mal gemacht hätte, … aber warum kommen sie zu uns? Wir sind doch keine dieser billigen Discounter. Selbständige haben doch nie Geld!“

„Das mag ja sein, aber mein Vater und ihr alter Chef haben zusammen die Schulbank gedrückt und mein Bruder und ich haben sämtlichen Schulbedarf hier geholt. Wir hatten sogar ein Kundenkonto hier.“ Ich schaute ihn an.

„Die Kundenkontos wurden Anfang der neunziger abgeschafft. Waren dem Junior, der damals noch Interesse am Fortbestand des Hauses hatte, allerdings zu altmodisch. Wie war noch ihr Name?“

„Entschuldigen sie, ich habe mich gar nicht vorgestellt! Stefan Plange vom Fotostudio Plange in der Ludwigstraße.“ Ich reichte ihm meine Hand.

Man sah, dass er nachdachte. „Plange? Plange? Moment!… Ah! Kundennummer 143543, Rechnung immer zum Quartalsende, auf Anordnung von Herrn Postel persönlich! Hat er nicht bei jedem gemacht, selbst der alte Oberbürgermeister musste monatlich zahlen.“

Ich blickte ihn erstaunt an und grinste. „Das wusste ich auch nicht! Wir wurden besser behandelt als die hohe Politik!“

„Es gibt vieles, was die Jugend nicht weißt! Eigentlich wollte ich ja nächsten Mai in Rente, nun muss ich aber noch zum Arbeitsamt. Nach 25 Jahren als Prokurist hier bei Postel! Aber sprechen wir nicht von mir! Sind sie denn fündig geworden?“

Ich deutete auf die Koje, er nickte zustimmend. „Eine gute Wahl!“

„Aber der Preis! Wie es hier steht, kostet es ja über 4500.“ Ich stöhnte.

„Da gehören aber noch zwei weitere Regale und ein paar andere Stücke dazu, die sind hier aus Platzmangel nicht aufgebaut worden. Die sind aber im Lager!“

Ich zuckte mit den Schultern. „Es wäre schön gewesen, aber es hat leider nicht sollen sein!“

Er schmunzelte. „Junger Mann! Das ist ein Aufstellungsstück! Wenn sie das nehmen, kriegen sie ab ovo 20% Rabatt, denn es war ja schon mal aufgebaut und könnte daher von der Sonne gebleicht worden sein. Dann gibt es 40% wegen Geschäftsaufgabe und Plange hat immer 10% Rabatt gekriegt. Sagen wir 1500 für alles, was wir noch von der Serie haben. Allerdings müssen sie es sich selber abholen! Einen Lieferwagen haben wir schon nicht mehr, der ist schon zu Geld gemacht worden!“

„Alles klar! Hand drauf! Ich werde die Sachen dann morgen oder übermorgen abholen. Ich muss mir ja erst noch einen Transporter besorgen!“ Nach alter Kaufmannssitte besiegelten wie den Vertrag mit Handschlag.

Wir verließen das Bürohaus Postel und freuten uns wie Schneekönige über den Fang, den wir da gerade gemacht. Ich zückte mein Mobilknochen und rief Gürkan wegen des Transporters an, sein Cousin besaß ja ein solches Gefährt. Nach fünf Minuten rief er zurück und meinte, es würde alles klar gehen, ich könne den Wagen morgen ab vier Uhr haben, nur er würde fahren.

Igor dirigierte mich ob derweil in Richtung Weihnachtsmarkt. Er wollte den Kauf wohl mit einem Glühwein feiern. Wir erreichten eine solche Flüssigkeitsaufnahmeverkaufsstätte und bestellten zwei Eierpunsche. Wir prosteten uns zu und blicken uns verliebt in die Augen. Ich hätte mich fast vergessen, aber durch ein Klopfen auf die Schulter wurde ich in die Realität zurück katapultiert. Hinter mir stand Clemens Münster.

„Clemens! Was machst du denn hier?“

„Auf meine Frau warten, die ist bei Charme und Anmut. Sie braucht eine neue Bluse, aber ich wette mit dir, sie kommt mit einem Rock wieder!“ Er lachte.

„So sind sie, diese Frauen!“

Er blickte mich an und entdeckte dann meinen Begleiter. „N’abend Igor! Wie ist die Lage?“

„Sehr gut! Wir haben gerade Möbel gekauft und einen richtigen Fitsch gemacht!“ Ich blickte ihn an, er wusste wohl nicht, was er gerade gesagt hatte: Wir! Ich hatte zwar nichts dagegen, auch in der Öffentlichkeit als Paar betitelt zu werden, aber wenn ich an seine Reaktion bei unseren ersten Treffen dachte, wo er darauf bestanden hatte, nicht als Schwuler geoutet zu werden, wurde mir leicht anders.

„Ihr habt Möbel gekauft?“ Der Vizeabteilungsleiter wunderte sich augenscheinlich.

„Du weißt es zwar noch nicht, aber ich habe meine Wohnung in Münster aufgegeben und werde wieder zurück in die Heimat ziehen. Ich bin ja eh mehr hier als dort. Außerdem mach ich bald Examen, …“

„Also wieder zurück zum Mama und Papa!“ Anscheinend ahnte der Jugendobmann immer noch nichts.

„Nein, ich zieh zu Stefan!“ Es war raus! Die Bombe war geplatzt! Aber wollte mein Schatz sich wirklich outen? Hier und Jetzt? Am Glühweinstand? Auf dem Weihnachtsmarkt?

Clemens blickte erst Igor und dann mich an. „Ihr macht also eine Männer-WG auf? Du, Igor und Marvin? Finde ich Klasse!“

Ich überlegte kurz, aber es war Igors Show. Ich wollte schon zu einer Antwort ansetzen, aber mein Russe übernahm die Aufklärung. „So könnte man es nennen, aber es ist keine Wohngemeinschaft! Wir waren nämlich bei Postel und haben ein Büro für Stefan und eins für mich gekauft! Ein Schlafzimmer haben wir nämlich schon!“ Er wollte also doch!

Herr Münster wirkte konsterniert. „Ein Schlafzimmer hast du schon?“

„Nein, haben wir! Ehe du es hinter vorgehaltener Hand erfährst, sollst du es von mir selber hören! Wir machen keine Kommune auf! Wir haben zwei Büros und ein Schlafzimmer! Was könnte das bedeuten?“ Igor, überfordere ihn nicht!

Sein Blick schwankte wie beim Tennis zwischen uns hin und her. „Ein Schlafzimmer? Zwei Büros? Seid ihr… Nein! Das glaube ich jetzt nicht! Das kann nicht sein! Ihr verarscht mich jetzt doch, oder?“

Igor schüttelte den Kopf. „Nein, ich will dich nicht auf den Arm nehmen, ich meine es ernst! Wir sind ein Paar! Ich liebe Stefan und Stefan liebt mich.“ Er blickte mich liebevoll an, ich nickte und bestärkte ihn somit, weiterzumachen.

Clemens wurde blass. „Warte mal! Ich brauch mal eben Zeit, um das zu verstehen! Du willst mir jetzt also sagen, das Stefan hier schwul ist und du auch und ihr ein Paar seid?“

„Genau!“ Igor stellte die Tasse ab und blickte ihn direkt an.

Der angesprochene blickte mich an, rieb sich die Augen. Ich schloss die Augen und nickte in seine Richtung. „Das glaube ich jetzt nicht! Aber seit wann?“

Ich schaute ihn an. „Seid wann wir ein Paar sind oder seit wann wir schwul sind? Was möchtest du wissen?“

Er rieb sich die Stirn. „Äh, …“

„Ein Paar sind wir seit Marvin Geburtstag und schwul war ich schon vor fünfzehn Jahren, also lange bevor ich bei euch gespielt oder als Trainer angefangen habe. Stefan noch etwas länger, aber der ist ja auch älter als ich!“ Das war der Punkt, an dem auch bei Herrn Münster der Groschen gefallen war.

„Aber das geht doch nicht! Ihr könnt doch nicht …. Stefan, das geht nicht!“

„Clemens, was können wir nicht? Uns lieben? Schwul sein? Igor ist mein Schatz und ich will ihn nicht mehr missen! Er ist zwar jünger als ich, aber steht mit beiden Beinen fest im Leben!“

Mein Russe warf mir einen Kuss zu. „Clemens! Es ist mir egal, ob ich in der nächsten Saison noch Trainer bin oder nicht! Ich will endlich zu mir und zu dem Leben, das ich bisher nur heimlich führen konnte und verstecken musste, und besonders zu dem Mann, den ich liebe, stehen! So einfach ist das!“

„Aber was wird Gudrun nur dazu sagen? Wie soll sie das Heike und Cordula erklären?“

Nun verstand ich nur noch Bahnhof. Wer war Gudrun und was sollte sie zu sagen haben? Wer waren die anderen Damen? „Clemens, sei mir bitte nicht böse, aber du sprichst in Rätseln!“

„Gudrun ist meine Frau und die hat ihre geschiedene Schwester Heike dazu überredet, bei der Weihnachtsfeier des Vereins nächste Woche deine Tischdame zu spielen und ihre Tochter Cordula war für Igor bestimmt!“ Er klang ziemlich resigniert.

Ich fing schallend anzulachen. „Das ist dein ganzes Problem?“

Clemens zuckte mit den Schultern. „Du kennst meine Frau nicht! Wenn die sich was in den Kopf gesetzt hat … sie wollte dich und ihre Schwester verkuppeln! Das sie endlich uns nicht mehr auf die Pelle rückt! Wir führen quasi eine Ehe zu dritt, Heike ist immer dabei!“

Ich legte dem Jugendobmann meinen Arm um die Schulter. „Tja, da hast du Pech gehabt. Aber den Spaß werden dich gerne mitmachen, oder Igor?“

Mein Liebster nickte und grinste schelmisch. „Na klar!“

Der Torhütervater blickte mich an. „Das ist nett! Aber ihr bringt mich trotzdem in Teufels Küche! Der erfolgreichste Jugendtrainer und der beste Fotograf des Vereins ein Paar?“ Er schüttelte den Kopf. „Mir ist es ja egal, was ihr macht! Ihr seid erwachsen und es ist eure Sache, aber das darf nicht öffentlich werden. Denn wenn ihr fallt, falle ich mit!“

Igor und ich schauten uns an. „Wieso?“

„Jungs! Welches Licht wirft das auf mich? Ich lasse als Jugendobmann die Kinder von einem Schwulen trainieren und als Vize alle Mitglieder von einem Homo fotografieren? Nichts gegen euch, aber es ist ein besseres Dorf, in dem wir leben, und ich will den Wasserball in dieser Stadt wieder dahin bringen, wo er einmal war!“

„Dann machen wir das gemeinsam!“

„Wie denn? Dass ihr zusammen wohnt, ist doch wohl offenkundig! Dann braucht man nur eins und eins zusammenzählen und man kommt auf ein Paar! Allein beide Namen auf dem Klingelschild.“ Der Mann dachte zwar altmodisch, aber durchaus auch praktisch!

„Clemens! Die Ludwigstraße 123 ist ein Mehrfamilienhaus, das sieht jeder, der von der Haustür steht. Igor kriegt dann halt seinen eigenen Briefkasten und seine eigene Schelle, wenn dich das besser schlafen lässt! Für die Öffentlichkeit dürfte damit wohl klar sein, dass er da nur wohnt!“ Was tut man nicht alles, um den Anschein zu wahren! Aber irgendwie konnte ich seine abstrusen Gedankengänge nachvollziehen. Wenn ein überbesorgter Vater diesbezüglich die Presse… Ich wagte gar nicht an die Folgen zu denken!

Er nickte und sein Gesichtsausdruck entspannte sich, als ich fortfuhr. „Ich glaube auch nicht, dass die Zeitung eine Homestory über Igor bringen wird. So interessant ist mein Schatz ja nun auch wieder nicht, jedenfalls für die große und breite Öffentlichkeit. Also ist das Wie er lebt, erst einmal uninteressant. Und es ist ja nur natürlich, dass ein gestandenes Mannsbild wie mein Russe hier mit seinen mehr als 30 Lenzen und nach erfolgreich absolviertem Studium nicht unbedingt bei Mama und Papa wieder einziehen wird!“

Clemens nickte. „Aber was ist mit Marvin?“

„Der wird dichthalten!“ Ich legte soviel Vertrauen in meine Stimme, wie ich konnte. Das mein Neffe ebenfalls verzaubert ist, musste ich ihm ja nicht auf die Nase binden.

Er wirkte fast erleichtert. „Dann machen wir das so, aber es bleibt das Problem mit Gudrun!“

Ich nahm meine Brille ab und blickte ihm tief in die Augen. „Glaub mir einfach, Gudrun wir kein Problem werden. Vor die steht der beste Frauenversteher der Stadt!“

„Dein Wort in Gottes Gehörgang!“

Bei einem zweiten Glas Eierpunsch besprachen wie die weitere Vorgehensweise im Allgemeinen und die bei der bevorstehenden Weihnachtsfeier im Besonderen. Kurz nachdem Clemens die dritte Runde bestellt hatte, ich war, zwecks Führerscheinerhalts, auf Tee umgestiegen, kam besagte Gudrun, beladen mit drei vollen Plastiktüten. Sie hatte alles Mögliche eingekauft, aber keine Bluse!

Als wir in der Ludwigstraße angekommen waren, waren auch unsere türkischen Handwerker mit ihrem Tagespensum durch. Bei einem Bier besprachen wie den geänderten Plan für den folgenden Tag: Abholung der Möbel von Postel und deren Aufbau, danach die erste große Räumaktion. Die alte Schrankwand, die im Büro stand und als Ablage diente, hatte auch schon einen Abnehmer gefunden. Sie würde künftig in der Albertstraße stehen, denn die beiden hatten kaum eigene Möbel und ich war froh, mir so die Entsorgungskosten zu sparen. Sie bekamen kurze Zeit später auch Igors alte Küchenutensilien und wir schenkten ihnen zum Einzug ein komplettes Tafelservice, aber der erfolgte erst ein paar Wochen später.

Nachdem wir am Donnerstag das neue Büro abgeholt und aufgebaut, den Inhalt des Alten nach unten gebracht und eingeräumt hatten, fragte Gürkan, wo Marvin denn schlafen wollte, während bei ihm im Zimmer die Farbe trocknen würde? Daran hatten wir gar nicht gedacht, die Pläne mussten also erneut geändert werden. Wir entschieden uns für eine praktische Variante, dass Esszimmer wurde zusammen geschoben, um so Platz für eine Art Zwischenlager für Marvin Sachen zu schaffen. Mein Neffe hatte zwar nichts dagegen, für die Zeit der unausweichlichen Geruchsbelästigung im Keller zu nächtigen, war aber wenig begeistert davon, dass wir heute schon mit dem Ausräumen beginnen wollten. Er wollte es lieber alleine machen, aber dann hätten wir noch einen weiteren Tag verloren.

„Dann mach ich dir einen Vorschlag, wir gehen jetzt was essen und du fängst schon mal alleine an. Wir sind in einer Stunde wieder da!“ Ich schaute ihn an und er nickte erleichtert, seine Privatsphäre wurde so wenigstens etwas gewahrt. Allerdings schaffte er nicht alles beiseite, was peinlich werden konnte. Bei einem Stapel Bilder und zwei aufgerissenen Kondompackungen blieb er ja noch ruhig, allerdings änderte sich seine Gesichtsfarbe ins Dunkelrote, als wir hinter dem Bett eine fremde Unterhose fanden, niemand von uns trug Tangas. Auch bei einem Paar Turnschuhe hatte ich meine Zweifel, die waren eindeutig nicht auf seinem Mist gewachsen ist, sie waren zwei Nummern zu klein für den Kleinen.

Am Freitag wurden die Malerarbeiten erledigt, Marvin war mit Florian und einigen Mitschülern unterwegs und Igor packte in Münster seine sieben Sachen zusammen. Unsere türkischen Handwerker wären früher fertig geworden, hätten wir nicht für ein kleines Fotoshooting erotischer Natur, die zwei nackt auf der Leiter und der Körper übersät mit leichten Farbklecksen, unterbrochen. Die Farbtupfer wirkten sehr natürlich, zwei Räume strichen die beiden so, wie Allah sie erschaffen hatte; Der kleine Stefan bekam beim Anblick leichte Platzangst in seinem Stoffgefängnis.

Als Marvin um elf von seinem Kinobesuch wiederkam, erstrahlten die Räume in neuen Farben. Wir saßen im Wohnzimmer und tranken noch ein Glas Wein zusammen. Er hatte was auf dem Herzen, das konnte man merken. Aber da er von sich aus mit der Sprache nicht herausrücken wollte, harkte ich auch nicht nach. Er würde von selbst ankommen, wenn er dazu bereit wäre. Fest stand jedenfalls, er wollte morgen bei Florian nächtigen und schon nachmittags raus auf den Bauernhof in den Vorort. Ich stimmte zu, denn ein Kellerkind sollte er nicht werden. Außerdem hätten Igor und ich somit einige Stunden für uns, ungestört und allein, was ja auch nicht ganz unangenehm ist, für einen frisch verliebtes Paar.

Am Samstag wurde Igor dann umgezogen. Gürkan kam mittags wieder mit dem VW-Transporter seines Cousins. Zum dritten Mal innerhalb von einer Woche nutzten wir das Gefährt. Ich übernahm das notwendige Tanken, denn wenn wir schon nichts zahlen mussten, sollten dem mir immer noch unbekannten Eigentümer nicht mehr Kosten als nötig entstehen. Wir fuhren zu dritt nach Münster und verstauten die Habe meines Liebsten in dem Laderaum. Die beiden Türken wollten die notwendigen Renovierungsarbeiten alleine durchführen und abends in der Universitätsstadt ausgehen, in die Szene abtauchen. Mein Schatz und ich fuhren also alleine zurück und machten uns erst einmal an den Aufbau der Möbel für sein Arbeitszimmer, Teile davon waren ja noch immer in Kartons verpackt. Danach ging es ans Ausladen und ans Einrichten. Während wir so vor uns hin werkelten, erzählte ich meinem Russen von den Aufnahmen, die ich von den beiden Türken in diesem Raum gemacht hatte. Er hörte gebannt zu, besonders als ich vom Oralverkehr auf der Leiter erzählte.

„Du hast also das Objektiv draufgehalten, als Servet Gürkan einen geblasen hat?“

„Genau! Sie wollten ja nicht nur erotische Bilder haben, sie wollten sich auch in Aktion sehen! Und Kundenwunsch ist Kundenwunsch!“ Ich versuchte, Ernst zu bleiben.

Er grinste. „Das hätte ich gerne gesehen! Wie groß ist Gürkans Gurke eigentlich ausgefahren?“

Ich schmunzelte. „Recht ansehnlich! Relativ dick, aber nicht so lang wie dein bestes Stück. Aber welchen Orgasmus hättest du denn gerne gesehen? Den ersten, den zweiten oder den dritten?“

„Die haben dreimal?“ Er blickte mich ungläubig an.

Ich nickte. „Innerhalb von 20 Minuten! Den ersten Abgang hab ich gar nicht mitgekriegt, der war schon nach anderthalb Minuten … Ich wollte gerade die Batterien wechseln.“

„Türkischer Schnellspritzer!“ Mein Schatz lachte.

„Du sagst es! Auch beim zweiten klappte es nicht, ich wollte ja die Sahne auf dem Bild haben, aber der Kleine hat alles geschluckt. Da waren dann halt ein dritter Durchgang fällig!“

„Und wie ging es den kleinen Stefan dabei?“ Mein Schatz blickte mir mitfühlend in die Augen.

„Dem wurde es ziemlich eng in der Hose! Allein, wenn ich an die Episode denke, kriege ich jetzt noch Platzprobleme!“ Ich leckte mir über die Lippen.

„Kann ich mir vorstellen! Aber dann kann ich ihm ja helfen!“ Er trat auf mich zu und fing an, mein Paket leicht zu kneten. Ein wohliger Schauer durchzuckte mich.

Igor ging auf die Knie und befreite meinen Zauberstab aus seiner Stoffhülle. Ich saß halb auf seinem Schreibtisch, er zwischen meinen Beinen. Er leckte erst die Eier und saugte sie dann ganz ein. Ich wundere mich immer, wie sein zarter Mund soviel Masse aufnehmen kann. Es dauerte keine Minute, dann knabberten seine Zähne an meiner Wurzel. Ein herrliches Gefühl! Er langte mit seiner Hand in meinem Gesicht, ich speichelte drei Finger ein, die sich dann in meine untere Öffnung versenkten. So aufgedreht konnte ich nicht lange an mir halten und pumpte nach fünf Minuten mein Eiweiß in seinen Rachen.

Mein Schatz erhob sich und leckte sich genüsslich über die Lippen. „Du schmeckst göttlich, mein Engel!“

„Und was machen wir mit deinem Proteinen?“ Ich grinste ihn frech an und drehte mich um. Dabei gab ich meiner Hose einen Schubs nach unten, sie hing schließlich in meinen Kniekehlen. Ich drehte mich um und präsentierte ihm so mein Hinterteil. Seine Zunge war herrlich, sie umkreiste meinen Ausgang, der für den kleinen Igor nach kurzer Zeit zum Eingang wurde.

Nach seiner ziemlich heftigen Entladung ließen wir die Arbeit Arbeit sein und suchten die Dusche auf, um die äußeren Spuren der inneren Befriedigung zu beseitigen. Wir konnten uns ja eigentlich Zeit lassen, es war niemand im Hause und Termine für den Abend hatten wir auch nicht. Aber wie machten da weiter, wo wir aufgehört hatten. Nein! Nicht beim gegenseitigen Spielen aneinander, wie man vielleicht denken mag, sondern beim Einräumen von Igors Habseligkeiten. Ich wollte endlich fertig werden und je eher hier der normale Betrieb wieder herrschte, desto besser!

Wir arbeiten konzentriert weiter und nach zwei Stunden waren wir fertig, nicht nur mit den Nerven! Die Transporter brachte ich anschließend zu Murat, so hieß der Besitzer des Lastengefährts, zurück. Er war ungefähr in Igors Alter, hatte die typische Hautfarbe eines Türken und ein nettes Lächeln auf den Lippen, dass er mir schenkte, also auf ihn zuging. Ich dankte ihm noch einmal für die Überlassung des Fahrzeugs, als mein Schatz mit meinem Wagen auf den Garagenhof fuhr, irgendwie musste ich ja zurückkommen.

Igor steht aus und kam auf uns zu. Plötzlich bleib er wie angewurzelt stehen: „Ne, das glaube ich jetzt nicht! Mumu! Du lebst noch! Das ist dein Transporter? Du verrückter Maultreiber!“

Ich blickte von einem zum anderen. Mumu? Ein Nickname, logisch! Die zwei kann sich also! Aber woher? Allein der Spitzname! Mumu! Wie kann seinen Freund Mumu nennen? Ich war gespannt auf die Auflösung!

Der Türke und der Russe gingen aufeinander zu und umarmten sich. Nach einer Runde heftigen Schulterklopfens bemerkten die beiden meine Anwesenheit und kamen auf mich zu.

„Schatz! Das ist Mumu, mein Banknachbar zu Realschulzeiten! Murat, das ist Stefan, mein Freund und der Mann, mit dem ich alt werden möchte!“ Aha, Murat wusste also, wie es um die sexuelle Ausrichtung meines Geliebten bestellt war. War er vielleicht auch? Nett sah er ja aus, aber es daran festmachen? Zu gewagt für eine schnelle Entscheidung, ob oder ob nicht!

„Wie ich sehe, bist du also dabei geblieben! Hätte ich mir gleich denken können, so wie du damals abgegangen bist! Hast ja nicht genug kriegen können, wenn wir mal dabei waren.“

Sollte er etwa doch? Obwohl die Dämmerung schon längst eingesetzt hatte, konnte ich erkennen, dass Igor rot geworden war. Jaja, irgendwann kommen auch einmal die Jugendsünden heraus!

Mumu blickte mich an: „Rate mal, wer ihn damals eingeritten hat?“

„Die Antwort ist doch wohl logisch, oder? Es war wohl einer der hier Anwesenden, und da ich es nicht war und man das schlecht selber machen kann, kannst nur du es gewesen sein! Aber wie kommst du an den Namen Mumu?“ Ich lachte ihn an.

„Den hatte er seit der Siebten! Seit dem Besuch auf dem Bauernhof!“ Igor mischte sich wieder in das Gespräch ein.

Ich war zwar jetzt etwas schlauer, aber ganz blickte ich immer noch nicht durch. „Ihr habt es im Stall getrieben?“

Die Beiden lachten. „Nein, mein Engel, auf der Klassenfahrt nach Husum machten wir einen Ausflug zu einem ziemlich großen Milchbauern und waren beim Melken im Kuhstall. Murat meinte, so lang wie die Euter wäre auch seiner, und er hat es uns am Abend dann auch gezeigt, es stimmte fast. Seitdem hieß er bei uns nur noch Mumu, denn wie macht die Kuh? Muh!“

Der Türke sah mich an, er erkannte wohl meinen rechnenden Blick, denn in der siebten Klasse ist man ja erst 13, also etwas jung, um aktive Biologie zu betreiben. „Naja, damals blieb es nur beim zeigen, gespürt hatte ihn erst später.“

„Und das mehr als einmal! Beglückst du heute eigentlich immer noch deine Umwelt?“ Igor verdrehte die Augen.

Murat schaute sich etwas verängstigt um. Seine Stimme war lauter als gedacht. „Lasst uns in der Garage ein Bier trinken und auch unser Wiedersehen anstoßen!“

Wir folgten ihm, er öffnete einen Kühlschrank und reichte uns die Bügelflaschen. Nach dem üblichen Plöpp stießen wir an und tranken erst einmal. „Sorry, aber meine Frau und meine Schwiegereltern könnten uns hören und die brauchen ja nicht alles zu wissen. Ein Mann braucht seine Geheimnisse! Aber wie habt ihr Gürkan kennengelernt?“

Wusste er oder wusste er nicht? Ich entschied mich für eine neutrale Version. „Ganz normal in einer Kneipe! Ich habe ein paar Freunden von meinen Umbauplänen erzählt, er hat wohl zugehört und kam mit der Problemlösung!“

„Dann war er wohl wieder mal im Casablanca! Da war ich schon eine Ewigkeit nicht mehr! Wie lange bin ich jetzt verheiratet? Sechs Jahre! Kurz vor der Hochzeit war ich das letzte Mal in dem Laden!“

„Und jetzt? Läuft gar nichts mehr?“ Igor war neugierig.

Murat schüttelte den Kopf. „Eigentlich bin ich solide geworden, was soll man auch machen? Mit Frau und mittlerweile zwei Kindern? Ab und an fahr ich mal in ein spezielles Hamam für Insider, aber auch nur äußerst selten! Habt ihr schon mal mit Gürkan?“

„Nein, wir waren nach der Arbeit nur mal zusammen in der Sauna schwitzen, aber mehr ist nicht gelaufen.“ Die Aussage entsprach der Wahrheit. Außerdem hat er einen Freund, aber den ließ ich lieber unerwähnt. Ich wusste nicht, ob er es wusste, dass Gürkan mittlerweile nicht mehr solo und sein Geliebter ein Kurde war. In familiäre Angelegenheiten und nationale Probleme anderer Staaten mische ich mich nur ungern ein!

Er legte mir die Hand auf die Schulter: „Aber wenn du ihn mal fickst, dann steck einen Gruß mit rein und erinnere ihn, wer ihn zugeritten hat! Auch er ist durch meine Schule gegangen!“ Er grinste schelmisch, dass man die Position auch mal wechseln konnte, war ihm sicherlich unbekannt.

Ein Ruf nach unseren Gastgeber ertönte. Er zuckte zusammen, anscheinend stand er doch unter dem Pantoffel seiner Ehefrau, denn es war eine weibliche Stimme, die zu vernehmen war. Wir tranken schnell aus und Igor und er tauschten Telefonnummern aus, man wollte in Kontakt bleiben.

Die Uhr im Wagen zeigte fast neun, ich blickte auf meinen Engel. „Hunger?“

„Ja! Auf dich und mein Magen knurrt auch!“

„Costas?“

„Lieber was vom Chinesen. Geht schneller und wir können es uns bei uns gemütlich machen. Oder kann man bei Costas auch nackt essen?“

Ich schüttelte den Kopf. Wir lagerten uns vor den Kamin und genossen die sieben Köstlichkeiten, Speisereste auf dem Bauch wurden mit der Zunge entsorgt. Nach dem Essen erzählte mein Schatz mir, wir lagen in meiner Doppelbadewanne, genossen die prickelnde Whirlpool-Funktion von außen und den perlenden Sekt von innen, von seiner Entjungferung durch Murat im elterlichen Badezimmer nach einem Fußballspiel. Wir spielten die Szene nach! Die Vorarbeit des Osmanen war nicht von schlechten Eltern!

Als wir am nächsten Vormittag unsere Handwerker aus Münster abholen wollten, um mit ihnen zum Frühstück zu fahren, lagen die beiden noch eng umschlungen in dem 80 cm breiten Bett. Während sie sich ungezwungen vor uns fertig machten, konnte mein Igor seinen Blick nicht von gewissen Körperteilen abwenden, die immer noch oder schon wieder leicht mit Blut gefüllt waren.

Als wir den Wagen beluden, raunte er mir zu: „Nette Teilchen! Da könnten wir auch mal von naschen.“

Ich blickte ihn erstaunt an, was sollte das jetzt? „Reiche ich dir nicht?“

„Doch! Voll und ganz! Ich will dich und keinen anderen, denn du bist der Mann, den ich von ganzem Herzen liebe! Aber machen wir uns nichts vor, irgendwann kennen wir uns in und auswendig. Der Reiz des Neuen, des Unbekannten wird dann verflogen sein. Auch wenn der liebe Gott mich mit zwei Händen gesegnet hat, um meinen Druck abzulassen, …“

„Du meinst, die Gefahr besteht, dass man das dann nicht alleine macht, wenn die Situation entsprechend ist?“ Ich hielt ihn am Arm fest und drehte ihn zu mir um.

„Genau! Erinnere dich bitte an das Shooting, ich war durch die ganze Situation so was von geil, hättest du mich nicht so professionell berührt, wie du es getan hast, ich wüsste nicht, ob ich den Treueschwur gegenüber Patrick hätte einhalten können.“ Er blickte mich offen an.

Stimmt, daran hatte ich gar nicht gedacht. Es würde immer zu solchen Umständen kommen können, ungewollt und nicht geplant. „Und was meinst du, sollte man dagegen machen?“

„Sex und Liebe trennen und der Situation offen ins Auge sehen! Aber bitte versteh mich jetzt nicht falsch! Ich will keine offene Beziehung, wo jeder rumficken kann, wie er will und es dem anderen am Frühstückstisch in allen Einzelheiten erzählt. Denn dann brauche ich keine Beziehung, keinen Partner, keine Bindung an einen anderen Menschen! Ich will auch keinen Freifahrtschein fürs Fremdgehen. Hab ich auch nicht vor, denn du reichst mir vollkommen!“ Er küsste mich. „Aber seien wir mal ehrlich, sowohl du als auch ich können in diese Schwulitäten geraten! Du bei einem Shooting mit einem Modell, ich auf einem Lehrgang mit einem Kursteilnehmer … Davon kann sich keiner freisprechen, auch wenn er es gerne möchte, weder du noch ich! Wir sind keine heiligen Asketen, die es heraus schwitzen können!“

„Stimmt! Und was empfiehlt der Pädagoge dagegen?“ Ich war leicht resigniert, obwohl er vollkommen Recht hatte mit dem, was er sagte.

„Die Gefahrensituation können wir nicht minimieren! Das wäre absurd, wenn du verdienst mit Fotos dein Geld und ich muss mich weiterbilden. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier!“

„Und wie soll uns diese Wesensart helfen?“ Was wollte er mir sagen? Ich war mehr als gespannt.

Er grinste und küsste mich erneut. „Wenn wir uns ab und an einen dritten, vierten oder fünften Mann dazu holen, um Spaß zu haben, dann sorgt das nicht nur für Abwechslung im Bett und für Erfüllung von gewissen Phantasien, die jeder von uns hat und die man sich zu zweit nicht erfüllen kann, …“

„Welche wären das? Gib mal bitte ein Beispiel!“ Ich war neugierig.

„Ich würde mich mal gerne in ein Auto zerren lassen, um dann irgendwohin gebracht zu werden, wo mich drei oder vier Typen durchrammeln und anpissen! Entschuldige, ist eine Phantasie von mir! Du könntest mir zwar einen Stiefelbeutel über den Kopf ziehen und mich in einen Wald verfrachten, aber ich wüsste genau, dass du es bist. Der Kick fehlt dann!“

Ich grinste ihn an. „Das lässt ja tief blicken, mein Engel! Aber wie soll uns das helfen, einer möglichen Notlage zu widerstehen?“

„Ganz einfach! Wenn wir beim Sex mit einem Fremden immer zusammen sind, also wir zwei und der dritte Mann, dann wird bei Gefahr das wesentliche Elemente an der Sache, sprich der Partner, also du, fehlen!“

Mein Gehirn arbeitete auf Hochtouren. „Du meinst also, wir sollten uns gegenseitig zu einer Art Pawlowschem Hund erziehen?“

Wir küssten uns erneut. „Wenn du es so nennen willst! So in der Art meine ich es!“

Sexuelle Aktivitäten mit einem Dritten als Konditionierung des Partners gegen ein eventuelles Fremdgehen des anderen Teils der Beziehung! Die Sache hatte etwas, sie interessierte mich, auch wenn ich kein Spezialist in Sachen menschlichem Verhalten und dessen Erforschung bin.

Unsere Münder waren immer noch miteinander beschäftigt, als Servet uns auf die Schulter klopfte und den Schlüssel zwischen unsere Köpfe hielt. Die beiden hatten den Rest während unserer Unterhaltung in den Wagen geladen, wir konnten nun in morgendlicher Nahrungsaufnahme fahren.

Tja, lieber Leser, das waren wieder ein paar Tage aus meinem Leben. Einige wichtige Tage! Auch wenn man jetzt der Meinung sein könnte, ich würde meinen kleinen Neffen zu kurz kommen lassen, sein Leben und seine Gefühlswelt vor euch verbergen, mag das zwar für diese Folge augenscheinlich stimmen, aber dieser Ausflug war und ist nötig, um einiges, was passieren wird, verstehen zu können. Aber da ich nicht daran glaube, dass es jemanden sonderlich interessiert, werde ich mich jetzt auf mein Shooting vorbereiten. Mein Schatz hat gerade angerufen, einer seiner Kollegen aus seiner Referendariatsgruppe am hiesigen Studienseminar will erotische Fotos von sich haben. Mal schauen, was passieren wird! Bei entsprechenden Rückmeldungen werde ich mich nach der Fotosession wieder an den Rechner setzen, um weiter zu schreiben … *fg

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 10.0/10 (8 votes cast)
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: +10 (from 10 votes)
Fotostudio Plange - Teil 13 - Eierpunsch, 10.0 out of 10 based on 8 ratings

This Post Has Been Viewed 229 Times