Liebe wider Willen

Liebe wieder Willen

 

Eine Melodie, sanft, rein, anziehend. Ein unaufhörlicher Strom durch sein Blut. Eine Welle von Gefühlen, die zu begreifen zu groß sind. Endlose Reihe Töne in einer endlosen Melodie zusammengefasst. Vereint mit seinem Herzschlag. Verschmolzen mit seinen Sinnen. Verbunden mit seiner tiefen Stimme. Nichts anderes existiert außer dieser Melodie, diesem Gesang, dieser Stimme.

Nichts. Weit und breit kein Mensch, kein Tier, keine Pflanze. Nur noch dieser Moment bis in alle Ewigkeit. Keine Realität. Keine Schmerzen, kein Erwachen aus süßen Träumen die einem nie erfüllt werden. Nur noch dieser eine Moment. Nur für ihn. Ein dunkler Raum, ohne Fenster und wenn er welche hätte o sah er sie nicht und wollte es auch nicht. Er wollte nicht mehr in die Realität, die ihn so verletzt hatte.

Keine Wunden, kein Blut, keine Schmerzen. Nichts sollte mehr existieren, nur noch diese Stimme. Diese reine, tiefe Stimme. Eine Stimme, die tief in ihn hinein schrie, ihn rief und ihn wecken wollte, manchmal auch nur um ihm bewusst zu machen, das jemand bei ihm war. Doch heute rief sie nach ihm, wollte ihn aus seiner Traumwelt zurückholen und ihn wieder in die Arme schließen können.

Aber würde er die Augen öffnen, wäre alles zurück. Schmerz, Leid, Verletzungen. Alles, auch seine verhasste Liebe, die er nie akzeptieren konnte. Sie war nicht real. Sie würde ihn zerstören, würde ihn mitreißen in die Tiefe.

„Wach bitte wieder auf. Komm schon, das kannst du nicht machen. Du hast versprochen dir meine Lieder anzuhören, bis meine Stimme nicht mehr singen könne, bis ich nicht singen wollte.

Und jetzt reißt du dich einfach los, lässt mich allein und willst nicht mehr zurückkommen. Ist es das was du mir sagen wolltest, als du lächelnd zwischen uns gelaufen bist. Hast du genug von mir. Willst du das ich nie mehr singe.“

„Nein. Ich will weiter deine Lieder hören, aber ich will nie wieder diese Liebe empfinden. Ich kann ihr nicht entfliehen, wenn ich dich sehe, schmerzt es, als würden tausend Messer auf mich einstechen. Verstehst du das?“

„Ja.“ Sagte er leise und sah nach unten. „Warum bist du so lange nicht aufgewacht?“

„Weil ich es nicht wollte. Ich wollte nur deine Lieder, deine Stimme hören, ohne dich zu sehen. Denn brachte es mir keinen Schmerz. Du hast dich in mich eingebrannt ohne mich zu fragen. Meine Brust ist noch immer heiß von deiner Berührung. Meine Hände spüren noch immer deine Haare und ich fühle noch immer deine Küsse auf meinen Lippen.“ Sagte er leise und öffnete die Augen. Seine Augen waren so glänzend von den Medikamenten, das man meinen könnte sie wären aus Glas. Aber das änderte nichts an ihrer Schönheit. So Grün wie ein Smaragd. Ein strahlen wie ein Ring aus Edelsteinen.

„Warum hast du dich dazwischen geworfen?“

„Hätte ich es nicht, könntest du nie mehr singen. Weißt du nicht worauf er gezielt hat?“

„Nein.“ Meinte er leise und sah seinem Geliebten so starr in die Augen, dass er glaubte darin zu ertrinken. Dieser setzte sich langsam auf und hielt seinen Finger auf eine Stelle über halb der Brust des anderen, dicht unter seiner Kehle. Er strich langsam mit seinem Finger darüber und näherte sich ihn. Als er die Stelle mit seinen Lippen berührte, spürte er wieder das Feuer, welches ihn verbrannte.

Welches ihn an sich riss und sie beide zusammen fesselte. Fesselte in eine Welt, die nicht akzeptiert werden könne, nicht von ihm, nicht von seinen Freunden, nicht von dem Rest der Welt. Noch die Fans würden es zulassen ihren Star an ihn zu verschenken.

„Koi. Bitte bleib bei mir. Nur in meiner Nähe. Du kannst nicht so weit weg gehen ohne mich. Denkst du denn nicht mal an meine Gefühle. Denkst du ich verbrenne nicht in deinem Feuer. Meinst du ich bin ohne Folgen bei dir. Du hast dich genauso in mein herz gebrannt. Willst du nicht verstehen, oder kannst du es nicht. Wir sind längst nicht mehr in der Lage ohne einander zu sein. Ich brauche dich um singen zu können und du brauchst meine Lieder um existieren zu können.“ Sagte der andere und riss Koi an sich. Dieser versteifte sich leicht und schloss die Augen, ehe er langsam seine Hände auf des anderen Rücken legte und sich festklammerte.

„Singst du heute Abend?“

„Ja. In einem angesagten Club.“

„Dann solltest du langsam gehen.“ Sagte Koi flüsternd und küsste ihn federleicht auf die Schulter. „Oder willst du deine Fans enttäuschen?“ In dem Moment klopfte es zaghaft. Koi legte sich wieder hin und sah zur Tür.

„Ich will nicht stören, aber wir müssen los. Das Konzert beginnt gleich, Yóru.“

„Ich komme gleich.“ Sagte Yóru und sah seinen Manager kurz an. Als dieser gegangen war, sah er wieder zu Koi und strich mit einem Finger über dessen Lippen. „Ich werde heute ein neues Lied singen, nur für dich. Hörst du? Vielleicht begreifst du dann meine Gefühle. Ich will dich nicht zerrissen in meine Arme schließen, sondern im Ganzen und will auch dein Herz für mich und deinen Köper und alles andere von dir.

Ich werde dich nicht zwingen, aber ich zerbreche an dir, wenn du mir nicht endlich näher kommst. Ich weiß nicht mehr wohin mit meinen Gefühlen, meine Lieder sind überhäuft von ihnen. Durchdrungen von meiner Leidenschaft, meiner Sehnsucht, meiner Liebe. Ich will nicht mehr als bei dir sein. Es reicht mir doch auch, wenn du nur in meiner Nähe bist, du musst ja kein Verhältnis anfangen. Aber lass mich nicht länger frieren.“

Bat Yóru leise und beugte sich über ihn. Er küsste ihn sanft auf die Lippen und spürte schon bei dieser kleinen Berührung das Feuer und die Leidenschaft. Als er sich von Koi löste brannte dieser Kuss auf seinen Lippen und auch Koi spürte diese Hitze und legte zwei Finger auf seine Lippen, ehe er die Augen schloss und langsam einschlief. Die Ärzte gaben ihm soviel Beruhigungsmittel und Schmerztabletten, das Koi nicht mehr dagegen kämpfen konnte.

Die ersten Wochen schlief er von sich aus einen tiefen Schlaf, der einem Koma gleich kam, aber er hörte immer wieder Yórus Gesang. Seine Stimme zog ihn zurück in die schmerzhafte Realität. In das Leid, welches ihre Liebe mit sich brachte. Sein Körper war heiß an den Stellen, die Yóru berührt hatte, sie brannten nach innen und fraßen sich in sein Herz, seine Knochen.

„Da bist du ja Yóru? Wie geht es ihm?“

„Er ist erschöpft-. Die geben ihm hier soviel Beruhigungsmittel und Schmerztabletten, das er sich kaum bewegen kann.“

„Beruhigungsmittel?“

„Er schreit in der Nacht wenn er aufwacht. Er lässt auch keinen Arzt an sich. Wenn ihn jemand berührt, versucht er ständig wegzulaufen. Daher geben wir ihm dieses Zeug. Wir können ihn sonst nicht behandeln. Er sagte einmal unter Narkose, dass er brennt. Ich weiß nicht was er hat. Aber wenn das so weiter geht, braucht er einen Psychiater. Wir wissen nicht mehr was wir machen sollen.“ Sagte ein Arzt hinter ihnen.

„Er ist gesund. Das hat nichts mit seiner Verletzung zu tun. Er braucht nur Zeit.“ Sagte Yóru leise und ging.

„Ist er etwa auch so?“

„Nein. Fassen sie den Kleinen nur nicht ständig an. Es hat andere Gründe, warum er so reagiert. Die haben nicht mit einem Seelenklempner zu tun, sondern sind natürlicher Herkunft. Behandeln sie seine Verletzung, um den Rest kümmern wir uns. Und lassen sie keine Presse hier rein. Nur uns beide und seine Eltern. Verstanden?“

„Ja.“ Sagte der Arzt verdattert und sah dem Manager nach.

Dann ging er in Kois Zimmer und wollte ihn untersuchen, als dieser, die Augen aufschlug und ihm auswich. „Ich will mir nur deine Verletzung ansehen. Ich werde dich nur dort berühren. Ich verspreche es dir.“ Sagte der Arzt vorsichtig. Koi sah ihn misstrauisch, ließ den Arzt jedoch nach der Verletzung sehen und wehrte sich nicht weiter. Er war auch zu müde um sich zu wehren.

„Könnte ich heute Abend einen Fernseher bekommen?“

„Willst du dir einen Film ansehen?“

„Nein. Ein Konzert.“ Sagte Koi leise und sah dem Arzt auf die Finger, während dieser seine Verletzung behandelte. Ein glatter Durchschuss durch seine linke Schulter.

„Ich werde einen Fernseher herstellen lassen. Du solltest noch schlafen. Ich sehe späte noch mal nach dir.“ Sagte der Arzt und ging. Koi sah noch eine Weile aus dem Fenster und legte sich dann wieder hin. Er schlief schon nach einigen Augenblicken und erwachte, als er jemanden die Tür öffnen hörte.

„Wo ist es dir lieber?“ fragte die Schwester. „Soll ich den Fernseher ans Fenster stellen oder hier vorne?“

„Am Fenster.“ Sagte Koi leise und setzte sich auf.“

„Brauchst du noch etwas?“

„Nein. Danke.“ Sagte Koi leise und nahm die Fernbedienung entgegen. Er setzte sich halb auf und lehnte sich gegen das Kissen hinter ihm. Als er den Fernseher einschaltete, wunderte er sich gar nicht, welcher Sender eingestellt war. Wie immer sahen die meisten im Krankenhaus nur einen Sender, Nachrichten. Er suchte einen der Musiksender und hatte auf Anhieb den richtigen erwischt, nämlich den, der Yórus Konzert übertragen würde. Yóru war noch nicht auf der Bühne und trotzdem herrschte schon Gekreische.

Koi konnte immer hinter der Bühne sitzen und zuhören, da er für einige Zeit immer die Aufnahmen geschnitten hat. Koi schloss die Augen, als das Konzert anfing und versuchte nicht Yóru zu sehen, sondern nur die Lieder zu hören. Doch es gelang ihm nicht ganz. Unmerklich schlich sich doch sein Gesicht in Kois Gedanken und als Koi es bemerkte beließ er es dabei. Er liebte Yórus Augen, wie sie ihn ansahen, wie sie leuchteten wenn er sang. Er liebte das Singen, aber eines liebte er noch mehr.

Koi spürte die Leidenschaft mit der Yóru heute sang. Er spürte die Nähe, die Sehnsucht. Sein Bitten nach ihm. Plötzlich öffnete Koi die Augen und starrte zum Fernseher. Yóru trug wieder das Outfit, welches Koi an ihm liebte. Ein schwarzes schlichtes Hemd, schwarze Hose und sein Haar hatte er offen. Es fiel ihm ins Gesicht und bildete einen seidenen Schleier aus silbernen Haarsträhnen, die ihm bis auf die Schulter fielen.

Yóru trug ein silbernes Kreuz um den Hals mit einem kleinen Stein in Form eines Herzens. „Das kannst du nicht machen.“ Sagte Koi leise und fuhr sich mit beiden Händen durchs Haar. Er spürte die brennende Hitze auf seinem Körper, seinen Lippen. Spürte wie Yóru sein Haar berührte. Roch den süßen Geruch des weichen Parfüms welches Yóru durchdrängte. Fühlte die zarten Hände auf seiner Brust.

Koi schloss die Augen und er wusste, das Yóru dieses Lied gemeint hatte. Dieses Lied, welches für allein war. Welches nur er verstehen konnte. Welches Yórus Gefühle und Empfindungen ihm überbrachte. Nach einiger Zeit schlief Koi sanft unter Yórus Gesang ein. Er spürte noch immer das Feuer der Leidenschaft, die Yóru ihm gesandt hatte. Als er eine Berührung an der Schulter spürte, wachte er auf und schlug die Hand zur Seite.

„Ganz ruhig. Ich will mir nur die Verletzung ansehen.“ Sagte der Arzt beruhigend.

„Sie sind anders als die anderen Ärzte.“

„Warum? Weil ich mich um dich kümmere?“

„Nein. Die anderen untersuchen mich immer komplett und halten mich fest, wenn ich es nicht zulassen will.“

„Du magst es nicht, wenn man dich berührt.“

„Nein.“

„Warum?“

„Weil es mir dadurch etwas anderes nimmt.“

„Was ist dieses andere. Eine Berührung eines bestimmte Menschen?“

„Ja.“ Sagte Koi leise und sah zum Fernseher.“

„Ich habe ihn abgeschaltet. Das Konzert war lange vorbei und ich dachte mir, die andere Musik würde dich nur wieder wecken.“

„Danke.“

„Er macht sich Sorgen um dich. Er heute schon zweimal nach dir gefragt. Er konnte noch nicht herkommen, aber er sagte, ich solle dir ausrichten, das er versucht so schnell wie möglich zu kommen.“

„Dummkopf. Er weiß, dass er dies nicht kann. Die werden ihn festhalten und solange mit Fragen bombardieren bis er zu müde ist um hier her zu kommen.“

„Warum? Ist es nicht gut für sein Image?“

„Nein. Nur sein Manager schleust ihn ab und zu raus.“

„Du bist ihm sehr wichtig scheint mir.“

„Ja. Ich habe auch eine Zeit lang seine Videos geschnitten.“

„Und du hörst seinen Liedern zu. Nicht wie diese so genannten Fans die nur kreischen und gar nicht hören können was er singt.“ Sagte der Arzt lächelnd.

„Er hat eine schöne Stimme. Ich höre ihm gerne zu.“

„Ist er diese bestimmte Person?“ fragte der Arzt vorsichtig. Als Koi ihn verwirrt ansah, sprach er weiter. „Du hast gestern gesagt, dass er dir das nicht antun kann.“

„Woher wissen sie das?“

„Ich war im Zimmer. Ich habe auf dem Stuhl gesessen, da ich dachte du schläfst. Ich wollte dich nicht wecken und so habe ich nur das Konzert verfolgt. Du hast gezittert als er das eine Lied gesungen hat.“

„Er hat mir etwas verständlich gemacht, oder es versucht.“

„Es sind seine Berührungen die du nicht verlieren willst. Habe ich recht?“

„Ja. Mein Körper ist heiß an den Stellen die er berührte. Es brennt sich tief ein.“

„Warum bist du dann so traurig?“

„Weil es nicht geht. Ich kann ihm nicht nachgeben. Das einzige was dann geschähe, wäre Leid und Schmerzen zu ertragen. Das was ich will käme nicht und das was er will kann ich ihm nicht geben.“

„Was will er denn, was du ihm nicht geben kannst?“

„Alles. Er will alles von mir.“ Sagte Koi leise und zog sich zusammen. Sein ganzer Körper fühlte sich heiß an. Seine Lippen brannten von dem Kuss, der, so sanft er war, so viel Leidenschaft übertragen hatte, das er ihn nicht vergessen konnte.

„Du solltest schlafen. Ich sehe später noch einmal nach dir.“

„Sie müssen das für sich behalten.“ Sagte Koi eindringlich und sah ihn durchdringend an.

„Ich weiß. Ich werde nichts erzählen. Außerdem würde ich sonst zwei Patienten verlieren.“ Sagte der Arzt lächelnd.

„Zwei?“

„Dich und Yóru. Er hat mich darum gebeten dich zu pflegen. Er sagte mir ich solle mich nur um deine Verletzung kümmern und dich sonst nicht berühren, wenn es nicht nötig war. Ich sagte doch er macht sich Sorgen.“ Sagte der Arzt und ging. Koi legte sich hin und schloss die Augen. Sein Körper brannte wie Feuer. Seine Lippen spürten die Leidenschaft, die in ihm loderte. Seine Hände wollten ihn berühren. Langsam schlief er ein und erwachte erst wieder, als er Yórus sanfte Hand in seinem Haar spürte und öffnete die Augen.

„Wie geht es dir? Der Arzt sagte, er gibt dir kein Beruhigungsmittel mehr.“

„Nein. Tut er nicht. Ich bin auch ganz brav und lasse mich untersuchen, solange er mich nur dort berührt.“ Sagte Koi leise und sah zum Fernseher.

„Du hast das Konzert gesehen?“

Ja. Ich habe auch deine Botschaft verstanden, aber ich kann dir nicht nachgeben. Ich habe das Gefühl zu verbrennen, wenn ich bei dir bin. Dabei will ich nichts anderes, als dich zu berühren.“

„Dann tu es doch. Ich werde dich nicht daran hindern.“ Sagte Yóru verzweifelt. „Ich kann nicht mehr. Ich will dass du bei mir bleibst. Es muss ja nicht für immer sein, aber wenigstens jetzt.“

„Du verlangst zu viel von mir. Ich kann dir nicht alles geben. Ich kann dir nicht mal genug geben ohne mich zurückzuziehen.“ Sagte Koi leise und setzte sich hin. Als er sich Yóru näherte, umarmte dieser ihn zärtlich und küsste ihn leidenschaftlich auf die Lippen. Koi wollte sich ihm entreißen doch seine Kraft reichte seelisch nicht aus.

Er wollte bei ihm bleiben, doch hatte er auch Angst vor der Sehnsucht die in ihm so unermesslich gestiegen war, das sie ihn schmerzte. Er klammerte sich an Yóru fest und wollte ihn nicht mehr loslassen. Wollte nur noch bei ihm sein, wollte die Leidenschaft spüren, wollte Yórus Lippen spüren, seine Küsse innerlich aufnehmen. Er wollte seine Hände auf Yórus Rücken festkrallen und ihn nie wieder gehen lassen. Doch als er seine innere Angst spürte, riss er sich los und sah Yóru schweratmend an.

„Entzieh dich nicht immer wieder. Ich kann das nicht. Ich will dich festhalten, wenn du einmal nahe bist und ich will dich an mich reißen.“ Sagte Yóru leise. Koi spürte die Flammen auf seinem Rücken, seiner Hüfte. Überall wo Yóru ihn erneut berührt hatte. Spürte die Lippen Yórus auf seinen und schmeckte den süßen Geschmack seiner Zunge. Er fühlte noch immer wie Yóru sein Haar berührt hatte und an seinen eigenen Händen fühlte er noch immer Yórus Herzschlag, obwohl er diesen gar nicht mehr berührte.

„Es brennt.“ Sagte Koi leise. Er legte sich langsam hin und sah Yóru in die Augen. Dieser sah ihn besorgt an. „Es tut weh wenn du mich berührst, dennoch will ich dass es nicht aufhört. Ich will von niemandem sonst berührt werden. Nur von dir, aber ich kann es nicht akzeptieren.“ Sagte Koi leise und sah zum Fenster.

Das Mondlicht spielte in seinen Augen, brach sich mehrmals und ließ Kois Augen erstrahlen. Yóru legte seinen Kopf auf Kois Bauch und eine Hand auf dessen Brust. Koi strich ihm sanft durchs Haar und berührte mit einem Finger Yórus Lippen. „Tut mir leid. Ich weiß ich tue dir weh, aber ich kann nicht anders.“

„Ich weiß aber warum kannst du dann nicht wenigstens meiner Nähe sein. Nur bei mir bleiben, sollst du. Das ist alles was ich verlange.“ Sagte Yóru leise und schloss die Augen.

„Lass mir Zeit.“ Sagte Koi flüsternd und schlief ein. Yóru sah ihn sanft an und küsste ihn noch einmal auf die Lippen. Koi erwiderte den Kuss ohne dabei aufzuwachen und drehte sich zur Seite. Yóru ging leise aus dem Zimmer und fuhr sich mit beiden Händen durch sein Haar.

„Wie geht es dir?“ fragte der Arzt vorsichtig und sah ihn besorgt an.

„Ich weiß auch nicht. Ich will ihn haben, aber ich kann ihn nicht halten.“

„Das ist normal. Liebe ist nun mal ein Spiel. Gib ihm die Zeit die er braucht. Er ist verwirrt und deine Nähe macht es schlimmer. Du bedrängst ihn ohne es zu wollen oder zu merken. Er ist noch nicht sicher und weicht dir deswegen aus. Aber im Ganzen fühlt er sich zu dir hingezogen.“ Sagte der Arzt ruhig und legte eine Hand auf Yórus Stirn.

„Woher wollen sie das wissen?“

„Er hat es mir gesagt. Nun geh lieber nach Hause. Du wirst dich erkälten wenn du nicht genug schläfst.“

„Wie soll ich schlafen wenn er mir im Kopf rumspukt?“

„Versuch es. Ich kümmere mich schon um ihn.“ Sagte der Arzt lächelnd und ging in Kois Zimmer. Yóru ging derweilen langsam nach Hause. Als der Arzt sich auf die Kante des Bettes setzte, schreckte Koi hoch und ergriff unbewusst den Ärmel seines Kittels. Er legte eine Hand auf die Kois und versuchte ihn so zu beruhigen.

„Wo ist Yóru?“

„Ich habe ihn nach Hause geschickt, da er sonst Fieber bekommt. Er schläft zu wenig, wegen dir.“ Sagte der Arzt lächelnd. „Er macht sich Sorgen, aber noch mehr will er dein Herz. Kann ich mir deine Verletzung ansehen?“

„Ja.“ Sagte Koi leise und ließ den Arzt ihn berühren. „Ich muss dich heute noch komplett untersuchen, weil ich wissen muss wie du auf die Medikamente reagierst. Geht das in Ordnung?“

„Mir bleibt wohl keine Wahl. Ich kann es nur nicht leiden wenn so viele auf mich einreden oder mich festhalten.“ Sagte Koi und lächelte sanft.

„Ich weiß. Deswegen frage ich dich vorher ob du eventuell etwas dagegen hast. Du bist heute offener. Ich wusste nicht, das du ein so schönes Lächeln hast.“ Meinte der Arzt und lächelte ebenfalls. Koi sah ihn verlegen an und ließ sich untersuchen. „Ich denke ich kann mir vorstellen warum Er dich liebt.“

„So?“ fragte Koi überrascht.

„Du bist erstens sein Typ und zweitens hast du etwas an dir was einen an dir fasziniert.“

„Sein Typ?“

„Ja. Er mag es wenn jemand strahlende Augen hat. Egal bei wem. Das er sie mag heißt aber nicht ausschließlich, das er sich verliebt.“

„Und was ist das Faszinierende?“

„Deine Art. Wenn man dich näher kennt hast du eine Wirkung auf andere, als würde in dir ein Feuer lodern, das sich von Neugier nährt und Leidenschaft ausstrahlt die jeden anzieht. Du brauchst demnächst keinen Verband mehr.“

„Sie beobachten genau, habe ich recht?“

„Yóru ist manchmal wie ein kleiner Bruder für mich und da interessiert mich schon, wen er liebt. Aber du bist mir schon vorher aufgefallen, bei einem seiner Konzerte. Alle haben nur geschrieen, nur du hast vorne in einer Ecke gestanden und zugehört. Wahrscheinlich ist dies ein weiterer Grund für seine Zuneigung.“

„Wahrscheinlich.“

„Bist du müde?“

„Ja.“

„Dann schlaf. Ich sehe nachher noch mal nach dir.“

„Okay.“ Sagte Koi leise und legte sich langsam hin. Der Arzt deckte ihn vorsichtig zu und strich ihm sanft über die Stirn. Koi ergriff leicht seine Hand und hielt sie fest, als er einschlief. Der Arzt setzte sich neben ihn und beobachtete ihn eine Weile. Als Koi Yórus Namen flüsterte, lächelte der Arzt sanft und lehnte sich an. Er blieb bei ihm und als Koi aufwachte sah er ihn lächelnd an.

„Wie geht es dir?“

„Besser.“ Sagte Koi leise und bemerkte, dass er die Hand des Arztes festhielt. Er sah diesen verlegen an und ließ ihn los.

„Schon okay. Ich habe nichts dagegen. Du hast seinen Namen beim einschlafen geflüstert. Ich dachte erst du gehst davon aus, dass er hier ist und bin sitzen geblieben. Aber du hast auch meinen Namen gesagt. Was hast du geträumt?“

„Ich weiß nicht mehr. Ich fühlte mich nur wohl. Es ist anders in deiner Gegenwart als in der seinen. Ich fühle mich leichter und beruhigter. Bei Yóru fühle ich mich erdrückt und weiß nicht wohin ich gehen soll, um aus der Enge zu entrinnen.“

„Er will dich eben bei sich haben und du wehrst dich dagegen. So kommt es das dir seine Nähe bedrängend vorkommt. Wenn du dich entschieden hast musst du ihm dies zeigen. Er weiß nicht wie er sich dir nähern soll.“

„Ich kann mich nicht entscheiden. Mein Herz sagt, ich will ihn. Mein Verstand aber will keine Probleme. Wenn ich mich ihm hingebe, wird die Presse sofort hinter ihm her sein und ihm das Leben schwer machen und ich will auch nicht solch einen Rummel. Ich will nur ihn. Nicht seine Fans, nicht die Presse noch sonst was. Nur ihn. Aber das geht nicht. Wenn dann muss ich alles andere auch nehmen und das erdrückt mich.“

„Das kann ich mir vorstellen, aber es gibt eine Möglichkeit wie du ihn haben kannst ohne den Rest zu bekommen.“

„Welche?“

„Es hängt mit deiner Entscheidung zusammen, aber ich kenne eine Gegend in der niemand euch irgendwie vermuten würde. Du könntest dein Leben weiterleben und er das seine und im geheimen seid eben verliebt. Somit ist euch beiden geholfen. Du hast nicht den Trubel und er hat dich. Er braucht dich um überhaupt leben zu können. Der einzige der ihn töten kann das bist du. Und so wie es mir scheint ist er der einzige der dich töten kann, habe ich recht? Ihr seid schon so nahe verbunden, warum tust du euch das an?“

„Ich weiß es nicht.“

„Ich kann euch helfen, aber ihr müsst eurer Gefühle alleine unter Kontrolle bringen.“

„Ja.“

„Ein Ja? Zur meiner Hilfestellung, oder zu deinen Gefühlen?“

„Beidem. Ich rede mit ihm, aber erst wenn ich hier raus bin. Die Zeit muss er mir geben. Ich will nur noch diese Zeit für mich sein und noch ein wenig nachdenken.“

„Und du möchtest nicht dass er dich besucht.“

„Ja. Außerdem ist es riskant für ihn hierher zu kommen.“

„Das weiß er. Ich werde es ihm sagen. Und jetzt solltest du dich noch ausruhen.“

„Ja.“

„Schlaf gut.“

 

Koi wachte am nächsten Morgen sanft auf. Es war warm im Raum und er hatte nicht seine üblichen Albträume durchstanden, sondern einfach nur einen ganz normalen Traum geträumt, mit allen seltsamen Dingen und unwirklichen Momenten. Er ließ seine Augen noch geschlossen, auch wenn er längst wach war. Er spürte die Gegenwart einer Person, aber es war nicht Yóru. Er ließ sich noch etwas treiben und genoss die Nachwirkungen des Traumes. Als er langsam die Augen öffnet, schien ihm die Sonne ins Gesicht. Er schloss seine Augen kurz wieder und öffnete sie dann noch einmal vorsichtig. Daraufhin drehte er sich zur Seite.

„Na wie fühlst du dich?“

„Besser.“ Sagte Koi lächelnd.

„Du hast dich also entschieden?“

„Ja. Und ich denke, dass es die richtige Entscheidung ist. Aber das weiß ich erst genau, wenn ich die Entscheidung war mache.“

„Na gut. Aber ich muss dich dennoch jetzt komplett untersuchen und ich möchte dich dann auch langsam hier entlassen können. Du musst wieder mal etwas unter Leute. Viel Besuch hattest du ja nicht.“

„Wie auch. Ich kenne nur Yóru und seine Band.“

„Keine Eltern?“

„Ich bin im Heim aufgewachsen und von dort abgehauen. Yórus Manager hat mich aufgenommen, zur Schule geschickt und die Technik etwas übernehmen lassen.“ Sagte Koi leise und erinnerte sich langsam. Der Arzt war plötzlich sehr still und Koi bemerkte dies. „Was haben sie? Warum sind sie so still?“

„Ich habe mit mir gerungen, ob ich dir etwas Bestimmtes sage. Aber ich weiß, das ich damit auch verlieren kann.“

„Was wollen sie mir denn sagen?“ fragte Koi verwirrt und ließ sich untersuchen. Einen Moment blieb es still, dann rang sich der Arzt doch durch und fing an zu reden.

„Ich weiß das ich damit wahrscheinlich dein Leben auf den Kopf stelle und ich will dich nicht aus deiner Welt reißen, deshalb überlasse ich dir die Entscheidung, ob du mir das alles jetzt glaubst oder nicht und ob du meine bitte erfüllst oder nicht.“ Er schwieg einen Moment, als würde er nach Worten suchen. Koi blieb still. Er wusste nicht was der Arzt ihm sagen wollte. Was konnte er schon sagen, was seine Welt auf den Kopf stellen kann. Er war doch nicht viel älter als Koi selbst. Vielleicht drei Jahre, oder vier. „Was ich sagen will ist eigentlich, dass es Zeit wird, dass du wieder nach Hause kommst.“ Koi erstarrte, vergas sogar zu atmen. Hatte er da richtig gehört? Was wollte er ihm sagen?

„Was heißt das?“ fragte Koi verwirrt und versuchte wieder langsam zu atmen.

„Das heißt, dass ich meinen Bruder wieder zu Hause haben möchte. Ich war noch zu klein um damals etwas ausrichten zu können und als ich 13 Jahre alt war, habe ich versucht dich irgendwie ausfindig zu machen. Aber ich konnte dich nicht finden. Ich habe auch hier immer mal im Computer nachgesehen, ob du in einem Heim bist, aber Fehlanzeige und jetzt weiß ich ja auch warum. Aber ich habe dich dennoch weitergesucht.

Als ich von Yórus Manager, nachdem ich ihn fragte, gehört habe, das du allein bist und er deshalb immer hier her kommt, um nach dir zu sehen, habe ich mich etwas gewundert. Er sagte auch ich solle dich untersuchen, damit du nicht von den anderen Ärzten belästigt wirst, da nun mal am Anfang etwas schwierig warst. Na ja. Und da kam ich nun mal nicht drum rum dein Blut zu untersuchen. Allerdings fiel mir dabei einiges auf.

Du hast die gleiche Blutgruppe wie ich, was natürlich nicht viel sagen muss, aber es gibt da etwas was nur in unserer Familie ist und zwar haben wir alle ein bestimmtes Merkmal im Blut. Eine Art kleiner Sender. Vater war in der Forschung und hatte damals diesen Sender entwickelt um verlorene Kinder zu ihren Eltern zu führen, wenn diese das Bedürfnis dazu verspüren. Dir hat er diesen Sender in der Nacht gegeben, als er erfuhr, dass Mutter dich weggeben wollte. Er war dagegen, aber er wusste, dass sie in der Nacht, in der auf Reisen war, gehen würde und dich nicht wieder mit nach Hause bringt. Ich wusste von dem Sender und danach gesucht, nachdem sich einiges glich, und außerdem siehst du ihr sehr ähnlich. Zusätzlich konnte ich nun auch über die Datenbank einiges herausfinden.“

„Was ist mit Mum und Dad?“

„Mum ist letztes Jahr bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Sie war auf dem Weg nach Hause, als sie ein betrunkener Autofahrer erwischte. Sie starb noch am Unfallort. Dad ist danach zusammengebrochen und liegt hier im Krankenhaus. Er konnte es nicht verkraften, nachdem er dich auch verloren hatte und nicht wusste wo du warst. Deshalb habe ich seit dem letzten Jahr verstärkt nach dir gesucht, aber du warst nicht zu finden.“

„Kann ich denn zu ihm?“

„Natürlich.“ Sagte er und lächelte etwas. Als Koi sich hinsetzte, sah er ihm einen Moment in die Augen.

„Soll ich dir was sagen?“ fragte Koi lächelnd.

„Was denn?“

„Ich habe mich schon gefragt, wann ich dich endlich mal kennen lerne.“

„Du wusstest von mir?“

„Yórus Manager hat von dir erzählt. Ich wusste nicht wie du aussiehst, oder wie du heißt, oder wo du arbeitest, aber er sagte, wenn ich mich allein fühle, solle ich an den Menschen denken, den ich am meisten vermisse und der nie da ist auch wenn ich es mir gewünscht  habe. Und um ehrlich zu sein. Fehlte mir immer dieselbe Person ich wusste nur nicht wer dies ist. Aber jetzt weiß ich auch warum ich mich bei dir nicht so erdrückt fühle, wie bei Yóru.“ Daraufhin umarmte er ihn und hielt sich kurz an ihm fest.

„Ich heiße übrigens Dan.“ Sagte dieser grinsend.

„Okay. Du musst aber noch einiges erzählen, sonst weiß ich gar nichts über dich und du kennst mein halbes Leben bereits.“

„Kein Problem.“

„Aber jetzt will ich Dad sehen.“

„Na dann komm. Er wird sich sicher freuen, aber erwarte nicht so viel. Er ist wie gesagt nicht ganz so fit.“

„Ja.“ Koi zog sich etwas über und folgte Dan den Flur entlang fast am Ende des Ganges führte eine Treppe nach oben. Dort lagen nur wenige Zimmer. Beim dritten Raum angekommen, klopfte Dan kurz und öffnete die Tür. Aus dem Raum kamen warme Sonnenstrahlen und der Raum selbst wirkte freundlich.

„Hallo Dad. Na wie geht’s dir?“ fragte Dan leise und setzte sich ans Bett. Koi schloss die Tür und blieb davor stehen.

„Gut.“ Sagte der Mann matt und lächelte kurz. Er wirkte sehr schwach. Sein Gesicht war eingefallen und seine Augen waren Glanzlos. Er war sehr hager und wirkte auf Koi, als würde da ein Teil fehlen. Etwas, was diesem alt aussehenden Mann seine Jugend geraubt hat.

„Das freut mich. Ich habe dir jemanden mitgebracht.“ Sagte Dan lächelnd.

„Du weißt ich will keinen Besuch.“

„Ich glaube nicht, dass du diesen Besuch wieder wegschicken wirst.“ Sagte Dan noch immer lächelnd und sah zu Koi. „Komm her.“ Sagte er daraufhin leise. Koi zögerte einen Moment und ging dann doch zum Bett. Er sah Dan einen Moment Hilfe suchend an und ging dann bis ganz an das Bett heran. Der alte Mann sah weg und machte Koi etwas unsicher, aber Dan stupste ihm in die Seite.

„Hallo Dad.“ Sagte Koi leise und wartete auf eine Reaktion. Als keine kam, wollte er gerade gehen, aber Dan hielt ihn fest, als sein Dad nun doch aufsah. Koi erschrak etwas, als er in die Augen des Mannes sah, die plötzlich Angst widerspiegelten.

„Dad. Ist schon in Ordnung, er ist wirklich hier. Du träumst nicht.“ Sagte Dan beruhigend. Eine ganze Zeit war es nur still, dann lächelte der alte Mann und ein Glitzern kam in seine Augen.

„Du bist ihr wie aus dem Gesicht geschnitten.“ Sagte er lächelnd. Koi lächelte ebenfalls sanft und atmete durch. Die Spannung war verschwunden und er spürte nun die vertrauten Gefühle wieder, die er zuvor auch schon bei Dan gespürte hatte. „Komm her, kleiner. Wo warst du die letzten 17 Jahre denn nur?“ fragte er leise und nahm Koi in den Arm.

„Eigentlich ganz in unserer Nähe, Dad. Da wo man ihn am wenigsten finden kann. Er war bei Yóru.“

„Dem Sänger, von dem du erzählt hast?“

„Ja.“

„Und ich würde auch gern bei ihm bleiben.“ Sagte Koi leise. Seine Stimme zitterte leicht und sein Vater sah ihm in die Augen.

„Du bist also der Engel in seinem Leben, hm?“ Als Koi leicht nickte, rannen ihm einige Tränen an den Wangen runter. „Dann bleib bei ihm, aber komm ab und zu mal zu mir.“

„Natürlich. Jetzt werdet ihr mich nicht mehr los.“ Sagte Koi grinsend.

„Das will ich auch hoffen, kleiner Bruder.“ Sagte Dan leise und wuschelte ihm durchs Haar.

„So. Ich will euch nicht rausschmeißen, aber ich muss jetzt erst mal frühstücken und so wie Koi aussieht, sollte er sich noch etwas ausruhen.“

„Okay. Ich komm heute Abend noch einmal her.“ Sagte Dan leise.

„Bring Koi ruhig mit, wenn er dann noch aus seinem Zimmer darf.“

„Ich habe die Verantwortung über ihn und ich sage er darf.“

„Das ist schön. Also sehen wir uns heute Abend.“

„Ja. Bis dann Dad.“ Sagte Dan noch und stand schon auf.

„Koi? Lass dich nicht unterkriegen klar? Die anderen sollen doch reden, so lange du glücklich bist, kann dir die Welt egal sein.“ Sagte sein Dad lächelnd und nahm Koi noch einmal in den Arm.

„Ja.“ Sagte Koi leise. „Danke.“ Daraufhin ging er mit Dan nach unten.“

„Soll ich Yóru bescheid sagen?“

„Nein. Ich will ihn selbst anrufen, aber sag mir vorher, wann du mich nun hier entlässt.“

„Heute Abend, deshalb darfst du auch mit zu Dad. Und danach wollte ich dich zu Yóru fahren.“

„Okay. Aber ich ruf ihn jetzt selbst an.“ Sagte Koi lächelnd.

„Ist gut und ich hol dir frühstück.“

„Danke. Sagte Koi leise und legte sich ins Bett. Er nahm das Telefon zur Hand und wählte Yórus Nummer. Es klingelte keine zweimal, als am anderen Ende schon abgehoben wurde.

„Ja?“ fragte Yóru.

„Hi ich bin’s.“ Sagte Koi leise und hörte wie Yóru aufatmete.

„Wie geht’s dir?“

„Ich darf heute Abend raus.“

„Soll ich dich abholen?“

„Nein. Dan fährt mich zu dir.“

„Dan?“

„Der Arzt.“ Sagte Koi und konnte sich ein grinsen nicht verkneifen. Er war im Moment mehr als erleichtert und glücklich.

„Seit wann nennst du ihn so?“ fragte Yóru sanft, als er hörte, das Koi einen bestimmten Grund hatte.

„Seit ich weiß, das er mein Bruder ist.“

„Dein Bruder?“ fragte Yóru sanft.

„Ja. Und bei meinem Dad war ich auch eben.“

„Das freut mich für dich. Jetzt höre ich dich seit langem wenigstens wieder einmal mit fröhlicher Stimme und ohne Unterton von Traurigkeit.“

„Tut mir leid dass ich dir Sorgen gemacht habe.“

„Schon Okay.“

„Nein. Es ist nicht Okay. Ich weiß dass du dich auch schlecht fühlst und ich habe dir wehgetan, das tut mir leid. Aber ich habe mich auch entschieden. Und bei dieser Entscheidung bleibe ich.“ Sagte Koi lächelnd.

„Welche ist deine Entscheidung?“

„Ich bleibe bei dir.“

„Wirklich?“

„Ja.“

„Wer hat dich zu der Entscheidung gebracht?“

„Dad. Er sagte, mir soll doch die Welt egal sein, wenn ich nur selbst glücklich bin und ich bin mit dir glücklich, aber erdrück mich dies Mal nicht.“

„Nein. Bestimmt nicht.“ Sagte Yóru entschuldigend. „Dann sehen wir uns heute Abend?“

„Ja. Aber erst gehe ich noch zu Dad.“

„Ist in Ordnung, ich halte die Zeit schon noch aus, jetzt wo ich weiß, das du mir gehörst.“

„Ich liebe dich”, sagte Koi und legte auf. „So, hier ist dein Frühstück.“

ENDE

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