Entspannendes Verlangen

Ein Knistern liegt in der Luft, eine Anspannung wie sie jeder kennt. Die Luft scheint feucht wie im Nebel, leicht aufgeheizt, hinterlässt

einen Schleier auf dem Spiegel und Schweißperlen bilden sich auf meiner Stirn.

Es riecht nach frischem Regen und ein leichter Windhauch, der durchs geöffnete Fenster kommt, zaubert mir eine Gänsehaut herbei. Trotzdem komme ich mir vor wie in der Sauna, so heiß ist es im Raum.

Doch wer weiß, vielleicht brennt ja auch die Luft? Wärme umhüllt sanft meinen erschöpften Körper, Fingerspitzen streicheln ihn zärtlich und zwingen ihn sich hinzugeben.

Ein Seufzen kommt über meine Lippen, da ich mich schon den ganzen Tag danach gesehnt habe – diese Lust verspüren wollte. Mein Körper ist jetzt schon so sehr erhitzt, wie lange kann ich dass noch aushalten?

Eine mir unbekannte Lust hat mich erfasst und zwingt mich zur totalen Aufgabe meiner selbst. Hingebungsvoll lasse ich mich treiben, genieße den Augenblick der Ruhe und Zufriedenheit, höre nur meinen Herzschlag.

Dieser scheint sich nach so einem anstrengenden Tag endlich wieder zu beruhigen, gibt nur noch ein leises Pochen von sich. Feuchte Haarsträhnen hängen mir klebrig ins Gesicht, die ich zaghaft mit der Hand wegwische. Nun habe ich wieder auf alles freien Blick und lasse diesen wandern.

Meine Augen mustern die weiße Zimmerdecke, entdecken kleine feine Risse, die mich nicht wirklich stören, so sehr bin ich relaxt. Meine Knie sind ganz weich, geben gedanklich nach, wenn ich nur ans aufstehen denke.

Vielleicht weil ein Gefühl der Unterwerfung von mir besitzt ergriffen hat, von meinem Körper, meiner Seele. Denn schon wieder werde ich in die Knie gezwungen, fühle mich wie im Rausch, gebe mich auf und total hin.

Meine Seele hat ihren Körper verlassen und Zufriedenheit hat Besitz von ihm ergriffen. Irgendwie fühle ich mich ausgeliefert, bin zur völligen Hingabe bereit, ohne Rücksicht auf Verluste.

Wie gefesselt liege ich da, lasse die Zeit verstreichen, existiere nur im Hier und Jetzt, sauge genießerisch die Luft zum Atmen ein und bilde mir eine körperliche Abhängigkeit ein.

Gebe ich mich zu sehr diesem Lustgefühl hin? Wieder ein Seufzen, gefolgt von einem leisen Stöhnen. Oh ja, meine geschundenen Knochen fühlen sich schon viel besser an.

Ich lasse noch ein wenig Zeit verstreichen, bevor ich mich erhebe und meinen nackten Körper in ein Handtuch hülle – nach diesem schönen, heißen Bad.

Was habt ihr denn bitte gedacht?

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