Adventskalender – Suddenly Royal II – 2. Türchen

Die restliche Woche war bestückt mit lernen, Jayden helfen zu packen, oder Grandpa zu besuchen. Samstagmorgen war ich früh mit Mama aufgestanden, denn heute wollten Henry und Jayden aus dem verkauften Haus ausziehen.

Als ich ankam, wunderte ich mich doch sehr, dass nur ein kleiner LKW vor dem Haus stand. Henry freute sich mich zu sehen, er drückte mich fest zur Begrüßung.

„Sagt mal, ist der LKW da draußen nicht etwas zu klein für die ganze Sachen die ihr mitnehmen möchtet?“, fragte ich.

„Nein Jack, Zu einem ist die Wohnung viel zu klein, um all das hier unterzubringen, zum anderen, hat eh meine Nochfrau all diese hässlichen Möbel ausgesucht. Wenn man einen Schlussstrich zieht, dann richtig!“

Ich nickte nur, weil ich nicht wusste, was ich darauf sagen sollte. Beeindruckt lief ich die Treppe zu Jaydens Zimmer hinauf. Ich hörte Gekicher und traute meinen Augen nicht, als ich Jaydens Zimmer betrat.

„Wie kommst du denn hier her?“, fragte ich Sabrina, die gerade dabei war, Jayden mit seinen Socken zu bewerfen.

„Ich wollte auch helfen und da es zu Hause so langweilig ist, am Wochenende, habe ich Jayden angerufen, ob ich kommen kann.“

Ich schaute zu Jayden, der natürlich wieder rot wurde.

„Na dann, fangen wir mal an. Ich trag schon mal die Kartons nach unten“, meinte ich nur und verschwand mit dem ersten Gepäckstück die Treppe hinunter.

*-*-*

Die erste Hälfte des Morgens war gelaufen, als Onkel Henry, den Haustürschlüssel einfach in den Briefkasten in der Tür warf. Da im LKW kein Platz für Sabrina war, hatte sie sich eine Mitfahrgelegenheit bei meiner Mutter erhascht.

 

„Das war es dann wohl, mehr können und wollen wir sowieso nicht mitnehmen“, meinte er nur und drehte sich zu uns um.

„Los Kinder, einsteigen, dass muss noch alles ausgeladen werden!“

Stöhnend stieg ich zu Mama ins Auto, während der LKW vor uns bereits losfuhr. Natürlich hatte das Personal noch geholfen, welches noch vorhanden war. Die Leute taten mir leid, denn auch sie mussten sich teilweise eine neue Bleibe und vor allem einen Job suchen.

Da alle sehr mit der Madam des Hauses verbunden waren, wollte Henry wohl auch mit ihnen nichts mehr zu tun haben. Er hatte bereits eine Haushälterin gefunden, die sich um ihn und Jayden kümmern würde.

Auch wenn Onkel Henry von einer kleineren Wohnung sprach, war diese, die wir jetzt betraten, mehr als doppelt so groß als die, die Mum und ich bewohnten, Jeder hatte sein eigenes Zimmer und ein Büro gab es auch. Neben einem Wohnzimmer und Bad gab es noch eine großzügige Küche.

Wie kam man an solche Wohnungen? Gut, da diese Wohnung niemals unserer Preisklasse entsprechen würde, hätten Mum und ich nie Interesse gezeigt. Aber es war ja auch keine Mietwohnung, wie unsere, Henry hatte sie gekauft, was mit dem Geld des verkauften Hauses wohl auch kein Problem gewesen war.

Und wieder begann die Schlepperei und mir kam der Gedanke, warum Onkel Henry eigentlich keine Umzugsfirma geordert hatte und alles selbst machte. Am Geld konnte es nicht liegen, davon hatte dieser Familienzweig wohl genug.

Jedes Mal, wenn ich erneut mit etwas die Treppe hinauflief, kam mir eine ständig aufgedrehte Sabrina entgegen und trillerte irgendein Lied. Es ging mir schon fast auf die Nerven, aber ich wollte ja dem Glück …oder Unglück… meines Cousin nicht im Wege stehen.

Ich wusste einfach nicht, was ich davon halten sollte. Klar freute ich mich darüber, dass die beiden sich gut verstanden, aber Sabrina war sehr dominant, kam da Jayden nicht vom Regen in die Traufe?

Was Jayden jetzt sicherlich nicht brauchen konnte, war ein Mädchen, das ihn herum kommandiert. Ich entschloss mich, einfach abzuwarten, wie sich das ganze entwickelte. Warum jetzt schon unnötig Sorgen machen?

So ging der Rest des Vormittags auch noch drauf. Dafür war die Überraschung riesengroß, als Abigail mit zwei großen Körben plötzlich auftauchte. Schnell wurde notdürftig Platz geschaffen und schon kamen lauter Köstlichkeiten zum Vorschein.

„Abigail, wo hast du nur alle diesen leckeren Sachen her?“, fragte Mum und hatte schon die erste Schüssel in der Hand, um die Folie zu entfernen.

„Hat alles Caitlin gezaubert, ich bin völlig unschuldig.“

„Das hätte sie nicht brauchen“, kam es von Henry.

„Das ist auch nicht ihre Idee gewesen, sondern die von Vater. Er meinte, wenn er schon nicht helfen kann, dann will er wenigstens etwas beisteuern.“

Was hätte Großvater schon groß helfen können, das wäre alles zu schwer für ihn gewesen. Schon der Kraftaufwand, die Treppen der drei Stockwerke zu erklimmen, hätte schon gereicht.

„Echt, das kommt alles von Vater?“

„Ja, ich habe mich auch sehr gewundert. Aber seid ihr in den Ferien da gewesen seid, hat er sich verändert. Er strotzt vor Energie, auch wenn ihn die Operation etwas mitgenommen hat. Stell dir vor, für Weihnachten hat er einen riesigen Weihnachtsbaum geordert. Weißt du wie lange wir schon keinen Weihnachtsbaum mehr hatten?“

Ich musste grinsen. Hatte er sein Versprechen doch tatsächlich in die Tat umgesetzt.

„Du, ich muss zugeben, es ist das erste Weihnachtsfest, auf das ich mich freue“, meinte Onkel Henry und schob sich einer der kleinen Schnitten in den Mund.

Abigail schaute ihn durchdringend an.

„Es tut mir leid, dass deine Ehe in die Brüche gegangen ist“, meinte Tante Abigail plötzlich.

Mein Onkel winkte ab. Mum stellte sich zu Abigail und legte ihren Arm um sie.

„Vergiss es, Schwester, das war schon lange keine richtige Ehe mehr, eher eine Zweckgemeinschaft.“

„Das tut mir leid, dass zu hören“, meinte Mum, „hast du keine Angst, eure Scheidung könnte zu einer Schlammschlacht ausarten?“

Henry schüttelte den Kopf. Mittlerweile standen wir alle am Tisch und bedienten uns an den Leckereien.

„Nein, ist alles schon geregelt!“

„Wie geregelt?“, wollte Abigail neugierig wissen.

„Ich habe sie vor die Wahl gestellt. Haus und Titel, oder Geld! Sie hat sich gegen das Geld entschieden.“

„Titel?“, fragte nun Mum.

Mein Onkel lachte.

„Du glaubst doch nicht, dass meine Nochfrau auf ihren Titel Contess of Newbury verzichten würde. Wie würde sie dann vor ihren Freundinnen da stehen, wenn sie keinen Titel mehr besäße.“

„Gar nicht…“, rutschte mir heraus und wieder mal fing einen bösen Blick meiner Mutter ein.

Jayden dagegen, grinste mich an und hielt seinen Daumen nach oben.

„Wolltet ihr das Haus nicht verkaufen?“, fragte Abigail.

„Ja, das war meine Idee, aber ich denke mal, sie möchte wohl auch nicht, auf dieses Haus verzichten.“

„Wie kann man nur so oberflächlich sein?“, flüsterte mir Sabrina zu.

„Tja, Sabrina. Es gibt genug Menschen, denen ihr Ansehen wichtiger ist, als die Familie!“, meinte Henry.

Entweder hatte Henry ein gutes Gehör, oder Sabrina hatte zu laut geflüstert.

„Und wie regelt ihr das mit den Kindern?“, fragte Mama.

„Die sind alt genug, um selbst entscheiden zu können, für mich standen die Kinder eh nicht zur Debatte, auch wenn es mich etwas traurig stimmt, wie Sabrina treffend sagte, meine Tochter sich für das oberflächliche Leben entschieden hat.“

Darauf sagte nun keiner etwas.

„Wechseln wir das Thema“, sprach Henry weiter, „lasst uns einfach an die Zukunft denken und vor allen, lasst uns dieses tolle Minibuffet vertilgen!“

*-*-*

Es war später Mittag, als Jayden, die Wohnung, mit der letzten Kiste betrat.

„Boah, hatten wir ein Glück, draußen fängt es gerade an zu schütten!“

Automatisch liefen alle an die Fenster und schauten nach draußen.

„Uns wieder einmal ein verregnetes Wochenende“, meinte Mum und ging ihrer Tätigkeit weiter nach.

„Hast du den LKW verschlossen?“, fragte Henry Jayden.

„Oh Mist, das habe ich vergessen“. antwortete dieser und rannte aus der Wohnung.

Ich reichte Mama gerade zwei Gläser, die Abigail zu vor gewaschen hatte und sie die dann in die Vitrine stellte, als Jayden zurück kam.

„Papa…!“

Der Ton von Jayden war komisch, so drehte ich mich zu Jayden und blieb wie angewurzelt stehen. Direkt hinter Jayden, stand seine Schwester Molly, total durchnässt und tropfend.

„Mein Gott Molly!“, hörte ich Henry rufen, „wie siehst du denn aus?“

Erst jetzt fiel mir die dicke geschwollene Wange auf. Molly rannte heulend zu ihrem Vater und fiel nass wie sie war, ihm um den Hals. Im Raum war es still, keiner sagte etwas. Nur das Weinen von Molly war zu hören.

Abigail zuckte mit der Schulter, hob die Augenbraun an, als wolle sie sagen, sie wisse nicht, was zu tun ist. Mama machte ein ähnliches Gesicht.

„Ist das Jaydens Schwester?“, flüsterte mir Sabrina zu und ich nickte.

„Kind, sag doch etwas, was ist geschehen?“, wollte Henry wissen.

„Handtücher?“, fragte Mama.

„Schon im Bad“, kam es von Abigail.

Mama nickte ihr zu, schnappte sich Molly, die sich ohne Murren wegführen ließ. Beide verschwanden in einen der Räume. Abigail ließ uns ebenfalls alleine.

„Was war das jetzt?“, fragte Jayden.

„Der Instinkt der Frauen, das Richtige zu tun“, meinte Onkel Henry.

Sabrina grinste mich frech an und schon war sie ebenso verschwunden. Jayden schaute mich fragend an, aber ich konnte nur mit den Schultern zucken und den Unwissenden spielen.

„Jungs, lasst uns weiter machen.“

*-*-*

Sabrina war aus reiner Neugierde, den anderen gefolgt. Aber dennoch gut für mich, so bekam ich als erstes mit, was geschehen war. Molly und ihre Mutter schienen wohl am heutigen Tage, ins Haus zurück gekehrt zu sein.

Weil die halbe Wohnung ausgeräumt war, schien Jaydens Mutter dann einen Tobsuchtsanfall bekommen zu haben. Sie schrie herum, schmiss mit Sachen um sich und Molly bekam sogar eine Ohrfeige, welche dann aus diesem Grund weggerannt war, direkt zu ihrem Vater.

Als dies Onkel Henry später erfuhr, war es aus mit der Ruhe. Abigail und Mum konnten ihn nur mit Mühe davon abhalten, etwas Unüberlegtes zu tun. Molly dagegen, hatte ein paar Klamotten ihres Bruders verpasst bekommen, die sie nur mit Widerwillen anzog.

Das Auspacken ging gut von statten, denn die leeren, zusammengefalteten Kartons stapelten sich bereits immer höher im Eingangsbereich.

„Wir lassen dich nicht alleine dahin fahren“, hörte ich Abigail im Hintergrund sagen.

Ich drehte meinen Kopf ein wenig, um besser hören zu können.

„Und wenn sie euch ebenso etwa an den Kopf wirft? Das kann ich nicht verantworten!“

„Henry“, hörte ich nun meine Mutter reden, „deine Tochter braucht etwas zum Anziehen und falls sie hier bleiben will, auch ihre Schulsachen und anderes!“

Onkel Henry atmete tief durch und rieb sich über das Gesicht.

„Ich habe meine Kinder total im Stich gelassen, oder?“

„Wie kommst du jetzt darauf?“

„Hätte ich mehr Zeit für meine Kinder gehabt, dann wäre es nicht zu so etwas gekommen.“

Ich war froh, dass die anderen drei dieses Gespräch nicht mitbekamen.

„Schaut euch Jayden an, er ist ein Stubenhocker, hat keine Freunde und was sein Selbstvertrauen betrifft…“

„Er ist jetzt mit Jack und Sabrina auf der Schule, ich denke, das wird sich geben, dafür kenne ich meinen Jack gut genug und zudem scheint die liebe Sabrina, Interesse zu haben“, sagte Mum.

„Davon habe ich gar nichts mitbekommen.“

„Solche Dinge kann man ändern Bruderherz“, meinte Abigail.

„… ich hätte nie gedacht, dass sie so soweit geht…“, meinte er und schüttelte den Kopf.

Dann sah er die zwei Frauen wieder an.

„Können wir die Kids alleine lassen?“

„Also Henry, wirklich, die „Kids“ sind alt genug“, meinte Abigail und Mum nickte.

*-*-*

Unter einem fadenscheinigen Grund, sie würden zu dritt den LKW zurück bringen, waren die drei Erwachsenen verschwunden. Sie hatten nicht mitbekommen, dass ich das Gespräch belauscht hatte.

Während Molly alleine auf dem großen Sofa saß und vor sich hinstarrte, waren Sabrina und Jayden dabei, sich gegenseitig zu ärgern. Ich ging in die Küche, füllte den Wasserkocher auf und schaltete ihn an.

Irgendwo hatte ich vorhin beim Einräumen Teebeutel gesehen. Die Tassen mussten auch schon ihren Platz haben. Es dauerte etwas, bis ich fündig wurde. Gerade richtig, denn das Wasser hatte gerade die Temperatur, um mir den Tee zu machen.

So befüllte ich zwei Tassen, versah sie mit einem Teebeutel und lief zurück zu Molly.

„Auch einen Tee?“, fragte ich und hob ihre eine der Tassen hin.

Sie schaute auf und ich erschrak etwas, denn mir schauten zwei hasserfüllte Augen entgegen.

„Du kannst dir den Tee, sonst wo hinstecken!“, schrie sie mich an und schlug mir die Tasse aus der Hand.

Die knallte polternd auf den Wohnzimmertisch und zerbrach. Vom Lärm angelockt standen nun auch Jayden und Sabrina im Zimmer.

„Was ist passiert?“, fragte Sabrina.

Geschockt über Molly‘s Reaktion, sagte ich nichts und fing an, die Scherben zusammen zu lesen.

„Warum hat Vater den herein gelassen, der ist doch an allem Schuld und…“

„Du weißt gar nichts, oder?“, unterbrach Jayden seine Schwester laut, „es ist besser, du hältst deinen Mund!“

Molly schien genauso überrascht wie ich, dass ihr Bruder so laut und böse werden konnte.

„Hör auf so mit unserem Cousin Jack zu reden, sonst kannst du dir gleich wieder deine Klamotten schnappen und zu deiner ach so tollen Mutter zurück kehren!“

„Es ist auch deine Mutter und…“

„ …ich schäme mich, dass ich so eine Mutter habe“, unterbrach Jayden schreiend abermals Molly, „sie ist doch schuld, dass alles so geendet hat. Wäre sie nicht so Geldgeil, wäre Jacks Vater unser Onkel, Grandpas Sohn nie ums Leben gekommen!“

Oje, das hatte gesessen, Molly’s Augen füllten sich mit Tränen, meine aber ebenso. Irgendwie wurde mir jetzt flau im Magen und musste mich setzten.

„Was redest du da, so etwas würde Mama nie tun!“, sagte Molly entsetzt.

„Die Frau, die du so liebevoll Mama nennst, hat hinter Papas Rücken Dokumente fälschen lassen, wegen denen Jacks Vater in Misskredit kam und als Betrüger da stand!“

„Das ist nicht wahr…“

„Doch Papa hat noch alle Aufzeichnungen, er hat mir das gezeigt. Wenn der Betrug nicht verjährt wäre, säße deine „Mama“ jetzt im Knast.“

Während Jayden mit hochrotem Kopf, die Hände in den Seiten, schwer schnaufend, vor uns stand, wurde Molly nun ganz blass. In mir stieg die Übelkeit auf. Ich stellte meine Tasse auf den Tisch und rannte ins Bad.

„Jack…?“, hörte ich Sabrina rufen, aber da hing ich schon über der Toilette und kotzte mir die Seele aus dem Leib.

„Da sehr ihr, was ihr angerichtet habt“, hörte ich Sabrina schreien.

Wenig später tauchte sie neben mir auf.

„Mein Gott, Jack…“, sagte sie, da war ich bereits kraftlos neben der Kloschüssel zusammengesunken und weinte.

Ich wusste doch von der Sache, warum nahm mich das jetzt so mit? Mama und Großvater hatten doch mit mir darüber geredet und Großvater sich bei mir entschuldigt. Kurzatmig, versuchte ich aufzustehen, hatte aber meine Schwierigkeiten.

Erst als Sabrina und auch Jayden mich hoch zogen, kam ich wieder auf die Füße. Sabrina drehte den Wasserhahn auf und tunkte einen Lappen ins Wasser.

„Wasch erst einmal dein Gesicht ab“, meinte sie leise, während Jayden mich immer noch stütze.

„Jack… es tut mir leid, ich wollte…“

Ich hob meine Hand und er verstummte.

*-*-*

In eine Decke gehüllt, saß ich wieder auf dem Sofa und hielt mich an meinem Tee fest. Neben mir waren Sabrina und Jayden. Molly saß uns gegenüber, immer noch so blass, wie vorhin. Bisher hatte sie nichts mehr gesagt.

„Jack hat mir nie etwas darüber erzählt“, hörte ich Sabrina sagen.

„Ich habe das erst erfahren, als uns Opa zum ersten Mal besucht hat…, danach hat mir Mama alles erzählt.“

„Du wusstest davon?“, fragte Jayden erstaunt.

Ich nickte.

„Aber Mama ging davon aus, dass Henry, dein Vater mit von der Partie war“, meinte ich tonlos und starrte weiterhin in meine Tasse.

„… aber…, aber…“, Jayden verstummte, wusste wohl nicht, was er sagen sollte.

„Das ist ja wirklich heftig!“, meinte Sabrina.

Es wurde still und niemand sagte etwas, nur die Atemgeräusche waren zu hören.

„… so gesehen“, redete Jayden plötzlich leise weiter, „hat Papa doch Mitschuld.“

„Wieso?“, kam mir Sabrina zuvor.

„Er hätte alles aufklären können, aber er schwieg…“

Je länger ich Jayden kannte, um so eine positivere Meinung bekam ich von ihm. Nie hätte ich gedacht, dass er so ein kluges Kerlchen war.“

„Er hat sich bei mir entschuldigt!“, meinte ich.

„Du musst uns doch deswegen hassen!“

Ich schaute auf und sah in Jaydens glasige Augen.

„Warum soll ich euch hassen, Jayden? Du und Molly habt doch gar nichts damit zu tun… wart ihr da überhaupt schon auf der Welt? Und… eure Eltern sind nur indirekt Schuld an der Sache… hätte es an diesem Abend nicht so geregnet…, wäre der andere Fahrer nicht ungebremst in ihn hinein gefahren…, dann hätte sich vielleicht alles aufgeklärt…“

Einzelne Tränen liefen mir über die Wangen. Leise und traurig sprach ich weiter.

„Es ist geschehen …und niemand kann …mehr etwas daran ändern.“

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3 Kommentare

  1. Habe jetzt die zwei ersten Folgen „en suite“ gelesen, fängt klasse an und gleich richtig rein ins Drama.
    Ich freue mich schon auf die nächsten 22 Folgen
    Gruß aus Nürnberg
    Gerd

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    • karlitas on 2. Dezember 2019 at 08:14
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    Vielen Dank, dass die Geschichte weiter geht, denn sie berührt mich und ist sehr gut zu lesen. Ich freue mich auf die nächsten Kapitel.

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  2. Hallo Pit,

    wooow, sehr gelungener Anfang, bin schon auf die kommenden Türchen sehr gespannt.
    Ich wünsche dir, lieber Pit, und allen Lesern eine schöne Adventszeit.

    LG Andi

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