Adventskalender – Spieglein, Spieglein an der Wand – Teil 9

Ich entschloss mich, über das nächtliche Vorkommnis, erst mal meinen Mund zu halten. Wie jeden Morgen lief ich direkt ins Büro, als mir die Unterhaltung von gestern in den Sinn kam. War der liebe Mr. Cook wirklich derjenige, der sich an meinem PC vergriffen hatte.

Ich lief durch die offene Tür und sagte laut „Guten Morgen“. Der Gruß wurde von den Kollegen erwidert, aber mir sonst keinerlei weitere Beachtung geschenkt. Nur Humphrey grinste mich freudenstrahlend an.

Lächelte er jetzt nur, weil er dachte, dass man bereits an meinem Stuhl sägt, oder er sich in Sicherheit fühlte, nicht entdeckt worden zu sein? Ich nickte ihm genauso übertrieben lächelnd zu.

Als ich meinen Kopf sich wieder Richtung Arbeitsplatz drehte, verschwand dieses Lächeln sofort. Arbeitsplatz – da wartete die nächste Überraschung, auf dem Platz von gestern saß wieder David.

So steuerte ich meinen alten Platz wieder an, da mein Rechner wohl wieder vorhanden war.

„Hallo Finn“, grinste mich Blair an.

Sie erhob sich sogleich und lief zum Kaffee-Teeboard.

„Hallo Blair“, sagte ich nur, ließ die Jacke von den Armen gleiten und hängte sie über meinen Bürostuhl.

Auf meiner Tastatur lag ein Hefter, den ich mir beim hinsitzen nahm und durchblätterte. Außer einer Liste von möglichen Häusern, klebte ein kleiner Notizzettel darauf, unterschrieben von David.

Ich schaute kurz zu ihm, aber er war an seinem Monitor vertieft. In der Notiz stand, dass ich mich wie immer verhalten sollte und mein PC weiter überwacht wurde, falls jemand darauf versuchte zu zugreifen.

Ich zwang mich dazu, jetzt nicht hinüber zu Humphrey zu schauen. Mit etwas Unbehagen zog ich die Notiz vom Blatt, zerknüllte sie und warf sie in den Mülleimer.

„Du siehst ja richtig erholt aus, heute Morgen“, unterbrach Blair meine Gedanken und stellte mir einen Tee hin, „ist übrigens der gleiche, wie wir schon mit Angus getrunken haben… David auch einen Tee?“

Mein Blick wanderte natürlich zu David, der augenblicklich den Kopf hob.

„Ich…? Ähm… nein danke!“

Unsere Blicke trafen sich nur für einen Bruchteil einer Sekunde, dass aber reichte schon aus, meinem Rücken eine Gänsehaut zu bescheren.

„Oder, doch vielleicht… wärst du so nett?“

Erstaunt schaute mich Blair an und wir beide schauten wieder zu David, der plötzlich komisch grinste.

„Kommt sofort“, sagte Blair.

David senkte den Kopf und ich schaute zwischen den beiden hin und her. Blair trug eine weitere Tasse an den Tisch, dieses Mal zu David. Der dankte ihr, zeigte ihr kurz etwas, worauf Blair kurz zu mir schaute, dann ging sie zurück an ihren Arbeitsplatz und setzte sich ohne einen weiteren Ton von sich zu geben.

Verwundert gab ich nun mein Passwort ein und ohne Probleme öffnete sich mein Arbeitsfeld. Fragen kamen plötzlich in mir auf. Konnte Humphrey mit verfolgen, was ich an meinem Bildschirm tat, oder benutzte er mein Gerät nur als eine Art Schnittstelle?

Ein kleines Fenster ging auf, ich hatte eine Nachricht von Blair. Dieser hauseigene Chat war ganz praktisch, so konnte man sich unnötige Wege sparen, oder wie in Blair und meinem Fall, auch mal privat schreiben, ohne dass es gleich das ganze Büro mitbekam.

Hier hatten sogar die Bleistiftspitzer Ohren. Ich öffnete das Fenster und mit Verwunderung stellte ich fest, dass außer Blair da auch Davids Name stand. Sie hatte ihn wohl eingeladen.

„Was ist?“

„David sagt, jemand hängt an deinem PC!“

Ich schaute kurz zu Blair und David, aber die hatten beide ihre Augen auf dem Monitor.

„Und was soll ich jetzt machen?“

„Nichts!“, kam es von David.

Krampfhaft versuchte ich meine Augen auf dem Monitor zu halten, ohne die beiden  anzusehen.

„Arbeite normal weiter. Nimm die Liste und schau dir die Häuser an, die ich für dich aufgeführt habe, vielleicht ist etwas Passendes dabei.“

Der Hefter war also von David. Aber wie kam er dazu mir zu helfen und wann hatte er das gemacht?

„Danke… und Blair ich habe einfach nur gut geschlafen, um auf deine Frage von vorhin zurück zu kommen.“

Was ich heute Nacht gemacht hatte, wusste ich nicht so recht, aber ich fühlte mich wirklich erholt. Obwohl ich nicht wusste, wie lange ich überhaupt geschlafen hatte, oder die Zeit mit Granny verbracht hatte.

Das alles nur ein Traum war, hatte ich mittlerweile abgehakt, spätestens, als ich an meinen Hauslatschen Rasenreste gefunden hatte. Ich nahm mir also die Liste vor und öffnete die erste Adresse.

Das Haus kannte ich schon, so gab ich die nächste Adresse ein. Das Fensterchen oben links öffnete sich erneut.

„Wie könnt ihr beide nur so ruhig da sitzen?“, schickte Blair als Nachricht.

Ich hob meinen Kopf und lächelte sie an. Dann widmete ich wieder den Adressen.

*-*-*

Etwa ein einhalb Stunden später hatte ich die Liste durch und mir war es gelungen sogar ganze fünf Häuser  zu finden, die interessant waren. Jedes für sich war zwar ebenso ungeeignet, aber entnahm man da und dort einzelne Ideen, kam ein gutes Ergebnis heraus.

Ich zuckte zusammen, als David plötzlich aufstand und das Büro eiligst verließ. Blair schaute mich fragend an, aber ich konnte unwissend nur mit den Schultern zucken. Das Fensterchen an meinem Monitor ging wieder auf.

„Ich komm mir vor, wie bei 007 James Bond!“

„Hier hat keiner geschossen, noch wurde jemand umgebracht und in die Luft gesprengt wurde auch nichts“, entgegnete ich.

Als es darauf hin draußen im Flur schepperte, fuhr ich zusammen. Ein lautes „Sorry, bin nur gestolpert“ war zu hören.

Blair gegenüber hob sich die Hand vor den Mund, aber ich konnte sie trotzdem kichern hören. Kopfschüttelnd atmete ich tief durch und kontrollierte erneut meine Arbeit, bevor ich Drucken drückte.

Der Büroeigene Drucker an der Wand nahm seine Arbeit auf. Ich erhob mich und lief zu dem besagten surrenden Gerät. Dabei kam ich an Humphreys Tisch vorbei, der, als er mich bemerkte, sich mit beiden Armen auf den Schreibtisch lehnte.

So war die Sicht auf seine Unterlagen für mich versperrt. Ich lächelte ihn kurz an, ohne etwas zu sagen. Hätte er sich nicht so ruckartig bewegt, von alleine wäre ich nie darauf gekommen, einen Blick auf seine Dokumente zu erhaschen.

Ich entnahm die bedruckten Blätter und wollte zu meinem Platz zurück, wenn da nicht gerade David wieder die Tür hereinkam und mit direkt vor die Füße lief. Ich sah ihn schon auf mir liegen, aber David stoppte und ließ mir den Vortritt.

So lief ich als erstes an unsere Schreibtische zurück, während er mir folgte und wir uns beide gleichzeitig niederließen.

„Könntest du dir das kurz anschauen, vielleicht wäre das für uns von Nutzen und es wären Räumlichkeiten dafür einzuplanen…, warte ich schicke dir den Link“, kam es von Blair.

Ich erhielt den besagten Link und lass nur Arbeitsagentur.

„Was haben die mit unserem Projekt zu tun?“, fragte ich.

„Ich dachte nur, die bieten Infotage von sich aus an. Wäre es dann nicht gut, so etwas wie einen Aufenthaltsraum einzuplanen, wo man dies abhalten könnte?“

„Gute Idee, an so etwas habe ich noch nicht gedacht“, sagte ich, „könntest du das zusammenfassen und ausdrucken?“

„Fast fertig!“, lächelte mich Blair an.

Hinter mir staden einige Kollegen auf.

„Wie die Zeit vergeht, schon Mittagszeit, Lust etwas zu essen?“

Während ich zu Blair schaute, hörte ich in mich. Da war schon ein kleines Hungergefühl.“

„Hunger hätte ich schon. Kantine oder draußen?“

„Was für eine Frage?“, warf sie mir an den Kopf, bevor sie sich zu David drehte.

Sie wird doch nicht?

„David auch Hunger, möchtest du uns begleiten?“

Sie hatte es getan. Leicht resigniert schaute ich auf meinen Monitor und schloss mein Programm. Gut, ich hatte mit ihr noch nicht über meine Gefühle für David gesprochen, nur angedeutet, aber sie wusste, dass ich nicht wohl fühlte, wenn er in meiner Nähe war.

Stimmte das? Fragte ich mich nun selbst. Er saß fast den ganzen Morgen neben mir, doch bis jetzt hatte es keine Anzeichen dafür gegeben, dass mich seine Gegenwart störte. Hatte das Gespräch gestern mit seinem Ziehvater, meiner Meinung über meinen Nebenmann so geändert.

David nickte, zu meiner Verblüffung und machte Anstalten sich zu erheben.

„Italiener oder Asiate?“, fragte Blair.

„Hm?“, kam es von David und schaute sie fragend an.

„Würdest du lieber asiatisch oder italienisch essen? Das heutige Tagesmenu in der Kantine ist mit unserem Geschmack nicht ganz konform“, erklärte Blair.

„Nett ausgedrückt!“, merkte ich an und grinste.

Sie hätte auch sagen können, dass uns das Essen in der Kantine nicht allzu sehr schmeckte. David kratzte sich nachdenklich am Hinterkopf, während Blair bereits in ihren Mantel schlüpfte.

*-*-*

Es hatte mal wieder gut gemundet. Zufrieden streichelte ich über meinen Bauch. Wie sonst auch, gab es beim Asiaten reichlich zu essen und zum ersten Mal konnte ich David beobachten, wie er mit Heißhunger über sein Essen herfiel.

Viel gesprochen wurde dabei nicht und Blair konnte ungehindert von einem neuen Pub vorschwärmen, welches sie in der Innenstadt gefunden hatte Als wir wenig später wieder gemeinsam das Büro betraten, bemerkte ich zwei Männer, die an Humphreys Tisch stand und irgendwelche Ausweise zeigte.

Ich wollte schon stehen bleiben, aber plötzlich spürte ich Davids Hände auf meinem Rücken.

Die erneute Gänsehaut, die bis zum Nacken hoch wanderte, hinderte David natürlich nicht daran mich Richtung meines Platzes zu schieben.

„Aber wieso?“, hörte ich Humphrey laut sagen, „ich habe nichts gemacht!“

War das jetzt gespielt, oder war er wirklich nicht derjenige, den wir vermuteten.

„Kommen sie einfach bitte mit“, sagte der eine Mann.

Humphrey erhob sich und griff nach seiner Tasche und Jacke. Dann verließ er mit den zwei Männern das Büro. Dabei war mir nicht entgangen, dass er andere fast unmerklich David zu nickte.

„Wer war das?“, fragte Blair, während sie sich ihres Schals und Mantels entledigte.

David schüttelte aber nur leicht den Kopf und zeigte auf seinen Monitor. Ich gab erneut mein Passwort ein, der Zutritt wurde mir gewährt. Wie so oft an diesem Tag blinkte mein Mitteilungskästchen oben links. Als ich es öffnete, war Blair bereits da.

„Die waren von der Bankaufsicht!“, schrieb David.

Mit großen Augen schaute ich zu Blair.

„Die sind mit mir letzte Woche bereits angereist und hielten sich im Hintergrund.“

„Aber ich dachte, du führst die Untersuchung“, schrieb Blair.

Die Meinung hatte ich auch. Aber mir fiel auf, dass über den Betrug in London hier im Büro noch nicht viel gesprochen wurde. Es war ja auch nur bekannt gegeben worden, dass unser Abteilungsleiter, Mr. Hornsby, aus privaten Gründen beurlaubt worden sei und solange Mrs. Greenwich unsere Ansprechpartner sein sollte.

Mich wunderte, dass nicht mehr darüber geredet wurde. Vielleicht war es den anderen schlicht weg egal und es interessiert keinen. Auch sonderbar war es, dass Mrs. Greenwich nicht mit einbezogen wurde.

„Nein, Paul wollte nicht, dass ich ins Kreuzfeuer der Kollegen gerate und als Spitzel der Bankaufsicht da stehe. Er dachte wohl, dass könnte meiner Image schaden.“

Soso… Paul wollte nicht. Jetzt musste ich doch etwas grinsen. Sein Ruf als Sprücheklopfer und Playboy, war im ganzen Haus bekannt, was sollte ihm da noch schaden. Aber es verging mir gleich wieder, als sie Erinnerung an das Gespräch von gestern zurück kam.

„Eins verstehe ich aber nicht, wurde die Greenwich nicht von Anfang an in die Sache wie wir eingeweiht?“, wollte Blair wissen.

Da hatte Blair wohl die gleichen Gedankengänge wie ich gehabt.

„Nein, weil wie Paul bereits gestern erzählt hat, Hornsby nie in der Lage gewesen wäre, dass alleine zu bewerkstelligen und mein Verdacht war eben, dass seine Stellvertreterin eventuell mit drin hängt“, beantwortete Davis Blairs Frage.

Aber Pauls Verdacht fiel leider auf mich, weil ich engsten Mitarbeiter von Hornsby war. Ausschließlich David hatte ich es zu verdanken, dass dieses Missverständnis geklärt wurde.

„Sie hatte die Anweisung für allgemeine Fragen zur Verfügung zu stehen, ging es aber um Systemprobleme, sollte sie dies umgehend an die Geschäftsführung weiterleiten“, schrieb David weiter.

„Aber Hornsby hat sie doch sicher gewarnt!“, kam es von Blair.

„Das war ihm nicht möglich, denn er sitzt in Untersuchungshaft!“

Das hatte uns bisher noch niemand erzählt. Etwas anderes lenkte unsere Aufmerksamkeit Richtung Eingang. Anne unsere Tratschtante, die immer über alles Bescheid wusste.

„Leute, wisst ihr, was ich eben gesehen habe…?“

War das nun eine rhetorische Frage, denn sie würde uns doch sicher gleich überschwänglich mitteilen, was sie gesehen hatte.

„Humphrey und die Greenwich wurden gerade eben vor der Bank, in einen Polizeibus verfrachtet!“

Ich schaute kurz zu Blair und David, bevor ich mich wieder zu Anne wandte. Aber die von ihr wohl erwartete Reaktion trat nicht ein. Da kamen Bemerkungen wie, die hat schon immer Dreck am Stecken, bei Humphrey wurde das auch langsam Zeit, oder die würden auch gut zusammen passen.

Ich sollte wirklich meine Sicht über meine Kollegen ändern. Was dachten die wohl von mir und Blair? Anne schaute jedenfalls entsetzt von einem Kollegen zum anderen und ließ sich unsicher auf ihren Stuhl nieder.

„Dein PC ist sauber“, hörte ich David leise hinter mir sagen und ich drehte mich zu ihm.

Fragend schaute ich ihn an.

„Es greift niemand mehr auf deinen PC zu“, flüsterte er in meine Richtung.

*-*-*

Ich hatte Angus mit geteilt, dass wir heute Abend Gäste zum Essen hatten. Blair war auf die verrückte Idee gekommen, die Verhaftung der drei vom Büro, gebührend zu feiern. Neben Connor hatte sich natürlich auch David eingeladen.

Nur mit einem leichten Murren hatte ich zu gestimmt. Als ich zu Hause eintraf, war das Gebäude hell erleuchtet, zumindest der untere Stockwerk. Ich schloss die Haustür und mollige Wärme kam mir entgegen.

Da hatte wohl jemand den Kachelofen in Gang gesetzt. Am Spiegel vorbei, dessen Oberfläche ich zärtlich streichelte, entledigte ich mich meiner dicken Haut und streifte die Schuhe ab. Etwas wehmütig sah ich noch einmal zum Spiegel.

Wie gerne hätte ich jetzt alles Granny erzählt, so wie ich es schon früher immer gemacht hatte, aber das ging wohl nicht. Angus brauchte auch sicher meiner Hilfe. Nachdem ich meine Tasche verstaut hatte und den Wohnbereich betreten wollte, traf mich die nächste Überraschung. Connor war da.

„Endlich kommst du! Gäste einladen und uns die Arbeit machen lassen! Schöner Freund bist du!“

„Auch guten Abend“, erwiderte ich sein Gesagtes.

Angus stand am Herd und grinste nur. Connor schüttelte darauf hin nur den Kopf und widmete sich wieder dem Kachelofen.

„Da solltest du dich bei Blair bedanken, sie hatte die geniale Idee, also beschwer dich nicht bei mir!“, gab ich nun Contra.

Connor winkte ab. Was war denn dem über die Leber gelaufen? Hatte Blair eines seiner berühmten Dates auffliegen lassen. Ich ging zu Angus, um zu fragen, was ich ihm helfen konnte, aber auch der winkt nur ab.

„Geh du duschen, hier ist bereits alles am Laufen…, vielleicht kannst du mir nachher noch beim Tischdecken helfen.“

„Okay, wenn du meinst“, sagte ich und verließ den Wohnbereich wieder.

Am Spiegel vorbei, der sich wieder nicht rührte, hinauf in mein Zimmer. Schnell waren die Kleidungsstücke vom Tag abgelegt und der Weg drei fürs Badezimmer. Wenig später prasselte bereits das erste Nass auf meinen müden Körper.

Irgendwie spülte es die Sorgen vom Tage den Abfluss hinunter. Meine Gedanken drehten sich um Granny, dass es eine Chance gab, noch einmal mit ihr zu reden. Die Trauer um sie war groß gewesen, obwohl der schleichende Tod lange bekannt war.

Die Hausglocke riss mich aus dem Gedanken und ich wusste nicht, wie lange ich bereits unter der Dusche stand. So sputete ich mich, fertig zu werden. Halb nass, flitzte ich ins Zimmer hinüber und stand vor dem nächsten Problem.

War es Klischeedenken, wenn man ein Kleidungsproblem hatte, nicht wusste was man anziehen sollte? Ich entschied mich für locker legere und schlüpfte in Jeans und T-Shirt, alles andere wäre mit dem Kachelofen unten, eh zu warm gewesen.

Ich löschte die Lichter, warf mein Handtuch im Bad in die Wäschetonne und machte mich auf den Weg nach unten. Auf der letzten Stufe, als ich mich gerade Richtung Wohnbereich drehen wollte, sah ich wieder diese Augen im Spiegel.

Abrupt blieb ich stehen. Es waren wieder die Augen von David, genauso traurig, doch der Blick recht intensiv. Warum sah ich sie jetzt zum zweiten Mal schon? Was wollte mir der Spiegel damit sagen?

Ich musste dringend mit Granny darüber reden, vielleicht wusste sie ja Bescheid. Die Augen verschwanden und ich sah nur noch mich. Ein Grinsen machte sich breit. Gestern Nacht hätte ich mir fast in die Hosen gemacht, als ich in den Spiegel plumpste und nun wünschte ich mir nichts sehnlicheres, als mit Granny zu reden.

„Schau dir diesen eingebildeten Pinkel an, steht da vorm Spiegel und lässt uns warten!“

Ich fuhr zusammen, weil ich Blair nicht bemerkt hatte.

„Man tut was man kann“, entgegnete ich nur, fuhr mir durchs Haar und lief grinsend auf sie zu.

Obwohl wir uns am Mittag erst nach dem Geschäft getrennt hatten umarmten wir uns zur Begrüßung. Als ich mit ihr dann den Wohnbereich betrat, stand David bei Angus, der immer noch am Herd fuhrwerkte.

Es war das erste Mal, dass ich ihn mal nicht im Anzug sah. Wie ich trug er Jeans, aber ein langarmiges und enganliegendes Shirt. Es war auch eine Premiere, sein Body so zu sehen. Blair hieb mir leicht ihren Ellenbogen in die Seite.

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